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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-11-25 · 47 (25.11.1898) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
47 (25.11.1898)
Date
1898-11-25
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 47 Vr. Bloch's Wochrnfchrist Seite 863 lung dieses Humanitären Bereines ebenfalls am 30. d. M. um 7 Ühr Abends im RonachcrSaale statt; Außer der tüchtigen Präsidentin Frau Amalie Beck ist der ganze Fraucn-Vorstand an die Spitze dieses neuen Humanitären Vereines getreten, sowie viele hervorragende Persönlichkeiten in das Gründungs-Comite, so daß zu hoffen ist, daß auch dieser Verein sehr bald seine segensreiche Thätigkeit entfalten wird. Das erste israelitische Wiener Reconvalescentenheim soll armen jüdischen Frauen und Kindern Erholung nach schwerer überstandener Krankheit bieten, es soll den Reconvalesceuten ermöglicht werden, ihre Gesundheit vollständig zu erlangen, um dem Kampfe um's Dasein wirksamer begegnen zu können; Es ist zu wünschen, daß die Wiener Judeuschast, welche jede humanitäre Bestrebung unterstützt, diese eminent wohlthätige Institution kräftigst fördern hilft, um damit durch wenn auch noch so kleine Gaben, sowie auch durch den Beitritt als Mitglied des Vereines es bald ermöglicht werde, das von dem Vereine an gestrebte edle Ziel zu erreichen. Beitrittsanmeldungen nimmt entgegen: Frau Amalie Beck, VIII., Langegasse 1, Frau Wilhelmine Steiner, VI., Gumpendorferstraße 16, Frau Anna Guttmann, VI., Mariahilferstraße 25. Wien. (Erster Wiener Lehrmädchenhort.) Der Leopoldstädter Frauen-Wohlthätigkeits-Berein, welcher trotz seines kaum zweijährigen Bestandes die ansehnliche Zahl von fast 1000 Mitgliedern zählt, hat Samstag den 19. November, als Namenstage weiland Ihrer Majestät Kaiserin Elisabeth, eine Institution geschaffen, welche umso größeres Interesse in den weitesten Kreisen Hervorrufen dürste, als sie auf dem ganzen Continente die erste und einzige ist. Auf Anregung der Präsidentin des Vereines Frau kais. Rath Dr. Kohn wurde bereits im Vorjahre der Beschluß gefaßt, anläßlich des Regierungsjubiläums ein Heim für der Schule entwachsene Mädchen, weibliche Lehrlinge zu stiften und die Vereinsleitung kann nunmehr mit Befriedigung auf die Verwirklichung ihres großen Planes blicken. Ein distinguirtes Publicum füllte die Räumlichkeiten des neuen Hortes, der in dem Hause, II., Rembrandtstraße 6, untergebracht ist, bei seiner Eröffnung. Die Herren erschienen in Frack, die Damen in schwarzer Toilette. Unter den Anwesenden bemerkte man zahlreiche Vertreter humaner Institute und Vereine. Nach einem von Herrn Obercantor Goldstein executirten Festchorale begrüßte die Präsidentin Frau kais. Rath Dr. Kohn die erschienenen Festgäste in besonders herzlicher Weise. Es wird hierauf dieListe derSpender und Förderer verlesen, welche sich an der Ausgestaltung des Heimes betheiligt haben, diese sind die Herren : Dr. Arnold Ascher, J.Bellak, Berger L Hohenberg, Moritz Fried, P. I. Gottlieb, Heller, Julius und Josef Hermann, Edmund Hvfmann, Heinrich Kohn, Edmund Löwy, Philipp Löwy, Lustig, Mensch, Morberger, Adolf Muhr, S. Oppenheim, Pfefferkorn, Josef und Leopold Quittner, Benno Rothziegl, M. Schreiber, Prof. Richard