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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-10-28 · 43 (28.10.1898) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
43 (28.10.1898)
Date
1898-10-28
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 43 Vr. Bloch's Wochrnschrifi Seite 787 Wien. Der literarische Geselligkeits-Verein jüdischer Mädchen „Moria" eröffnete am 16. d. M. seinen 15. Semester. Der Verein, der sich die Pflege der jüdischen Literatur und Geschichte zur Ausgabe gemacht hat und seinen Zweck nach wie vor auf das Eifrigste erfüllt, erläßt nunmehr den Aufruf an alle jüdischen Mädchen und Frauen, bei Eintheilung Ihrer Sonntags-Nachmittage auch einen und den anderen Nachmittag für den Besuch dieser Versammlung freizuhalten. Der nächste literarische Nachmittag findet Sonntagden 30. d. M. I., Schottenring 23 statt. Gäste (Damen) herzlich willkommen. Versammlung 3 Uhr. Beginn des Vortrages 374 Uhr und wird, um Störungen zu vermeiden, um gefl. pünktliches Erscheinen ersucht. Wien. (Spenden-Ausweis für den Brigittenau e r T e m p e l b a u.) Von den Herren : Josef Kohn 5 fl.; David Spitz 3 fl.; B. Weiniuger 5 fl.; Adolf Hauser 5 fl.; Adolf Feuer 5 fl., L. Liesner 10 fl.; Isidor Politzer 2 fl.; Hermann Eltbogen 10 fl. Julius Reich 5 fl.; A. Schreiber 5 fl.; Heinrich Weiner 20 fl.; M. Höchstem 20 fl.; L. Spira 10 fl.; B. Kaiser 5 fl.; Doctor Passauer 5 fl.; Sigm. von Bauer 5 fl.; Philipp Westphal 10 fl.; und Som. F. Goldberger 10 fl. Zusammen 140 fl., bereits ausgewiesen 17.091 fl.; Summe 17.321 fl. Wien. Man theilt uns mit, daß auch nach dem jüngst erfolgten Ableben des Herrn Sigmund Breiner dessen bestbekannte Hotels und Pension in Abbazia und Curort Gleichenberg (Steiermark) unverändert von dessen Witwe Frau Antonie Breiner unter bewährter Leitung fortgeführt werden. Olrnütz. Hier starb derCanditenerzeuger Philipp Deutsch im 52. Lebensjahre. Mit ihm schied ein ebenso tüchtiger als bescheidener, ein ebenso fleißiger als guter Mensch aus unserer Mitte, der namentlich manche mittellosen Studenten materiell unterstützte. Ferner starb hier nach langem schmerzlichen Leiden der Malzfabrikant Herr Samis G r o a g im 55. Lebensjahre. Jägerndors. Hier starb Herr Samuel Spitzer, Wirkwaarenfabrikant im Alter von 76 Jahren. Der Verewigte galt als ein vorzüglicher Kenner der hebräischen Sprache und war als solcher auch weit und breit bekannt. Teplitz. (T r a u u n g.) Am 16. d. M. fand in E i chw a l d bei Teplitz die Trauung des Herrn MUDr. Heinrich Fischer, praktischer Arzt in Karlsbad, mit Fräulein Elsa Bloch, Tochter des Großindustriellen Herrn Benno Bloch, Bergwerksbesitzer und Fabrikant in Eichwald, statt. Eine auserlesene Gesellschaft aus den besten Kreisen nahm an der Familienfeier theil. Herr Rabbiner Gantauer aus Sab orten vollzog den Trauungsact in weihevoller Weise. Einen Tag vor der Trauung, am 15. d. M., waren es 25 Jahre, seitdem Herr B. B l o ch die Syderolithwarenfabriken in Hohe nst e i n übernahni, und aus diesem Anlasse fand in demEtablissement ein solennes Jndustriellen-Jubiläumsfest statt. Horazdiowitz, 25. October. (L e i ch e n b e g äug n iß.) Heute wurden die sterblichen Ueberreste des Herrn Samuel Fürth, der hier im 89. Lebensjahre verschied, der Erde übergeben. Der Verblichene, ein gottesfürchtiger, frommer Mann, hatte sich insbesondere um die Cultusgemeinde Schüttenhofen, der er früher angehört hatte, große Verdienste erworben. Er war Begründer und langjähriger Vorsteher der Chewra-Kadischa in Schüttenhofen, Tempelvorsteher daselbst u. s. w. An dem Leichenbegängnisse nahmen Deputationen der Cultusgemeinde und Chewra-Kadischa in Schüttenhofen unter Führung des Cultnsvorstehers Herrn JUDr. Ludwig Fürth und des Fabrikanten und Großindustriellen Herrn Daniel Fürth, theil. Herr Rabbiner Dr. Josef Wohlstein aus Schüttenhofen begleitete die Leiche bis auf den Friedhof; die Gebete trug Herr Obercantor Martin Friedmann aus Horazdiowitz vor. Die Mitglieder der Cultusgemeinde Horazdiowitz waren mit dem Vorsteher Herrn jUDr. D. Popper vollzählig erschienen, um dem würdigen Todten die letzte Ehre zu erweisen. Der Verblichene hatte im vorigen Jahre das seltene