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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-12-23 · 51 (23.12.1898) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
51 (23.12.1898)
Date
1898-12-23
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 5t Seite 939 Dt'. M'ich's Wnchrnschrifk. Chopin, von Frau Löbl meisterlich gespielt. Frau Richard brachte einige humorvolle Gedichte mm Vortrag. Ein seltener Genuß wurde uns durch die Liedervorträge der Frau Olaa Mautner geboten. Die Sängerin hat eine schöne, einschmeichelnde Stimme, und weiß mit Verständniß und Geschmack zu singen. Die Coloraturen und Läufer wurden rein gebracht und zeigen von guter Schulung; die Sängerin fand lauten, verdienten Beifall. Herr ObercantorDavids o h n erfreute die Zuhörer durch die Wiederaabe einiger Lieder. Herr D a v i d s o b n ist als feinfühliger und geschmackvoller Sänger hinlänglich bekannt. Herr Schlesinger ersang sich mit seinem schönen Tenor den reichsten Beifall. Als Geiger mit brillanter Technik präientirte sich Herr Löwenthal. Besonders ist sein reiner kräftiaer Strich zu loben. Herr Rhodens war wirkunasvoller Recitator und Herr K r u s ch i n et gab ans seinem reichen Schaß humoristischer Lieder und Couvlets einige derselben zum Beiten und fand begeisterte Aufnahme. Zum Schluß betrat Herr Kornau aus Wien das Podium und eroberte sich mit seinem ersten Vortrag «Ein Vereinsabend" die Gunst des Publicums; daß sich der Beifall von Vortrag zu Vortrag nur noch steiaerte, braucht nicht erwähnt zu werden. Die Clavierbealeitung batten aus besonderer Gefälligkeit die Herren Hirschberger, Dr. Shlus und Musikdirector Wosablo übernommen, so wie die ganze Leitung des Concertes ein künstlerisches Verständniß aufzuweisen hatte. Aus dem reichen Erträgniß, welches dieses Concert lieferte, werden die armen Schulkinder demnächst mit Kleider und Schulrequisiten betheilt werden. K. S. Sereth, 16. December. Aus Anlaß des Kaiseriubiläums fand am 2. December die Eröffnung der neuerrichteten Seretber Volksküche in feierlicher Weise statt. Rach den Gottesdiensten in den Kirchen sowie in der großen Synagoge, woselbst Rabbiner Burstyn die Festrede hielt, fanden sich um 12 Uhr Mittaas die Honoratioren der Stadt Sereth in der auf das festlichste geschmückten Volksküche zur Eröffnung derselben ein. Der Leiter und Verwalter der Serether Volksküche, Herr Abraham A ch n e r. begrüßte die Festgäste, betonte, daß aus der Leib Achner'schen Verlaßmasse eine Volksküchenstittung in der Höhe von 25.000 fl. von der Bnkowiuaer Landesregierung gewährt wurde, durch die sowie durch Sammlungen ermöalicht wurde, durch sechs Jahre hindurch im Sommer und Winter die Armen von Sereth ohne Unterschied der Confession und Nationalität unentaeltlich zu bespeisen. Redner wies auf den Jubiläumstag hin und schloß mit Hochrufen auf den Kaiser, die den begeistertesten Wiederball fanden. Sodann sprach Bezirksbauptmann Gri bowski, der das rastlose, unermüdliche Wirken des Herrn Abraham A ch n e r für den Bestand und die Errichtung eines eigenen Heims der Volksküche hervorhob. Redner saate, daß Herr Achner verschämten Armen die Speisen nach Hause geschickt habe, und daß das Bestehen der Volksküche während der bisherigen sechs Jahre nur ihm zu verdanken sei. Nachdem sich die Festgäste von der Güte der Speisen persönlich überzeugt batten, wurden über 200 Personen ohne Unterschied der Confesnon und Nationalität gespeist. Die Armen erhielten auch Bier, welches der Serether Bierbrauer B e i l l unentaeltlich beiqestellt hatte. Am selben Tage wurden in der Serether Knaben- und Mädchenschule gegen 200 arme Schüler und Schülerinnen mit warmen Kleidern und Schüben betheilt. Die Honoratioren der Stadt waren bei der Vertheilung anwesend. Uni die Zusammenstellung der vertheilten Gegenstände haben sich Bezirksschulinspector R. v. Padure, Frl. Oberlehrerin T a r a b a n o w i c z und Frl. T u t tn a u e r verdient gemacht. Viel Lob verdient das Comitö, welches die Kleidervertheilung durch Veranstaltung von Sammlungen ermöglicht hatte. Alexandrien. Die unter dem Schutze von Oesterreich- Ungarn stehende israelitische Gemeinde von Alexandrien war am 2. December vollzählig in der Eliahu Hannabi-Synagoge versammelt, um das Jubelfest des gütigen und milden Kaisers in Dank- und Bittgebeten würdig zu begehen. Um 0 Uhr Morgens erschien in dem jüdischen Bethause das gelammte k. n. k. Consulatspersonal in Uniform, mit dem Consul v. W o d i a n e r