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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-02-03 · 5 (3.2.1899) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
5 (3.2.1899)
Date
1899-02-03
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Sette 102 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 8 Zinsen auf das Vereinshaus grundbücherlich sichergestellt. Die Zinsen dieses Betrages, welche jährlich vom Zlabingser Armen- und Kranken-Unterstützungsvereine ausbezahlt werden, hat Herr Stukhart nachstehenden Vereinen, bei denen er lebenslange liches Mitglied sein und nach seinem Tode fortleben will, zugewiesen : Zlablings: Freitischverein, Prag: Centralverein und Kreuzerverein, Wien: Israelitische Allianz und Oesterreichisck- Jsraelitische Union. Godek (bei Lemberg). sW ah l des C u l t u s präs i d e n t e n.j Bei der am 20. d. M. stattgefundenen Wahl ging der hier allgemein geachtete Kaufmann und Director eines verzweigten Spar- und Creditinstitutes, Herr Eisig Raab, als Cultuspräsident hervor. Das Resultat dieser Wahl hat allgemeine Befriedigung gefunden. Die israelitische Bevölkerung veranstaltete anläßlich des Ausfalles der Wahl ein Festessen. Die Persönlichkeit des Gewählten bietet die beste Garantie für das Gedeihen und Aufblühen der Cultusgemeinde, und sein bisheriges Wirken in zahlreichen Ehrenstellungen gibt ein beredtes Zeugniß. Kornerrbirrg. Der in einem Wiener Sanatorium verstorbene Obmann des hiesigen Bethaus-Vereins, Herr Johann Lederer, wurde Mittwoch in allen Ehren auf dem Wiener israel. Central-Friedhofe bestattet. Die Mitglieder der Floridsdorfer Cultusgemeinde und des Korneuburger Minjen-Vereines waren zahlreich vertreten. — Im Namen der Floridsdvrfer Gemeinde sprach nach der Function des Herrn Cantor Blatt Herr Bezirksrabbiner Dr. Rosenmann, indem er die bleibenden Verdienste und Opferwilligkeit dieses ältesten Vorstehers des Vereines gebührend würdigte, und Herr Rabbiner Dr. Bach richtete Worte des Trostes an die gebeugte Familie. Neuhäusel. Der während des Eisenbahn-Zusammenstoß's verletzte Carl Goldstein aus Wien wurde im hiesigen Spitale von Herr Rabbiner Richter getraut, welcher die treue Theilnahme der Braut — ein Frl. Wiener aus Wien — und ihre Opferwilligkeit rühmte. Berlin. Am 9. Jänner 1899 fand in den Räumen der Kochschule Gormannstr. 3. nach vollendetem ersten Cursus eine Ausstellung der Schülerinnenarbeiten statt. Auf dem Gebiete der Kochkunst und der weiblichen Hand-Arbeiten wurde von den Schülerinnen Außerordentliches geleistet, was von den zahlreichen Besuchern auch anerkennend bemerkt wurde. Die Theilnahme für diese Institution zeigte sich lebhaft in den verschiedensten Gesellschaftskreisen Berlins. So bemerkten wir Ihre Durchlaucht Prinzessin zu Hohenlohe, Tochter des Reichskanzlers, in Begleitung der Frau Oberst v. d. Knesebeck, Frau Provincial-Steuer- Director, Geh. Räthin v. Schmidt, Frau Gräfin v. Zedlitz, Frau Baronin v. Puttkammer und mehrere andere hohe Persönlichkeiten. Die ausgestellten Speisen sind ohne Ausnahme am selben Tage von den Besuchern käuflich erworben worden und konnten viele Wünsche nur durch Nachlieferung erfüllt werden. Feuilleton. Malka Schwarzenkopf. *) Schauspiel in fünf Acten von G. v. Zapolska. Antorisirte Bearbeitung für die deutsche Bühne von S. N. Landau. Ten Bühnen gegenüber M a n n s c r i p t. (Nachdruck verboten.) 