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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-02-24 · 8 (24.2.1899) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
8 (24.2.1899)
Date
1899-02-24
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 8 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 157 Charakter- und Herzenseigenschaften ausgezeichnet, die ihm die Zuneigung und Werthschätzung Aller gewonnen. Auch, der Familie des in Gott ruhenden Herrn M. H. Goldscheid wird für die Widmung eines Betrages von 1000 fl. zum Zwecke der Errichtung einer Familien-Jahrzeittafel, den Herren W. M i n g e l g r ü n, M. B o x e r für die Schenkung von Ceremonial-Geräthschaften uud den Wohlthätern, die Spenden zur Beschaffung von Osterbrot gewährt haben, der Dank des Vereines votirt. Der Cultusvorsteher Herr Salo Cohn hat unserem Vereine zur Vertheilung von Bikur- Cholim in seiner bekannten Munificenz den Betrag von 250 fl gewidmet. Der Vorstand für das Vereinsjahr 1898 bestand aus: S. Meisels, Obmann. Arthur Edler v. Mises, Obmann- Stellvertreter. A. M. Op per, Cassier. Ignatz Zolles, Schriftführer. Brauner Bernhard, Brecher Julius, DeichesS., Diamant A. S., Herbert Ignaz Max, Landau B., Landau S., Rosenfeld Max, Schlesinger C., Vorsteher. A x e l r a d Jacob, B e l f I. M.,. K a h a n e Albert, Karp H., Kolieb D., Landau Alexander, Bethaus-Borsteher. Obst Jacob, Silbermark Josef, Steigelfe st Jacob, Casse-Revisoren. Wien. (Eine Wohlthäterin.) Eine Dame aus Unserem Leserkreise schreibt uns: Gestatten Sie mir, hochgeehrter Herr Redacteur, Ihnen einen mir von befreundeter Seite zukommenden Bericht aus Gr.-Kanizsa über den anl 4. Februar d. I. stattgehabten Ball des dortigen Israelitischen Frauen Vereines mitzutheileu. Es dürfte weitere jüdische Kreise interessiren, daß dieses Wohlthätigkeitsballfest, welches unter den Namen „Varietö-Abend" einen glänzenden Verlauf nahm, ein Reinerträgniß von 800 Gulden zu Gunsten armer Israeliten erzielt hat. Besonders erfreulich ist die Thatsache, daß in unserer traurigen Zeit, wo Neid und Haß an der Tagesordnung sind, dem Balle viele christliche Familien, den besten Gesellschaftskreisen angehörend, anwohnten, und in schönster Harmonie und einig in dem Bestreben zum Besten der Armen sich dem Tanzvergnügen Hingaben. Das Hauptverdienst an dem nach jeder Richtung gelungenen Feste gebührt der unermüdlichen Präsidentin des Vereines, Frau Hedwig V i d o r, geborene G u t m a n n Edle v. Gelse, auf deren sonstiges, edles Wirken an dieser Stelle hinzuweisen, Sie mir freundlich gestatten wollen. Frau v. V i d o r hatte das tragische Schicksal, einen einzigen wohlgerathenen Sohn und ihre einzige, glücklich verheiratete Tochter in der Blüthe ihrer Jahre zu verlieren. Das Leid hat diese Frau nicht verbittert, sie lindert die Schmerzen Anderer, und sucht ihren eigenen Schmerz durch Wohlthun zu betäuben. Sie widmet sich mit wahrer Begeisterung und der ihr eigenen außerordentlichen Thatkraft der öffentlichen Wohlthätigkeit. Nicht nur, daß sie ihrem Wohlstand entsprechend selbst gibt, so viel sie kann, so wirkt sie auch auf einen Kreis junger Frauen in Gr.-Kanizsa anregend und diese zum Wohlthun aneifernd. Frau v. V i d o r ist auch die Gründerin der Volksküche, welche sowohl von Juden als Christen unterstützt und auch von Armen beider Confessionen frequentirt wird. Frau V i d o r leitet die Küche selbst und ist täglich 2—3 Stunden, während die Armen gespeist werden, dort anwesend. Ueberdies ist sie Vorsteherin der dortigen Kinderbewahranstalt, zu deren Aufblühen und Erhaltung sie das Meiste beiträgt. Daß sie auch manche Thräne heimlich trocknet, ist selbstverständlich, da ihr ganzes Leben sich nach, dem unvergänglichen Dichterwort richtet: „Hilfreich sei der Mensch, edel und gut!" L. W, NikolSburg. (Auszeichnung.) Am verwichenen Sabbath Sochaur wurde der rühmlichst bekannte Talmid chocham, Se. Ehrwürden Herr Rabbinatsassessor Josef Knöpfmacher in Nikolsburg, mit der ihm anläßlich des 50jährigen Regierungsjubiläums von Sr. Majestät gestifteten Ehren- Medaille decorirt. Der derzeitige Herr Amtsleiter der Bezirkshauptmannschaft in Nikolsburg intimirte dem Jubilar den betreffenden Erlaß der Statthalterei zu Brünn und fügte dresem in sehr herzlicher, schmeichelhafter Weise seine Gratulation bei. Obgleich der Herr Rabbinatsassessor, der durch mehr als 40 Jahre das ehrenvolle Amt eines Dajon bekleidet, sich jede solenne Feier verbeten hatte, wurde dem greisen Gelehrten doch in der Neuschulsynagoge, allwo er das Amt eines Predigers versteht, seitens der Synagogenmitglieder eine Ovation durch eine Mi scheberach bereitet. Als der Jubilar zur Thora gerufen wurde, trug der Cantor Herr Bernhard Krakauer