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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-01-20 · 3 (20.1.1899) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
3 (20.1.1899)
Date
1899-01-20
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 3 Dr. Bloch's Wochenschrift. Seite 53 exegelica. obgleich uns z. B. neu war (s. S. 47,), daß das A. T. „die Arbeit überhaupt als Strafe ansieht", und doch steht ja Kohelet 1, „den kein Pflichtgefühl zur Arbeit treibt", als Gegner der biblischen Lebre da <). Einleitung), und dann, wie könnte Kohelet sagen: fW ftplftlfi i (eigentbümlich ist die Uebersetzung Cap. 3: aucy die Zuiuust - olam;aS>'3 Dblp?)a) hat er ihnen ans Herz gelegt." Cap. 10 1 wird FZ'1) a>s eine Glosse zil IT'NE11') nicht übersetzt') und Vers wird bib bDM gelesen. S. 69 u. n. "A.) Hierbei können wir nicht verychwergen, daß es jeden Unbefangenen tief verletzen muß, bei Siegfried (S. 36), im Gegensatz zu der früheren Behauptung, Kohelet 1 sei kein religiöser Jude, Sätze wie folgende zu finden: „Kohelet fragt als echter n a ch e x i 1 i s ch e r Jude bei allen Gelegenheiten: m a j i t r o n. m a k i s e h r o u. er klagt en s a c li a r" oder (S. 37): „C h a r a k t e r i st i s ch jüdisch ist auch die Aeußerung: Kohelet l: „Die Weisheit macht Mühe und wenn der Lohn ausbleibt, so hat der Mensch nichts von der Weisheit." Wir könnten dem Herrn Professor die Beweise aus der Geschichte und Literatur des Judenthums zu tausenden bringen, daß dies eine falsche Jude n ch a r a k t e r i st i k i st. Welchen irdischen Lohn suchten die Millionen jüdischen Märtyrer, welchen Lohn suchten die jüdischen Weisen, die Thora — das ist ja Israels Chochma — „1 i s c h m a h“ gelernt und verbreitet hatten? Und sind die Sprüche Salomos nach den historisch-kritischen Forschungen nicht n a ch e x i l i s ch - j ü d i s ch? Dort aber (8, B. 10) heißt es: „Die Weisheit ruht: Nehmet nur Zucht an und nicht Silbe r. Besser Weisheit als Perlen, und alle Schätze gleichen ihr nicht" «V. 11); und wer von der Chochma so begeistert werden konnte, ivie der Jude, der Sprüche Cap. 8 geschrieben hat, ist der wohl lohnsüchtig? Ich verweise ferner aus die Ethik des Talmuds: Aboth 1 3 * „Seid nicht wie Knechte, die ihrem Herrn um des Lohnes willen dienen," auf die Abweisung der Lohntheorie durch R. Pinchas und R. Simon, Wajikra Rabba 37,, auf Ben Asai: „Ter Lohn einerguten T hat ist eine gute That" Aboth i2, und aus Lazarus' Ethik S. 133. Man staunt, wie selbst ideale Geister von gewissen Strömungen! beeinflußt werden, obgleich sie bei sich wissen müßten, sie seien: habe! habalim bakol liabel. Indes; wie sagt Kohelet? Nichts Neues unter der Sonne aber über der So n n e? (Vergl. Lazarus' „Ethik".) Im Reiche der Geister ist vieles neu, wie geistreiche Hypothesen so auch, daß ein sonst vornrtheilsfreier Mann wie Siegfried ein Wort niederschreiben konnte, ivelches weit absteht von der gerechten Beurtheilung des jüdischen Charakters seitens eines Franz Delitzsch. Als ein Haupteinwand gegen die Arbeit, die uns vorliegt, dürfte aber der gelten, daß sich Siegfried gegen alles, was an Geschichte streift — und daß es dessen in Kohelet sehr viel gibt, haben außer Grütz und meiner Wenigkeit in der obenerwähnten Schrift sehr viele christliche Forscher, darunter selbst F. Delitzsch in Leipzig erwiesen und besprochen — gleichsam wie absichtlich die Augen verschließt. Hören wir, was er wörtlich über einen der unverkennbar h i ft o r i s ch e n Sätze, K. 4 i5-w sagt: „Die historischen Anspielungen von Q den Zeitgenossen jedenfalls verständlich, sind für uns unverständlich. — Hitzig fand in dem alten thörichten König den Salomo und in dem weisen Jüngling den Jerobeam. Aber Salomo war wohl in seinem Alter irreligiöser und sittenloser, aber keineswegs dümmer geworden. Daß er seine Augen im Kopfe hatte (2 14), bewies er gerade dem Jerobeam gegenüber 1 Reg. 11 30 hinlänglich. Auch war Jerobeam, der Vertreter des mächtigen Stammes Ephraim, 1 Reg 12 g, schwerlich arm geboren. Ebenso wenig zeigte er etwas von besonderer Weisheit, sondern nur die in seinem Stamme ortsüblichen Verschwörerkünste. Ueberhaupt konnte wohl kaum schlechter historisirt werden als mit dieser Exegese. — Ebenso wenig paßt die Deutung von Delitzsch, S. 222 f 181 f, auf Astyages und Cyrus, oder die spätere von Hitzig im zweiten Theile XIV 516 ff. selbst wieder zurückgenommene Deutung auf den Hohenpriester Onias und dem bei Joseph antt. XU, 4^ erwähnten Josef. Einiges Bestechende hat' die von Leimdörfer S. 15—24^vertheidigte Beziehung auf die Ereignisse unter Alexander Jannaeus. Schließlich aber schrumpft das Uebereinstimmende doch 9 „methuka schnath haobed?