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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-11-11 · 45 (11.11.1898) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
45 (11.11.1898)
Date
1898-11-11
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 45 Dr. Vloch', Vochrnschrifl Seile 829 mehr im Sitzungssal der Cultusgemeinde, sondern im Bereinslocal des „Zion", ll., Rembrandtstraße 11, stattfinden. Wien. (Iüdis ch-a k a d e m i s ch e Lesehalle.) Die .„Jüdisch-akademische Lesehalle" hielt Samstag den 5. November ihre satzungsgemäße Plenarversammlung ab. Nach Genehmigung des Berichtes des abtretenden Vorstandes wurde Herr Landesschulrath Dr. Kohn zum Ehrenmitglied ernannt, worauf die Neuwahlen erfolgten. Gewählt wurden die Herren: Solo Deutsch, Präses; Carl Grenzer, I. Vice-Präses; David K o h n, II. Vice-Präses; Dtto Ehrenfest und S. Mendelsohn, Schriftführer; Emil Leimdörfer und A. Terkel, Cassiere; Singer und Damast, Bibliothekare; Norb. Kohn und Abr. Glanz, Verweser. Prag. (Simon Engel.) In der Stadt Weinberge ist der Privatier Simon Engel im 80. Lebensjahre gestorben. Ter Verblichene, der auf humanitärem Gebiete eine sehr rege Thätigkeit entfaltete, erfreute sich wegen seines biederen Charakters großer Werthschätzung. In früheren Jahren bekleidete er die Stelle des ersten Vorstehers der Cultusgemeinde der Stadt Weinberge. Von ihm ist die Anregung znm Bau des neuen Tempels daselbst ausgegangen. Anläßlich dieses Todesfalles hielt der verstärkte Vorstand der Weinberge eine außerordentliche Sitzung ab, in welcher der Vorsitzende Dr. H a m bürge r dem Verblichenen einen warmen Nachruf widmete Er hob die hervorragenden persönlichen Eigenschaften des Verblichenen hervor und betonte, daß derselbe insbesondere aus dem Gebiete der Wohlthätigkeit Bedeutendes geleistet hat. Der Vorstand beschloß hieraus einhellig, dem Verblichenen vom Tempel der Gemeinde aus aus Kosten der Gemeinde ein Ehrenbegräbniß zu veranstalten, seinen Namen auf der Ehrengedenktafel im Tempel zu verewigen und an jeder Seelengedächtnißfeier seiner namentlich zu gedenken. Die überaus zahlreiche Betheiligung an der Leichenfeier Engel's gab von der großen Werthschätzung, deren sich der Verblichene in allen Kreisen erstellte, Zeugniß. Nach Absingung eines Trauerchorals hielt der Weinberger Rabbiner Stark die Trauerrede. Noch ein zweiter Nachruf wurde dem Verblichenen gewidmet. Zu beiden Seiten des Sarges bildeten Vorstandsmitglieder der Weinberger Cultusgemeinde Spalier. Ter Trauerfeier wohnten bei: Oberrabbiner Dr. Ehrenfeld, die Rabbiner Dr. Fischer, Dr. Kisch, Dr..Hirsch, Vertreter der Prager Cultusgemeinderepräscntanz, Mitglieder des deutschen Vereins der Stadt Weinberge, des dortigen Vereines deutscher Schulfreunde, des israelitischen Frauenvereins der Stadt Weinberge, Abordnungen vieler anderer Vereine, denen der Verblichene angehörte. Prag. (Bereinder israelitischen Religionslehrer von Prag und dessenVororte n.) Am 2. d. M. fand die diesjährige Generalversammlung statt. Nachdem der Obmann Dr. A. Kisch dem Andenken der Kaiserin warme Worte der Erinnerung gewidmet hatte, fand die Vorstandswahl statt. Gewählt wurden: Dr. A. Kisch (Obmann), Dr. I. Hirsch (Obmann-Stellvertreter), Rabbiner Knöpfelmacher (Cassier), Schulleiter Springer (Schriftführer) und Bürgerschullehrer Freund. Die Monatsversammlungen finden von nun ab regelmäßig an jedem ersten Samstag des Monats um 7 Uhr Abends im Hotel Roubitschek statt. Salzburg, 2. November. Unser Rabbiner Herr Jacob Drobinsky wurde znm k. k. Feldprediger II. Classe ernannt. Klattau. Durch volle 20 Jahre wirkt Herr Oberlehrer Berka unermüdlich und segensreich an der hiesigen israelitischdeutschen Volksschule. Ueber 400 Schüler und Schülerinnen sind aus der hiesigen Anstalt hervorgegangen und viele von ihnen haben sich eine geachtete Stellung in der bürgerlichen Gesellschaft errungen. Um das 20jährige Jubiläum würdig zu begehen, hat sich hier ein Comitö aus ehemaligen Schülern und Freunden des Jubilars gebildet. Wir zweifeln nicht, daß seine ehemaligen Schüler und seine Freunde aus Lehrerkreisen, sehr gerne die Gelegenheit ergreifen werden, ihm seine Sympathien zu bezeigen. Herr Friedrich Lazansky, hier, ist gerne bereit, jede gewünschte Auskunft in dieser Sache zu erlheilen. Kopreinitz. Am 2. November verschied hier nach längerem Leiden im 74. Lebensjahr Frau Witwe Rosalie Neufeld. In der Verewigten verliert die Familie eine treue hingebungsvolle Mutter