Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 51 (23.12.1898)
- Date
- 1898-12-23
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/3020846-3021223-3021275--08429-3032808- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Ar. 51 Sr. Bloch's WochenschrK' ^eite ^41 des Vereines aufforderte. Nach Vortrag des Rechenschaftsberichtes und Ertheilung des Absolutoriums wurden die statutengemäßen Ergänzungswahlen vorgenommen. Von den fünf ausgelosten Vorstandsmitgliedern wurden drei, nämlich die Herren Leopold Hirsch, Jacob Warkany und Prof. Moriz Antfcherl, wieder- und an Stelle der Herren Carl Salzer und Marcus Deutsch, welche auf eine Wiederwahl verzichtet hatten, die Herren Adolf Singer und Wolf Bandler neugewählt. Sodann nahm Herr Dr. Berger das Wort, um seiner Freude darüber Ausdruck zu geben, daß er Gelegenheit hatte, einen für die religiösen Interessen des Judenthums in erhebender Weise wirkenden Verein kennen zu lernen. Indem er den Verein zum Ausharren in der eingeschlagenen Richtung ermunterte und ihn seines persönlichen Wohlwollens versicherte, versprach er auch, dem löblichen Cultusvorstande im Sinne seiner Wahrnehmungen Bericht zu erstatten. Es sprachen noch Herr S. B r o d und Herr Alfred Meißner unter dem Beifall der Versammlung, worauf dem Vorstande und über Antrag des Herrn M. Neumann namentlich dem Obmann Herrn Buchwald der Dank votirt wurde. Wien. (Humanitärer Geselligkeits-Verein „R u d o i f e b u u d".) Am 3 December l. I fand in Sachers „Hotel E'Ntral die diesjävrige Kinderbekleidung des Vereines palt, be« m lcher 180 Kn,der bekleid.t rouiden. Der BekleidungSacl vollzog sich lm heurigen J.ivre bewnbeis festlich, da ans Anlaß des lOjäh rig.n Regierung.-J .biläam.? auch Vas von den Veremsmitgli dern gestiftete Vereins da», n^r .nlhülll wurde. Eu.g Ortet wurde d»r Ab nd durch die vom Herrn Obercanlor Bauer, dem geiau.mten Chorpersonale unl.r Leitung oeo Cvorvrr>cl0is L ö w r t mersterhafl vorgetragene Votkshymne, nach welcher vom Oburanne des V>reines die Festrede gehalten wurde, worauf von der Frau Hofräthrn Karars die Enthüllung des Banners unter d.n Klängen der Votkshymne und unter brausend « Jubelrnfen auf den Kaiser vorgenommen wurde. Fräulein Jojefiue P o l l a k heftete namens des Junge n-Danrcn- und Hrrren-Eomrtös ein herrliches Fabnenband an das Banner, dabei betonend, daß dieses Baud 1M& die Vereins- Mitglieder an ihre Zusammengel öngkeit im Wirken auf humanttär»m Gebiete erinnern möge Darauf dankte rin Kind rn rührender Weise namens Aller für die Beschenkung. Herr Hofrath Reicbratbs-.Abgeorvneler Karne hielt eine beifälligst aufg nommme Rede, woiauf die Kinder reichlich bewirtbet und mit Eßwaaren beschenkt nach Hause geschickt wurden Nach der Bekleidung fcn.d ein Concert der Capelle des k. u. k Jnfanterik-RegimentrS N«. 61 statl. worauf em Tanzkränzchen folgte, bei welchem sowie beim ganzen Anolg>ment des Abends der artistische Leiter des Vereines Herr Gustav Weiß sich ganz besonder Be«drenste erwarb. Von den Ansschußmitglredern thaten sich durch ihre besondere Rührigkeit der Obmann-Stellvertreter Herr Dr. Brady und in ganz Hingebung-voller Weise der Caisier des Vereines H.rr Ta> b hervor. Tie Herren Stiaßny, Friedmann, Lustig und Blumenthal brachten durch Blumenverkauf und Juxkombola dem Vereine eine namhafte Summe herein und wurden hiebei vom Jungen-Danren- und Herren-Cvmilö in eifrigster Weise unterstützt. Es ist zu wünschen, das