einen von ihm verfaßten Mi scheberach vor. Herr Knöpfmacher, ein gewiegter Talmudist aus der alten Schule, hielt noch gegenwärtig an der hier bestehenden Schas Chewra talmudische Borträge, die von Geistesfrische und staunender Gedankenschärfe Zeugniß ablegen. Lemberg. (N e h e m i a s Landes.) Der am 12. Februar in Lemberg dahingeschiedene Jnspector der Baron Hirsch-Schule Nehemias Landes entstammte der berühmten Familie Landau. Jrrthümlich wurde sein Name im Matrikenbuche Landes statt Landau eingeschrieben. Sein Vater Juda Landau war ein angesehener Kaufmann. Sein Großvater Gedalie Landau war Lieferant für die österreichische Armee im französischen Kriege. Sein Onkel Koppel Jacob Landau war Rabbinats-Assessor nnd eine Capacität auf dem Gebiete des Talmuds. Jnspector Landes wurde im Jahre 1857 von seiner Heimatsstadt Bolechow als Lehrer der Polnischen Sprache in der dortigen israelitischen Communälschule, deren Leitung er auch bald übernahm, angestellt infolge seiner Verdienste, auf dem Gebiete der Pädagogik wurde er auch in den dortigen Cultusvorstande gewählt und wirkte eine Reihe von Jahren zum Wohle und Segen seiner Gemeinde. Er saß auch drei Jahre im Stadt- und Bezirksrathe und war Mitglied des Schulrathes. Im Jahre 1875 wurde Landes vom Bolechower Gemeinderathe zum „Politischen Bürgermeistertag" (ledz burmistrzöw), der in der galizischen Hauptstadt (Lemberg) tagte, entsendet. An diesem „Bürgermeistertage" nahmen blos drei Israeliten theil, und zwar Dr. Fruchtmann aus Stryj, Dr. Paul Goldhaber aus Brody uud Landes Bon dem im Jahre 1878 in Lemberg abgehaltenen galizischen Gemeindetage zur Regelung der jüdischen Verhältnisse wurde Landes als Mitglied des ständigen Ausschusses gewählt, welches Amt er auch bis zu seinem Ableben inne hatte. Im Jahre 1879 wurde er zum Director der sogenannten „Czacki-Schule" in Lemberg ernannt und bekleidete diesen Posten bis zum Jahre 1892. Als Landes infolge erwähnter Ernennung im Jahre 1879 sich auf seinen neuen Posten begab und Bolechow verließ, wurde ihm seitens der Bolechower Stadtgemeinde ein Ehrengeschenk dargebracht. In Lemberg erfreute sich Landes eines allgemeinen Ansehens. Die „Israelitische Allianz" in Wien bediente sich seiner Mitwirkung bei Gründung der „Allianzschulen" in Galizien. Als pädagogischer Schriftsteller schrieb er mehrere für die jüdische Schuljugend sehr nützliche Schulbücher. Im Jahre 1876 übertrug er ins Polnische das Buch „Der Talmud und sein Grundsatz", eine Erwiderung auf Rohlings „Talmud-Jude". Besonders zahlreich sind die veröffentlichten Arbeiten des Verblichenen in den Zeitschriften: „Allg. Ztg. d. Judenthums", „Oesterr. Wochenschrift", „Die Neuzeit", „Ben Chanania" (hebräisch), „Lemberger Israelit" (Organ des Vereines »3chomeir Israel*), „Ojezyzna" (polnisch), „Zgoda", „Gmina" (polnisch) rc. Vier Jahre hindurch war er der Herausgeber einer polnischen Zeitschrift „Jzraelita" in Lemberg. Im Jahre 1892 wurde Landes vom Curatorium der Baron Hirsch-Stiftung zum Jnspector der Stiftungsschulen in Galizien ernannt und sind seine Verdienste als solcher zur Genüge bekannt. Berlin, 8. Februar. Die „Com m m i s s i o n z u r B ek ämpfung der Wanderbettelei zur Organisation der Armenpflege, zur Begründung von Arbeitsnachweisen wie Arbeitsstätten" hielt am 2. d. M. im Bureau des „Deutsch-Israelitischen (tzemeindebundes" ihre erste Sitzung. Anwesend waren die Herren S. Frank- Leipzig, Ch. L. Hallgarten- Frankfurt a. Landgerichtsrath und Landtagsabgeordneter Peltasohn - Bromberg, Eugen R o s e n st i e l - Berlin, Singer- Magdeburg, ferner als Vertreter des D. I. G. B. die Herren Professor Dr. Philipps o n - Berlin und als Protokollführer Herr Dr. W. Neumann- Berlin; entschuldigt fehlten die Herren M. Adler- Berlin, Martin Simon- Berlin, Heinrich Cohn- Liegnitz und Leonh. E m an u e l - Köln. Herr Professor Philippson begrüßte die Erschienenen namens des D. I. G. B. und regte die Wahl eine- Vorsitzenden der Commission an, welche auf Herrn Rosenstiel siel. Dr. Neumann berichtete sodann über die vom D. I. G. B. seit dem Verbandstage in den vorliegenden Fragen entfaltete Thätigkeit: Separatabzüge des stenographischen Protokolls seien den interessirten staatlichen Behörden für jüdische Angelegenheiten, Gemeinden- und Armenverbänden, sowie den..Großgemeinden überreicht worden. Als Vertreter in die Commission seien bisher ernannt: vom D. I. G. B. Maurermeister M. Adler und E. Rosen stiel, vom Breslau-Liegnitzer Verband Heinrich Cohn-Liegnitz, vom Bromberger Verband Landgerichtsrath Peltasohn- Bromberg, vom Sächsischen Provinzialverband Singer-Magdeburg, vom Gemeindeverband Berlin Bankier Martin Simon, von dem zn

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