Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 44 (4.11.1898)
- Date
- 1898-11-04
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seite Sio Dr Vloch's Wochenschrift Nr. 44 Gemalin von Simmering, Commercialrath S. Eisenberger und Gemalin vom Neubau, Herr Neurath vom II. Bezirke. Den Trauact vollzog der Tempelrabbiner Herr Dr. Löwy, die Liturgie Herr Cantor Schlesinger mit dem Chore. Gratulation und Hochzeitsmahl wurden im Hotel „Europa" abgehalten. Die Tempelverwaltung des X. Bezirkes erschien ln corpore daselbst und Herr Jur. Dr. Tritsch begrüßte als Sprecher Herrn Seligmann und Frau in längerer Rede in aller Namen und hob die hohen Verdienste hervor, die sich dieses Ehepaar durch Eifer, Opferwilligkeit an Zeit und Geld um die Erstehung des Tempels erworben hat. Wien. (T r a u u n g.) Sonntag den 6. November, 2 Uhr Nachmittags, findet im israelitischen Tempel, I., Seitenstettengasse, die Trauung des Herrn I o s e f B e e r mit Fräulein Hilda P o l l a k statt. Wien. Der humanitäre Geselligkeits-Club „Flotte Geister" veranstaltet eine große Wohlthätigkeits-Akademie mit anschließendem Tanzkränzchen zu Gunsten des Bekleidungsfonds für arme Schulkinder am 5. November 1898 im Hotel „Englischer Hof", Theresiensaal, V!., Mariahilferstraße 81, unter Mitwirkung nachfolgender hervorragender Kunstkräfte: Prolog, verfaßt von Frau Rosa Barrach; Frau Agnes Bricht-Pyllemann, Concertsängerin; Fräulein Ottilie Collin, Mitglied des k. k. priv. Carl-Theater; Fräulein Melanie Spielmann, Mitglied des Deutschen Volkstheaters; die Herren: Felix, Mitglied des k. k. Priv. Carl- Theaters; Hügel, Mitglied der k. k. Hofoper; Kramer, Mitglied des Deutschen Volkstheaters, und Rauch, Mitglied des k. k. priv. Theaters in der Josefstadt. Cerclesitze ä 3 fl., Personenkarten L 1 fl 50 kr., Familienkarten (4 Personen) ä 5 fl. sind im Vorverkaufe bei sämmtlichen Comite- und Clubmitgliedern, sowie im Cöulite-Locale erhältlich. Wie»». (Zwanzigtausend Kronen-Stiftung.) Herr Jacob Marmorosch in Wien, Gesellschafter des Bankhauses Marmorosch, Blank & Comp, in Bukarest, hat zum Andenken an seinen in jungen Jahren verstorbenen Sohn Max eine Stiftung von 20.000 Kronen für würdige und dürftige Hörer israelitischer Confessio» an der Wiener Handels-Akademie errichtet. Wie«. (Synagogen-Verein „B e t h Israel" nach polnisch-jüdischem Ritus, Wien, II., Leopoldsgaffe 29.) Der Vorstand dieses Vereines hat in seiner am 25. October d. I. stattgehabten Sitzung beschloffen, aus den reichlich vorhandenen Gebahrungsüberschüffen einen Theil der auf dem Synagogengebäude lastenden Hypothekarschuld zu bezahlen und wurde auch in Ausführung dieses Beschlusses der Betrag von 5000 fl. grundbücherlich extabulirt. Es ist dieses ein erfreulicher Beweis von dem Prosperiren dieses Vereines. Wie«. (Spenden-Ausweis für den Britz ittenauer Tempelbau.) Bon den Herren: S. Wölfler 5 fl., L. Pollak 5 fl., Edm. Oesterreicher 3 fl., L. Großmann 2 fl.. L. K. 5 fl., Boskovitz 10 fl., Fried. Fanto 5 fl., Krall 3 fl., Jul. Bellak 5 fl., Dr. Engländer 3 fl., Wellisch, Frankl 6 Co. 5 fl., Sigm. Meider & Co. 3 fl., Herrn. Dennis 3 fl., Herm. Adler 3 fl., Mor. Sonnenschein & Comp. 3 fl., Simon Mandl 10 fl., Jacob Quittner & Söhne 5 fl., Leopold Harpner 5 fl., D. Schiffmann 5 fl., Sigm. Blau 3 fl., M. Hellmann 5 fl., zusammen 96 fl.; bereits ausgewiesen 17.231 fl., Summe 17.327 fl. Wien. Der Verein zur Hebung der Gewerbe in Wien, I., Wipplmgerstraße 26, hält am Samstag den 5. November 3898, um 7,8 Uhr Abends, im Restaurationssaale Robitschek, I., Wippliugerstratze 47, eine Plenarversammlung ab. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes; 2. Vortrag des Herrn Dr. Rudolf Markbreiter, Beamter der niederö'sterreichischen Handels- und Gewerbekammer, über: „Das neue Gewerbegericht in Wien". 3. Demonstration und Ausstellung unseres Mitgliedes, des Herrn I. Schmul: „Eine neue Construction von Sitz- und Liegewannen für Kinder". 