Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 42 (21.10.1898)
- Date
- 1898-10-21
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Sette 768 Dr. Vloch's Wochenschrift Nr. 42 Herren: Kais. Rath Heinrich Klinger, Landesschulrath Bicepräses Dr. Gustav Kohn mit den Vorstandsmitgliedern Architekten Fleischer, Dr. Spitzer, Ortsschulrath Heit, Ritter von Herzfeld; desgleichen Herr Horner, Procurist des Baron Rothschild, Herr Director Kornfeld aus Budapest und der langjährige Freund des Hauses, Herr Rosoner, und viele Andere. Wie«. Sonntag den 23. October findet um halb 3 Uhr Nachmittags im israelitischen Tempel, X., Humboldtplatz 7, die Trauung von Fräulein Sofie Seligmann, Tochter des Herrn Carl S e l i g m a n n, mit dem Kaufmanne Herrn Heinrich Weiß, Mitchef der Firma Marienberg u. Weiß in Wien statt. Wie«. (Vermählungs-Anzeige.) Unser geschätzter Mitarbeiter Herr H e r m a n n L ö w i n g e r hat sich D i e n st a g den 18. October mit Frau Johanna Berg in Frankfurt a. M. v e r m ä h l t. Wie«. (Todesfall.) Am 4. d. M. starb hier Herr Max Pfeiffer nach längerem Leiden. Die Hinterbliebenen betrauern in dem Verstorbenen einen treuen Gatten und liebevollen, guten Vater. Ehre seinem Angedenken! Wie«. (S p e n d e n - A u s w e i s für den Brigittenauer Tempelbau.) Von den Herren: Simon Storchheim 3fl.; Joh. Fitzthum 6 fl.; Adolf Kohn 5 fl.; Leopold Spira 5 fl.; Reuter 2 fl.; Hochstim 5 fl.; Leop. Frankfurter 5 fl.; M. Straffer 10 fl.; Tr. Peters 2 fl.; Hermann Subok 3 fl.; Albert Mandelbaum 5 fl.; Pohl, Schottenbastei, 10 fl; Dr. I. Kohn, Klostcrnenburgerstraße, 20 fl.; Ad. Stern 2 fl.; R. Goldenberg 5 fl.; Tr. A. Skrein 2 fl.; Marmoresch 5 fl.; Aldor 2 fl.; Dr. Bing 15 fl.; Jos. Zika 10 fl.; Moriz Glas 10 fl.; Dr. Sigm. Baum 2 fl.; und Frau Anna Meiner 20 fl. Zusammen 154 fl.; bereits ansgewiesen 16.937 fl.; Summa 17.091 fl. Wie«. (G r ü n d u n g s f e st.) Der wohlthätige Geselligkeits-Club „Eichenlaub" veranstaltete am 8. d. M. im Bayerischen Hofe aus Anlaß seines einjährigen Bestandes das I. Gründungsfest unter dem Protectorate des Herrn Hofrathes und Reichsraths-Abgeordneten Josef Kareis. Dank der Popularität und allgemeinen Beliebtheit, deren sich der junge Club erfreut, war der Erfolg ein glänzender. Unter den Anwesenden sah man: Herrn Hofrath Kareis sammt Gemalin, Gemeinderath Niebauer sammt Familie, Redacteur Dr. Bloch, Bezirksausschuß Pochhacker sammt Familie, Armenvater Pollak sammt Familie und viele Andere. Ebenso waren fast sämmtliche wohlthätige Vereine des I. und II. Bezirkes vertreten. Allgemeinen Beifall fand die Festrede des Obmann-Stellvertreters Herrn Doctoranden Elters, in welcher die humane Tendenz und die bisherige erfolgreiche Thätigkeit dieses Clubs beleuchtet wurde. M't einem begeisterten Hochrufe auf den Kaiser und dem Danke an die anwesenden Gäste, wurde die Rede geschlosseu. Hierauf sprach der Protector Herr Reichsraths- Abgeordneter Kareis unter lebhaftem Beifall der Versammlung. Die vorzüglichen Vorträge der Kunstkräfte wurden mit nicht endenwollendem Applause der Anwesenden belohnt. Um das Gelingen des Festes machten sich verdient der Gesammt-Ausschuß mit dem Obmann Herrn D. Lustig an der Spitze und das Festcomit^. Der nicht unbedeutende Reingewinn wird statutengemäß zur Unterstützung verschämter Armer und zur Bekleidung armer Schulkinder verwendet. Wie«. (Vorlesungen im Wiener Bet h a- Midrasch im Wintersemester 1898—1899.) Sonntag von 6—7 Uhr Abends: Herr Lector Fried mann: „Die Könige und die zeitgenössischen Propheten"; Montag von 6—7 Uhr Abends: Herr Lector Friedmann: „Berachoth"; Dienstag von 6—7 Uhr Abends: Herr Lector Fried mann: „Midrasch" (Schmot Raba); Mittwoch und Donnerstag von 6-7 Uhr Abends: Herr Rabbiner Dr. Gelbhaus: „Die Psalmen für Lehramtscandidaten für Volks- und Mittelschulen"; Samstag von 11—12 Uhr Vormittags: Herr Lector Friedmann: „Die laufende Parascha". Die Vorlesungen beginnen Sonntag den 23. October 1898. Vorträge des Herrn Lector Fried manu für Gymnasialschüler, Bibel, Mischna, Talmud, je zweimal wöchentlich, erste und zweite Abtheilung in zu bestimmenden Stunden. Die Bibliothek ist täglich (Samstag ausgenommen) von 10—12 Uhr Vormittags dem allgemeinen Gebrauche geöffnet. Wien. (Verein „Die Szenicze r".) Der humanitäre Verein „Die Szeniczer" in Wien hielt Samstag den 15. d. M. um 8 Uhr Abends in Hatschek's Restauration