Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 51 (23.12.1898)
- Date
- 1898-12-23
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3020846-3021223-3021275--08432-3032811- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 51 Seite 944 Dr. Bloch's Wochenschrift. ist hoch und breit, das lichte, durchdringende Auge ist von einer Lebhaftigkeit, die sofort den Mann von Geist verräth. Im Gespräche ist er so wie in seinen Schriften, immer fesselnd und interessant. Es gemährt hohe Befriedigung, seinen geistreichen, lebensklugen Worten zu lauschen,'wie auch den trefflichen Bonmots, die er mitunter in die Conversation einzuslechten pflegt. Aus unsere Anfrage erfahren wir, , daß er soeben einen großen Roman beendet, der demnächst veröffentlicht wird. Aus dem großen, altväterischen Schreibtisch bemerken wir auch das Manuscript; dort reiht der Verfasser Zeile an Zeile mit seiner kleinen, zierlichen aber doch so energischen Handschrift und seilt an jedem Abschnitte so lange, bis Alles nach Wunsch gelungen ist. An Sabbath- und Festtagen, die Kohn als strenggläubiger Jude in würdiger Weise begeht, läßt er die Feder ruhen und studirt in den heiligen Folianten, die seine Schränke füllen. Der Schriftsteller besucht täglich Früh und Abends die Synagoge, um im Gebete sein Herz zu Gott zu erheben. Der Verlust seiner hochgebildeten Gattin, die ihm nach nahezu 50jähriger glücklicher Ehe im vorigen Jahre durch den Tod entrissen wurde, war ein harter Schlag für ihn und nur sein felsenfestes Gottvertrauen hat ihm Trost und Kraft verliehen, um sich wieder nusrichten zu können. Die Ehe war kinderlos geblieben. S. Kohn ist täglich viele Stunden schriftstellerisch thätig, dabei findet er noch Zeit, seine große Korrespondenz zu erledigen, zahlreiche Ehrenämter zu versehen und den vielen Armen und Unglücklichen, die sich an ihn wenden, mit Rath und That an die Hand zu gehen. Regnia Mirsky-Taub er. Briefkasten. „Ei« Besorgter, Wien." Magistrats-Bicedircctor Preyer legte folgendes Expose vor: Es sind jetzt nur mehr vier Wege geöMet zur Bedeckung, und zwar: 1. Erhöhung der Zuschläge zu den landessürstlichen Steuern allein (das müßte mindestens bis zu 29 Percent geschehen); ' 2. Erhöhung der Zins- und Schulkreuzer; 3. Erhöhung der Zuschläge zu den landessürstlichen Steuern etwa bis auf 25 Percent, der Schulkreuzer um einen halben Kreuzer und der Zinskreuzer um etwa dreiviertel Kreuzer; 4. Ausnahme eines Jnvestiüousanlehens. Schöne Aussichten, nicht wahr! Leopold, „Zählkellner", 111. Ein Blatt, welches Schönerer so nahe steht wie die „Ostdeutsche Rundschau", sollte doch nicht so indiscret sein, zu schreiben: „Der Richter verliest das bei der Polizei mit Rauscher aufgenommene Parere und bemerkt, nach diesem Parere scheine Rauscher ein habitueller Alkoholiker zu sein." Rauscher ist Bürgerschuldirector und anüsemitischer Gemeinderath. ch»ei«rtch K—es, Prag. Sie ,ragen, was wohl die erste Pflicht eines Deutschen sei? „Lewer müssen sich noch viele Deutsche ehrlicherweise gestehen, ihre Pflicht nicht ganz erfüllt zu haben. Noch steht die Verbreitung der „Ostdeutschen Rundschau" in einem ganz unnatürlichen Verhältnisie zur Größe der deutschnationalen Partei. An Lpfermuth für seine Parteiblätter ist der Socmldemokrat wieder Slave dem Deutschen leider noch immer weit überlegen." („Ostd. Rundschau.") Josefftädler Aus Anlaß der Enthüllung eines Lueger-Bildes in Ihrem Bezirke hielt der Abgeordnete Schlesinger einen kolossalen Bierschwefel, wofür ihm eine Ehrendotation in Volksgeld gebührt. Der Gefeierte versicherte sehr gerührt, immer das bleiben zu wollen, was er bisher gewesen. Dürste ihm nicht schwer fallen. M. Kern in Cölu. Der 3. April 1886 war der 27. Weadar 5646. Ihr Sohn vollendet am 13. Februar das dreizehnte Lebensjahr. Am darausfolgenden Sabbath Sachor hat er