und die ganze Gemeinde ein leuchtendes Vorbild echt weiblicher Tugend und Frömmigkeit. Die hohe Verehrung, die man der Edlen allseitig entgegenbrachte, kam bei dem Leichenbegängnisse zum lebhaftesten Ausdrucke. Von Nah und Fern war ein zahlreiches Publikum herbeigeströmt, um der Entschlafenen die letzte Ehre zu erweisen. Unser ehrwürdiger Bezirksrabbiner, Herr S. Hessel, hielt ihr im Trauerhause eine tief ergreifende Leichenrede, und entwarf in trefflichen Worten ein wahrhaft treues Bild von dem Leben und Wirken der Verblichenen; besonders rührend war es, als er der Verklärten die Versicherung zurief, daß ihre trefflichen Söhne ihr pietätvoll das Kadischgebet nachsagen werden. Nach vollendeter Rede verrichtete der Herr Rabbiner ein tiefbewegtes Gebet in kroatischer Sprache. Möge der Allgütige der tiefgebeugten Familie den Balsam des Trostes ins wunde Herz gießen, der gottgefällige Lebenswandel der Verklärten aber möge sorgfältigste Nachahmung unter uns finden und ihr Andenken ein gesegnetes bleiben. Krakau. (Todesfall. — Anstalt für unheilbare Kranke.) Vorige Woche verschied hier Frau Amalie Klein, Gattin des Cultusvorstehers und Advocaten Dr. Sigm. Klein, eine durch seltene Gaben des Herzens ausgezeichnete Dame, die sich großer Sympathien erfreute. An dem Leichenbegängnisse betheiligten sich der Bice-Präsident des hiesigen Landesgerichtes Herr Cieszynski, der Präsident der Cultusgemeinde Gemeinderath Dr. Leon Horovitz, der Vice-Präsident der Cultusgemeinde Gemeinderath Hirsch Landau, der Cultusvorstand in corpore, viele Advocaten u. s. w. Am Grabe hielten ergreifende Nachrufe Rabbiner Dr. Thon und Rabbiner Dr. Karo aus Lemberg. — Aus Anlaß des Kaiserjubiläums errichtet der hiesige Cultusvorstand eine Anstalt für unheilbare Kranke, die im israelitischen Spitale errichtet wird und die einem dringenden Bedürfnisse unserer Bevölkerung abhelfen soll. Für die Errichtung einer solchen Anstalt hat sich der hiesige Vice-Präses der Cultusgemeinde, Obmann des Spitales, Herr Hirsch Landau, seit vielen Jahren bestrebt und wird die Errichtung derselben große Befriedigung in der hiesigen Bevölkerung Hervorrufen. Lemberg. (Moriz Diamant.) Am 2. d. M. wurde der allgemein geachtete Herr Moriz Diamant, Präsident der hiesigen Filiale der israelitischen Allianz, Mitglied vieler Wohlthütigkeitsvereine, welcher das 66. Lebensjahr erreichte, zu Grabe getragen. Die außerordentliche große Theilname aller Schichten der israelitischen und christlichen Bevölkerung und vieler Vereine gaben Zeugniß von der Werthschätzung des Heimgegangenen. An der Bahre beweinten dessen edle Gattin und drei Söhne: Dr. Hermann Diamant, Dr. Bernhard Diamant, Diamat junior, die Schwiegersöhne Advocat Dr. Kaufmann aus Krakau, der hiesige Landes-Advocat Dr. Ambos und Mediciner Dr. Elsner, Stadtarzt aus Rzeszow, mit ihren Frauen dessen Heimgang. Am Friedhof hielt der Rabbiner Dr. Kodak dem Entschlafenen einen warmen Nachruf. London. Der am 5. September 1898 verstorbene Maurice Beddington hinterließ für wohlthätige jüdische Zwecke die Summe von 14.500 Mk., wovon Vas jüdische Hospital und Waisenhaus in Lower Norwood 60.000 Mk., eine Beddigton-Stiftung für Arme jüdischen Glaubens 40.000 Mk., der Jewish Board of Guardians 10.000 Mk. und andere Anstalten zusammen 35.000 Mk. erhielten. Feuilleton. Der Letzte. Erzählung von S. Kohn. Verfasser von „Gabriel". (Fortsetzung.) „Ja, ja, genau so hat er gesagt, Hochwürden!" riefen der Schulze, der Schullehrer und der Knecht, die es als eine Ehrenpflicht ansahen, als Zeugen doch wenigstens bei einer ihnen passend erscheinenden Gelegenheit einen Laut von sich zu geben. „Wallbruck ist ein Teufel, war Rodler fortgefahren, der für Geld Tausende unschuldige Menschen dem Henker überliefern möchte. Als ich ihm erzählte, wie es mir ergangen, lächelte er ungläubig.Ich mochte nicht von unten nach oben gerädert werden! Ich fiel vor dem Tigerherzen aus die Knie; ich weinte wie ein kleines Kind; ich flehte ihn an, sich meiner zu erbarmen, — endlich sagte er, wenn ich mich zu einem großen Opfer entschlöffe, wolle er mich von Rad und Galgen erretten. In der grausamen Todesangst bewilligte ich ihm Alles, was er verlangte. Er fand, daß fünftausend Gulden für Errettung vom Rädern eine winzig kleine Belohnung sei, — er forderte, ich solle ihm einen Verkaufscontract über die Felder, die er schon lange von mir kaufen wollte, unterfertigen und in diesem den

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