Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 16 (1899)
- Issue
- 3 (20.1.1899)
- Date
- 1899-01-20
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 60 Dr. Bkoch's Wochen! chrift. Nr. 3 Kohn, Frau Rosa und Malvine Bachrich, Frau Zimmermann, Frau Dr. Bachrich, Frau Dr. Weinstein aus. Der Balletmeister Singer bildete beim Cotillon die Initialen des Vereines unter rauschendem Beifalle der zahlreichen Anwesenden. Das Kränzchen verdient einen Ehrenplatz in der Reihe der Ballsensationen. Wien. (Verein jüdischer Mädchen „Hadassa".) In dem Verein jüdischer Mädchen „Hadassa" fand Sonntag den 8. d. M. eine Plenarversammlung behufs Neuwahlen in den Ausschuß statt. Es wurden gewählt die Fräulein: Karoline Lederer, Präsidentin; H e r l i n g e r, Vicepräsidentin; Gelbbuch, Schriftführerin; Jenny Bock, Cassierin; dann die Fräulein: S ch u l m a n n, B e t t e l h e i m, Chi 1 l, Eisenschreiber und Kraus. Der nächste Vortragsnachmittag des Vereines findet Sonntag den 2:2. d. M. statt und wird Herr Dr. S ch o r r über den Geschichtsschreiber „Flavins Josephus" sprechen. Wie». (Fanny Pick.) Man schreibt uns: Geehrter Herr Redacteur! Gestatten Sie einer alten Abonnentin in Ihrem geschätzten Blatte einige Zeilen verehrungsvoller Erinnerung einem vor Kurzem dahingeschiedenen, edlen Frauendasein zu widmen. Am 9. d. M. verschied in Kaltenleutgeben Frau Fanny P i ck, geborene Winternitz, und wurde am 11. d. M. in Mödling an der Seite ihres in Gott ruhenden Gatten in altjüdischer, schlichter Weise zur ewigen Ruhe gebettet. Mit dieser Frau starb eine jener edlen, geistvollen Frauen, wie sie in unseren Tagen immer seltener werden. Sie verband hohe geistige Eigenschaften mit einem frommen, echt jüdischen Genrüth, dementsprechend erzog sie auch ihre Kinder Dr. Carl Pick (Kaltenleutgeben), Sophie Blum und Hedwig Frankfurter zu gebildeten, wohlthätigen Menschen. Sie verstand es aber auch, mit liebenswürdigem Takt mit Hoch und Niedrig zu verkehren, rvozu ihr in der Mirsteranstalt ihres Bruders in Kaltenleutgeben reichlich Gelegenheit geboten war. An der Seite dieses von ihr abgöttisch verehrten Bruders, des Regierungsrathes Prof. Dr. Wilh. W i n t e r n i tz, wirkte sie viele Jahre und war ihm zu Beginn seiner glänzenden Laufbahn nicht nur eine Stütze in Haus und Hof, sondern auch eine Beratherin in ernsten Fragen. Wer jemals Gelegenheit hatte, ihr stilles Walten zu beobachten, wird sich dieser vornehmen Frau stets in liebevoller Verehrung erinnern. Ehre ihrem Andenken! L. Budapest. Adolf Fenyvessi, der, Ehef des stenographischen Bureaus des ungarischen Abgeordnetenhauses, wurde von Sr. Majestät mit dem ungarischen Adel ausgezeichnet. Diese Ehrung des vortrefflichen Mannes für eine jahrelange hingebende, manchmal sogar, wenn e? in der Politik stürmisch zugeht, aufreibende Thätigkeit hat zahlreiche Verehrer und Freunde des Ausgezeichneten mit Genugthuung erfüllt. Möge er sich derselben lange erfreuen! Raab. Wie alljährlich, so erfreuten wir uns aitcl) diesmal einer Chewra Kadischa-Derascha, welche Herr Oberrabbiner Ehrwürden Dr. Moriz Schwarz dem zahlreich erschienenen Publicum hielt. — Seine Ehrwürden hat sich mit dem Fräulein Bertha Steiner, Tochter des Herrn Bernat Steiner aus Szob im Honter Eowitat, verlobt. Sarfö, 15. Jänner. Gelegentlich der heute in Rethe abgehaltenen israelitischen Districts-Gemeindesitzung wurden mit Acclamation folgende Herren wiedergewählt: Gabor Frank, Präsident; Philipp Groß, Vicepräsident; Michael Reiß, I.Cassier; Eduard Stern, 2.Cassier; Leopold Steckl, 1. „Chewra- Kadischa"-Cassier; Heinrich Guttmann, 2. „Chewra-Kadischa"- Cassier. Tie Reportationscommission constituirte sich folgendermaßen: Michael Reiß (Präses), Wilhelm Sonnenfels, Adolf Setrn und Samuel Munk. Ncu-Raußnih. (C u l t u s w a h l e n.) Am 11. Jänner fand hier die constituirende Sitzung des neugewählten Cultusausschusses statt, welche einen Personenwechsel in der Verwaltung unserer Gemeinde herbeibrachte. Es wurden gewählt zum Cultusvorsteher: Herr Richard Löw, ein Mann, dessen Begabung und Opferwilligkeit die beste Gewähr für das Gedeihen unserer Cultusgemeinde bietet. Ihm zur Seite stehen bewährte Männer: als erster Beirath Herr Aron Barber, als zweiter Beirath Herr Sigmund Gottlob. Der Cultusausschuß besteht noch aus den Herren: Adolf Rofauer, Emanuel Bauer, Leopold Beck, Emil Frankl, Victor Deutsch. Presiburg. Im