4. Freie Debatte über schwebende Tagesfragen. Wien. (Wilhelm v. Frankfurter.) Am 31. October ist nach langem Leiden Herr Wilhelm Ritter v. Frankfurter gestorben. Mit seiner Familie trauert ein großer Kreis von Freunden, die er in allen Schichten der Gesellschaft besaß. Und er verdient diese Trauer, denn er war ein edler Mensch, eine vornehme Natur. Ein seit maäe-rnsn im besten Sinne des Wortes, hatte er sich von kleinen Anfängen zu einer geachteten Stellung cmporgearbeitct. Als Banimternchincr — er führte unter Anderem im Vereine mit dem württemberg'schen Bannnternehmer Berger den Bau der Ungarischen Westbahn ans — hat er sich viele Verdienste um die wirthschaftliche Hebung seines engeren Vaterlandes, Ungarn, erworben. Seine schwankende Gesundheit zwang ihn frühe, sich von den Geschäften zurückzuziehen nnd so stellte er sich ganz mit seinen materiellen und physischen Mitteln in den Dienst der Humanität, die er auch werkthätig übte. So stattete er im Cholerajahre 1873 im Preßburger Spitale eine Abtheilung für Cholerakranke aus und half selbst den Dienst versehen. Für seine mannigfachen Verdienste um das öffentliche Wohl wurde er vom Kaiser durch die Verleihung des Franz Joseph- und des Eisernen Kroneu- Ordens ausgezeichnet. Er wurde auch in den Vorstand vieler humanitärer Vereine berufen, wo er überall erfolgreich wirkte. Ehre seinem Andenken! Wien. (E i n m o d e r n e r D i e n st m a n n.) Wir erhalten von einer Dame folgende Zuschrift: Sehr geehrter Herr Redacteur! Heute paffirte ich die Hohenstaufengasse und wollte gerade um die Straßenecke einbiegen, als ich die lauten Ausrufe hörte: „Alle Juden soll man aufhängen und verbrennen!" Neugierig drehte ich mich um, um die Quelle solch judenfreundlicher Gesinnung zu suchen und sah zu meinem Erstaunen gerade an der Ecke einen Dienstmann auf- und abgehen, der obigen Monolog mit überzeugungstreuen Geberden wiederholt von sich gab. Ich suchte nach dem Opfer, das den wackeren Gesinnungsgenossen Gregorig's zu solchen Auslassungen gereizt hätte, und sah im Umkreis nur ruhige Passanten, die" mit mehr oder minderem Interesse die Liebesworte des Numerirten vernahmen. Ich ließ mich der Mühe nicht verdrießen, kehrte um, näherte mich dem Dienstmanne, der in dieser ehrbaren Annäherung einen Auftrag witterte, nnd mir sein liebenswürdigstes Lächeln bot. „Kann ich was dienen", fragte er mich, worauf ich ihm bedeutete, daß ich seine Dienste wohl nicht brauche, aber seine Nummer meinem Gedächtniß einschärfen möchte, damit kein Jude dem 546er Dienstmann zur Bereicherung seiner intimen Herzenswünsche des Verbrennens und Aufhängens mehr diene. Dieser Biedermann steht gerade an der Ecke des Hauses der Länderbank und des Giro- und Cassenvereines, und dürfte sein Brod wohl zum größten Theil denen verdanken, denen er es so vom Herzen gut meint. Könnte man seinen Posten nicht mit der Rathhausecke vertauschen? Hochachtungsvoll N. N. Korneuburg. Aus Anlaß der Eidesleistung der israelitischen Mannschaft des hiesigen k. u. k. Eisenbahn- und Telegrapheu- Regimentes fand am 31. October im hiesigen israelitischen Bethause ein feierlicher Gottesdienst statt. Seine Ehrwürden unser Herr Bezirksrabbiner Dr. R o s e n m a n, sowie Herr Obercantor Weiß trafen aus Floridsdorf Nachmittags hier ein, wurden vom Vorstande Herrn Johann Lederer und den Beiräthen Herren I. Müller und Moriz Sofer feierlichst empfangen und nach herzlicher Begrüßung in den festlich beleuchteten Tempel geleitet, Herr Rabbiner Rosen m a it erklärte in schwungvollen Worten die Bedeutung des Eides und eiferte die Mannschaft an, mit Gut und Blut unserem geliebten Landesvater als Obersten Kriegsherrn ergeben zu sein. Zum Schluffe wurde vom Obercantor Weil die Volkshymne trefflich vorgetragen. Hora^diowitz. Löbliche Reda cti§n! In Ihrer geschätzten Zeitschrift wird über das Leichenbegängniß des seligen Herrn Samuel Fürth aus Horasdiowitz unter Anderem berichtet: „Herr Rabbiner Dr. Josef Wohlstein aus Schüttenhofen begleitete die Leiche bis -aus den Friedhof; die Gebete trug Herr Obercantor Martin Fri ed m a nn aus HoraZdiowitz vor." Diese Stilisirung erweckt den Schein, als ob die Cultusgemeinde Hora^diowitz gegenwärtig keinen eigenen Rabbiner hätte und deshalb ein Fremder hätte berufen werden müssen. Wir erlauben uns daher die Notiz dahin richtigzustellen, daß Herr Martin Friedmann Rabbiner unserer Gemeinde ist, und als solcher den Leichenconduct geführt hat, während Herr Rabbiner Dr. W o h l st e i n ohne Ornat am Leichenbegängnisse theilnahm. Es wird daher höflichst um. die gefl. Veröffentlichung dieser Berichtigung in der nächsten Nummer Ihrer geschätzten Zeitschrift ersucht. Für den Vorstand der Cultusgemeinde: Dr. Topper, derz. Vorsteher. HoraZdiowitz, am 31. October 1898. Pisek, 1. November. Fräulein Helene Spitz, Tochter des in den weitesten Kreisen bekannten Fabrikanten Herrn M. S p i tz, Stadtrath in Pisek, hat sich mit Herrn Rudolf Weil von hier verlobt.