Singer, Singer u. Co., Hermann Stern (D. Löwy's Nachfolger), Szücs, I. Theumann, Rudolf Winternitz, Wurzel u. Westreich. Die Damen: Louise Bäck, Dr. Irene Engel, Rosa Fleischmann, Cäcilie Frankl, Fuchs, Bertha Käs, Karoliue Käs, Irma Kausmann, Charlotte Kisch, Anna Löwy, Zerline Neumann, Emma Raudnitz. Schneider, Prof. Hermine Singer, Dr. Elise Winternitz. Mit Geldspenden betheiligten sich die Herren : Emanuel Beer, Fritz Meudl, Heinrich Mendl, Baron Albert Rothschild, Philipp Thorsch: die Damen: Fanny Bauer, Sofie Deutsch, Anna Fried, Hermine Fleischmann, Emmy Fürst, Therese Grimm, Grünsfeld, Auguste Hirschbein, Rosa Holzer. Sofie Kohn, Jenny Magyar, Nauette Mauthner, Betty Mendl, Amalie Neumann, Lina Rosenblatt, Bertha Sonnenschein, Adele Steinhardt. Sr. Ehrwürden Herr Oberrabbiner Dr. Schmied! dielt eine dem humanitären Akte angepaßte Festrede, welche auf die Anwesenden einen tiefen Eindruck machte. Namens der Cultusgemeinde ergriff Herr Oberingenieur Edler von Mises das Wort und dankte dem Vereine für diesen neuen Beweis seiner humanitären Bestrebungen. Baden. Anläßlich des Regierungs-Jubiläums des Kaisers findet Freitag den 2. December im Tempel der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde ein feierlicher Gottesdienst statt. Dieser Feierlichkeit wird laut Beschluß des Cultusausschusses ein Akt der Wohlthätigkeit folgen, indem einem würdigen Schüler des hiesigen Gymnasiums em von der Cultusgemeinde zu diesem Zwecke und als Ausdruck der Loyalität gewidmetes Stipendium von 120 fl. überreicht werden wird. Auch der hiesige israelitische Fraueu-Wohlthätigkeitsverein wird am selben Tage Wohlthätigkeitsakte üben und eine Kleiderbetheiluug für die arme Schuljugend vornehmen und einen größeren Geldbetrag all Arme vertheilen. Brünn. (D e c o rir u n g.I Wie bekannt, hat der Kaiser dem Tr. Maximilian M e y e r, Schiffsarzt des Oesterreichischen Lloyd, gebürtig und wohnbast in Gaya (Mähren), in Anerkennung besonders verdienstvollen Wirkens bei der Pflege der Pestkranken in Wien das goldeire Verdien stkreuz mit der Krone verlirhen. Am 21. d. M. wurde dem Dr. Meyer diese Decoration vom Bezirkshauptmanu Dr. Rudolf Zahraduik im Sitzungssaale der Stadtgemeinde Gaya in Gegenwart des Bürgermeisters, sämmtlicher landesfürstlicher Behörden, der Lehrerschaft, der Genossenschaftsvvrstände, der Vertreter der autouomen Corporatiouen, sämmtlicher Aerzte u. s. w. mit einerfeierlichen Ansprache überreicht. Dr. Meyer hielt eine Dankrede. Hierauf übermittelte der Bürgermeister der Stadtgemeinde Gaya, Dr Josef Galusek, dem Decorirten die Glückwünsche seiner Vaterstadt, worauf sämmtliche Anwesenden den decorirten Arzt und dessen Eltern beglückwünschten. Mit dreifachen Hvch- und Slava-Rufen aus den Kaiser schloß die erhebende Feier. Czernowitz. Am 8. November wurde hier der Grundstein zu dem zur bleibenden Erinnerung an das 50jährige Regierungsjubiläum des Kaisers gegründeten israelitischen Waisenhaus gelegt. Es waren zur seierlichen Grundsteinlegung erschienen: der Landespräsident Herr Baron v. Bourgoignon, die Spitzen der politischen, Militär- und Finanzbehörden, der Rector der Universität, viele Universitätsprofessoren, das