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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-02-17 · 7 (17.2.1899) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
7 (17.2.1899)
Date
1899-02-17
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 7 Vr. Vloch's Wochenschrift Sette 141 Liverpool. Hier ist zum Besten der „Hebrew CLarities“ ein großer orientalischer Bazar eröffnet worden, der eine Straße in Jerusalem vorstellt. Erfreulicherweise haben auch die Christen Jerusalems sich höchst entgegenkommend gezeigt und mehrere Damen der höchsten Aristokratie sind unter den Verkäuferinnen, während der Lord-Mayor in eigener Person der feierlichen Eröffnung präsidirte. Hoffentlich entspricht der Erfolg den großen aufgewendeten Mitteln. Bombay. Am 17. Jänner fand hier die feierliche Einweihung des neuen Schulgebäudes statt. Lord S a n d h o r st, der Gouverneur von Bombay, präsidirte der Feier und hielt die Hauptrede, in der er daraus hinwies, daß in der Sammelliste für die Schule auch nichtjüdische Namen reichlich und mit größeren Beträgen Vorkommen. Schuldirector Hathornthwite rühmte dann die Qualitäten der jüdischen Schüler, die sein College besuchten, und Henry Salomon dankte allen Freunden der Schule, besonders dem Gouverneur, auf das Herzlichste. Feuilleton. Mslkra Schwarzenkopf. Schauspiel in fünf Acten von G. d. Zapolska. Antorifirte Bearbeitung für die deutsche B ü h n e von S. R. Landau. Den Bühnen gegenüber M a n u s c r i p t. (Nachdruck verboten.) Dritter Nct. Dasselbe Zimmer, aber in sauberem Zustande. Nyfka ist weiß gekleidet, Jenta's Kinder tragen buntscheckige Anzüge. Jenta vollendet die Ankleidung ihrer Mutter. 1. Scene. Nyfka, Jenta, die Kinder, dann Schwarzenkopf. Jenta (singt): Heida, Heida, Manie, Tate, Der Tawel springt of a lvpate, Sich a schwarz' Juhr. Rühr' dich gar nicht, Mameleben, und sitz' schön und ruhig, denn Du siehst aus wie eine Fürstin oder Gräfin auf dem Thron. Treine, du schlechtes Kind, zerreiß' nicht das Kleid. (Man hört an die Thür klopfen.) Wer dort? Schwarzenkopf (festlichgekleidet): Darf man hinein? Jenta: Man kann, man kann schon. In einer Stunde sind die Mädchen da und es beginnt das Vorspiel. Ei, ei, wie schön sind Sie gekleidet, Schwarzenkopf! Ihr habt früher keinen solchen Seidenrock getragen. Schwarzenkopf: Ein schöner Seidenrock! Der alte Firulkes hat Wort gehalten, denn er ist ein ehrlicher Mensch und ein Wortsmann. Wo sind die Präsente? Jenta: Ich habe sie der Mutter in die Tasche gesteckt. Wir haben keinen Kasten und es könnte noch etwas verloren gehen. Schwarzenkopf: Aber später wird man doch müssen die Präsente zeigen. Jenta: Es sind so schöne, so herrliche Sachen. Eine Broche, Ohrgehänge und ein Ring mit einem grünen Stein, der mindestens sieben Rubel werth ist. Ich soll so gesund sein. Fräulein Malka kann damit zufrieden sein. Schwarzenkopf: Ich werde an ihr meine Freude erleben. Wo ist sie denn? Jenta: Ich weiß nicht. Sie war mißmuthig, kleidete sich an und ging fort. Schwarzenkopf. Das ist so eine jungfräuliche Scham. Sie trauert und sie freut sich, weil sie heiratet. Jenta: Ich möchte den Jojne schon sehen! Schwarzenkopf: Die Gabetis*) haben schon zweihundert Rubel für die Hochzeit gesammelt, denn mich haben unsere Juden sehr lieb, wenn *) Bezeichnung für fromme, wohlthätige Frauen. (Anm. d. Heb.) ich auch ein Hausirer bin. Jeder hat gerne etwas hergegebeu, damit ich die Malka an Jojne verheirate. Von den zweihundert Rubeln werde ich ihr nur hundert Rubel einschreiben lassen und davon wird Pake Rosenthal thre 5 Percent Schadchunes*) bekommen. Das Uebrige ist für die Hochzeit und für die Ausstattung. Jenta: Und jetzt gehen Sie schon, denn die Mädchen kommen bald tanzen. Wartet dann, bis der junge Herr mit den Nachbarn und dem Marschelik kommen werden. Schwarzenkopf: Schon gut, schon gut, ich komme zusammen her mit ihnen. Jenta: Gut! Schwarzenkopf (ab). 2. Scene: Nyfka, Jenta, dann Wiedenski und Moriz. Jenta: Ich muß die Lichter anzünden, denn es wird dunkel. Ei, ei, wie schön ist es hier, ich erinnere mich selbst an mein eigenes Vorspiel. Aber dieser lumpige Wicdenski, soll ihn der. (Man hört klopfen.) Wer hämmert denn draußen? Wer ist? Wiedens ki: Das bin ich, Kolumna! Jenta: Ei, ei, was sehe ich denn, Mowsze? Bist Du's, Mowsche?! J.tzt heißt Du Kolumna? So heißen doch Pfeiler und nicht Menschen. W i e d e n s k i (streng): Du bist ein dummes Weib. Ich kenne Dich nicht und habe Dich nie gekannt, verstehst Du? (Droht ihr mit dem Stock.) Wenn Du mir gleich nicht aufhörst mit dem Mowsze und mit der Einbildung, daß Du meine Verwandte bist, so rufe ich das Gericht uiii) lasse Dich in's Kriminal bringen. Jenta (entsetzt): Ich bitte vielmals den hochgnüdigen Herrn Mow . . . den Herrn um Entschuldigung; ich habe nur geglaubt, daß der hochgnädige Herr war einmal das Jüngel Mowsze, den wir haben genannt Tischebnf. . W i e d e n s k i (wüthend): Ich?! Tischebnf? Hat Jemand so was gehört. (Bergißt sich.) Jach Tischebnf? (Faßt sich und spricht französisch): Je vous ai dit, comprenez? Jenta: Ach wie schön hat der hochgnädige Herr jüdisch gesprochen 3. Scene. Vorige, Moriz. Moriz: Jst's erlaubt? (Tritt ein.) W i ed en s ki: Komm' herein! Jenta: Sie werden schon entschuldigen, aber jetzt ist Männern der Eintritt noch nicht gestattet, denn zuerst beginnt das Vorspiel und es tanzen nur die Mädchen, und dann kommt der Bräutigam mit seinen Freunden. Moriz: Deshalb bin ich hier, damit der Bräutigam nicht herkomme. Jenta: Entschuldigen Sie, mein Herr, warum soll denn der Jojne Firulkes nicht Herkommen? Moriz: Das ist schon meine Sache. Wo ist Fräulein Malka? Jenta: Sie ist fort. Moriz: Wann kommt sie zurück? Jenta: Sie wird schon zurückkommen. Moriz: Wann denn? Wiede nski: Zu ihr sprich gar nicht, sie ist eine Idiotin. *) Heiratsvermittlungsgebühr. (Anm. d. Ueb.)

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