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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-10-07 · 40 (7.10.1898) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
40 (7.10.1898)
Date
1898-10-07
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 40 Vr. Bloch'« Wochenschrift Seite 735 Globner hob sie rasch in den Wagen. In kürzerer Zeit, als wir das letzte Geschehniß zu erzählen vermögen, war der Wagen, dem sich das Soldatenquarre willig öffnete, auf dem Richtplatze angelangt, und der ehrwürdige Pfarrer rief mit vor Rührung bebender Stimme: „Herr Bürgermeister und meine Herren Räthe! Abraham Duppau ist unschuldig! Der wahre Thäter hat vor Kurzem vor sechs Zeugen sein Verbrechen gestanden, es ist dies Claudy Rodler; — er hat auch Dr. Wallbruck, wenn auch nicht als Mitschuldigen, so doch als Mitwisser angegeben." Der Pfarrer hat mit lauter, weithin schallender Stimme gesprochen, so daß seine Mittheiluug dem gesammten Publicum bekannt wurde. Die Wirkung derselben war begreisticherweise eine ungeheuere, und wir müssen dem Bedauern Ausdruck geben, daß es unmöglich ist, die Gleichzeitigkeit der Geschehnisse, auch gleichzeitig wiedergeben zu können. (Fortsetzung folgt.) Literatur. Statistik Das englisch-jüdische Jahrbuch für 5659 (The Jewish Year book), herausgegeben von dem Statistiker Josef Jacobs, ist soeben erschienen. Dasselbe birgt eine Fülle von interessanten Informationen und Berichten über die bestehenden communalen Institutionen, Wohlthätigkeits-, Handwerks-, Bethaus-, Literatnrvereine rc., über den Antheil der Juden im Heere, in der Marine und an dem öffentlichen Leben; es ist mit einem Worte ein Führer und Wegweiser durch die jüdische Welt des großbritannischen Reiches, Australiens, Südafrikas und Indiens. Statistische Daten über die Judenschaft der ganzen Welt, biographische Einzelheiten über' alle Männer, die gegenwärtig auf financiellem, geistigem oder geistlichem Gebiete in England im Vordergründe stehen, und eine Liste; der hervorragenden Persönlichkeiten in der englisch-jüdischen Geschichte geben dem Werke einen dauernden Werth. Die bei den wichtigsten Bethans- und Wohlthätigkeitsvereinen angeführten Budgetziffern ermöglichen auch einen Einblick in die colossale Opferwilligkeit des kleinen Häufleins englischer Juden. In London wohnen 64.280, in den übrigen Städten Englands 33.070 Juden; Schottland zählt kaum 2060. Diese Ziffern sind natürlich nicht ganz genau. In beiden Ländern ist eine Statistik nach Eonfessionen nicht eingerichtet, und der Verfasser war darauf angewiesen, unter Zugrundelegung der Mortalitäts- und Geburtsziffern Wahrscheinlichkeitsberechnungen anzustellen. Anders ist es in Irland und in den Colonien, wo sonderbarerweise auf die Confession bei der Volkszählung Rücksicht genommen wird. Es wohnen in Irland. 1.779 Juden Indien ....... 17.185 Jt Englisch-Australien. . . 15.268 ,. Gibraltar...... 1.000 „ Canada ...... 5.308 „ Eypern. .. 127 „ Zusammen beträgt nach dieser Berechnung die Zahl der jüdischen Unterthanen der Königin von England und Kaiserin von Indien 148.017. Was leisten allein die kaum 67.000 Juden in London, wovon der größte Theil eingewanderte Arme sind und selbst Wohlthaten in Anspruch nehmen? Der Armen-Wohlthätigkeitsverein (Board of Guardians) hat ein jährliches Einkommen von 1 Million Mark; die Volksküchen für Arme 35.000 Mark, die für Schulkinder 10.000 Mark-; der Verein .zur provisorischen Verpflegung der Neuangekommenen Armen (koor Jews Temporary Shelter) 951000 Mark, der Verein zur Verpflegung von Armen an Samstagen und Feiertagen 8000 