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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-12-23 · 51 (23.12.1898) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
51 (23.12.1898)
Date
1898-12-23
Page
– (sequence 12)
Language
German
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©eite 936 Dr. Bloches Wochen srchrift. Rr. 5 t müsse. Von Herrn Leopold Langer wurden aus einem ihm von Herrn Sigmund Spitz zur Vertheilung für die Armen des I. Bezirkes am 2. December 1808 übergebenen Betrage 25 fl. übermittelt; von Herrn Moriz Husckak, gleichfalls für Arme, 10 fl. Den Spendern wird der Dank votirt. Die Zuschrift des Vereines „Beth Israel" über die am 2. December abgehaltene Festseier, weiters eine Mittheilung des Wiener Schutzvereines für verwahrloste Kinder über eine einem jüdischen Zögling gewährte Auszeichnung, sowie ein Dankschreiben des Vereines der israelitischen Religionslehrer „Esra" gelangen zur Kenntnißnahme. Im Präsidialbericht gibt der Präsident die tu der Vorwoche erfolgte Constituirnng des Allgemeinen österreichischisraelitischen Bundes bekannt und theilt mit, daß er bei diesem Anlasse die wärmsten Wünsche des Wiener Cultusvorstandes für das Gedeihen dieser wichtigen Vereinigung znm Ausdrucke gebracht habe. Der Präsident weist ferner darauf hin, daß der Gemeinderath der Stadt Wien beschlossen hat, mit Rücksicht auf den in der Eingabe der Wiener Cnltnsgemeindc vom 24. October 1d'.«8 geltend gemachten Standpunkt von der Durchführung des projectirren Straßenzuges durch den Wühringer israelitischen Friedhof abzusehen. iZur Kenntnis;.) Zur Verleihung gelangen nachstehende Stiftungen: die Elise Herrsche illnsstattnugsstiftung im Betrage von 400 sl., die Mar Marmorofch'fche Stiftung für zivei Schüler der Handelsakademie mit je einem Stipendium von 140 fl., die „Milde- Stiftung des Herrn Michael Cohen da Silva für israelitische Handwerker" mit dem Zinsenbetrage von 400 fl. gemäß Vorschlag des Vereines zur Beförderung der Handwerker unter den inländischen Israeliten, die Jonas Freiherr von Königswarter'sche Stiftung für Theologen mit dem Zinsenbetrage von je U>5 fl. für zwei Hörer der israelitischen theologischen Lehranstalt, endlich die Rl. L. Biedermann'sche Stiftung; bezüglich letzterer Verleihung wird die stiftbriefgemäß zu erfolgende Genehmigung der Statthalterei eingeholt. In eingehender Weife wurde sodann die in einer jüngsten Plenarsitzung begonnene Berathung über die Schaffung eines geeigneten Lehrbuches der jüdischen'' Geschichte für die hiesigen Mittelschulen fortgesetzt. An der Debatte bethciligtcn sich sännntliche anwesende Vorsteher. Schließlich gelangte der vom Herrn Vicepräfes Dr. Gustav K o h n gestellte Antrag, es sei Professor B r a n n zu ersuchen, das vor: ihm verfaßte Lehrbuch der jüdischen Geschichte zürn Gebrauche an den österreichischen Mittelschulen entsprechend umzuarbeiten, mit großer Majorität zur Annahme. Schluß der Sitzung 2 Uhr Nachmittags. Wien. (Israelitische Kinder-Bewahranstalt.) Indem wir über die Tbätigkeit der Anstalt Bericht erstatten, können wir constatiren, daß die Frequenz sich auf der Höhe des Vorjahres erhielt. Die Inanspruchnahme der Anstalt von Seite der armen jüdischen Bevölkerung steigert sich in der Art, daß wegen Mangel an Raum im Anstaltsgebäude die einlaugenden Gesuche ein halbes Jahr, oft noch langer der Erledigung darren müssen. Es wurden im Berichtsjahre 324 Kinder in die Anstalt ausgenommen. Im Durchschnitt war die Anstalt täglich von 167 Kindern besucht. Die Erscheinung, daß die Durchschnittsfrequenz nur circa 51 Percent der ausgenommenen Kinder beträgt, erklärt sich aus dem Umstand, daß in den Wintermonaten die Kinder zarteren Alters leichter zu Unwohlsein geneigt sind und daß die Witterungsverhältnisse eine unregelmäßige Frequenz bedingen, während im Sommer viele Eltern trachten, ihren Kindern die Wohlthat eines Landaufenthaltes dadurch zutbeil werden zu laffen, daß sie sie zu Verwandten schicken. Der stärkste Besuchsmonat war wie gewöhnlich der Monat Mai, in welchem die Durchschnittsfrequenz 207 Kinder (64 Percent) betrug. Am 20. April waren 245 Kinder (76 Percent) in der Anstalt. Die den Kindern verabreichte Kost beziffert sich mit 18,302 Rationen, was einer täglichen Durchschnittsziffer von 101 Rationen entspricht. Am 26. April nahmen 150 Kinder an der Mittagskost theil. Im Berichtsjahre wurde das Anstaltsgebäude in allen jenen Theilen, welche einer Renovirung bedürftig waren, einer solchen unterzogen. Die Bestrebungen des Vorstandes, die materielle Lage der an der Anstalt tbätigen Kindergärtnerinnen, sowie der Wärterin günstiger zu gestalten, gelangten im Berichtsjahre durch Feststellung eines Normales zum Abschluß, welches die Bezüge der genannten Angestellten wesentlich