dieser Verein, der das Möglichste auf humanitärem Gebiete leistet, recht viele Mitglieder gewinne, und dies ist umso leichter, als der Mitgliederbeitrag ja nur 40 kr. p>o Monat beträgt. Das Vereinsbanner sowie das Band hiezu, Meisterstücke der Snckereikunst, wurde ,m Atelier der Frau Rosa Beck, II. Schwarzingergafse 8. auegesührt und kann beim Schriftführer des Vereines, II Gr. Mobrengafse 14, besichtigt werden. Für die Kinder spendeten: H.rr Tb» oder Neu mann, Cafö Orient, 200 Portionen Kaffee sammt Gebäck, Herr Johann Na w r a t i l 200 große Kipfel, Herr Lu st i g 100 Würste; auß,rdem wurden von den Damen der Vereinsmitglieder zahllose Gugelhupfe und Obst gespendet. Am 31. d. M. veranstaltet dieser Verein im „Hotel Central", II. Taborstraße 8 seine Sylvesterfeier, zu welcher nur hervorragende Kunstkräfte engagirt wurden; daS Gefammt-Reinerträgniß fließt dem Kincerbekleidungsfonde des Vereines zu. Wien. In München starb am 12. d. M. der Verfasser der „Jüdisch-deutschen Chrestomathie" und „Jüdisch-spanischen Chrestomathie" und neue „Beiträge zur semitischen Sagenkunde", Dr. Max Grünbaum, im 82. Lebensjahre. Eine Autorität ersten Ranges auf seinem Gebiete, pflegten sich Gelehrte des In- und Auslandes bei ihm in schwierigen Fragen' Rath zu holen. Bekannt sind seine Auffätze in der Zeitschrift der Deutschen morgenländischen Gesellschaft, welche zuerst die Augen der gelehrten Welt auf ihn lenkten. Sein Leben war durch die Wissenschaft aus ge Mt, der er bis in die letzten Lebensstunden diente. Mödling. (Todesfall.) Am 10. d. M. starb hier nach kurzem Krankenlager im 77. Lebensjahre Frau Fanny Rappa, Mutter des hier allgemein geschätzten Arztes Dr. Siegfried S. Rappa. Die Verewigte war eine wackere Frau in der edelsten Bedeutung des Wortes und besaß darum auch die aufrichtigsten Sympathien Aller, die sie näher kannten. Die zahlreiche Betheiligung an ihrem am 12. d. M. stattgefundenen Leichenbegängnisse war ein beredtes Zeugniß für die Werthschätzung, deren sie sich erfreute. Friede ihrer Asche! Pisek. Fräulein Malvine Stransky, Tochter des hiesigen Fabrikanten Herrn Adolf Stransky, hat sich mit Herrn Josef W e i ß k o p s, Beamter der k. k. Finanzprocura in Gitschin, verlobt. Waidhofen a. d. Thaya. Auf Veranlassung der Frau Antome Singer, der hochherzigen und feinfühligen Präfidenün des hiesigen Frauen-Wohlthäügkeilsvereines, hat dieser Verein nicht nur am heurigen Jubiläumstage 100 fl. an Arme vertheilt, sondern auch den Beschluß gefaßt, all ährlich am 2. December Arme zu betheilen. — Der vielfache Segen, welchen der Verein unter der energischen und umsichtigen Leitung seiner Präfidenün entfaltet, verschafft ihm die Sympathien weiter Kreise. Auch von Baron Rothschild sind ihm 25 fl. zugekommen. Boskowitz. (K i n d e r b e t h e i l n n g.) Wer am 14. December l. I Nachmittags die deutiche Volksschule betrat, fand Gelegenbeit, einem humanen Acre beiwohnen zu können. Im Lehrzimmer der IV. Classe fand nämlich wie alljäbruch die B »cheerung für die armen Kinder durch den lsraetinschen Frauenvercrn statt. Dank dem bewährten WobUbätigbitssinn unserer Schul» und Jugendf'eunte, Allen voran der Damen Karola v. P a u m g a r t t e n. k. k. Bezirkshauptmannsgallett t>nr, und Pauline Lowbeer in Bü. n, dann der Herren Max Weiß in B>ünn und Bernhard Munk bier, konnten viesmai 20 Knaden und 33 Mädchen, ohne Unierichi'd der Conf.ision, Mit ganzen Anzügen, Kopfbedeckungen, Schuhwerk Leinwand. Ob»t