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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-01-20 · 3 (20.1.1899) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
3 (20.1.1899)
Date
1899-01-20
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 3 Dr. Blvch's WvchenjÄrrift. Seite 61 Jablunkau. (Verlobungen.) Herr Heinrich Frankel, Inhaber der Firma Moriz Frankel, Jablunkau, Oesterreichisch- Schlesiett, verlobte sich mit der Tochter des Herrn S. Goldberger, Großkaufmannes inJägerndorf, Fräulein Emma Goldberger. — Herr Eduard Frankel, Lederfabrikant in Turücz-Szt.-Märton, verlobte sich mit dem Fräulein Emma, Tochter der Frau Witwe Lina Spitzer, Privatiere in Ungarisch-Ostra, Mähren. Feuilleton. Malka Schwarzrnkvpf. Schauspiel in fünf Acten von G. v. Zapolska. A u t o r i s i r t e B e a r b e i t u n g s ü r die deutsche Bühne von S. R. Landau. Den Bühnen gegenüber M a n u s c r i p t. (Fortsetzung.) (Nachdruck verbo.)ten Erster Act. 7. Scene. Wiedenski, Moriz. W i e d e n s k i: Er ist fort. Moriz: Er ist fort. Wiedenski: Grad oder ungrad? Moriz: Ungrad! W i e d e n s k i: Du hast verloren, denn ich habe zwei halbe Imperials in der Tasche. Und jetzt komm' lieber zu uns, wir haben Alles schon vertilgt. Jetzt brauchen wir neue Munition. Moriz: Sofort! Wir wollen nur noch zwei Flaschen Champagner leeren und dann fahren wir zum Rennen. Ich möchte auch wetten. Später sollst Du erfahren, mit welchen Vorschlägen dieser Herr bei mir war. Frau Glanz! He! Frau Glanz! 8. S c e n e. Vorige, Frau Glanz. Frau Glanz (trägt einen Hut und bat in den Händen zwei Flaschen Champagner) : Ich weiß schon, weshalb Sie mich rufen, und komme Ihrem Wunsche zuvor. Das sind die letzten zwei Bouteillen. (Uebergibt sie dem Moriz.); Moriz: Warum die zwei letzten? Frau Glanz: DellN es sind die zwei letzten. Dieser Wein wurde während der Krankheit meiner theuren, gnädigen Frau angekauft. Die Aerzte ließen ihr in den letzten Augenblicken nur diesen Wein reichen. Wir kauften viel, denn lvir ahnten nicht, daß es mit ihr so schnell zu Ende gehen werde. Und nun übernehmen Sie hier die Schlüssel vom ganzen Haus. Ich habe hier nichts mehr zu thun, ich kann und will nicht Zeugin eines solchen Aergernisses sein, wie es jetzt in diesem Hause herrscht. Ich gehe, aber ich bitte Sie auch, weisen Sie dem schlechten Berather und diesen gottlosen Menschen, die nur in Ihre Tasche greisen wollen, die Thür. Leben Sie wohl und besinnen Sie sich. Wiedenski: Hat Dir dieses Weib gegeben! Zum Glücke ist sie auf und davon. Morgen werde ich Dir schon einen Kammerdiener bestellen. Moriz: Das wird besser sein. Gehen wir. 9. See n e. ('Auf der leeren Bühne erscheint der Diener, ihm folgt Malta.) Der Diener: Warterr Sie einen 'Augenblick, ich werde melden. Ai a l k a: ie sofort an- Vielleicht möchten Sie früher die Frau Glanz zit mir bitten? D e r D i e n e r : Wie es scheint, ist Frau Glanz soeben fortgegangen. - Aber ivartelt Sie einen Augenblick. (Geht hinaus.) Malta (allein): So bin ich denn wieder hier.' Seit den vorigen Ferien Hab' ich dieses theure Haus nicht gesehen. Mein Piano, meine Noten und hier ihre Photographie — beschmutzt! Auf dem Boden! Mein Gott! Meine Theuerste! Wie trübe schaust Du aus diesem zerbrochenen Rahmen auf mich hervor. (Bemerkt die Bouteillen.) Was sehe ich, Bouteillen? Und dort einen Damenhut? Gehört er nicht der Frau Glanz? Aber llein. Sie trägt doch nicht soviel Blumen. (Nach einer Weile:) Was für eilten eigenthümlichen Eindruck macht auf mich diese Wohnung. Es scheillt mir, wie wenn hier eine wilde Horde gehaust und durch ihre Anwesenheit den Zauber der Erinnerung befleckt hätte. Vielleicht sott ich sortgehen? Nein, ich muß die Frau Glanz sprechen. Der T i e n e r (tritt ein): Ich habe Sie schon dem Herrn Moriz angemeldet. A! al k a: Wozu? Führe mich auf mein Zimmer und dort will ich die Frau Glanz erivarten. Sollte ein alter grauer Jnd' kommen, der Dir sagen wird, daß er Schwarzenkopf heißt, so führe auch ihlt zu nlir. Der Diener: Das wird wohl schwer geben, denn Ihr kleines Zimmer bewohnt jetzt Herr Wiedenski... Uebrigens, hier ist unser Herr... (Geht fort.) 10. Scene. Moriz (angeheitert), Malka. Moriz (ohne die Malka auzufchaue.i): Fräulein Schwarzenkopf? Nt a l k a : Jawohl! Moriz: Was wünschen Sie? (Pause.) M o r i z (wird aufgeregt): Welur Sie glauben, daß ich auch so handeln werde wie meine Tante, dann täuschen Sie sich. Das fällt mir nicht im Traume ein. Die Tante hat Tausende vergeuden können, aber ich bin kein Verschwender. Malka (würdevoll): Ich verstehe nicht, um lvas es sich Ihnen eigentlich handelt. Hab' ich Sie denn um etwas gebeten? Moriz: Das wäre auch ganz vergeblich. Ich habe nicht die Absicht, etwas für Sie zu thun. Malka: Vorerst wollen Sie begreifen, daß ich Sie nicht anbetteln will. Herr Löwy sollte mich am Bahnhof erwarten... er kam nicht... Ich wußte nicht, wohin zu gehen. Das Haus der Frau Silberzweig war für mich die einzige Zufluchtsstätte. Ich wandte mich also hieher. Ist denn das so unnatürlich? Moriz: Sie haben einen Vater — eine Tochter soll zuerst ihren Vater aufsuchen! Malka (beherrscht sich kaum): Mein Vater wohnt nicht allein. Er bewohnt kaum einen Winkel. Ich fürchtete, er werde für mich dort keinen Platz haben. Mein Vater wird bald zu mir Herkommen und mich vott hier abholen. Moriz: Das ist sehr schön von ihm. — (Blickt sie au und bleibt verwundert stehen.) Ach, zum Teufel, die ist doch schön! Wollen Sie Platz nehmen!

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