seine constituircndc Versammlung ab. Es wurden gewählt die Herren: Dr. S. Sinnreich, Obmann; Obercantor I. Bauer, Obmann-Stellvertreter; Jos. Birnbaum, Caffier; Josef Sonncnfeld, Schriftführer und die Herren Isidor Bellak, Josef Back, I. Fröhlich, S. Kohn, Jgn. Mandler, Jac. Schick, D. Löffler und I. Breuer zu Ausschußmitgliedern und Revisoren. Der Verein entspricht infolge des regen Interesses bei allen Szeniczer Heimatsangehörigen in Wien, eine recht ersprießliche Thätigkeit entfalten zu können. Wien. (Verein zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten, IX., Grüne Thorgasse 26.) Der Vereins-Vorstand bringt hiemit zur allgemeinen Kenntniß, daß für die Aufnahme in den Verein die Beibringung eines Geburts-, Schulentlassungs-, Acmuths- Zeugnisses, Heimatscheines und eines Arbeitsbuches unbedingt nöthig ist. Die Cultusgemeinden werden daher ersucht, um unnütze Reiseauslageu für die Aufnahmsbewerber zu verhüten, dies in geeigneter Weise zu verlautbaren. Jungbunzlau. Infolge Uebersiedlung unseres langjährigen vielverdienten Vorstehers Herrn Anton Beck nach Wien und nach Resignation mehrerer Mitglieder, sowohl des Vorstandes als auch der Vertretung mußte zu einer Neuwahl geschritten werden. Es wurden gewählt in den Vorstand die Herren: Karl Schubert, Mühlenbesitzer, Vorsteher; Ferd. Kaufmann, Kaufmann, Borsteher-Stellvertreter; V. B. Goldberg, Chef der Firma Goldberg und Eidam, und Ferdinand Kraus, Oekonom, Tempelvorsteher; Hugo Heller, Malzfabrikant, Cassier; Ferdinand Fischel, Rechnungsführer; Karl Pick sen. und Isidor Seidner, Beide Kaufleute, Beiräthe. Lemberg. Am 23. October 1898 findet in Lemberg, Janowastraße 52, die Trauung von Fräulein Clara T h o m, Tochter des Herrn Leo Thom, Ritter des Franz Joses-Ordens, mit Herrn Georg Bielschowsky aus Berlin statt. Berlin. „Der Präsident der Strafkammer am Pariser Cassationshofe, Loew, stammt aus einer protestantischen Familie des Elsasses, was aber nicht hindert, daß die „Libre Parole" und andere Blätter ihn Levy nennen und zum Juden machen". Also ist buchstäblich zu lesen in Nunimer 475 der „Krenzzeitung" vom 11. October, in demselben Blatt, das beharrlich, auch nach erfolgter Belehrung und somit wider besseres Wissen den amerikanischen Getreidespeculanten Lewis Leiter Levi Leiter nannte und zum Juden machte! Berlin, 6. October. Herrn Geh. Sanitätsrath Dr. I. Blumenthal sind die Insignien des C o m m a n d e u rkreuzesl. Classe des spanischen Ordens Jsabella's der Katholischen verliehen worden. — Herr Dr. M. Sänger ist zum Oberlehrer an der Friedrich Werder'schen Oberrealschule ernannt worden. — Herrn Bankier Carl Levy ist der Kronenorden IV. Classe verliehen worden. — Geheimrath Louis Simon stiftete anläßlich seines 70. Geburtstages u. A. ein Capital von hunderttausend Mark zu Gunsten seiner Angestellten. — Commercienrath Isidor Loewe hat die Erlaubniß erhalten, die Insignien des ihm verliehenen Officierskreuzes des belgischen Leopoldordens tragen zu dürfen. Hamburg, 12. October. Der Senior der evangelischlutherischen Kirche im Hamburgischen Staate, Herr Hauptpastor theol. Dr. Behrmann, der Se. Majestät im Aufträge des Hamburgischen Senates auf seiner Reise nach dem heiligen Lande begleitet, nahm in einem herzlichen Schreiben von Herrn Rabbiner Dr. D. Leimdörfer, dem Prediger des hiesigen israelitischen Tempelverbandes, Abschied. Leimdörfer's neuestes Werk über das Psalter-Ego, also schreibt der hohe Geistliche bei diese Gelegenheit, werde ihn nach Jerusalem begleiten. Der Letzte. Erzählung von S. Kohn. Verfasser von „Gabriel". (Fortsetzung.) „Ich bitte, sich in keiner Weise Zwang anzuthun," erwiderte Labwandl höflich, „und jene Form Ihrer Mittheilungen beizubehalten,, welchen Ihnen als die zweckmäßigste und geeignetste erscheint." „Als mich Claudy Rodler am nächsten Sonntag Nachmittag besuchte," fuhr der Pfarrer fort, „machte ich ihn darauf aufmerksam, daß er in das Alter trete, wo einem Manne das Wort der heiligen Schrift: „Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei," zu denken gebe. Claudy Rodler wurde brennend roth, unterbrach mich, was bei seiner großen Höflichkeit bisher noch nicht vorgekommen, und erklärte, er beabsichtige so lange der alte Rodler lebe, nicht das Haus seines Wohlthäters zu verlassen; dieser sei seit einiger Zeit krank und hinfällig und habe keinen Sohn, und er bemühe sich, ihm diesen