erhöbt. Es wurde der AnfangSgehalt der. Kindergärtnerinnen mit monatlichen 25 Gulden festgesetzt, und es steigt dieser Anfangsgehalt von zwei zu zwei Dienstjahren monatlich um 3 Gulven, so daß nach Ablauf von zehn Dienstjahren das Einkommen der Kindergärtnerin monatlich 40 Gulden beträgt. Für die Wärterin, deren Anfangsgehalt 15 Gulden beträgt, gelten ähnliche Bestimmungen. Die Anstalt hat auch im heurigen Jahre von Seite verschiedener Woblthäter und Gönner namhafte Förderung erfahren, und da muffen wir zunächst wieder der edlen Menschenfreundin Frau Baronin Hirsch gedenken, die auch im lausenden Jahre zu dem Zweck, um eine größere Anzahl von Kindern der unentgeltlichen Beköstigung tbeilhaftig werden zu laffen, den Betrag von 300 fl. der Anstalt gewidmet hat, wofür wir unserem wärmsten Dank Ausdruck geben. Herr Leopold von Lieben spendete aus Anlaß der Vermählung seiner Tochter 200 fl., Herr Alois Lemberger aus demselben Anlasse ebenfalls 200 fl., Herr Baron Hermann Königswarter 200 fl., Herr Ritter von T a u s s i g anläßlich zweier Vermählungen 100 fl., Frau Marie von B o s ch a n 60 fl., Frau R u d o l f i n e M orpugo 50 fl., Herr Adolf Rieß anläßlich der Vermählung seiner T"chter 50 fl., Herr Moriz von Bauer aus demselben Anlasse 40 fl. An Subventionen erhielten wir: von der Direction der Ersten österreichischen Sparcasse 200 fl., von dem Comite des Jndustriellen-Balles 200 fl. und von dem Eomitö des Leopoldstädter Bürgerballes 50 fl. Auch das löbliche k. k. Polizei-Präsidium wendete uns wieder in Anerkennung des humanitären Wirkens unserer Anstalt einen Jahresbeitrag zu. Aus einem Legat nach dem verstorbenen Herrn Adolf P o r g e s wurde uns ein Betrag von 238 fl. zugewendet. Aus der Elfriede Salomon-Stiftung in Hamburg floß uns auch heuer wieder ein Betrag von 100 fl. zu. Wien. In dem allseits bekannten L. D. K ö n i c\ sb e r g'schen M ä d ch e n - E r z i e h u n g s - I n st i t n t e, lX. Währingerstraße, fand am 14. Decetnber l. I. eine Chanukafeier, verbunden mit einer Schülerproduction, statt. Der Obereantor K l ä q e r zündete das Chanukalicht an und sprach dabei ben üblichen Segensspruch mit einer kräftigen und wohlklingenden Stimme. Unter Leitung des cjcnamiten Herrn wurden von den Kindern die Chöre: „Tempelweihe", „Herbstlied" von Mendelssohtt, „Wollt ihr die Engel hören" von Abt, und „Frühlingsleben" mit Präcision gesungen. Die Clavierproductionen der Schülerinnen Ida M o s e s, Julie Glase r, Anim A b e l e s und Therese W o l l n e r, sowie die Liedervorträge der Schülerinnen W o l l n e r-und Abeles fanden ungetheilten Beifall. Wirkungsvoll war die Tarstelltmg einer französischen Lcene ans : _Le Bourgeois-Genlühomrac'- von Moliäre seitens der Zöglinge D e u t f ch, Goldschmied und B e r g e r. Eine in diesem Schuljahre austretende Schülerin dankte üt herzlichen Worten dem Ctlratorittilt, sowie der ivackeren Directorin für die zahlreich empfangenen Wohlthaten. Der gegenivärtige Obmann des Cnratoriunis, k. k. Baurath Theodor Ritter von G o l d s ch m i d t, dessen edles Herz stets warm für das Iudenthum schlägt, fühlte sich gedrällgt, dem Danien-Cnratorium und der Institutsvorsteherin Fräuleitt L i p s ch i tz für deren Bemühungen den besten Dank auszusprechen. Er ermahnte die Kinder, im Glauben ihrer Väter stets auszuharren. Bei dieser Gelegenheit gedachte der Redner in einigen kernigen Sätzen unseres glorreichen Kaisers Franz Joses l., welcher eben anläßlich seines 50jährigen Regierungs-Jubiläums Gegenstand allseitiger Huldigung tind Verehrrmg ist. Mit der Absingung der Volkshymne schloß die einfache aber erhebende Feier. Die zahlreichen Anwesenden lobten insgesammt die mustergiltige Leitung der Zöglinge durch die Direetriee. Unter den Anwesenden bemerkte man vom Euratorimn die Damen Frall W e r t h e i m b e r, Frau von Baue r, Fratt Tr. G ü d e m a n n und Frait Klinge r, ferner die Herren k. k. Banrath Theodor Ritter von Golds ch nt i d t, Oberlehrer F r i e d l, Secretär der jüdischen Culttisaemeinde Dr. Adle r, den Jnstitutsarzt Dr. B a u e r tl. v. A. J. F. Wien. (Baro n Ferdinand Roth s ch i l d.) In London ist anl 17. December Baron Ferdinand Rothschild gestorben. Der Verblichene war ein Sohn des im Jahre 1874 verstorbenen Chefs des Wiener Bankhauses S. M. v. Rothschild. Anselm Freiherrn v. Rothschild, und ein Bruder der Wiener Freiherren Albert und Nathaniel v. Rothschild. Ferdinand Freiherr v. Rothschild wurde am 17. December 1839 in Paris geboren. Seine Jugendzeit verbrachte er in Wien. Im Jahre 1865 vermählte er sich mit Eveline Freiin v. Rothschild, welche ein Jahr später starb. Die Ehe blieb kinderlos. Barons Ferdinand Rothschild verweilte in letzter Zeit aus I | |

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