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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-02-10 · 6 (10.2.1899) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
6 (10.2.1899)
Date
1899-02-10
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr 6. Vr. VloÄ'» Wochrnschnst Seite 1l5 Einflüsterungen unzugänglich war. Aber seine große Begabung und sein rastloser Fleiß, der für ihn auch eine dauernde Schwächung der Sehkraft nach sich zog, verschafften ihm schließlich die Anerkennung der obersten Justizverwaltung und er wurde vom Grafen S ch ö n b o r n als erster Jude zum Nathssecretär wie auch später zum Landesgerichtsrath ernannt. W'r wollen hoffen, daß das Justizmillisterium auch fernerhin verdienten jüdischen Richtern die Anerkennung nicht versagen und ihnen stets die ihrem Talente und ihren Erfahrungen entsprechende Stellung einräumen wird. Bemerkt sei noch, daß ein Bruder des neueruannten Appellationsrathes bei der hiesigen Skatthalterei- Expositur die Würde eines Baurathes bekleidet. Wien. (L e o p old st ä d t e r Franeu-Woblthätigk e i t s - V e r e i n.) Im Sitzungssaale der israelitischen Cnltnsgemeinde hielt Sonntag, den 5. d. M. der Leopoldstädtcr Frauen- Wohlthätigkeits-Verein seine dritte ordentliche Generalversammlung ab, welche sich einer außerordentlich zahlreichen Betheiligung seitens der Mitglieder erfreute. Die Präsidentin, Frau kaiserl. Rath Dr. S. Kohn, eröffnet die Sitzung, indem sie in herzlicher Weise dem Borstande der israelitischen Cultusgemeinde für das dem Vereine stets entgegengebrachte Wohlwollen dankt, welches sich neuerlich in der Bereitwilligkeit kundgab, mit welcher demselben der Sitzungssaal des löblichen Cultusvorstandes zur Abhaltung der Generalversammlung zur Berfügung gestellt wurde. In pietätvollen Worten gedenkt sodann die Präsidentin der dahingeschiedenen Kaiserin, deren Angedenken auch in der Mitte des Vereines zu ehren, der von demselben gegründete Mädchenhvrt mit allerhöchster Genehmigung den Namen „Kaiserin Elisabeth- Hort" führe. Der warme Nachruf wird von der Versammlung stehend angehört. In Vertretung der israelitischen Cultnsgemeinde begrüßt Herr Dr. Alfred Berger die Versammlung. Redner weist darauf hin, daß durch die Gründung des Leopoldstädter Frauen - Wohlthätigkrits - Vereines ein dringendes Bedürfniß befriedigt wurde in einem Bezirke, in welchem gerade das größte Elend unter den jüdischen Armen herrsche. Darum sei auch stets die Cultusgemeinde dem wahrhaft Humanitären Wirken des jungen Vereines in jeder Weise entgegengekommen, und werde auch seiner ferneren Entwicklung mit Interesse folgen und dieselbe nach Kräften unterstützen. Zum ersten Punkt der Tagesordnung: „Rechenschaftsbericht" ertheilt die Präsidentin der Schriftführerin des Vereines, Frau Dr. Lina Weiß, das Wort, welche den von ihr verfaßten Jahresbericht zur Verlesung bringt. Demselben entnehmen wir, daß im verflossenen Vereinsjahre fl. 45S3-87 als Unterstützung an Witwen und Wöchnerinnen verausgabt wurden. Zu den bedeutendsten Spenden zählt die eines ungenannt sein wollenden Wohlthäters von fl. 1000, je eine Spende von Herren Albert Freiherru v. Rothschild und Philipp Thorsch per fl. 200. Ihren besonderen Dank spricht die Bereinsleitung in ihrem Jahresberichte der löblichen Cultusgemeinde aus für eine Subvention von fl. 30. der Tagespresse, sowie dem Herausgeber der „Oesterreichischen Wochenschrift", Herrn Dr. I. S. Bloch, dem Reichsrathsabgeordneten Herrn Hofrath Kareis, welcher sich in liebenswürdiger Weise an die Spitze des Akademie-Comitss gestellt habe. Der Bericht bespricht sodann die feierliche Eröffnung des Lehrmädchenhortes, welche am 19 Novemb.r v. I. unter Mitwirkung Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners Dr. Schmied! und des Herrn Obercantor Goldstein in Anwesenheit zahlreicher Mitglieder und Ehrengäste stattfand. Hierauf erstattet die Cassierin, Frau Charlotte Kisch, den Cassabericht. Derselbe weist u. A. folgende Ziffern aus: Jahresbeiträge der Mitglieder fl. 3182, Spenden fl. 2097'17, Ertrag der Akademie fl. 2000, Ertrag der Sammelblocke fl. 77"10. Das Reinvermögen des Vereines per 31. December 1898 betrug fl. 6617-01. Sensation erregte in der Versammlung die Mittheilung der Präsidentin, daß die edle Philanthropin Frau Baronin Clara v. Hirsch-Gereuth vor wenigen Tagen fl. 3000 dem Lehrmädchenhort gespendet, und das löbliche Curatorium der Baron Hirsch- Stiftung in Wien demselben eine Subvention jährlicher fl. 2400 bewilligt habe. Ueber Antrag des Beirathes des Vereines, Herrn Dr. Arnold Ascher, wird einstimmig beschlossen, 'der großen Wohlthäterin auf telegraphischem Wege den Dank der Generalversammlung nach Paris zu entbieten. Nachdem sowohl der Rechenschaftsals auch der Caffebericht von der Versammlung genehmigt wurden, wird nach Berichterstattung der Revisorin, Frau Marie Redlich, dem Ausschüsse das Absolutorium ertheilt. Zum vierten Punkte der Tagesordnung, Neuwahlen des Auss^uss'.'s, nimmt Herr Dr. I. S. Bloch das Wort. Redner entwickelt ein Bild der aufopfernden Haarigkeit der Vereinsleitnng, N 'stch ' in kur Zeit Den H -opolastäDchil-eu-Wvh'- ihärigkeits ... rin zn emei m der grötz' en Feanenvw^ine der Stadt gemacht b -De, UND sch iliefn t sein' Ansf ührnngeu mm Der Bitte, die Versamml nag möge Dem Ansschnffe ihren Dank in der W.