das Fest zu feiern. Cafetier R., Nntzdorferstraße Rebhuhn, wenn rituell geschlachtet, koscher. „Währinger." Sie wünschen constatirt, daß die nichtswürdigen, boshaften Juden nicht in das Jubiläumstheater hineingehen. Veber- Mssig zu sagen. Die Christen gehen ia auch nicht hinein und lieber in die traurige Posse, welche zugleich burleske Tragödie ist, die Lueger jedesmal aufsühren läßt, wenn Gemeinderathssitzung ist. „Zionist" i« Lemberg. Besten Dank. Indessen glauben wir, daß das blöde Geschwätz ordinärer Geschäftsleute, welche die Volksduuunheit geschäftlich ausbeuten, keiner Antwort würdig sei. E. K. Der von Ihnen geschilderte Äuferstchungstraum ist mit Stimmung überladen. Hermann. Nicht gezoc.cn. Statt jeder besonderen Anzeige. ' Die Verlobung meiner; Tochter Margarethe mit Herrn Dr. Max Grunwald, Rabbiner in Hamburg, beehrt sich mitzutheilen Dr. Josef S. Bloch. jd HOCHZEITS-GESCHENKE in eeht Silber und Chinasilber Service, Tafelaufsätze, Jardinieres, Girandols, Essbestecke, Pokale, Sederschüssel, Thorabehänge etc. in prachtvoller phantasiereicher Ausführung zu reellen Fabrikspreisen. Brüder Goldmann „Zur Brillantenkönigin“ Wien, I. Adlergasse Nr. 3. Kundmachung. Es sind die Zinsen der Fanny Jeiteles- Ausstattungsstiftung im Betrage von fl. 294 — an eine arme hier ansässige Braut israelitischer Confession für das Jahr 1899 zu vergel en. Die Gesuche, belegt mit Geburts-, Sitten- und Mittellosigkeitszeugnissen, ferner mit dem Nachweise, dass die Bewerberin sich bereits im Brautstande befindet, sind bis spätestens Ende December 1898 bei der Casse der israelitischen Cultusgemeinde in Wien, I. Seitenstettengasse 4, im 1. Stock, während der Amtsstunden von 9—12 Uhr Vormittags zu überreichen. Später einlangende Gesuche werden nicht berücksichtigt. Wien, im December 1898. _Die Curatoren der Fanny Jeiteles-Stiftungen. Kundmachung. Es ist ein Fanny Jeiteles-Stipendium ä fl. 83.— jährlich für einen Rabbinats-Candidaten, welcher zugleich ordentlicher Hörer der philosophischen Wissenschaften ist, auf die Dauer seiner noch zurückzulegenden, gesetzlich vorgeschriebenen Studienzeit zu vergeben. Bewerber haben ihre Gesuche, belegt mit Studien-, Geburts-, Moralitäts- und Mittellosigkeitszeugnissen, bis spätestens Ende December 1898 bei der Casse der israelitischen Cultusgemeinde in Wien, I. Seitenstettengasse 4, im 1. Stock, während der Amtsstunden von 9—12 Uhr Vormittags zu überreichen. Später einlangende Gesuche werden nicht berücksichtigt. Wien, im December 1898. __Die Curatoren der Fanny Jeiteles - Stiftungen Dringende Einladung zu der Mittwoch den 28. D*tceinber, Abends 7 Uhr im Ceremoniensaal des Tempels IX. Mtillnergasse Kr. 21 stattflndenden ordentl. " für da§ XXXII. Vereinsjahr des israel. Beihausvereines „Chewra Beth-Hatfilah“ ix» XSZ: Bezirke. 6. Bettelheim. CONCURS. In der . hiesigen Cultusgemeinde ist die Stelle eines Rabbiners und Predigers zu besetzen. Gesuche mit dem erforderlichen Nachweise der allgemeinen Bildung (Maturitätszeugniss, Doctorsdiplom), sowie der speciellen. theologischen Vorbildung nach Massgabe der diesbezüglichen besonderen Vorschriften und der Befähigung zum Religionsunterrichte f$£. Mittelschulen sind bis 1. Februar 1899 an den gefertigten Cultusvo rstand einzusenden. Als Gehalt sind mit dieser Stelle fl. 1000 und fl. 400 Wohnungsbeitrag eventuell Naturalwohnung festgesetzt. ' Es wird noch bemerkt, dass der Rabbiner unserer Gemeinde auch die Obliegenheit hat, sich in Gemeinschaft mit dem bestellten Religionslehrer am Religionsunterrichte an den hiesigen Bürger- und Realschulen zu betheiligen. Cultu8Vor8tand Göding. am 7. December 1898. 113 Der Cultusvorsteher: Wilhelm Lechner. Herausgeber: Dr. Josef S. Bloch. — Verantwortlicher Redacteur: Robert Wolf. — Druck von R. KamuS & Co., Wien, VL Theobaldg. 7. 928^34252581