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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-02-10 · 6 (10.2.1899) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
6 (10.2.1899)
Date
1899-02-10
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 120 Vr. Bloch'« Wochenschrifl Nr. 6 giltig allgemein anerkannt wird. Hiemit schloß die schöne Feierlichkeit. Grulich. Fräulein Irma Gott lieb, Tochter des Repräsentanzmitgliedes der Landesjudenschaft in Böhmen und Vorstehers der israelitischen Cultusgemeinde „Senftenberg", Herrn Leopold Gottlieb in Grulich, hat sich mit Herrn Jacques K i c z a l e s, Privatbeamten in Brünn, verlobt. Krakau. Am 31. Jänner l. I. feierte der Director der Volksschule „Kasimirs des Großen", Herr Majer M u n k, das 40jährige Jubiläum seiner Lehrthätigkeit. Um 9 Uhr Früh fand im Tempel im Beisein eines andächtigen Publicums ein Dankgottesdienst statt, dessen Glanzpunkt eine schöne Predigt des Rabbiners Dr. Thon bildete. Dann versammelten -sich die Gäste im Schulgebäude am Kazimierz, wo eine erhebende Feier staitfand. Der Religionslehrer Herr Weinberg eröffnete die Feier mit einer Ansprache an die Anwesenden und einem herzlichen Glückwunsch an den Jubilar namens des engeren Lehrkörpers. Dann gratulirten je ein Schüler der Volks¬ und Abendschule. Namens der gesammten hiesigen Lehrerschaft hielt der Director der St. Florianschule, Herr Alexander P a j a k, eine längere Rede. Herr Dr. Klein, der an der Spitze einer Delegation der hiesigen Cultusgemeinde erschienen war, beglückwünschte den Jubilar im Namen der Cultusgemeinde. In formvollendeter Rede hob Herr Dr. F i s ch l e r namens des fortschrittlichen Tempelvereincs die Verdienste des Jubilars um die kulturelle Hebung der hiesigen Judenschast hervor, während Herr Dr. Lustgarten die Glückwünsche des „Vereines zur Unterstützung armer jüdischer Studenten", desien Ausschüsse Herr Director Munk seit 20 Jahren angehört, überbrachte. Zu Thränen gerührt, dankte der Jubilar Allen in kurzer Rede. An der Spitze des Jublläums-Comitäs stand der hiesige Katechet Peter Johann S w i e st n i c k i. Krakau. Herr Ed. I. Goldwasser, Director des Escompte- Vereines, wurde znm beeideten gerichtlichen Sachverständigen für das Buch- und Handelsfach bestellt. Budapest. (Neues Magnaten Hausmitglied.) Nach einer in wohlinformirten Kreisen circulirenden Version wird der Prediger der Pester israelitischen Cultusgemeinde Dr. Samuel Ko hu aus Anlaß der Vollendung der dreißigjährigen Wirksamkeit in seiner gegenwärtigen Stellung, in Würdigung der auf dem Gebiete der Humanität und der nationalen Bildung erworbenen Verdienste, zum Mitglied des Magnatenhauses ernannt werden. Effegg-Unterstadt. Wie Sie bereits in Ihrer geschätzten Wochenschrift berichteten, gedenkt unsere Cultusgemeinde im kommenden Frühjahr mit dem Bau eines Tempels zu beginnen. In Anbetracht dessen, daß das vorhandene Baucapital nicht ausreicht, wendete sich unser rühriger Vorstand in einem Gesuche an den Stadtmagistrat um Ertheilung eines Beitrages von 5000 Kronen und kostenlose Ueberlaffung eines entsprechenden Baugrundes. Von der in ähnlichen Fällen schon öfter und stets bewiesenen Generosität unseres Gemeinderathes und dessen verehrtem Oberhaupte ist auch diesmal zu erwarten, daß dieses Gesuch eine günstige Erledigung finden wird. Serajewo. Der Generalversammlung des Humanitären Vereins „Benevolentia" wohnte als Regierungsvertreter Official M a n d i c bei. Auf der Tagesordnung stand die Wahl der Bereinsleitung; als Präses wurde wieder Herr Salvator D. S a l o m gewählt. Ihm wurde auch gleichzeitig für die besonderen Verdienste, die er sich um die „Benevolentia" erworben, die Ehrenmitgliedschaft des Vereines verliehen. Weiters wurden in die Vereinsleitung