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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-12-09 · 49 (9.12.1898) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
49 (9.12.1898)
Date
1898-12-09
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 49 Seite 899 Dr. Bloch's Wochenschrift. ausgebracht; ihre Reihe wurde durch den K a i s e r t o a st des Vereinspräses Fleischer eröffnet. Herr Commercienrath Eisenberger folgte mit einem Toast auf das friedliche Einvernehmen zwischen der Hauptgemeinde und dem Verein, Vereinsvorsteher Dr. Engel brachte einen Trinkspruch auf die Seelsorger der Gemeinde und den Vereinsrabbiner aus, kais. Rath Pollak und Dr. Weingarten tranken auf das Wohl der Gönner, Förderer und Mitglieder des Vereines, Vicepräsident Dr. K o h n und kais. Rath Dr. Lieben auf das Vereinspräsidium und den Vorstand, kais. Rath R u z i 6 k a toastirte auf die Nestoren des Vereinsvorstandes, L i e b e r m a n n und Friedrich P o l l a k, und die altgetreuen Mitglieder Dr. Pollatschek und Kohnberger, aus den Cultusvorstand Salo Cohn und die Wohlthätigkeitsvereine. Herr Salo Cohn trank auf das Wohl der anwesenden Damen und speciell der Frau Eisenberger und Frau Rabbiner Dr. Taglicht, Herr Dr. L ö w y auf das harmonische Zusammenwirken des Tempelvereins und des „^aelllas Jeschurun“. Ein Toast des Herrn Friedrich P o l l a k galt den Vereinsfunctionären, iü deren Namen Prediger Dr. T a g l i ch t dankte und auf das Wohl des Vorstandes toastirte. Herr Ernst Schüller trank dem Casseverwalter kais. Rath Pollak zu, Herr Goller st epper glänzte durch eine Reihe poetischer Trinksprüche; ihnen folgte ein Trinkspruch des Dr. Bloch auf den Fortschritt, repräsentirt durch den gefeierten Tempelverein. Mit einem Toast des Kammerrathes Janowitzer auf die Solidarität und einem Schlußwort des kais. Rathes R u z i ö k a schloß der gelungene Festabend nach Mitternacht. (Korrespondenzen. Oeffentliche Plenarsitzung des Wiener israelitischen Cnltusvorstanoes vom 4. December 1898. Präsident kais. Rath H. Klinge r. Der Vorsitzende constatirt die Beschlußfähigkeit und ersucht um Verlesung des Einlaufes. Vor Uebergang zur Tagesordnung ergreift das Wort kais. Rath Heinrich K l i n g e r, um dem Vicepräsidenten der Cultusgemeinde, Landesschulrath Dr. Gustav Kohn, zu der Allerhöchsten Auszeichnung im Namen des Gesammtcollegiums zu beglückwünschen. (Lebhafter Beifall.) Dr. Gustav Kohn ist mehr als pflichttreu, er ist von unermüdlichem Eifer im Dienst der Gemeinde, er arbeitet mit Lust und Freude und ist ein Vorbild der Aufopferung und Hingebung für die gemeinsame Sache. Darum freuen wir uns über die ihm zutheil gewordene, wohlverdiente kaiserliche Auszeichnung. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich beglückwünsche ferner unseren langjährigen Secretär Dr. Theodor Lieben zu der ihm gewordenen kaiserlichen Auszeichnung. (Lebhafter Beifall.) Wir hatten bereits im Lause dieses Jahres Gelegenheit, unserer Werthschätzung und Zuneigung zu ihm Ausdruck zu geben, als er nach überstandener schwerer Krankheit zu uns wieder zuriickkehrte. Wir freuen uns seiner wiedergewonnenen riistigen Gesundheit und beglückwünschen ihn zu dem Beweis der Allerhöchsten Gnade. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Kammerrath Vogel, welcher ebenfalls mit dem Ritterkreuz des Franz Joses-Ordens ausgezeichnet wurde, war in der Sitzung nicht erschienen. Das detaillirte Ergebniß der vorgenommenen Vorstandswahlen wird erst nach Ablauf der Reclamationsfrist bekannt gegeben werden. Agnoscirung erfolgt in der am 6. d. M. stattfindenden Vorstandssitzung. Der Präsident erwähnt der unter besonders würdiger Feierlichkeit am 1. December vollzogenen Grundsteinlegung des Siechenhauses, sowie des am 2. December in allen Gemeindetempeln veranstalteten Festgottesdienstesund ergreift die Gelegenheit, den Functionären den Dank des Cultusvorstandes auszusprechen. Der Präsident theilt mit, daß er bei der Generalversammlung des Tempelvereines für Mariahilf und Neubau persönlich anwesend war, um aus Anlaß der Jubiläumsfeier dieses Tempelvereines seinem Präsidenten und seinem Vorstand den Dank und die Anerkennung der Gemeinde auszusprechen. (Lebhafter Beifall.) Nach