Handelskammerpräsidium, der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde unter Führung des kais. Rathes Herrn Präsidenten Naphtali Tittinger und des Prasidenten-Stellvertreters und k. u. k. Hauptmannes i. d. R. Bernhard Bartinetter, und ein zahlreiches vornehmes Publicum. Der Obmann des Curatoriums, Herr Ferdinand Mayer, begrüßte die anwesenden Gäste und gab einen kurzen Ueberblick über die Entstehungsgeschichte der Waisenhausstiftung. Herr Oberrabbiner Dr. Rosenfeld hielt die Weihrede. Der Obmann hob die Namen all' Derjenigen, die sich um die Begründung dieser Anstalt Verdienste erworben, rühmend und dankend hervor und bat um weitere Spenden für dieselbe, um auch deren Bestand zu sichern. D ß es aber hauptsächlich zwei Männer sind, denen die Entstehung der Waisenhausstiftnng zu danken ist, weiß jedes Kind in Czernowitz und in der Bukowina. Wie so oft zeigte sich auch diesmal, daß Herr Oberrabiner Rosenfeld nicht blos ein bewunderter Meister des Wortes, sondern auch ein zielbewußter, thatkräftiger Mann ist. Und von den Worten des Oberrabbiners angeeifert, widmete der nunmehrige Obmann, Herr Directoc Ferdinand Mayer, dieser heiligen Sache einen großen Theil seiner Zeit und Kraft und kann schon jetzt mit innerer Genuglhuung auf das geschaffene Werk blicken. Die Feier war eine wahrhaft erhebende, oder um mit den Worten unseres Oberrabbiners zu sprechen, er war „ein Freuden- und Ehrentag für unsere jüdische Gemeinde, für die Judenschaft der Bukowina". Der gesangliche Theil. geleitet vom Obercantor Schächter, trug ebenfalls viel zum Gelingen der Feier bei. Die anwesenden Honoratioren beglückwünschten den Oberrabbiner zu seiner wunderbaren Rede. Tarnow. Eine erhebende Feier fand hier am 13. d. M. Abends statt. Die ersten 11 Colonisten für die vom Vereine „Ahawath Zion" in Palästina gegründete Colonie „Machuajim" haben an diesem Tage die Reise nach dem Lande unserer Väter angetreten, um den einst äußerst fruchtbaren, infolge Jahrhunderte langer Vernachlässigung aber brachliegenden Boden wieder urbar zu machen. Zahlreiche Gesinnungsgenossen aus niehreren Städten Galiziens sind hergekommen, um an diesem Feste theilzunehmen und den wackeren 11 Pionnieren ihre Grüße fürs heilige Land mitzugeben. Aus vielen Städten waren telegraphische und briefliche Gratulationen eingelangt. Die Feierlichkeit begann um 6 Uhr Abends im Locale des Bereines „Ahawath Zion" mit einer Rede des Obmannes Herrn Dr. Salz und des Herrn L. K o f f l e r aus Lemberg. Die Colonisten unterschrieben die Verträge mit dem Vereine, welcher ihnen gleichzeitig die vollste Autonomie ertheilte. Die Colonisten haben sich gleich darauf constituirt, und zwar wählten sie aus ihrer Mitte den Herrn G. Perl aus Podhayce zum Obmann, L. T i e r s ch w e l l zum Cassier und Eisig Haber zum Schriftführer. Den Abreisenden wurde eine hebräische Adresse mitgegeben, auf welcher alle Anwesenden ihre Namen unterfertigten. Um 9 Uhr fand ein Festbankett statt und beim perlende» Palästina-Wein folgten eine unendliche Reihe Toaste in deutscher und hebräischer Sprache. Den Reigen eröffnete der Obmann Herr Dr. Salz, dann folgten die Herren Kos fl er (Lemberg), Redacteur Fuchs (deutsch und hebräisch), Dr.

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