-lse brzeua/n, Das > 5 s-' Den) Iben mit Acelamatiou nü --demoahle. '' 'Nn! amek;r erg'.i elft die Präs!De!!uin Frau kaiserli cher Rath Dr. S. K!j)bn Das Work. Sie dankt im Namen des ech iorftaudes, sowie im eiaer :en für die Wiederwahl!, in welcher der g'-sammte Ausschuß die ihn ehr ende Anerkennung seines Wirken s erblicke. R-'dnerin brR den Umstana hervor, daß keine llnrerstützung jemals ohne die gewissenhafteste persönliche Recherche verabfolgt wurde und dankt bei dieser Gelegen beit den Damen des Vorstandes, welche si.h stets bereitwilligst den Mühen und Unannehmlichkeiten des Recherchirens unterzogen. Schließlich entwickelt die Präfideulin ihr künftiges Programm, demzufolge sie in der momentanen Unterstützung vo t Witwen, Waisen und Wöchnerinnen, sowie mit den regelmäßigen, monatlichen Pfründen au gebrechliche arbeitsunfähige Greisinnen wie vis der fortfahren will, gleichzeitig aber den Schwerpunkt ihrer Thätigkeit aur die präventive Hilfe zu legen gedenkt. Zum Punkte „Anträge" erhält Herr Dr. Bloch das Wort. Derselbe beantragt, die Buchführung und Casfegebabrung des Vereines von jener des Hortes zu trennen. Es wird jedoch hierüder kein definitiver Beschluß gefaßt, sondern ein solcher der Erwägung einer Borstaudssitzung überlassen. Nachdem Nieuiand mehr das Wart wünscht, schließt die Präsidentin die Versammlung, indem sie dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck gibt, daß das Wohlwollen der Milglteder, Gönner und Förderer im Interesse der humaneu Sache dem Vereine auch fernerhin bewahrt bleibe. Wien. (Vortragsabend. Im Fest'aale des Ingenieur- und Architekteu-Vereiues verunstalote r.e „Goel!schüft für Sammlung und Conserviruug von Kunst- und yistorischen Denkmälern des Judenthums" am 1. d. Bk. einen ihrer so beliebten Vortragsabende, bei welchen, der Sce-pw-' rer Bibliothek der Cultusgemeinde, Herr Dr. Bernhard M ü n über „eine völkerpsychologische Betrachtung des Judenrhums" svrach. Tie überaus sachlich gehaltenen Aussührungen, weiche Herr Tr. M ü n z zum Ausdrucke brachte, veraulaßte das der Eure an gehörende, sehr zahlreich erschienene Publicum zu lebha.sc.m Beifall, der namentlich nach Beendigung der so mteressanteu Vorlesung dem Vortragenden zutheil wurde. Unter den Arnvefenden waren zn bemerken: Reichsraths Abgeordneter Hofrath Kareis, Gemeinoerath C. Bk. Bt a \) e r, der Vireprase-? Der CnltusgeineinDe Dr. Alfred S r c r n mir den Vorstandsmitgliedern Dr. G r ü n f e l d, Arthur Esten von M i s e s -und Director David S im o n, die Cnratoren der Gesellschaft, Barlrath Wilhelm S t i a ß n y, Oberrabbiner Dr. M. G ü d e m a n n. Abr. Ep st ei n, die Maler H o r o w i tz und .si a u s m a n u. Pros. Tr. Adam Politzer und Oberbaurat'a Hafenvau-Director Sigmund Taussig, der englische Botschastsraplan Rev. William H. Hechler, Obercantor Singer, die Rabbiner Dr. Bardowicz, L ö w y, S o r und Dr. U u g e r l e i d e r, Tr. F r a i^k l-G r ü n, Neligionsschul-Jnspector Prof. Dr. Moriz K a n i tz, iL-chriftsteller Em. Baumgarten, der Herausgeber der „Oesterreichischen Wochenschrift" Dr. I. S. B l o ch, der Vorsteher der israelitischen Armenanstalt Josef Jelinek, Recitator M. F a e l b e r g, Cantor Blatt, die Commercialräthe Fluß und Eisenberger, Director Brunner vom Taubstummeninstitut, Juspector En ge l von der Nordwestbahn, Regimentsarzt Dr. Kapper, viele Damen. Der Vortrag erscheint im Jahrbuche der Gesellschaft. Wien. ,(Fe r i e u h e t m - B a l lst Der Verein „Ferienheim". welcher zur theiliveisen Ausbringung Der Mittel für seine Vereinszwecke vom ersten Jahre seines Bestandes an alljährlich eine zn den glanzvollsten Festen der Saison zählende Akademie veranstaltete, hat es Heuer unternommen, seine zahlreichen Freunde und Gönner zic einem Tanzabend enizniaden, welcher der Anziehungskraft eines interessanren, von hervorragenden Kuustkräfleu getragenen Programmes entOcbret! io'lte, und wir constatiren mit großem Vergnügen, daß der Vmach geglückt ist. Das Fest, welches am 2. d. Nt. in den vrächtig decorrrten Sofiensälen stattfand, war ausgezeichnet besucht und nahm einen ungemein animirten Verstau. Euie von 28 jungen Mitgliedern

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