Fest der diamantenen Hochzeit gefeiert. Straßnitz. In der Generalversammlung des hiesigen Schulkreuzervereines wurde der Rechnungsbericht verlesen, welcher, dank dem von der Frau Baronin Clara Hirsch dem Vereine zugewiesenen Legate, ein reines Vermögen von 644 fl. 89 kr. auswies. Zur Bekleidung armer Schulkinder, für Schulbücher, Schreib- und Zeichenrequisiten für dieselben, ferner für Schulzwecke wurde im Ganzen der Minimalbetrag von 170 fl. veranschlagt. In den Vereins-Ausschuß wurden die Herren Jacob Popper, Moriz Fein, Rabbiner Dr Fried manu, Salomon Morgenstern und Oberlehrer Samuel Binder gewählt. Kremfier. Bei der in der hiesigen Synagoge für die Kaiserin abgehaltenen Trauerfeier schilderte Dr. Frankl die edlen Züge der Kaiserin, ihre Milde und Sanftmuth, die den Zuhörern aus der Zeit der Kaiserzusammenkunft in Kremsier noch im Gedächtnisse sind. Er verglich sie mit der biblischen Elischeba, der Gattin des hohen Priesters Ahron, die den Verlust ihrer Kinder mit Gottergebenheit trug. Der Redner schloß mit einem Gebete für den Kaiser, deffen Trauertage Gott, das ewige Licht, zu Ende lassen sein möge. Birovitica (Slavonien). Am 14. d. M. hat hier eine ehrwürdige Frau, welche einer der hervorragendsten jüdischen Familien unserer ganzen Umgebung entstammte, in ihrem 78. Lebensjahre ihren Geist ausgehaucht. Es war dies Frau Anna Neuwirth, geborene Breslauer s. A., Gattin des sich allgemeiner Beliebtheit erfreuenden Greises Herrn Jakob Neuwirth. Die selig Entschlafene war ob ihres hohen Bildungsgrades und ihres Wohlthätigkeitssinnes eine in allen Gesellschaftskreisen hochgeschätzte und hochverehrte Persönlichkeit. Die starke Betheiligung aller Bevölkerungsschichten unseres Bezirkes am Leichenbegängnisse der Heimgegangenen, welches am 16. dieses Monates stattfand, legte goldenes Zeugniß dafür ab, in welchem Maße die Verewigte sich die Liebe der Bevölkerung erworben hatte. Im Trauerhause hielt unser Rabbiner Dr. H. E. Kaufmanu an der Bahre der Verewigten einen ergreifenden Nachruf, in welchem er unter Anderem auseinandersetzte, daß nur ein der Arbeit, der Wohlthätigkeit und der Erziehung der Kinder geweihtes Leben, wie es das Leben der theuern Dahingeschiedenen war, dem irdischen Dasein höheren Werth verleihe. Gesegnet sei ihr Andenken! Jassy, 17. October. Die hiesigen jüdischen österreichischen Staatsbürger veranstalteten ini Tempel „BethJacob" eine Seelenfeier für die verewigte Kaiserin Elisabeth, welcher der österr.-ungar. Consul mit seinen Consulatsbeamten beiwohnte. Unser Rabbiner Dr. N i e m i r o w e r schilderte meisterhaft das Leben der verklärten Monarchin und schloß mit einem tiefbewegten Gebet für ihr Seelenheil. Feuilleton. Der König von Juda. Kinderburleske von Nahida Ruth Lazarus. (Schauplatz: (tz arte n mit Veranda, Laube, Hängematte, Bänken. In der Mitte eines Kinderspielplatzes ein großes Schaukelpferd. — Zeit: natürlich die G e g e n w a r t.) 1. Scene. Moritz (eilt mit seinen Geschwistern Arthur. Leo, Walter, Lylli, Jeanne und Rosa aus der Villa): Hurrah! Papa ist im Geschäft, Mama im Verein, jetzt kann's losgehen! — Holt alle Jungens her und ihr, Mädels, bringt Euere Freundinnen, inzwischen richte ich Alles her. Allem»! (Sie jagen jauchzend davon, während Moritz Papiere aus der Hosentasche zieht und prüft:) Verse, Flugblätter. Programmreden, alles da — das mach ich nach. Lylli! Lylli! Bring mir doch den Gigerlstock mit dem dicken, blanken Knauf und aus Papa's Commode alle bunten Hals- und Taschentücher und aus der Carnevalskiste eine Krone und alle Orden! Schnell! (Lylli bringt mit lautem Gelächter alles Gewünschte herbei.) 2. Scene. (Vorige. Die Geschwister mit einer Schaar Spielgenossen kehren lärmend zurück. Alles ftagt und schreit durcheinander.) Moritz: Ruhe! Stillgeschwiegen. Ich bin der Aelteste, ich hab's Wort. — Geuossen, wir spielen König von Juda! Alle: Wer ist König? Wer ist König? Moritz: Natürlich i ch. Papa hat dem Sultan Palästina abgekauft und (sieht verstohlen ans ein Flugblatt) wir gründen dort „für unser Volk eine öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte." Einige: Was ist das?

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