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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-11-18 · 46 (18.11.1898) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
46 (18.11.1898)
Date
1898-11-18
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 46 Vr. Vloch'» Wochrnschrrfl TeUe 843 Correspondenzen. Sitzung des Vorstandes der Wiener israelitischen Cnltus gemeinde am 15. November 3898, unter dem Borsitz des Präsidenten Herrn kaiserl. Rath Klinger. Beginn 10 Uhr Vormittags. Nach Verlesung der Einläufe und der für verschiedene Wohlhätigkeitszwecke von einer größeren Anzahl von Gemeinde- Mitgliedern seit der letzten am 6. November d. I. abgehaltenen Plenarsitzung eingeflossenen Spenden werden die in einem besonderen Verzeichnisse in den jüdischen Wochenblättern veröffentlichten Spenden für den Siechenhausbau mit dem Ausdrucke des Dankes bekanntgegeben, wobei der Präsident die besonders erfolgreichen Bemühungen des Vertreters Herrn kaiserl. Rath Hirsch in dieser Angelegenheit unter Zustimmung der Versammlung anerkennend erwähnt. lieber Antrag des Präsidenten wird die Beschlußfassung, betreffend die am 2. December & I. erfolgende Zuwendung der Stipendien aus der Kaiser Franz Josef-Jubiläums-Waisenstiftung eines ungenannt sein Wollenden dem Vertreter-Collegium übertragen. Der Präsident berichtet, daß anläßlich einer in dein Amtsblatte der „Wiener Zeitung" vom 25. beziehungsweise 27. October 1898 erschienenen Kundmachung, betreffend eine bei der k. k. Normal - Aichungs - Commission erledigte Ober-Commissär- und Commissärstelle, in welcher Ausschreibung von den Bewerbern unter den erforderlichen Nachweisen die Beibringung des Taufscheines obligatorisch gefordert wurde, demnach also die Angehörigen der israelitischen Cultusgemeinde von der Bewerbung von vorneherein ausgeschlossen wurden, das Präsidium eine Eingabe an den Handelsminister gerichtet habe, in welcher unter Hinweis auf Artikel 3 des Staatsgrundgesetzes vom 21. Dezember 1867 über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger, wonach die öffentlichen Aemter allen Staatsbürgern gleich zugänglich sind, um Richtigstellung dieser Knndmachung, beziehungsweise Erneuerung derselben eingeschritten wurde. Hierüber ist nun ein vom 5. d. M. datirter, vom k. k. Handelsminister Josef Freiherrn von D i p a u l i gefertigter Erlaß an den Vorstand gelangt, mit der Mittheilung, daß der Handelsminister infolge der gedachten Eingabe die Direction der k. k. Normal-Aichungscommission beauftragt habe, den Concurs neuerlich unter Richtigstellung des beanständeten Passus in der Wiener Zeitung zur Verlautbarung zu bringen, was, wie der Präsident bemerkt, thatsächlich bereits erfolgt ist. (Wird zur Kenntniß genommen). Der Präsident erwähnt ferner unter Betonung des Umstandes, daß der Vorstand als solcher anläßlich der eben stattfindenden Wahlbewegung zweifellos und ganz entschieden, von dem Eingreifen in dieselbe sich ferne zu halten habe und unter besonderer Hervorhebung seiner gewiß allgemeiner Zustimmung begegnenden Ansicht, daß eine Kritik und eine objective Beurtbeilung der Thätigkeit des Vorstandes immer zu begrüßen sei, er denn doch nicht unterlassen könne, auf die Art und den Ton hinzuweisen, mit' welcher in einer jüngst abgehaltenen Wahlerversammluug der Oesterreichisch-Jsraelitischen Union der Referent — angeblich im Namen des Vorstandes des Vereines — über das Wirken des Cultusvorstandes und dessen Befähigung sich geäußert habe; es müsse als sonderbar bezeichnet werden, daß in einer Zeit, wie die heutige, wo man das Einsetzen der ganzen Kraft des Vorstandes und sein autoritatives Einschreiten nach Außen verlange, man es opportun finde, gleichzeitig das Ansehen des Cultusvorstandes nach Innen und nach Außen herabsetzen zu wollen. Nach den Erklärungen jener Herren Cultusvorsteher, welche gleichzeitig auch als Vorsteher oder Beiräthe dem obgenannten Vereine angehören, dahin gehend, daß die Ausführungen des vorerwähnten Referenten keineswegs den Gegenstand vorhergegangener Berathungen im Schooße des Vereinsvorstandes gebildet hätten, erklärt der Präsident auf eine Widerlegung in den Zeitschriften zu verzichten; dies umso mehr, als die Gemeiudemitglieder mittlerweile wohl Gelegenheit gefunden haben werden, aus den ihnen in Druck zugegangenen Berichten über die Thätigkeit des Vorstandes ein objectives Urtbeil sich zu bilden und daß er es sich somit nur Vorbehalte, auf diese Angelegenheit in der dem Cultnsvorstande entsprechend würdigen Form, aber auch gerecht werdend