Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-02-17 · 7 (17.2.1899) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
7 (17.2.1899)
Date
1899-02-17
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3021277-3021285--08598-3032985
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 7 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite I3S Vereinssaale einen musikalischen Vortragsabend unter Mitwirkung der Herren: Ignaz Brüll, Eduard Gärtner, Prof. D. Popper und S. Storch. Das ebenso interessante als reichhaltige Programm weist Compositionen von Mendelssohn, Meyerbeer, Moscheles und Rubinstein, dann von Brüll, Goldmark, Grünfeld, Popper und Schenker auf. Der allgemeine Kartenverkauf beginnt Montag, den 20. d. in der Musikalienhandlung von Alexander Rosä, I., Kärntnerring 11. Wien. Der israelitische Bethausverein „Brigittenau" veranstaltet Donnerstag, den 23. Februar 1899, im Festfaale des Hotel Continental, II., Taborstraße 4, zu Gunsten des Tempelbaufondes ein Elite-Kränzchen. Die Musik besorgt die Capelle des k. u. k. Infanterie-Regiments Freiherr von Hold Nr. 61. Tanz-Arrangement: Julius Singer. (Geldsendungen sind an den Obmann des Bethausvereines, Herrn Hermann Eltbogen, II., Rafaelgasse 12, zu richten. Wien. („O e st erreicht sch - Israelitische U n i o n.") Donnerstag, den 23. Februar 1899, Abends '/,8 Uhr. findet im Saale des Hotel Central, II., Taborstraße 8, 1. Stock, eine Vereinsversammlung statt. Tagesordnung: 1. Mittheilungen des Vorstandes. — 2. Bortrag des Herrn Redacteurs Siegfried Fleischer: „Die letzte Vertreibung der Juden ans Wien 1670". — 3. Bortrag jüdischer Dichtungen durch Herrn Raphael Faelberg. 4. Anträge und Interpellationen. Wien. In Dauba ist Frau Philippine Hahn, geborene Libitzky im Alter von 78 Jahren gestorben. Die Verblichene war die Mutter des verantwortlichen Redacteurs des „Neuen Wiener Tagblatt" Herrn Siegmund Hahn. Die Leiche wurde nach Münchcngrätz überführt, wo auch die Beerdigung erfolgte. Wien. (T r a n u n g.) Im großen Tempel in der Leopoldstadt fand Sonntag Mittags die Trauung des Fräulein Hedwig K l e b i n d e r, Tochter des Chefredacteurs Herrn Ferdinand K l e b i n d e r, mit Herrn Edmund P o r g e s," Redacteur des „Wiener Tagblatt", statt. Den Tranungsact vollzog Rabbiner Dr. Schmied! unter Assistenz des Obercantors G o l d st e i n. Der Tempel war in allen Räumen dicht gefüllt. Man sah unter den Anwesenden die Reichsrathsabgeordneten Hofrath K a r e i s und Constantin N o s k e, die Gemeinderäthe K. I. M n l l e r, H e l b i g, Dr. Alfred Ster n, Dr. Richard G o l d m a n n und T a g l e i ch t, das Vorstandsmitglied der Cultusgemeinde Dr. Spitzer, den Vicepräsidenten des Journalisten- und Schriftstellervereines „Concordia" Edgar von S p i e g e l, die Mitglieder des Ortschulrathes, fortschrittliche Mitglieder her Bezirksvertretungen im ersten und ztveiten Bezirke, viele Armenräthe, Directoren und Lehrer der Volks- und Bürgerschulen, Eommercialrath S t i a ß n y, die kaiserlichen Räthe Wilhelm nild Skibniewski, Nordwestbahninspector Enge l, die Redactenre und Administrationsbeamten des „Wiener Tagblatt" in corpore, sowie zahlreiche Bürger, Beamte, Advocaten, Schriftsteller