Uebergang zur Tagesordnung ergreift das Wort kais. Rath Moriz Hirsch: Wie Ihnen bekannt, schloß das Budget pro 1898 mit einem Betrag von fl. 39.574, welcher durch die ordentlichen Einnahmen keine Bedeckung fand und trotz der großen Sparsamkeit in den allgemeinen Ausgabetiteln voraussichtlich — wir befinden uns jetzt nur kurze Zeit vor Jahresschluß — in seiner vollen Höhe als Deficit des abgelaufenen Jahres verbleiben wird. Auch das Budget des Jahres 1899 ergibt einen Abgang von fl. 51.872.77. Die Begründung ist leicht gegeben, wenn Sie die außerordentlichen Ausgaben der beiden Jahre in Betracht ziehen. Ich erinnere an die in diesem Jahre vorgenommenen Arbeiten in den Gemeindetempeln und Gemeindehäusern, für welche — wenn mich theilweise vollendet — immerhin ziemlich hohe Beträge im kommenden Jahre zu bezahlen sind, an die Vermehrung des Unterrichtes, geboten durch die größere Zahl der Schulen und Schüler, an die Erhöhung des Ausgabentitels „Armenbetheiligung" infolge der leider so sehr gesteigerten Anzahl unserer verarmten Glaubensgenossen, ferner an die Erhöhung der Subventionen und Darlehen an Bethausvereine, sowie an die durch die größere Inanspruchnahme der Humanitätsanstalten unserer Gemeinde hervorgerufenen Mehrkosten. Alle diese Umstände erklären die unbedeckten Beträge, da leider nur die Ausgaben, aber nicht auch die Einnahmen in gleicher Progression eine Steigerung erfahren. Redner bietet eine detaillirte Schilderung des Gemeindebedarfes und wir entnehmen derselben folgende Ziffern: E i n n a h ni e n : Bethänser.fl. 77.120 Schule.„ 22.218 Wohlthätigkeits-Seetion (Stiftungs-Zinsen) . „ 59.054 Cultussteuern . „ 355.000 Diverse.„ 49.351 Matrike .„ 4.220 Friedhof.„ 177.096 Ausgaben: Bethäu'er.fl. 186.181 Schule.„ 108.985 Wohlthätigkeits-Seetion (Spital, Versorgungs- Hans, Unterstützungen) „ 182.608 Administration . ... „ 186.204 Matrike.„ 12.895 Friedhof.„ 119.656 fl. 744.059 | fl. 796.532 Daher unbedeckt ... . . . fl. 52.472 Hiezu der Abgang von 1898 .„ 39.574 Das unbedeckte Ersorderniß für das kommende Verwaltungsjahr beträgt fl. 91.446. Der Präsident eröffnet die Generaldebatte. Cultusvorsteher Dr. Marcus Spitzer gibt seinem Erstaunen Ausdruck, daß wir unmittelbar nach den mit so vielen Schwierigkeiten durchgeführten Steuererhöhungen in bedeutender Art bereits wiederum vor einem Budget stehen mit einem Deficit von nahezu fl. 91.000. Redner findet den Grund des Nebels darin, daß die Ausgabeposten nicht streng gesondert sind nach ordentlichen und außerordentlichen Bedürfnissen. Für ein normales Budgetjahr würden die regelmäßigen Einnahmen hinreichen, die Ausgaben zu decken. Dagegen bei außerordentlichen Budgetposten für die Renovirungen des Tempels der Leopoldstadt und des Gemeindehauses in der inneren Stadt, sowie für die Tempelbaubeitäge an einzelne Bezirke fehlt die Bedeckung. Es sind das außerordentliche Ausgaben, für welche in außerordentlicher Weise die Bedeckung gesucht werden müßte. Referent kais. Rath Hirsch erklärt, daß man auch bei den erwähnten Posten es mit normalmäßigen Ausgaben zu thun habe. Wenn auch dieselbe Ausgabepost im nächsten Jahre nicht wieder erscheint, so kommen doch andere ähnlicher und verwandter Art. Es wäre aber auch eine Selbsttäuschung, wenn wir unseinreden wollten, mit den dermaligen Einnahmen auch nur das sogenannte Normalbudget für die Dauer bestreiten zu können. Die Posten des Normalbudgets selber wachsen von Jahr zu Jahr; das erweiterte Altersversorgungshaus und das erweiterte Spital werden in unserem Budget durch ansehnlich gesteigerte Ausgaben ihren Ausdruck finden. Dabei haben wir in diesem Jahre einzelne Posten, wie z. B. den für den Beamten-Pensionsfond und den für die Friedhof-Erweiterung (mit dem Betrag von fl. 20.000) gänzlich ausgelassen. Für später aber werden diese Posten wieder eingestellt werden müssen. Referent gelangt zu deni Schluß, daß mit den jetzigen Steuereingängen auch für die normalmäßigen Ausgaben kein Auslangen sei und daß man im Jahre 1899 an eine neue Steuerregulirung werde schreiten müssen. Cultusvorsteher Dr. Berger bespricht ebenfalls die Posten außernormalmäßiger Natur, welche mit den lausenden

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