dem sonst zweifellos Anerkennung verdienenden Wirken des Vereines „Union" bei der am 17. d. M. stattfindenden, vom Vorstande einberufenen Wählerversammlung mit wenigen Worten zurückzukommen. Die Plenar-Versammlung erklärt sich einstimmig mit dem Vorgehen des Präsidenten einverstanden. Der Bericht des Vertreter-Collegiums über das Programm der am 1. December stattfindenden Grundsteinlegung des Siechenhauses, für dessen Bau neuerdings namhafte Spenden eingelaufen sind, wird nach dem Referate des Herrn Baurath S t i a ß n y genehmigt. Ebenso finden die Anträge des Vertreter-Collegiums (Referent Herr Vice-Präsident Dr. Gustav K o h n) wegen ^Abhaltung der feierlichen Gottesdienste an> 2. December Zustimmung. Diesbezüglich wurde beschlossen: Der Festgottesdienst für die Schuljugend an Volks- und Bürgerschulen hat in allen Synagogen um 8 Uhr Morgens, für die Schüler der Mittelschulen in allen Gemeindebethäusern um 9 Uhr Morgens stattzufinden; für die Mitglieder der Cultusgemeinde werden in den Gemeindetempeln der Stadt und Leopoldstadt zu verschiedenen Stunden besondere Festgottesdienste abgehalten, an welchen fämmtliche Vorsteher theilnehmen werden. In den Gemeinde-Bethäusern Fünfhaus, Ottakring und Währing wird der Gottesdienst für die Jugend und die Gemeindemitglieder gemeinschaftlich abgehalten. Die namens der II. Section von Herrn Bice-Präsidenten Dr. Gustav K o h n gestellten Anträge, betreffend die Bestellung von Exhortanten für den Jugendgottesdienst der Mittelschüler, sowie betreffend die Errichtung zweier neuer Leseübungsschulen im X. und XVII. Bezirk werden angenommen; weiters wird über den namens der Unterrichtssection gestellten Antrag des Herrn Dr. Spitzer, behufs Ermöglichung der Herausgabe eines bibliographischen Werkes die Subventionirung desselben beschlossen. Ein längere Debatte ruft der von Herrn Dr. Steiner namens der II. Section gestellte Antrag hervor, behufs Schaffung eines vollständig geeigneten Lehrbuches der jüdischen Geschichte zum Gebrauche für den Religionsunterricht an den hiesigen Mittelschulen eine entsprechende Umarbeitung des Lehrbuches von Dr. M. Kayserlitt g zu veranlassen, welcher Gegenstand den Vorstand und dessen Unterrichts-Section wiederholt beschäftigte. Im Hinblick auf den eingebrachten Minoritäts-Antrag, das Lehrbuch der jüdischen Geschichte von Professor Bram für den Gebrauch an österreichischen Mittelschulen umzuarbeiten, wird die Vertagung dieser Angelegenheit beschlossen, damit auch jene Mitglieder des Vorstandes, welche der Unterrichts-Section nicht angehören, sich vor der Beschlußfassung über diese wichtige Angelegenheit gründlich informiren können. In Abwesenheit des wegen Krankheit nicht erschienenen Obmannes der!!!. Section, Herrn Baurath R. v. Goldschmidt, stellt der Obmann-Stellvertreter Herr Salo C o h n namens dieser Section nachfolgende Anträge: 1. Anläßlich des 25jährigen Bestandes des derzeitigen Spitalsgebäudes der israelitischen Cultusgemeinde sei ein Bericht, umfassend die ärztliche und ökonomische Thätigkeit innerhalb des Zeitraumes der abgelaufenen 25 Jahre, zu veröffentlichen. 2. Der 200jährige Bestand des im Jahre 1698 in Wien gegründeten Jsraelitenspitals sei dadurch zu feiern, daß sowohl die Prediger, als auch die Exhortanten bei dem Jugendgottesdienste am Sabbath-Chanucka dieses historischen Ereignisses in entsprechender Weise gedenken mögen. Diese Anträge werden angenommen, desgleichen unter Dank das Anerbieten eines Wohlthäters, an diesem Tage den Jnsaffen der israelitischen Wohlthätigkeitsanstalteu, wie Spital, Versorgungshaus rc., auf seine Kosten eine Festesfreude zu bereiten. Schließlich gelangen Angelegenheiten des Versorgungs- Hauses zur Berathung und wird principiell beschlossen, zur Beaufsichtigung der Gebahrung des Altersversorgungshauses das für diesen Zweck bestehende Comitä durch Beiräthe (Externe) zu verstärken. Die 111. Section wird beauftragt, ein diesbetrefiendes Regulativ dem Plenum zur Beschlußfassung vorzulegen. (Schluß der Sitzung um 1'/, Uhr Nachmittags.) Wien. (S y n a g o g e n b a u zum A n d e n k e n a u die K a i s e r i u.) Bei der am 29. October, dem Tage der definitiven Beisetzung der sterblichen Ueberreste der Kaiserin Elisabeth an der Seite des Sarges ihres Sohnes, des verewigten Kronprinzen Rudolf, stattgehabten ordentlichen Generalversammlung des vom Vorstände der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde ueucreirten Krankenunterstütznngs-Bethaus- und Talmud-Thora-

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