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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-11-11 · 45 (11.11.1898) · page 19

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
45 (11.11.1898)
Date
1898-11-11
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Str. 45 Vr. Vloch'« Wochenschrifl Seite 881 Literatur. Tage >tnb Nächte. Gedichte von Adolf Donath mit einem Geleitworte von Georg Brandes. Dieser Tage erschien in dem rühmlich st bekannten Verlage von Schuster und Löffler eine Gedichtsammlung eines jungen Wiener Dichters, Advlf Donath, die mit Berechtigung großes Aufsehen erregten. Es ist ein enges Milien, in das uns Donath mit seinen Gedichten führt, in das Leben und Weben des Gefühles, aber die farbenprächtige, glänzende Gestaltungskraft und die Klangschönheit seiner Verse machen, daß wir uns bald heimisch fühlen. In leisen, verklingenden Melodien zeichnet er uns eine knospende Liebe, in herbem Schmerze eine kranke, sterbende Seele, und um alles schlingt sich als gluthenschimmerndes Band eine tönende Bewunderung der Natur. Und was Georg Brandes, dessen kritische Herrschaft in Europa unbestritten ist, an Donath's Gedichten lobend hervorhebt, die Jugend, Frische, Melodie, das Zarte, Elfenartige, das sind zugleich die Vorzüge der wahren und nicht erkünstelten Gefühlslyrik, deren Meister dieser hoffnungsvolle Dichter trotz seiner Jugend schon ist. Zugleich fügt aber Donath mit seiner Gedichtsammlung zn dem immer mächtiger sich erhebenden Bau der Ueberzeugung, daß der Boden der jüdischen Religion in lyrischer Beziehung überaus reich sei, einen neuen Stein hinzu. In seiner Sammlung finden sich nämlich einige ebenso wundervoll empfundene als ausgeführte Judenlieder und die Sage von Rabbi Ammon. In den Judenliedern tönen dieselben wehmuthsvollen Klänge wieder, die Heine anstimmt, wenn er in seinen Gedichten des verlorenen Glaubens denkt, wenn er um den Tisch nach altgewohnter, frommer Weise die Familie sitzen ließ, während sie von Außen der Haß und Neid umdrängt. Besonders im zweiten Gedichtchen hat Donath dieser Unruhe glänzenden Ausdruck gegeben, an der Stelle, wo es heißt: „Mutter fürchtet des Nachbarn Neid, Mutter fürchtet die fiebernde Zeit .... Mutter drücken die Sorgen —" Großartig und ergreifend ist aber die Sage von Rabbi Ammon — die nächstens auch in hebräischer Uebersetzung erscheinen wird — des Märtyrers, der die glänzendsten Anerbieten des Kurfürsten von Mainz zurückweist, um bei dem Glauben seiner Väter bleiben zu können, wegen dieses Ungehorsams aber vom Kurfürsten aufgefordert wird, sich selbst eine Strafe zu bestimmen. Er nun will sich seine Zunge aus dem Munde reißen lassen, damit er nie in die Lage komme, seinen Glauben zu verrathen, der Kurfürst aber läßt im Hände, Füße, Ohren und Nase abhauen. Doch sein Gottvertrauen verlies Rabbi Ammon nicht, und sterbend dichtet er noch seinem Gotte ein herrliches Gebet: „Und es leuchtete sein Antlitz, Ehe ihn sein großer Schöpfer Von dem Erdenleid erlöste." Noch eines ist an Donath's Werk hervorzuheben, was heutzutage, da die Dichtung dem Geschäft immer näher verwandt wird, besonders zu schätzen ist, daß er höher „als auf den Zinnen der Partei" schreitet und sein Streben ein rein künstlerisches ist. Möge sich seinem Erstlingserfolge bald ein zweiter anreihen! Wien. Stefan Zweig. „Geschichte der deutschen Juden." Es liegt uns die erste Lieferung eines Werkes aus dem „Deutschen Verlage" in Berlin vor, welches vollauf verdient, daß diejenigen Kreise, für welche es in erster Reihe bestimmt erscheint, sich dafür lebhaft interessiren. Die „G e s ch i ch t e der deutschen Jude n", welche Dr. Adolph Ko Hut zu schreiben unternommen hat, verspricht, wenn die Fortsetzungen sich auf der Höhe der Anlage erhalten, und es liegt kein Grund vor, daran zu zweifeln, ein. Buch zu werden, aus welchem viel Belehrung, Anregung und Genuß zu schöpfen sein wird. Die reiche illustrative Ausstattung und Bilder von Th. Kutschmann, der vornehme Druck und das splendide Papier, stempeln es