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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-01-20 · 3 (20.1.1899) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
3 (20.1.1899)
Date
1899-01-20
Page
– (sequence 11)
Language
German
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9fr. 3 Seite 55 Dr. Bloch's Wochenschrift werkthätige patriotische Gesinnung der A l l e r h ö ch st e D a n k gemeinde war Herr Cuktusvorfteher Tato Cohn erschienen. Der Verein „Ferienheim" war durch die Vorstandsdamen Dr. Sofie Grünfeld, Dr. Julie Fialla und Antonie Graf, der Leopoldstädter Frauen-Wohlthätigkeitsverein durch die Vorstandsdamen Dr. Bertha K o h n und Frau M a y vertreten. Ferner sah man Herrn Gemeinderath Donat Ziffer er, Rabbiner Dr. G e l b h a u s, Bezirksausschuß Max H i l l e r, den Präsidenten des Tempelvereines im IX. Bezirke Herrn Gottlieb Bettelheim sannnt den Ausschußmitgliedern, weiter kais. Rath N. S ch e f f t e l, Commercialrath Sigmund dl e ustadtl u. A. Nachdem die Präsidentin Frau Rosa Ziffer er die Versammlung begrüßt, widmet sie der verewigten Kaiserin einen warmempfundenen Nachruf, welchen die Versammlung stehend anhört. Sie bespricht ferner das 50jährige Regierungs- Jubiläum des Kaisers und erwähnt der Betheiligung des „Frauenhort" an der Wohlfahrtsausstellung 1898. Nachdem sie noch des Weiteren die Vereinsthätigkeit skizzirt, gedenkt sie, der verstorbenen Vereinsmitglieder Herren Jacob Plaut, Sanitätsrath Dr. Moriz Reiner, Samuel Mendl, Herrn Leopold und Frau Regine Tedesko und Frau Fanni Fröhlich und ertheilt hierauf Herrn Cultusvorsteher Salo C o h n das Wort. Derselbe begrüßt den 'Ausschuß namens der Cultusgemeinde und dankt den Frauen, welche sich in den Dienst der Humanität stellen und der Cultusgemeinde, die nicht die Mittel habe, überall zu Helsen, die Arbeit erleichtern. Er versichert den Ausschuß ob seiner werkthätigen Bestrebungen der wohlwollenden Gesinnung des Cultusvorstandes. Schriftführerin Frau Rosa F e i g e n b a n m erhält hierauf das Wort zur Erstattung des Jahresberichtes, welchem sich der von der Cassierin Frau Regine Bettel heim verlesene Cassabericht anschließt. Die Berichte der drei Vereinsfunctionärinnen werden von der Versammlung genehmigt und lebhaft acclamirt. Revisor Herr Julius K o p st e i n beantragt, dem 'Ausschüsse das Absolutorium zu ertheilen. Bezirksausschuß Mar H i l l e r spricht dem 'Ausschüsse in warmen Worten den Dank der Versammlung für dessen gemeinnütziges Wirken aus. Der Antrag auf Ertheilung des Absolutoriums wird genehmigt. Zu Punkt 5 der Tagesordnung: Statutenänderung, erhält die Schriftführerin Frau Rosa F e i g e n b a u m das Wort. Sie führt die Momente an, welche eine Aendernng der Statuten nothwendig erscheinen lassen, und begründet dieselben. Sie verliest sodann die betreffenden Paragraphe in ihrer gegenwärtigen und in ihrer proponirten Form und bittet im Namen des Gesammtausschusses um deren Annahme. Herr Commercialrath Sigmund N e u st a d t l unterstützt in ausführlicher Rede den 'Antrag. Es entspinnt sich hierauf eine lebhafte Debatte über die Aendernng des 8 3, an der sich die Herren Bezirksausschuß H i l l e r, Gemeinderath Zifferer, G. Bettelhei m, Fritz Mendl und kais. Rath Schefftel betheiligen. 'Auch die Präsidentin Frau Rosa Z i f f e r e r greift in die Debatte ein, indem sie den Standpunkt des Vereines gegenüber ben 'Ausführungen des Herrn Hitler vertritt. Nach einem Schulßworte der Referentin werden die Anträge des Ausschusses mit großer Majorität angenommen. Zu Punkt 6 der Tagesordnung: Neuwahl des Ausschusses, erhält kais. Rath N. S ch e f f t e l das Wort. Er dankt dem 'Ausschüsse für sein segensreiches Wirken und meint, daß man diesen Dank nicht wirksamer manifestireu könne, als indem nian den Ausschuß per Acclamation wiederwählt. Dieser 'Antrag wird unter großem Beifalle der 'Anwesenden genehmigt. Die Präsidentin dankt im Namen des Gesammtausschnsses für die Wiederwahl und erklärt die dritte ordentliche Generalversammlung für geschlossen. Vor Erstattung des Jahresberichtes gelangte ein im Wege des Herrn Bürgermeisters Dr. Carl Lueger an den Verein gerichtetes Schreiben zur Verlesung, worin mitgetheilt wird, daß laut Zuschrift des Oberstkämmereramtes dem Ausschüsse für die aus Anlaß der Feier des 50jährigen Regierungs- Jubiläums Sr. Majestät des Kaisers manisestirte loyale und bekanntgegeben wird. Dem Jahresberichte entnehmen wir, das; der Verein die nicht unbedeutende Summe von st. 9 0 5 1.