Sjagdilthora-Verein, welcher unter Leitung der Herren Salamon W e r t h e i m e r, I. Freund und Sam. Bettelheim für die Pflege des religiösen Wissens thätig ist, hielt unlängst der Rabbiner Herr Moriz Kramer aus Wien einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag. Ossegg bei Teplitz. Am 15. d. M. fand hier die Generalversammlung des Deutschen Turnvereines statt. Zum Sprechwart wurde gleich beim ersten Wahlgange mit großer Majorität unser Glaubensgenosse C. S. Eckstein gewählt. Es ist dies um so bemerkenswerther, als an dein Wahlacte sonst keine Juden sich betheiligten und Ossegg der Sitz eines deutschnationaleu „Bundes der Deutschen" ist. Strakonitz. Der israelitische Frauenverein hielt am 15. Jänner Nachmittags im israelitischen Sitzungssaale die Jahresversammlung ab. Die Präsidentin Frau Dori Fürth begrüßte die Versammlung und gedachte in bewegten Worten der Trauer Oesterreichs des Heimganges der unvergeßlichen, erhabenen Kaiserin. Die Präsidentin erwähnte ferner die Jubiläumsfeier des geliebten Monarchen, an welcher der Verein sich betheiligte. Nach Verlesung und Genehmigung des letzten Protokolles wird der Rechenschaftsbericht über die Wirksamkeit des Vereines im letzten Jahre zur Kenntniß gebracht. Der Verein hatte an Einnahmen 47,3 fl. und nahezu ebenso viele Ausgaben. Baarnnterstützungen 100 fl. Am 2. December wurden vertheilt 7,1 st. Das Gesammtvermögen des Vereines beträgt 2300 st. Bei den erfolgten Wahlen wurden zur Vorsteherin Frau Dori Fürth, in den Ausschuß Frau Charlotte Stein, Edmund Zucker und Elise Lazansky gewählt; als männliche Beiräthe die Herren Fabriksbesitzer Eduard Fürth und Edmund Zucker. Strakonitz, J5. Jänner. Die diesjährige am I I. Jänner abgehaltene Generalversammlung der Beerdigungs-Brüderschaft und Wohlthätigkeitsvereines Chewra Kadischa cröfsnete der Präses Herr Marcus Benisch mit einer Trauerkund ebung für weiland Kcwerin Elisabeth, gedachte zugleich des Jubelfestes unseres erhabenen Monarchen, welche Worte die Versammlung mit hoher Begeisterung stehend anhörte. Herr Eduard Zucker, Fabriksbesitzer hier, beantragte, diese beiden Kundgebungen wörtlich ins Protokoll anfzunehmen, was einstimmig angenommen wurde. — Bei der hierauf stattgesnndenen Neuwahl wurden mit Stimmencinheit gewählt: die Herren Marcus Benisch, Präses; Adolf Fürth, Präses-Stellvertreter und Cassier; Moriz Saxl, Jacob Kraus, Ausschüsse, und Eduard Fuchs, Revisor. Prag. (Verlob u u g.) Herr Mathias K i s ch, Schriftsteller und Verwalter des israelilischeu Friedhofes in Prag, hat sich mit Frl. Ernestine Kompert, einer Nichte des berühmten Ghettoschriftstellers, verlobt. Znaim. Unser Tempeldiener Herr Heinrich Jellinek feierte am 15. d. M. sein 40jähriges Dienstjubilanm. Der Vorstand berief für diesen Tag eine Festsitzung ein, zu welcher der Vorstand der Chewra Kadischa und der des Frauerivereines, sowie HerrRabbiner.Holzer geladenwurden. VorsteherHermann richtete an deit Jubilar eine Ansprache und überreichte demselben ein Ehrendiplom. Herr Heinrich Jellinek trat seine Dienerstelle vor vierzig Jahren beim Miujanvereiue mit einem Jahresgehalte von 12 fl. an. Alle Phasen machte er durch bis zur statuirten Cultusgemeinde. Bei seinem stets bescheidenen Gehalte sparte er Kreuzer zu Kreuzer und als der Tempel eingeweiht war, spendete er eine neue Thorarolle mit vollständigem Silberzugehör und gründete eure Gebetstiftung. Herr Jellinek wurde an seinem Ehrentage reich beschenkt. Heute ist er mit vollem Gehalte pensionirt. Krapina-Töplih. Am 31. December v. I. verschied infolge eines Schlaganfalles in seinenr nahe an der Bahnstation Zabok gelegenen Geschästsgebäude der angesehene Kaufmann Leopold Ko ritsch an, dessen plötzliches Dahinscheiden sowohl seine Familie als auch die ganze Bevölkerung seines Wohnortes in Trauer versetzte, denn der Verblichene war nicht nur ein aufopfernder, liebevoller Familienvater, sondern auch ein Wohlthäter und treuherziger Rathgeber aller Jener, die sich an ihn wandten. Durch seine seltene Energie und seinen unermüdlichen Fleiß hatte sich der Verblichene, obwohl er mit sehr bescheidenen Mitteln seine kaufmännische Laufbahn vor ungefähr 30 Jahren begonnen, emporgearbeitet. Seine trefflichen Eigenschaften als Bürger und Jude wurden bei dem am 3. d. M. in Krapina stattgesnndenen Leichenbegängnisse von dem aus Warasdin berufenen Herrn Rabbiner Dr. Jgn. Ernst hervorgehoben.