Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 51 (23.12.1898)
- Date
- 1898-12-23
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3020846-3021223-3021275--08428-3032807- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Safed 2× ep/1046078
OCR text
Seite 940 Dr. Bloch's Wochenschrift. Nr. 51 würdig in der Geschichte der Völker, Millionen von Menschen in hingebender Liebe und Bewunderung an den Stufen des Thrones Ew. Majestät niederlegen, auch der Glückwunsch aus Zion nicht fehle. Eine dankbare Kinderschaar Jerusalems stimmt inbrünstig in die Gebete ein, welche alle Söhne im großen Reiche der habsburgischen Krone, die ganze gesittete Menschheit an dem stillen Andachtsseste zum Allvater im Himmel emporsenden, geräuschlos, „mit leisen Tönen", aber aus Herren voll innigster kindlicher Liebe und Treue. Sie reiht ihre kindlichen Gebete denen des ganzen Hauses Israel an, jener Glaubensgemeinschaft, die in der geheiligten Person Ew. Majestät den Lehrer der Nationen erblicken, den Verkünder und Beschirmer der erhabenen Grundsätze der Menschlichkeit, Brüderlichkeit und Rechtsgleichheit. Es sind die Kinder dieser österreichischen Schule, die am heutigen Tage ehrfurchtsvoll ihrem Vater nahen mit der unterthänigsten Bitte: Eure kaiserliche und königliche apostolische Majestät wollen die aus innigster Seele fließenden Segenswünsche gnädig entgegennehmen." Gafed. (Palästina.) Der vor circa zwei Jahren in Safed gegründete Krcmkenunterstützunqsverein „Maskil el Dal" ist im Kreise der Wohllhäter rühmlichst bekannt als ein solcher, der durch Mitwirkung der Notablen unserer Gemeinde, Aschkenasim wie Sefardim, für unsere armen Kranken vorzügliches leinet, indem derselbe einen tüchtigen, jüdischen Arzt angestellt und auch Medicamente zu billigem Preise herbeischafft. Abgesehen von der großen Wohlthat, die den armen Kranken erwiesen wird, ist auch eine für die Gesammtheit des Judenthnms wohlthatige Wirkung damit erzielt, da die verderbliche Wirksamkeit der Missionäre, die hierorts leider Fuß gefaßt und durch Krankenheilung und Medicamentenverabreichung ihre Seelenfängerei erfolgreich betreiben, durch diesen Veren lahmgelegt wird, wie auch seit dem Bestände desselben deren Thätigkeit bedeutenden Abbruch erlitten hat. Den Leitern dieses Vereines gebührt daher zür ihre redliche, aufopfernde Mühewaltung im ausschließlichen Interesse des allgemeinen Wohles der inni ste Dank, möge der Allmächtige deren edles Streben mit feinem besten Segen lohnen! Zu meinem qrößten Leidwesen kam mir ein Pamphlet zu Gesicht, welches in meinem Namen sowohl als auch in dem des Mendl Rudnik, Efrorm F'schl und Lewi Afchkenasi sich in unflätbigsten Schimpfereien über den genannten Verein,' sowie über dessen Leiter sich ergeht, und diese meine gefälschte Unterschrift dazu mißbraucht, um diesen heiligen Verein in den Kotb zu schlehen. Ws ich einige Zeiten des erwähnten Pamphlets gelesen, war ich erstaunt und erschreckt, wie es Jemand waien konnte, eine solche Schändlichkeit zu begehen, das He'liqthum zu lästern und das edle Streben (die unhellvolle Thätigkeit der Missionäre zu verhindern) durch gemeine Lästerun'. zu beschmutzen? Wer walle es, meine Unterschrift zu fälschen? Ich ließ sogleich den erwähnten Mendl Rudnik rufen, derselbe erklärte, daß es ferne von ihm 'ei, solch Schändliches zu thun, und daß auch seine Unterschrift eine gefälschte, „nur hat er zwingende Gründe, nickt selbst persönlich vor die Oeffentlichkeit zu treten, um diese Erklärung abzugeben", ich erkundigte mich auch über den mitgeferüqten Fischl Lewi Afchkenasi und er,uhr, daß der elbe ein junger Unwissender 'ei, der weder Gelehrsamkeit noch Kenntnisse besitze. — Wenn es daher auch nicht der Mühe lohnt, solche leere Reden zu beachten, so ist dennoch zu befürchten, daß der unbekannte Fälscher vielleicht ein Werkzeug der Missionäre und in ihrem Austra e diese Schändlichkeit begangen habe, ich hatte es daher für meine heilige Pflicht, vor der Oeffentlichkeit d>e bestimmteste Erklärung abzugeben, daß alles im mehrerwähnten Pamphlet Gesagte eitel Lui und Trug, daß vielmehr jeder wahrhaft Gottesfürchtige mit Aufgebot all seiner Kräfte sich bestre en möae, den heiligen Verein „Maskit et Dal", der zur Linderung der Armuth unserer Brüder und zur Ehre des Judenthums Vorzügliches leistet, zu heben und zu »ändern, damit derselbe seine segensvolle Thätigkeit im ausgedehntesten Maße entwickeln könne. Mit innigsten Segenswünschen für Israel zeichne A. I. H. R a b i e Rabbiner der österr.