an der Spitze. Unsere Glaubensgenossen, welcher Nationalität auch immer, waren bereits im hellerleuchteten, mit Teppichen reichbelegten Tempel anwesend. Aber auch die christlichen Mitglieder der österreichisch-ungarischen . Colonie fanden sich in großer Zahl im israelitischen Gotteshause ein. Mit Absinqen durch einen Chor von Schülern von für die Gelegenheit vassenden Psalmen begann der Gottesdienst. Hierauf betete Oberrabbiner Elie H az z a n vor geöffneter Bundeslade den Segen für den erhabenen Kaiser und das Herrscherhaus. Zirm Schluffe kam eine in hebräischer und italienischer Sprache gedichtete Ode zum Vortrag, ein schönes Gedicht, in welchem die hohe Bedeutung des Tages und die Herzerrswünsche der Israeliten für den erlarrchten Monarchen irr beredten Worten Ausdruck finden. Die Temvelfeierlichkeit endete damit, daß sämmtliche Mitglieder der hiesigen Gemeinde dem Herrn k. u. k. Consul v. Wodianer ihre aufrichtiaen Glückrvünsche vortrugen, mit der Bitte, dieselben an die Stufen des Thrones gelangen zu lassen. Unter den anwesenden Glaubensgenossen benrerkte man die Herren: Barone Elie. Jacques und Alfred v. Menasce, Green. Gentilli, Lnzzatti. E. Stroß, A. Stroß, L. Kohn, Aghion, Luarös, Tilche, Camvos, Tivoli rc. Bon christlichen Herren waren erschienen: Adv. Luigi, Paul Feuderl, Tr. A. Osborne, Generalagent Hector v. Pitner in der Uniform eines Linienschiffslieutenants rc. re. Von der Synagoge begab sich Alles direct zum feierlichen Hochamt in die St. Katherinenkirche. Nach diesem zweiten Gottesdienste hielt Herr v. Wodianer, unser bochangesebener k. u. k. Consul, officiellen Emvfang im Consulatsgebände. Die Räumlichkeiten waren bis 1 Ubr unablässig überfüllt, so zahlreich war der Andrang der Leute, die da kamen, um ihrer Huldigung für den Kaiser Ausdruck zu verleihen oder eine Sympathiekundgebung als Fremdländer für den ruhmreichen Monarchen zu überbringen. Herr und Frau Consul v. Wodianer empfingen die Gäste in äußerst liebenswürdiger Weise. Die erste Rede hielt Herr Baron Jacques de Menasce. In das znm Schluffe ansgebrachte dreimalige Hoch wurde begeistert eingestimmt. Dann sprachen Herr Rechtsanwalt Z a i a und Herr Em. Stroß, Präsident der österreichisch-unaarischen Handelskammer. Herr Consul v. Wodianer antwortete auf alle Ansprachen in beredten Worten des Dankes. Die israelitische Gemeinde von Alerandrien hat eine Huldignngsadresse, ein wahres Prachtstück in herrlicher Masaikarbeit und der Form einer Thorarolle in Silber, an die Stufen des Thrones durch Vermittlung des k. n. k. Comulates gelangen lassen. Folgende Glaubensgenossen haben neulich vom Kaiser Franz Josef "Auszeichnungen erhalten: Baron Felix de Menasce. Luzzatto, Director der Bank von Egyvten, Herr Gentilli, Banquier, und Herr Adolf Stroß, Großcommiffär und Secretär der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Alexandrien, die sämmtlich Ritter des Franz Josef-Ordens wurden. Jerusalem, 5. December 1898. Aus Anlaß des fünfzigjährigen Regierungs-Jubiläums des Kaisers Franz Josef l. wurden am 2. December in den Synagogen der österreichischen und ungarischen Gemeinden dahier Festaottesdienste veranstaltet. In der Hauptsynagoge der Aschkenasim - trug Herr Oberrabbiner Samuel S a l a u t nach dem Morgengottesdienst das Kaisergebet vor. Der ehrwürdige 84jährige Greis war auch unter den Gratulanten im Consulat, begleitet von dem Herrn Evhraim Cohn, Director der Lämel-Schule. Die Andachtsfeier in dieser österreichischen Schule war eine erhebende. Herr Schuldirector Cobn hatte ein besonderes Festgebet verfaßt und außerdem eine Huldigungsadresse, welche durch die Vermittlung des Consulats nach Wien gesandt wurde. In der Adresse, in Form eines "Albums mit Olivenholzdeckel, auf welchen das kaiserliche Wappen geschnitzt ist, heißt es: „In dem so wunderbar herrlichen Ruhmeskranze, den ein Regieren „in Gottesfurcht und Gerechtigkeit" mährend eines halben Jahrhunderts um das gesalbte Haupt Eurer geheiligten Majestät gewunden, duftet auch die Rose Zions, jenes heiligen Berges, von einem Sängerkönig zum Sitze auserkoren und durch den gläubig-frommen Sinn eines Friedenskönigs, durch die Huld Eurer Majestät neu geweiht. Die glorreiche Krone Habsburgs, strahlend im Glanze der Macht, Milde und Liebe, schmückt auch eine Perle, welche Jerusalem heißt! So wollen denn Ew. Majestät huldvollst gestatten, daß in dem Segensstrauße, den am heutigen Tage, so denk-

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