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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-12-16 · 50 (16.12.1898) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
50 (16.12.1898)
Date
1898-12-16
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 918 Nr. 50 Dr. Bloch's Wochenschrift. und unparteiische Leitung der heutigen Versammlung den Dank auszusprechen. (Lebhafter Beifall.) Der Vorsitzende erklärt die Versammlung für geschlossen. Angesichts mehrerer an ihn herangetretenen Wünsche bittet der Vorsitzende kais. Rath K l i n g e r, bei einer eventuellen Präsidentenwahl von seiner Person abzusehen. Er habe eine Ueberfülle von Berufsarbeiten zu bewältigen und es sei ihm nicht mehr möglich, neue Obliegenheiten zu übernehmen. Wenn er auch die ihm zuedachte Auszeichnung vollauf würdige, so möchte er doch itten, mit den Leitungs- und Repräsentationsaufgaben ein anderes Mitglied zu betrauen. Redner verweist auf sein körperliches Befinden und versichert die Versammlung, daß er nach wie vor unentwegt die Entwicklung des Gemeindebundes mit den wärmsten Sympathien begleite. Der Ausschuß constituirte sich hierauf folgendermaßen: Präsident: Dr. Alfred Stern; I. Viceprästdent: Dr. Arnold Rosenbacher; II. Viceprästdent: Dr. Emil Byk; Cassier: Dr. Gustav Kohn; Schriftführer: Dr. Maxim. Steiner. In den Vorstand wurden cooptirt: die Herren Oberrabbiner Dr. Güdemann und David Ritter von GutmaniL Wien. (Zur 200j ährig en Jubelfeier des israelitischenSpitales.) Im Altersversorgungshause in der Seegasse wurde am Samstag den 10. December die 200jährige Jubelfeier des israelitischen Spitales festlich begangen. Nach dem Abendgottesdienste versammelten sich die Pfleglinge des Hauses in den mit langen Tafeln gedeckten Corridoren, um eine vom Vorstande gespendete Festjause einzunehmen. Der Obmann des Comitös des Altersversorgungs- Hauses Herr Salo Cohn mit seiner Familie, der Referent Herr Oberingenieur v. Mises, Doceut Dr. Grünfeld, der Arzt des Hauses Herr Dr. Löbel waren erschienen und begrüßten die Versammelten. Herr Salo Cohn hob unter Anderem hervor, daß die Juden heute von gewissen Seiten gerne als Fremdlinge-bezeichnet werden und doch sei bereits vor nahezu 600 Jahren, wie aus den Archiven hervorgehe, ein jüdisches Spital auf dem heutigen Judenplatz erbaut worden, ganz abgesehen von den vielen historischen Erinnerungen, welche wir gerade jetzt' in der vom Alterthumsverein herausgegebenen „Geschichte der Stadt Wien" vom 12. Jahrhundert angefangen finden. An derselben Stelle, wo vor 200 Jahren von Samuel Oppenheimer das jüdische Spital in der Seegasse gegründet wurde, erhebt sich nun das schöne Altersversorgungshaus und vor circa 8 Tagen erst legte der jetzige Vorstand den Grundstein zu einem neuen Siechenhause. Die Pflege der Kranken und die Versorgung des Alters gehörten zu allen Zeiten zu den edelsten Institutionen des Judenthums. Auch der jetzige Vorstand ist bemüht, diesen Aufgaben zu entsprechen und er wird, soweit es in seinen Kräften steht, gern dazu beitragen, seinen Schutzbefohlenen einen sorgenfreien Lebensabend zu bereiten. Herr Oberingenieur von Mises bemerkte, daß er jetzt als Referent des Altersversorgungshauses häufig in diesem Hause verkehre und daß es ihn sehr freuen wird, wenn alle sich mit ihren Wünschen direct an ihn wenden würden. Es widerstrebe ihm allerdings, öffentlich Lob oder Tadel auszusprechen, aber er folge heute nur einem Drange seines Herzens, die Gelegenheit nicht vorübergehen zu lassen, ohne einem Manne, wie Herrn Salo Cohn, der in so warmer und munificenter Weise die Pflichten der Nächstenliebe erfülle, verbindlichst zu danken, und er fordere die Versammlung auf, auch ihrerseits diesem Dank durch Erheben von den Sitzen Ausdruck zu geben. (Lebhafter Beifall.) Nachdem noch Herr Dr. Löbel dem Gesammtvorstande und speciell dem Präsidenten Herrn kais. Rath Klinger für das große Interesse, welches dem Versorgungshause entgegengebracht wird, gedankt yatte, schloß die erhebende Feier, welche den Betheiligten gewiß stets eine schöne Erinnerung bleiben wird. Zum Jubiläumsfeft des Tcmpclvereincs in Mariahilf. Auf von verschiedenen Seiten an uns gerichtete Anfragen theilen wir mit, daß das. Ehrengeschenk, welches das Vorstandscollegium des Tempelvereines für Mariahilf und Neubau seinem Präsidenten Herrn