-ungarischen Gemeinde Safed. Vermischtes. Wren. Mittwoch den 28. December 1898, Abends 7 Uhr, findet im Ceremoniensaale des Tempels, IX. Müllnergasse Nr. 21, die ordentliche Generalversammlung für das XXXII. Vereinsjahr des israelitischen Bethausvereines „Chewra- Beth-Hatfilah" im IX. Bezirke statt. —Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Neuwahl von drei Mitgliedern in den Vorstand. 3. Neuwahl des Ausschusses. 4. Anträge und Interpellationen. Wien. (Bethaus-Verein „Am Volkert".) Dieser Verein hält am 26. December um 5 Uhr Abends seine Generalversammlung ab. Wien. (Dr. M a r m o r e k.) Der Kaiser hat dem österreichischen Staatsangehörigen, Ehes der serotherapeutischen Abtheilung des Pasteur'schen Institutes in Paris, Dr. Alexander Marmore k, das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens verliehen. Dr. Marmorek, ein Bruder des Wiener Architekten gleichen Namens, hat bekanntlich anläßlich der Pestgefahr im Aufträge des Pasteur'schen Instituts Pestserum nach Wien gebracht. Wien. (Allgemeiner österreichisch-israelitischer Bund.) Wie uns Herr Wilhelm Pappenheim mittheilt, wurde er nicht — wie aus unserem vorwöchentlichen Berichte gefolgert werden könnte — für Wien, sondern als Delegirter der Mtusgemeinde Neu- Sandez in den Ausschuß gewählt. Wien. (Literarischer Geselligkeitsverein jüdischerMädchen„Moria".)Donnerstag den 8.d.M. veranstaltete der literarische Geselligkeitsverein jüdischer Mädchen eine Makkabäerfeier, welche glänzend verlief' und einen ausgezeichneten Besuch aufzuweisen hatte. Nach einer herzlichen Begrüßung der Gäste durch die Präsidentin Frl. Natalie Pollak erhielt die Vicepräsidentin Frl. Rosa Wortmann das Wort zur Festrede, welche ebenso wie die Berüßungsrede von großem Applaus begleitet war. Den Schluß ildete ein von Frl. Rosa Kollmann wirkungsvoll vorgetragenes Zeitgedrcht unter dem Titel „Fort, fort!" Hieraus folgte der humoristische Theil und mit einem Tanzkränzchen schloß das überaus animirte Fest. Der nächste literarische Nachmittag findet Sonntag den 25. d. M. mit Vortrag statt. Beginn 3 Uhr. I. Schottenring 23, 2. Stock. Gäste (Damen) herzlichst willkommen. Frauen-Wohlthätigkeitsvcrein im achten Bezirke. Dieser überaus human wirkende Verein veranstaltet in der heurigen Saison drei Gesellschaftsabende, welche in folgender Reihe im Cursalon abgehalten werden: 1. Sylvesterseier (Akademie und Tanzkränzchen) 31. December 1898. 2. Costümfest 21. Jänner 1899. 3. Tombola, Tanzkränzchen 25. Februar 1899. Das große aus den besten Kreisen der Gesellschaft angehörige Comite, an der Spitze als Obmann Herr Victor Fuchsbalg, hat sich bereits constituirt. Die Nachfrage nach Karten ist eine große, und das Programm für die Sylvesterfeier verspricht ganz großartig zu werden, da folgende Kunstkräfte ihre bestimmte Mitwirkung zugesagt haben: die Damen Frau Rosa Monetti, Frl. Mila Teren vom Raimund-Theater, Frl. Peppi Weiß vom Josefstädter Theater, Frl. Mila Goldek vom Jantsch- Theater; die Herren Eugen Jensen, Quartett Schönberg, Herr Woller. Wien. Der humanitäre Geselligkeitsverein der „Ung.- Broder in Wien" veranstaltet Samstag den 31. December 1898 im Prachtsaale des Thiergartens, II. Schüttelstraße, eine Sylvesterfeier (Vortragsabend, Juxlotterie,. Juxpost und Tanzkränzchen). Wien. (Spenden.) Unter der Devise „Gott helfe weiter" S. G. I. sind uns zugekommen 10 fl., für den Bau des Siechenhauses 5 fl., für den Verein zur unentgeltlichen Verpflegung Brustkranker auf dem Lande; XVIII. Gürtel 9 fl. und 5 fl. für die armen Tallisweber in Kolomea. Wien. Im Verein „Beth Hamidrasch Talmud-Thora" hat der Vorstand am 18. December seinen erstm Rechenschaftsbericht vor einer zahlreichen Versammlung erstattet. Cultusvorsteher Dr. Alfred Berger war als Vertreter des Cultusvorstandes erschienen. Herr Rabbiner K r a m m e r feierte das Stiftungsfest in einem Vortrage „über das geistige Schaffen des Vereines in Beth-Hakneseth und Beth-Hamidrasch". Länger als eine Stunde folgte die Zuhörerschaft mit gespanntester Aufmerksamkeit oen hochinteressanten Ausführungen. Hierauf eröffnete der Gründer und Obmann des Vereines Herr Simon B u ch w a l d die eigentliche Generalversammlung mit einer längeren Auseinandersetzung, in deren Verfolg er mit Begeisterung zur werkthätigen Unterstützung