— zu Unterstützungen für a r m e k r a n k e F r a n e n, Witwen u u dWai s e n a u s g e g e b e n und für 50 a r m e F amilien den Zins für den; Monat December bezahlt h a t. An ß e rd e m hat der V e r e i it 1 0 0 a r m e S ch u l k i n d e r bekleide t, denen die Gaben direct ins .Hans zugeschickt wurden, da der „Frauenhort" keine öffentliche Bescheerung vornimmt. Fermer hat der Verein 2 / kr a n k e F r a u e n u n d M ä d ch e n, welche die Stütze ihrer Familien sind, stir längere Zeit in verschiedene Cu r o r t e geschickt. Infolge seines Humanitären Wirkens wird der Verein.von der Ersten österreichischen Sparcasse und der israelitischen Cnltusgemeinde in Wien subventionirt. Der Bericht schließt mit einem warmen 'Appell an den Wohlthätigkeitssinn seiner Mitglieder. Baden. (Jubiläum der C h e w r a K a d i s ch a.i Am 11. d. M. feierte die Badener Chewra Kadischa das 25jährige Vereinsjubiläum, aus welchen; 'Anlasse in; Hotel Rausnitz ein Festbankett veranstaltet wurde. Die Jubiläumsfeier galt hauptsächlich der Person des Herrn Anton Schneider, jetzigen Präses der Cultusgemeinde, der diesen humanen und gemeinnützigen Verein in erster Linie schassen half, und der die ganze Zeit über, also volle 25 Jahre, als Vorsteher dieses Vereines wirkte. Die geplante Ehrung für diesen Herrn kan; schon in der Generalversammlung am 4. d. M., in welcher die Herren Moriz L e i t n e r, Anton S ch n e i d e r, David Seltner und der Badener Hotelier Sigmund R a u s n i tz wiedergewählt wurden, zu beredtem Ausdrucke. Vereins- und Cultusausschußmitglied Herr Simon M a n d l stellte den 'Antrag, die Chewra Kadischa Baden wolle Herrn Anton Schneider in Anerkennung seiner Verdienste zum E h r e n m i t g liebe ernennen, welcher Antrag einstimmig und mit großem Beifall angenommen wurde. Die Ueberreichung des Ehrenmitgliedsdiploms fand beim Bankett durch den Präses des Vereines Herrn Moriz L e i t n e r statt. Auch der Liesinger Zweigverein unseres jubilirenden Vereines ließ durch seinen Vorstand Herrn Adolf G r ü n dem Jubilar Herrn Anton S ch n e i d e r ein Ehrendiplom überreichen. Das Bankett selbst eröffnete unser ehrwürdiger Rabbiner Herr Wilhelm R e i ch mit einer stimmungsvollen Rede. In derselben gedachte er der während des 25jährigen Bestandes der Chewra Kadischa Baden verstorbenen hervorragenden Vorstandsmitglieder, und zwar hauptsächlich der seligen Herren I. L. Pollak, 'Adolf Leitner, Abraham W eimann :c. in ehrenden Worten, und rühmte sodann in erster Reihe die Verdienste des Jubilars Anton Schneider, dann des Präses Herrn Moriz L e i t n e r, sowie der Vorstandsmitglieder Herren David L e i t n e r und Sigmund Rausni tz. Der erste Toast wurde vom Präses Moriz Leitner auf den Kaiser ausgebracht. Es sprachen ferner der Rabbiner, die Cultusausschußmitglieder Julius Philipp und Simon Mandl, Eultusbeirath Herr Dr. Emil Raab, Dr. Josef S ch w a r z, Dr. I. il. Felix Horn aus Vöslau, Dr. Moriz Goldberger, Julius Braun, Simon Berger und Gymnasial-Professor Herr Dr. S. H a h n d e l. Galgocz, l5. Jänner. (Königin Elisabethbüchse n.) In der dieser Tage abgehaltenen Generalversammlung des hiesigen israelitischen Wohlthätigkeits-Frauenvereines brachte das Äusschußmitglied Frau Dr. Jacob Händler den Antrag ein: „Ter Verein lasse Sammelbüchsen für Geldspenden anfertigen, welche mit der Vignette : Königin Elisabeth- Armenbüchfe und mit dem Bildnisse der Königin versehen in jedes Haus vertheilt werden. Ter Inhalt derselben wird ani Todestage oder eventuell am Geburtstage der Königin für wohlthätige Zwecke verwendet." Tie Antragstelleriu motivirte ihren Antrag in einer schönen, begeisternden Rede und unter dem Eindruck derselben haben einige Mitglieder erklärt, die Kosten dieser Sammelbüchsen auf sich zu nehmen, um nicht die Vereinscasse damit zu belasten. Das Beispiel des hiesigen israelitischen Frauenvereines, welcher die Wohlthätigkeitsübung mit der Ehrung der erhabenen Kaiserin verbinden will, hat Nachahmung bei den Schwestervereinen in unserer Umgebung gesunden.

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