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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-02-10 · 6 (10.2.1899) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
6 (10.2.1899)
Date
1899-02-10
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 116 Dr. Bloch's Wochenschrift Wi:. 6 des Damen-Comitcs getanzte Gavotte wurde exact ausgeführt und fand stürmischen Beifall. Das Tanzarrangement leitete Prof. Singer von der Hofoper. Den besonderen Dank des Vereines erwarb sich' Herr S. Schein, welcher zur Decoration des Saales eine große Collection herrlicher Teppiche unentgeltlich beistellte. Das Ballcomitä war gebildet aus den Vorstandsdamen Frau Sofie Grünfeld, Präsidentin, Frau Julie Fialla, Vicepräsidentin, Frau Antonie Graf, Schriftführerin. Frau Adele Friedmann, Frau Jenny Schnabl, Frau Ortsfchulrath Strauß, Fräulein Caroline Schneider, Delegirte des Mädchen- Comites, und den Herren: Baurath Th. R. v. Goldschmidt. Obmann, Dr. Alfred Mittler, Obmann-Stellvertreter, Dr. Adolf Grünbaum, Schriftführer, Wilhelm Freyberg und Gustav Frankl, Cassiere, Ernst Adler, Erwin Fialla, Dr. Wilhelm Fejer, Armin Friedmann, Stadtbaumeister Edmund Melcher, Fabriksbesitzer Jg. Simon, Redactenr Sigm. Skrein, Fritz Spitzer und Ortsfchulrath Leopold Strauß. Für die edlen Zwecke des Vereines wurde durch das Fest ein ansehnlicher Betrag erzielt. Bemerkenswerth sind die Leistungen des Vereines, wie sie in beredter Weise durch nachstehende Tabelle zum Ausdruck kommen: Im Jahre 1892 45 Pfleglinge Kosten fl. 1711'78 „ ., 1893 188' . „ „ „ 4688-43 „ „ 1894 231 „ „ „ 5729-92 „ „ 1895 328 „ ., „ 8513-42 „ „ 1896 340 „ „ „ 8303-37 „ ., 1897 388 „ „ „ 9762-68 „ „ 1898 403 „ „ ca. 10.000'— Prag. (F e st v e r s a m m l u n g der Repräsentanz der Lan desjud e nscha ft.) Am3. d. M. fand im großen Saale der Producenlenbörse eine von der Repräsentanz der Landesjudenschaft des Königreiches Böhmen zu Ehren ihres Obmannes Herrn Dr. Moriz L i ch t e n st e r n, Advocaten in Prag, veranstaltete Festversammlung statt. Es galt, das 25jährige Jubiläum des Herrn Dr. Lichtenstern als Präsidenten zu feiern und ihn anläßlich der Verleihung des Ritterkreuzes des Franz Josef- Ordens zu beglückwünschen. Der Saal war festlich decorirt; auf einer Estrade erhob sich von Palmen umgeben die Büste des Kaisers. Zur Versammlung erschienen Abordnungen der meisten der 197 Cultusgemeinden Böhmens, sowie eine große Zahl von Honoratioren. Zwei der ältesten Mitglieder der Repräsentanz holten den Jubilar aus seiner Wohnung ab. Der Obmann-Stellvertreter Herr Dr. Emanuel Kraus, Advocat in Münchengrätz, begrüßte die Versammlung und hielt eine schwungvolle Rede, in welcher er die unvergänglichen Verdienste des Obmannes Herrn Dr. Lichtenstern hervorhob, die sich dieser durch mehr als 25 Jahre, und zwar durch 6 Jahre als Obmann-Stellvertreter und durch mehr als 19 Jahre als Obmann der Repräsentanz der Ländesjudenschaft erwarb, Verdienste, die ihm ein bleibendes Denkmal im Herzen aller Israeliten, insbesondere der betreffenden Cultusgemeinden sichern. Er wies insbesondere auf seine Mitwirkung für das Zustandekommen der isr. theologischen Lehranstalt in Wien, in dessen Curatorium er auf lebenslang gewählt wurde, ferner auf seine Thätigkeit auf dem Gebiete des Waisenwesens und im Interesse des Pensionsvereines der isr. Lehrer hin. Mit dem Wunsche, daß es der Repräsentanz gegönnt sein möge, noch ungezählte Jahre sich der Führerschaft ihres ausgezeichneten Obmannes zu erfreuen und mit einem herzlichen Glückwunsch zu der dem Jubilar verliehenen allerhöchsten Decoration schloß der Redner seine Ansprache. Hierauf executirte ein achtstimmiger Männerchor unter Begleitung von 5 Bläsern einen Festchoral. Sodann hielt der Feldprediger und Rabbiner Herr Dr. Alexander Kisch eine Ansprache an den Jubilar, in welcher er die unvergänglichen Verdienste hervorhob, welche sich derselbe besonders um das Zustandekommen der Kaiser Franz Josef- Lehrer-Jubiläumsstiftung erworben, und die trefflichen Charaktereigenschaften des Jubilars pries. Tiefergriffen dankte der Jubilar und betonte, daß er sich als Präsident stets vor Allem zur Arbeit verpflichtet fühlte. Er constatirte, daß unter seiner Amtsthätigkeit an 2700 Stistungspräbenden an Waisenknaben und 226 an Waisenmädchen vertheilt wurden, die einen Aufwand von mehr als 200.000 fl. erheischten, daß die Zahl der Stiftlinge der Kaiser Franz Josef-Jnvalidenstiftung von 4 auf 13 gestiegen sei, daß er die Institution der Gewerbestipendisten, die sich einem schweren Handwerk widmen, sowie die Mädchen-Waisenstiftung mitgeschaffen, daß ihm insbesondere die Versorgmrg der invalid gewordenen Lehrer, deren Witwen und Waisen am Herzen gelegen sei, und daß