und Journalisten. Wien. („Rudolfsbnnd.") Am 18. Februar veranstaltet dieser Verein in Sacher's Hotel Central, II., Taborstraße 9, eine geschlossene Masken-Redoute unter der Devise „Wien im Jahre 2000", welcher sehr gelungen zu werden verspricht. Zahlreiche Gruppenanmeldnngen liegen bereits vor. Die Musik besorgt die Capelle des k. u. k. Infanterie-Regimentes Nr. 61. Drei werthvolle Gold- und Silbergegenstände werden den schönsten Masken als Preise zuerkannt. Im Gemüthlichen ein beliebtes Quartett sammt Sängern. Gruppenanmeldungen nimmt der Obmann, Herr Armenrath Joses P o l l a k, II., Große Mohrengasse 23, entgegen, ebendort werden auch alle Auskünfte ertheilt. Am Abend gelangt auch das herrliche Vereinsbanner zur Aufstellung. Wien. Im Mädchenverein „Hadassa" beginnt mit Sonntag, den 19. d. M. eine Reihe von Vorträgen, die die Geschichte des Judenthums in chronologischer Folge behandeln und von den Mitgliedern des Vereines gehalten werden sollen. Diese Vorträge sind blos für die Mitglieder des Vereines bestimmt und werden mit den bisherigen öffentlichen Vorträgen abwechseln. Beitrittserklärungen nimmt entgegen die Schriftführerin Fräulein Amalie Gelbtuch, Hl., Matthäusgasse 9. Wien. Anläßlich der Einweihung der neuen türkischgriechischen Capelle in Wien fand bei Herrn Geheimrath Nicolaus Dumba ein Diner statt, an welchem der türkische Botschafter Mahmud Nedim Bey, neben der Geistlichkeit sowohl die Vorstände der türkisch-griechischen, als auch der türkisch-israelitischen Gemeinde theilnahmen. Wien. (C o n c e r t.) Am Montag gab die bereits rühmlich bekannte Pianistin Fräulein Gusti Meitner im Bösendorfer Saale ihr Concert; ganz allein, ohne alle Füllnummern Erledigte sie ein ungewöhnlich reichhaltiges Programm, wußte ihr Auditorium rasch für sich zu gewinnen und das einmal erweckte Interesse dauernd festzuhalten. Die hochbegabte junge Dame entwickelte eine Reihe der schätzbarsten musikalischen Eigenschaften : geläuterten Geschmack — geraden, unverkünstelten Sinn — bedeutende technische Fähigkeiten — stupendes Gedächtniß! — und schließlich eine für ein zartes junges Mädchen geradezu räthselhaste Wucht und Energie! Sie wurde Beethoven, — Scarlatti — Brahms — und Schumann, Allen in gleich vollkommener Weise gerecht und erhielt für ihre gediegenen Darbietungen den reichlich gespendeten Beifall einer entzückten Zuhörerschaft. Nach unserem Geschmack spielte sie am allerschönsten das Impromptu von Chopin in tis-äur, welches sie, dem poetisch-schwärmerischen Zuge des Tondichters völlig congenial, vollendet schön vortrug. Auch mit zwei hübschen Stückchen von — Gusti Meitner trat sie hervor. Die Componistin hätte sich wahrlich keine bessere Interpretin wünschen können. Es sprach sich ein recht liebenswürdiges Talent für zierliche pianistische Salonpi anterie in den Putzigen Gaben aus. — Frln. Meitner darf mit ihrem schönen Erfolge zufrieden sein, ebenso Professor Dorr mit seiner talentirten Schülerin, welche sich nur einzig und allein vor dem Uebertreiben der Tempi, dem Allzuraschspielen zu hüten hat. Das hängt aber wieder auf das Engste mit der bedeutenden Virtuosität zusammen, über welche die Künstlerin verfügt, andererseits