Max Fleischer anläßlich des 25jährigen Vereinsjubiläums gewidmet hat, ein Tableau darstellt. In Mitte desselben ist die Photographie des Präsidenten und diese ist umgeben von den Photographien der Vorsteher, sämmtliche in silbernen Rahmungen und das Ganze auf einer silbergetriebenen, gezierten und reich mit echten Steinen und Perlen geschmückten Platte, ein Meisterwerk der Ciselierkunst. Der Entwurf ist von einem Architekten des Fleischer'schen Ateliers im gothischen Styl über Auftrag der Vorsteher angefertigt worden. In einem Medaillon ist die Widmungsinschrift und in einem zweiten Medaillon die in Silber getriebene Reliefdarstellung des Mariahilfer Tempels. Bei dieser Gelegenheit bemerke:: wir, daß im Jahresberichte der Generalversammlung der Vorsteher des Tempelvereines irrthümlich Alois R u 2 i c k a angegeben ist. Es muß lauten: Adolf R u z i c f a, da dieser kaiserlicher Rath und seit Jahren Vorsteher im dortigen Vereine ist. Israelitischer Beihausverein Brigittenau. Die Generalversammlung des Bethausuereines Brigittenau hat am 30. v. M. unter dem Vorsitz des Obmannes Herrn Hermann Eltbogen stattgefunden. Als Delegirter des Eultusvorstandes war Herr Dr. Alfred Berger erschienen. Herr Landesschulrath Dr. Gustav Kohn hat schriftlich seine Abwesenheit entschuldigt. Der Vereinsobmann Herr Eltbogen eröffnete die Versammlung, begrüßte die erschienenen Vereinsmitglieder, insbesondere den Delegirten der Cultusgemeinde, und nach Constatirung der Beschlußfähigkeit erstattete er den Jahresbericht. Mit Befriedigung constatirt der Bericht die günstigen finan-_ stellen Ergebnisse der Jahresbilanz. Zweifellos wird der Verein an Mitgliederzahl sich heben, sobald der geplante Vau des Tempels vollendet sein wird. Derzeit ist der Verein nicht einmal in der Lage, den Mitgliedern einen Tempelsitz zu bieten. Mit besonderer Anerkennung gedenkt der Obmann der für die hohen Feiertage eingerichteten Bethausfilialen, wo der Vorstand in der Lage war, eine große Anzahl von Freisitzen für Arme abzugeben. Einen besonderen Dank spricht der Obmann dem löblichen Cultusvorstande aus-sowohl für die Jahressubvention, als auch für den -Baubeitrag von 15.000 fl. und knüpft daran die Erwartung, daß der Cultusvorstand in Anbetracht der Dringlichkeit des Tempels in diesem Bezirke einen weiteren Beitrag von 5000 fl. bewilligen werde. Von Herrn Baron Rothschild ist zum Tempelbau eine Spende von 2000 fl. bewilligt worden. Möge das edle Beispiel andere reiche Glaubensgenossen zu gleich edlem Thun anregen! Der Cultusvorstand Herr Dr. Alfred Berger erbittet sich das Wort und erklärt die Errichtung eines Tempels in dem von Juden dichtbevölkerten Stadttheile Brigittenau für ein ganz besonders dringendes Bedürfniß und versichert, daß im Bedarfsfälle der Vorstand der Cultusgemeinde dem Vereine nach Thunlichkeit wahrscheinlich auch noch eine höhere Subvention zu Tempelbauzwecken gewähren werde. Er wünscht dem Vereine eine weitere gleich gedeihliche Entwicklung. Bei den vorgenommenen Wahlen wurden die ausgelosten Herren Jacob Kohn, Glaser, Dr. Ernst Rosenthal, Heinrich Weiner und Dr. Max Weißenstein wiedergewählt und von denjenigen, deren Mandatsdauer abgelaufen, sind die Herren Jacob Goldner und Jacob Kohn, Juwelier, aus der Urne hervorgegangen; neugewählt erscheint Herr Josef Steiner. Gegen 12 Uhr Nachts wird die sehr bewegte und gut besuchte Generalversammlung geschlossen. Wien. (Installation des Rabbiners Dr. Bach.) Donnerstag den 8. December 1898, halb 4 Uhr Nachmittags, fand im israelitischen Gemeindetempel, XVI. Hubergasse 8, die feierliche Jnstallirung des Rabbiners Dr. Julius Max Bach durch den Oberrabbiner Dr. Güdemann statt. Schon um 3 Uhr war der mit Guirlanden und Reisig geschmückte Tempel dicht gefüllt. Es waren erschienen: der Präsident der israelitischen Cultusgemeinde Herr kais. Rath Klinger mit den beiden Vicepräsidenten Herren Dr. Stern und Dr. G. Kohn, die Cultusvorsteher, kais. Rath Hirsch, kais. Rath Vogel, Baurath Goldschmidt, Mller v. Mises, Dr. Spitzer, Rosner, Hoffmann, David R. v. Guttmann, Dr. Bloch, die Professoren des Rabbiner-Seminars, kais. Rath Dr. Liebe n, Dr. .Adler, Amtsvorstand Wiener, der Präsident der „Chewra - Kadischa" des XVI. Bezirkes mit dem Gesammtvorstand, der Tempelvori

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