nachstehende Herren gewählt: Abram I. Papo, Rafael M. Attias, Äser A l k a l a y, Bernardo P i n t o, Leon D. L e v i, Josef S. F i n z i, Joses Z. D a n o n, Abram S. L e v i, Josef M. Israel und Abram M. A l t a r a c. Berlin. Die Gründung eines Heimes für die j ü d i s ch e I u g e n d ist in Aussicht genommen. Rabbiner Dr. Meyer Hildesheimer wies neulich in einem Referat über den Gegenstand darauf hin, wie die verderblichen Einflüsse der Großstadt im ungünstigsten Sinne auf die jüdische. Jugend einwirken, indem sie an Stelle der Sittlichkeit Leichtsinn und Genußsucht setzen. Das neu zu schaffende Heim solle dem jungen Manne die Gelegenheit bieten, sein Wissen zu vervollkommnen, sowohl das allgemeine Wissen als auch das Studium in allen, das Judenthum betreffenden Dingen. Außerdem soll die Pflege der Geselligkeit angestrebt werden, namentlich durch den Verkehr mit älteren Glaubensgenossen. Die erforderlichen Geldmittel hofft man durch freiwillige Beiträge aufbringen zu können. Berlin, 27. Jänner. (Auszeichnunge n.) Herr Dr. Ferdinand Blume nthal, erster Affistent des Herrn Geheimraths v. Leyden, hat die Auszeichnung erfahren, daß eine von ihm verfaßte Arbeit über Eiweißzersetzung von Bouchard in der Akademie der Wissenschaften zu Paris zur Vorlesung und im Jännerheft der Rechenschaftsberichte vollständig zum Abdruck gebracht worden ist. Der junge Gelehrte ist ein Sohn des Herrn Geheimen Sanitätsraths Dr. I. Blume nthal. — Anläßlich des Geburtstages des Kaisers haben die Herren Geh. Sanitätsrath Dr. Boa s-Berlin und Rechtsanwalt Dr. Felix Landau- Berlin das Rothe K r'e u z HI. Classe erhalten. — Die Herren Dr. M. Marcus und Dr. Th. Lippm a n n sind zu Sanitätsräthen ernannt worden. Feuilleton. Malka Schwarzenkops. Schauspiel in fünf Acten von G. v. Zaxolska. Antorisirte Bearbeitung für die deutsche Bühne von S. R. Landau. Den Bühnen gegenüber M a n u s c r i P t. (Nachdruck verboten.) 7. Scene. Nyfka, die Kinder, Malka. Malka: Soll das möglich sein, was Sie mir erzählt hat? Sollte man mich verheiraten wollen? Mich? Wäre die väterliche Gewalt so schrankenlos? Das ist unmöglich! Ich Hab' doch einen eigenen Willen und ich kann sagen: Ich will nicht! Welches Elend! Welches schreckliche moralische Elend! I e n t a (ist zurückgekehrt, schüttet vom Topf ein wenig Milch in ein Glas ab und gibt es der Malka): Trinken Sie doch, Fräulein Malka! Fräulein Malka hat seit heute Früh nichts gegessen. Malka (weinend): Ich danke, meine liebe Jenta. I e n t a: Weinen Sie nicht, denn es wird mir schlecht zu Mnthe, wenn ich Thränen sehe. Auch ich habe geweint, als mich mein Schuft von einem Mann verlassen hat und nach Amerika ausgcwandert ist. Aber es gibt in der Welt mehr Leid als Freud'. Ei, ei! (Hinter den Coulissen ertönt ein leiser Gesang jüdischer Knaben.) Hört, wie schön die Kinder im Cheider zu singen wissen. 8. S c e n e. Vorige, Jakob Löwy. Jakob: Ist Fräulein Schwarzenkops zu Hause? Jenta: Fräulein Malka sitzt dort in ihrem Winkel. Gehen Sie nur zu ihr hin, sie ist mißgestimmt und weint. Es war gut von Ihnen, daß Sie gekommen sind. Jakob: Es schneit draußen entsetzlich. Ich wäre schon zeitlicher da, aber ich konnte keinen Schlitten finden. Jenta: Wie geht es denn Ihrer Frau Mutter und Ihrem Vater? Und dem Fräulein Flora? Ich habe sie heute gesehen, denn ich war bei der Familie Schramme in Geschäften. Ein sehr liebes Fräulein. Wann ist die Hochzeit? Jako b: Ich weiß es nicht, Frau Jenta. (Zn Malka): Guten Abend, Fräulein Malka! Malka (sehr erfreut): Das sind Sie, Herr Jakob! Jakob: Haben Sie mich erwartet? Malka: Wollen Sie, daß ich aufrichtig sein soll? Dann ja. Jakob: Und waren Sie sicher, daß ich kommen werde? Malka: Ganz sicher.

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