mit dem Temperament und der edlen Begeisterung, mit welcher sie an alle ihre Aufgaben — auch an die schwierigsten — herantritt. H. S—r. Budapest. (Ungarische Hofräthe.) Reichstags- Abgeordneter Dr. Armin N e u m a n n und Dr. Gustav Schwarz, ord. Professor an d-r Pester Universität, sind zu ungarischen Hofräthen von Sr. Majestät ernannt worden. Diese Ehrung ist zugleich eine Ehrung für das ungarische Judenthum, da Herr Dr. Armin Neumann an allen jüdischen Institutionen, die bestimmt sind, die culturellen Interessen desselben zu fördern, regen Antheil nimmt, während Herr Prof. G. S ch w a r z der erste Jude ist, der, ohne den Glauben seiner Väter zu verleugnen, eine ordentliche Professur an der Pester Universität erhielt. Die Verdienste beider Männer sind bekannt genug, und hasten wir in unserem Blatte schon häufig genug dieselben beschrieben, so daß es einer weiteren Auseinandersetzung nicht mehr bedarf. Belovar, 12. Februar. (L e i ch e u b e g ä n g n i ß.) Am 8. d. M. ist hier Frau Jetti L i e b e r m a n n, Gattin des Gemeinderathes und Vorstehers der Chewra-Kadifcha, Herrn Albert L i e b e r m a n n, im 44. Lebensjahre nach schwerem Leiden gestorben. Das Leichenbegängniß der edlen Verblichenen gestaltete sich zu einer imposanten Trauerkundgebung der ganzen städtischen Bevölkerung. Im Trauerzuge bemerkte man den Obergespan Dr. Ritter v.Kuknljevic, ferner die Beamten des Gerichtshofes unter Führung des Präsidenten M a r k o v a c, die Bezirksbehörden und eine große Anzahl von Bürgern. Sie Alle waren erschienen, um ihrer Theilnahme an dem Verluste, den nicht nur die Familie der Verschiedenen, sondern die ganze Stadt erlitten, Ausdruck zu verleihen. Kein Auge blieb thränenleer, als Se. Ehrw. Herr Bezirksrabbiner S. D. Tauber in seinen Trauerreden im Haufe und auf dem Friedhose die zahlreichen Vorzüge der so früh vom Tode Ereilten schilderte. Frau Jetti Liebermann war durch 22 Jahre, seit der Gründung des hiesigen israelitischen Frauenvereines dessen Cassierin. Sie war eine Wohlthäterin im wahrsten Sinne des Wortes und spendete reichlich aus Eigenem, wenn die Mittel des Vereines größere Ausgaben für Unterstützungen von Armen nicht zuließen. Prag. (Ehrenmedaille für 40jährige Dienste.) Frau Elisabeth Perlitz, Geschäftsführerin der Futterwaarenabtheilung im Hause Joachim Wedeles' Sohn in Prag, wurde von Sr. Majestät mit der Ehrenmedaille für 40jährige treue Dienste ansgezeichnet. Lundenburg, 8. Februar 1899. Der aus Anlaß des 50jährigen Regierungsjubiläums Sr. Majestät des Kaisers am 2. December 1898 hier gegründete israelitische Frauen - Wohlthätigkeitsverein zählt bis heute 124 Mitglieder. Die Vereinsleitung besteht aus der Präsidentin Frau Regina Bauer, der Vicepräsidentin Frau Bertha Stein, der Cassierin Frau Adele Hecht, der Controlorin Frau Carola Groß und der Schriftführerin Frau Bertha S p i e g l e r, sowie aus den Beiräthinnen: Frau Betti G r ü n b a u m, Frau Marie E l s n e r, Frau Rosa Hoffman n, Frau Sofie Holländer, Frau Minna Schreiber und Frau Fanny Weigl. Als Beiräthe fungiren: Herr Cultusvorsteher Schreiber, Herr Rabbiner Dr. Groß und Herr Med. Dr. Bauer.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.