u. bgl. v.ldeilt werden. Die Seele de» Frauenvereines ist die Piäsidentin Frau Elise Weiß, die mit einer seltenen Hin» gebung sich ihrer Aufgabe unterzieht. Ihr sowie den Borstandedamen und allen Spendern sei hremrt an dieser Stelle der wärmste Dank aus gedrückt. Boskowitz. Am 3. December wurde in unserem diesigen, neu avupliilen Nalban LörmB er'schen Stfflungsbause aus Anlaß des 50jährigen R gl.rungs-Juvlläums unseres Kaisers ein F stgoltesdienst abgehalun. Mit Rezitationen mehrerer Psalmen wurde die Fner eingeleitet. Hierauf bestleg der Temp.lvorsteber Herr Lazar Storch die Tribüne und hielt eine ausgezeichnere Hutdigungerede. Leipnik. Anläßlich des Jubelfestes des Kaisers fand am 2 Dcenevei, Nachmittags 3 Ubr, in unterem altehiwürdigen Tempel unter Behelligung vieler Honoratioren, GemeiudeMitglieder und der Schuljugend rin solenner FeligoiltSdienft statl. Unter den Anwesenden bemerkte man: Herrn Cultusvorsteh.r Abra am Haas mit dem Gesammtaue schuß, Herrn Bürgermeister H. B e ck mit dem Gesammtausschuß u. A Eingeleitel wurde die Feier mir Ma-tauwn und einigen Festptatmen. Hierauf schilderte Herr Rabbiner Dr. Feiwel H i l l e l in einer patriotischen Festrede die hohe Bedeutung des Tages. Jamnitz. Das Regierungs-Jubiläum des Kaisers wurde von der hiesigen Cutlusgemeinde besonders erbebend gefeiert. Schon Tags vorher würbe die Ferer durch eine außerordentliche Festsitzung des Gemeindeausschuffes eingeleitet, wobei Herr Eultusvorsteher Samuel K o h n eine von Patriotismus durchdrungene Festrede hielt, worauf der einhellige Beschluß gefaßt wurde, am Jubiläumstage eine Glückwunsch- und Huldigungsabreste an die Cabrnetskanzlei gelangen zu lassen. Am Jubiläumstage fand um 10 Uvr Morgens in dem herrlich renovirren Tempel ein Festgottesdienst statt, wobei sämmtliche Staatsbeamten und Corporalionen anwesend waren. Die formvollendete F stpredig des Herrn Rabbiners Dr. Morgenstern begeisterte alle Zuhörer; sie batte den Bibelvers: „lodsl bis sebsnss baebLwisebun sebonob uk’rosem d’ror l’chol joschweho" zum Text« . Schulleiter uud Cantvr B l ü m e l brachten Ma-tauwu von Sulzer, „Die Ehre Gottes" von Beetboven und S'-lzers „borvrr" mit dem gemischten Tempelchor zum Vortrage. Hierauf wurde von Herrn Dr. Morgenstern das Gebet für Karfer und Vaterland vor offener Bundeslade vorgetragen, mit der Volkshymne wurde die Festlichkeit geschloffen. Wodnian. Das Jubiläum unseres allgeliebten Kaisers wurde auch in unserer Cultusgemeinde feierlich begangen. Unter Betheiligung der Schuljugend, welcher vorher die Bedeutung des geschichtlich denkwürdigen Tages auseinandergesetzt wurde, des Vorstandes, fämmtlicher Gemeindemirglieder, Majore Edlen v. Lederer rc. wurde im ifr Tempel ein Festgottesdieust abgehalten, bei welchem unser ehrwürdiger greise Rabbiner die erhebende Festpredigt hielt. Die Absingung der Volkshymne seitens der Schuljugend beschloß die weihevolle Feier. Zahlreiche Arme wurden mit Spenden bedacht. Gologirry. In festlicher Weise wurde in der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde das Regierunge-Jubiläum Sr. Majestät gefeiert. Am 2. December versammelte sich in der großen Synagoge der Cultusvorstand, sowie zahlreiche Mitglieder, wobei auch die behördlichen Organe nicht fehlten. Se. Ehrwürden Rabbiner L. Mifchel hielt eine Festrede in hebräisch-deutscher Sprache und schilderte die Bedeutung des Tages unter Anschluß an eine paffende Stellt des Wochenabschluffes.