“ 3) olam neelam? 3) jabia. ■*) jabisch. eigentlich dahin zusammen, daß dieser als Jüngling das Gesäuguiß mit den Throne vertauschte. Aber daß er arm geboren sei, ist bei diesem makkabäischen Sprüßling sicher nicht anzunehmen. Auch wird nirgends erzählr, daß er bei seinem Regierungsantritt mit besonderer Begeisterung empfangen sei und für den Haß, den dieses Scheusal später erregte, ist Vers 16b viel zu milde im Ausdruck. — Grätz S. 13 ff. will das Gesagte aus Herodes den Großen und dessen Sohn Alexander beziehen. Letzterer war aber weder arm geboren noch weise «vgl. Jos. antt. XVI, 3, l ff. 4, 2), noch ist er jemals König geworden. Außerdem mißhandelt Gxätz die Sprache derart, daß er pES2 mit „unglücklich" und -fbl] mit „w erden d" übersetzt, '.man kann sich nur wundern, daß Sciuecke Geschieh, d. V, 1. Baud 2. S. 37 f ihm beigetreten ist. — Bei der Allgemeinheit der "Andeutungen wird man aus eine historische Erklärung von v. 13 16 verzichten müssen." Hier hat Herr Prof. Siegfried dem seligen Pros. Grätz doch Unrecht gethan. Denn in der M i s ch n a s p r a ch e, welche selbst nach Siegfrieds Einleitung der Sprache Kohelets uahesteht, heißt . nolau“ in der That „10 e r d e n d" und der Hauptfehler bei der Besprechung meiner Ansicht, daß das zweite Kind des "Alexander Jannaeus, dem anfangs zugejrlbelt wurde und das am Ende von seinem "Anhang verlassen worden, X r i- > l o b u 1 II. sei, liegt in dem Festhalten der buchstäblichen Bedeutung von „110 ladgeboren w e r d e n. Man stelle den Urtext von Kohelet Cap. 4 14, i;>. io hierher und vergleiche die Uebersetzung Siegfrieds, die hier links steht mit der in meiner Schrift, die ich rechts setze: dem Ge- 14. Denn am: fängniß gelangte jener aus den Thron, obgleich er unter der Regierung dieses arrn geboren wurde. 15, Ich sah, «daß) alle Lebendigen, die unter der Sonne wandelten, auf der Seite des Jünglings Ovaren), der au dessen Stelle treten sollte. l 4. Denn «wie er) aus dem Gefängnißhause heraus kam um zu regieren, «.also) auch wird er in seiner Regierung wieder zum "Armen. 15. Ich habe gesehen, alle Lebenden, die da wandeln unter der Sonne «im Staate», es mit dem z rv eiten Kinde halten, welches an dessen Stelle stehen wird. L U l VMlUt Botte, allem, denen er vorstehr: «aber) auch die Später» freuen sich nicht mit ihm, denn auch dieses «Volksgunst) ist eitel und windiger Gedanke. pcnvlos war die "vcenge aller derer, denen er «damals! «als) Führer «galt), und doch jubelten die späteren «Generationen) ihm nicht mehr zu. So war denn auch das. . . eitel und Jagen nach Wind. "Aber selbst das Uebergehen des *) TwTt "ib* bei Siegfried und das buchstäbliche „arm geboren sein", das sonst hier nicht am Platze wäre, vermögen das unverkennbar h i st 0 r i s ch e F a e t u m, auf ivelches der Text und auch die Uebersetzung des Herrn Professor Siegfried hiniveisen, nicht in "Abrede zu stellen. Desgleichen können Sätze, wie Cap. 3 1,!: „Ich sah an der Stelle des Rechtes da war Unrecht", 4 1: „Ich sah ... Thräuen der Unterdrückten" 8 10 „Ich sah Knechte auf Rossen ... 10 17", „Wehe dem Lande, dessen König ein Knabe . . ferner Sätze, die auf das Vorhandensein religiöser Parteien, wie Essäer, Sadduzäer re., oder Cbnchamim und Kesilim (2. 4 17, 5 >, 5 -. 7 17, 10 3 n. a. a. > sich beziehen, was auch die Forschung des Prof. Siegfried zugesteht,nach unbefangener Prüfung unmöglich anders als historisch erklärt werden : mag auch die Annahme: Simon den Setah sei Kohelet, bestritten worden. Daß die Zeit Simon ben Schatachs genau die historischen Stellen im Buche Kohelet rechtfertigt, dürste kaum in Abrede gestellt werden, selbst von denen, die das Buch als ein rein philo sophi sch es charakterisiren. Im Commentar zu 7 lfi: „Halte Dich nicht allzu gerecht", gibt Siegfried unzweideutig eine h i st 0 r i s ch e I l l u st r a t i 0 n, in der genau wiederholt wird, was meine Behauptung auch bei dieser Schriststelle kräftigst unterstützt: er sagt wörtlich iS. 60): „Man konnte sich in der That im ersten vorchristlichen Jahrhundert durch pharisäischen Eifer wohl zu Grunde richten" — tischomem —. Unter Hyrkan circa 105, Aristo bul circa 104 und unter der blutigen Regierung des Alexander Jannaens 104—78 war es räthlich. *) jeled hascheni.

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