auch äußerlich zu einem Prachtwerk ersten Ranges. Unter den Vollbildern heben wir als besonders interessant hervor: Das Grab des Rabbi Jehuda ben Bezalel (1609) auf dem alten Friedhof zu Prag, das Innere der Synagoge zu Worms, das Freudenfest der Juden von Frankfurt a. M., und Prag zur Feier der Geburt des Erzherzogs Leopold (1716) und das . in Farben und Gold hergestellte Miniaturgemälde ans einem Machsor, jüdische Trachten des 15. Jahrhunderts darstellend. Wir beabsichtigen, unsere Leser von dem Fortschreiten des interessanten, groß gedachten Werkes in Kenntniß zu erhalten und wünscheri dem opfermuthigen Verlag blos, daß er sich nur nicht getäuscht und verrechnet haben möge in Bezug auf den allerregsten Antheil des begüterten jüdischen Publicums, welchen sein Unternehmen vollauf verdient. Das Werk erscheint in 20 Halblieferungen k 1 Mark oder 10 Bolllieserungen k 2 Mark. Gesammtpreis complett 20 Mark. In jeder Buchhandlung bestellbar. Geschichte der Juden von Esra bis zur Jetztzeit, für Volksschulen und höhere Lehranstalten bearbeitet von Stadtrabbiner Dr. Theodor Kroner, Kirchenrath zu Stuttgart. Verlag von I. Kauffmann, Frankfurt a. M. 1899. 136 S. und Zeittafeln 15 S. Preis geb. i M. 30 Pf. Ein guter Leitfaden für die nachbiblische Geschichte mit eingestreuten Proben aus dem reichhaltigen Schatz der jüdischen Literatur, besonders für die Schüler der höheren Lehranstalten, ist schon lange ein von den betreffenden Schulleitern empfundenes Bedürfniß. Die vorhandenen Lehrbücher sind theils zu ausführlich und darum zu theuer (wie Bäck, Braun und Caffel), theils der nöthigen begeisternden Wärme entbehrend (wie Kayserling), oder gar zu knapp gehalten (wie Sondheimer und S. Müller). Kroner hat als gewiegter Pädagoge die rechte Mitte und den rechten Ton getroffen, und trotz der reichen und geschmackvollen Auswahl von anziehenden Proben aus Mischna Talmud, religionsphilosophischen, poetischen und Ritual-Werken, ja sogar auch aus der Responsenliteratur, hat die Verlagshandlung den Preis des gut ausgestatteten Buches so niedrig gestellt, daß seine Einführung als Schulbuch nicht nur zu empfehlen, sondern auch leicht zu ermöglichen ist. Neue Bücher. Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest für das Schuljahr 1897/98. Mit dem vorangehenden Bericht: Das altjüdische Zauberwesen, von Professor Ludwig Blau. Budapest, 1898. Caprrän Alfred Dreyfus. Briefe aus der Gefangenschaft. Mit einer Einleitung, einem Nachtrag und Facsimilebriefen. Deutsche ^uitorisirte Ausgabe des französischen Originals. Dritte Auflage. Berlin, 1899. Verlag Siegfried Cronbach. Dollivet, Jude! Autorisirte Ausgabe des französischen »8als full». i? Bogen Octav. Elegant brochirt 3 Mark 50 Pfennig, elegant gebunden 4 Mark 50 Pfennig. Berlin W. Verlag Siegfried Cronbach. Am Ende des Jahrhunderts. Rückschau auf 100 Jahre geistiger Entwicklung. Herausgegeben von Dr. Paul Bornstein. Verlag Siegfrid Cronbach, Berlin. Band III. Berns eld, Dr. S., Juden und Judenthum lm X«X. Jahrhundert. Verlag Siegftied Cronbach, Berlin. F. C. Philippson, Handel und Berkehr im X!X. Jahrhundert. Verlag Siegftied Cronbach, Berlin. Löwenthal, Dr. Eduard, Die deutschen Einheitsbeftrebungen und ihre Verwirklichung. Verlag Siegfried Cronbach. S. Lublinski, Jüdische Charaktere bei Grillparzer, Hebbel und Otto Ludwig. Literarische Studien. Berlin, 1899. Verlag Siegftied Cronbach. „Bureau - Compaft", von Sigmund Sp ielma nn. Verlag von Holzwarth und Ortony, Wien, IX., Liechtensteinstraße 3. Preis gebunden 1 fl. 20 kr., mit Franco-Zusendung 1 fl. 30 kr. Briefkasten. Herrn Goldstein hier. Wurde, so wie Sie es wniischtew angeregt. Gruß und Dank. „Kein Lpeculant". Tie Vernichtung des Großeapirals durch Herrn Dr. Lueger macht immer weitere Fortschritte! Tramwan- Acticn am 1. October.50»; fl. 19. „ 518 „ gestern.• 554 „ heute . . .... 570 „ Ar. D—a, hier. Sie senden uns einen Ausschnitt aus Herrn Trabert's „Volksblatt für Stadt und Land" welches unter der

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