diese Stiftung bereits ein Vermögen von 116.000 fl aufweise. Hieraus dankte der Jubilar den einzelnen Ausschüssen, den Obmännern, gedachte der unter seiner Präsidentenschaft verstorbenen 12 Rcpräsentanzmitglieder, constatirte, daß es ihn mit Stolz erfülle, daß in der Körperschaft kein Nationalitätenstreit bestehe und daß sich alle Mitglieder in dem einzigen Wunsche einen: nur Gutes und Edles zu stiften. Der Jubilar schloß mit einer patriotischen Ansprache, in welcher er die Loyalität der Israeliten Böhmens documentirte, und den Segen Gottes auf das geheiligte Leben des Kaisers Franz Josef I. herabflehte. Nachdem die Bolkshymne gesungen war, ergriff der Oberrabbiner Herr Dr. Ehrenfeld das Wort und beglückwünschte die Repräsentanz zu ihrem ausgezeichneten Obmanne. Mit dem Chor „Die Ehre Gottes" von Beethoven schloß die würdige und herzliche Festfeier, worauf die Beglückwünschung des Jubilars durch die Abgesandten, Corporationen und die erschienenen Festgäste erfolgte. Von den Cultusgemeinden. die nicht vertreten waren, langten 65 Telegramme und Zuschriften ein. Brünn. (I s r a e l i t i s ch e C u l t u s g e m e i n d e.) Am 25. v. M. versammelte sich der Vorstand der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde zu einer außerordentlichen Sitzung, um das Andenken des plötzlich aus dem Leben geschiedenen Mitgliedes Herrn Bernhard M o r g e n st e r n zu ehren. Der Vorsitzende kais. Rath Herr E p l e r eröffnete die Sitzung, indem er in bewegten Worten den Charakter und das Wirken des Verblichenen schilderte, der durch länger als 18 Jahre dieser Körperschaft und dem mährisch-jüdischen Waisen-Hilfsvereine angehörte und sich durch seine unerschöpfliche Mildthätigkeit um die leidende Menschheit unvergängliche Verdienste erworben habe. Sein Wohlthun war ein freudiges, dabei stilles und anspruchsloses, das nicht auf Dank und äußere Anerkennung berechnet war. Es gab keine mildthätige Einrichtung, keine humanitäre Anstalt hier und auch außerhalb Brünns, zu der er nicht reichliche Beiträge geleistet, mib die Armen und Verlassenen, für die seine milde Hand stets offen war, sind unzählbar. Deshalb genoß er mit Recht ein hohes Ansehen in weiten Kreisen und Alles freute sich der allerhöchsten Anerkennung, die sein edles Wirken kürzlich gefunden. Die Versammlung, welche diesen Nachruf stehend angehört hatte, beschloß denselben zu Protokoll zu nehmen, die Todesnachricht mittelst Parte zu veröffentlichen, sich an dem Leichenbegängnisse tu corpore zu betheiligen und an die Witwe des Verewigten ein herzliches Beileidschreiben im Namen des Vorstandes zu richten. Nachdem diese Beschlüsse mit Einhelligkeit gefaßt worden waren, wurde die Sitzung geschlossen. Brünn. (Das T e st a m e n t.) Am 25. v. M. wurde beim Bezirksgerichte Brünn das Testament des verstorbenen Großindustriellen Herrn Bernhard Morgenstern eröffnet. Man hatte wohl erwartet, daß Morgenstern zahlreiche Legate für humanitäre Vereine und Institute bestimmen und auch Wohlthätigkeitsstiftungen errichten werde. Diese Erwartungen wurden jedoch noch weit übertroffen durch die diesbezüglichen testamentarischen Verfügungen. Herr Bernhard Morgenstern ist dem Zuge seines edlen Herzens gefolgt, indem er dieses Testament niederschrieb. Es ist das Vermächtniß eines wahren Menschenfreundes und der Verblichene hat sich damit das schönste Denkmal gesetzt, das überhaupt ein Mensch sich setzen kann, ein Denkmal, dauernder als Erz, denn er hat für alle Zeit seinen Namen mit dankbarer Erinnerung verbunden. Herr Morgenstern, der bei Lebzeiten, oft im Stillen, so viel Noth gelindert und Thränen getrocknet hat, war darauf bedacht, daß auch nach seinem Tode humanitäre Vereine und Institute in die Lage gesetzt werden, in seinem Sinne fortzuwirken. Wie uns versichert wird, soll Herr Bernhard Morgenstern jährlich durchschnittlich 20.000 fl. für wohlthätige Zwecke verausgabt haben. Die von ihm testamentarisch errichteten Legate und Stiftungen für verschiedene Anstalten ohne Unterschied der Confession erreichen die Höhe von 360.000 fl. Das Testament wurde vom Herrn Landesgerichtsrath Dr. S w o b o d a im Beisein des Universalerben Herrn Ajjbert M o r g e n st e r n, des Matzfabrikanten S. Schindler und des Testamentsvollstreckers Herrn Doctvr Ehrlich kundgemacht. Das Testament ist vom Verstorbenen eigenhändig geschrieben und vom 22. Jänner 1898 datirt. Die im Testamente errichteten Legate und Stiftungen sind vom Universalerben gebührenfrei an die Legatare und Stiftungsbehörden auszuzahlen. Für nur jüdische Institutionen bestimmt das Testament folgende Legate: Der „Haskara Maskir Neschomos" in Brünn und Lundenburg je 1000 fl. Der „Haskara

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