4. Scene. Vorige. Wiedenski. Wiede nski (ohne den Hut abzulegen): Wohnt hier Schwarzenkopf? Malka: Jawohl. Er ist aber nicht zu Hause. Was wünschen Sie denn? Wie d en s ki: Sind Sie das Fräulein Schwarzenkopf? *) Im letzten Feuilleton wurde auf Seite 83, 1. Spalte, 27. Zeile durch einen Druckfehler das Wort Schwarzenkopf' eingeschoben. Dasselbe ist überflüssig mid wird der folgende Satz „Und Malte" k. wie es auch auch sinngemäß ist, von Pake gesprochen. Tie Nedactiou. Malta: Jawohl. Was führt Sie denn zu uns her? W i e d e n s k i: Ich bin zu Ihnen, lediglich zu Ihnen gekommen. Ist Ihr Vater fort? Malka: Ich glaube, daß Sie sich schon darüber ganz genau informirt haben. Wenn ich mich nicht täusche, so habe ich Sie schon wo gesehen. Ich habe schon oft bemerkt, daß Sie sich in unserer Gasse herumtreiben. Wenn mich auch übrigens mein Gedächtniß nicht irreführt, so habe ich Sie bei Herrn Silberzweig in einer gemüthlichen Gesellschaft gesehen, die mich fo verhöhnte, als ich dort Schutz suchte. W i e d e n s k i: Vielleicht möchten Sie vorerst diese Kanne wegstellen und den Ton einer beleidigten Prinzessin aufgeben, der Ihnen gar nicht zu Gesichte steht. Wir wollen uns ruhig miteinander unterhalten, wie zwei wohlerzogene Menschen, die unter Umständen ein gutes Geschäft abschließen können. Malka: Es ist mir gar nicht begreiflich, was für Geschäfte wir miteinander haben könnten. Was die Kanne betrifft, auf die Sie so ironisch anspielen, so merken Sie sich, daß ich darin für eine arme paralysirte Frau Wasser bringen wollte. Möchten Sie das vielleicht selbst besorgen, dann bitte. (Uebergibt ihm die Kanne.) Wieden ski: Aber.... Fräulein! Malka: Als ich mich bei Herrn Silberzweig befand, da haben Sie mir ein Glas Champagner in die Hand gedrückt; ich kann mich nur mit dieser Kanne revanchiren, die noch obendrein leer ist. Wiede nski (ärgerlich, weiß nicht, was mit der Kanne ZU beginnen): Wo soll ich denn das hinstellen? Ueberall ist's doch voll Mist. (Stellt die Kanne nieder und setzt sich darauf.) Ma foi, guerre, comme ä la guerre Ich setze mich nieder, wiewohl Sie mich dazu gar nicht eingeladen haben. Aber die Treppen sind sehr unbequem und die Conferenz wird etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. Malka: Die Conferenz? W i e d e n s k i: Ja. Wissen Sie denn nicht, daß Sie ein sehr schönes Fräulein sind? Malka: Also, Sie betrachten mich als Fräulein? W i e d e n s k i: Gewiß! Malka: Das ist sonderbar. Ich war anderer Ansicht; denn bisher haben stets Alle, die in mir das Weib ehrten, das Haupt entblößt, wenn Sie mit mir sprachen. Sie aber. Wiedenski (nimmt den .Hut ab): Es ist hier kühl .... übrigens .... Malka: Uebrigens bin ich eine Bettlerin. Ich wohne nur in einem Winkel voll Schmutz und Fänlniß. Mein Vater steht jetzt auf der Straße, mit Schnee bedeckt, durchfroren und verkauft Zündhölzchen. Man kann also mit mir nicht nur bedeckten Hauptes sprechen, sondern mir auch die niederträchtigsten Vorschläge machen. W i e d e n s k i: Sie wissen ja noch nichts. Malka: Aber ich kann es mir denken. In der Schule des Lebens erkennt man bald alle Privilegien, die wir arme Mädchen haben. W i e d e n s k i: Wenn Ihr arm seid, so ist es nur Eure Schuld. Sie z. B. haben dem Moriz gefallen und er denkt nur an Sie. Das könnte Sie aus Ihrer Noth retten. Wenn Sie aber daraus einen Nutzen ziehen werden, so bitte ich auch meiner zu gedenken und mich dementsprechend zu belohnen. Warum schweigen Sie denn? Gefällt Ihnen nicht meine Proposition? Malka: Ich schweige, denn ich finde keine andere Antwort. Wenn ich Ihnen zürne, dann werden Sie mich verhöhnen und vielleicht noch beschimpfen. Es bleibt mir nichts Anderes übrig, als zu schweigen und Ihre Worte nicht zu beachten.

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