Mark. Zum Schutze und zur Erziehung von armen Mädchen bestehen: Jewish Association of girls and women mit einem Jahreseinkommen von 25.000 Mark. Domestic Training Home, wo Dienstmädchen herangebildet werden (8000 Mark), ein Verein zur Unterstützung von Witwen, eine Armenapotheke rc. Der Bethansverband United 8ynagogue allein gibt jährlich für humanitäre Werke über 100.000 Mark aus. Bildungszwecken dienen mehrere Beth-Hamidrasch, eine Lesehalle (Western Hebrew Liberary), verschiedene Lehrcurse für russische Juden und der „Jüdisch-Historische Verein Englands". Das Jahrbuch schließt mit einem interessanten Artikel von Greenberg über die Einwanderung, respective die Antialien-bill, in welchem unter Zugrundelegung statistischer Daten die übertriebenen Ziffern auf ihr richtiges sehr bescheidenes Maß (1700 Einwanderern im Jahre 1897) zurückgeführt werden. Briefkasten. I. D. Gleiwitz. Bestätigen den Empfang des halbjährigen A bonnementsbetrages. Rudolf P. in Linz. Der 15. Jänner 1886 war am 9. Schewat 5646. Freitag 20. Januar 1899 ist der 9. Schewat 5659. Die Bar- Mizwah-Feier wollen Sie Samstag am 21., Sabbath Bo, abhalten. Phil. I. Mädchen-Pensionat Jeiteles, Wien, I., Franziskanerplatz. Hoffman», Komorn. Beide Personen, für die Sie sich interessiren, sind Inden. I. B., M S. u. ($. L. Der Vorfall ist nicht erwähneuswerth. I. Hofmann» Gemeindepastor, Preßburg: Wurde bereits in Rr. 38 der „O österreichischen Wochenschrift" publicirt. Med. Dr. P., Innere Stadt. Wir besprechen die von Ihnen gekennzeichnete Verdächtigung der jüdischen Aerzte in den „0tlassen zur Tagesgeschichte". Die sogenannte „Deutsche Zeitung" bat nun ebenfalls von der Direction des Rudolfsspitals eine Zuschrift erhalten, aus welcher hervorgeht, daß die publicistischen Anwälte des Besitzers einer „Gonorrhöe" wissentlich gelogen haben. Unter Anderem heißt es in dieser Berichtigung: „Es ist nicht w a h r, daß die 'Aerzte zu feige waren, zuerst Versuche über die Wirkung des zur Bekämpfung der Gonorrhöe-Seuche bestimmten Mittels an sich selbst anzustellen. W a h r ist vielmehr, daß die Verfasser der obigen Arbeit z u e r sr Versuche an sich s e l b sr und anderen A e r z t e n de r A n st a l t a n g e st e l l t h a b e n. b e v o r sie das Mittel an anderen Personen in Anwendung brachten." Die Behandlung jenes Besitzers einer „Gonorrhöe", dessen ofsiciöses Organ das „Deutsche Volksblatt" war und nunmehr auch die „Deutsche Zeitung" geworden ist, stand mit der von den Aerzten veröffentlichten wissenschaftlichen Beobachtung nicht im geringsten Zusammenhänge. Emil P. in Marsale. Ihre Zuschrift hat uns sehr gefreut. Ihre Anregung, daß die WohlthäUgkeitsvereine bei ihren Publicationen die Adresse» angeben sollen, ist sehr beachtenswerth. H. N.» Wiede«. Die Anfrage des Tr. Mittler und Zifferer, betreffend das durch die „Ausdünstung jüdischer Schulkinder" hervorgebrachte „Glucksen", hatte offenbar keinen anderen Zweck, als zu zeigen, wie lächerlich Herr Gregorig ist, wenn man ihn für einen Augenblick ernst nimmt. Alter Abonnent in Brunn. Das Hotel Wimberger, welches erst jetzt so berühmt geworden, befindet sich in Fünfhaus' und wird von den antisemitischen Parteigenossen des Hoteliers stark besucht. Welche Bewandtniß es mit dem Sodawasser hat, welches daselbst gewiß in vorzüglicher Qualität ausgeschänkt wird, hat die zeitgenössische Geschichte bisher nicht festgestellt. E. II. In den Bezirksausschüssen wurde ausdrücklich gesagt, daß die Trennung der Schulkinder nach Eonfessionen die Einlösung eines Versprechens darstellt, welches die Antisemiten dem „Vdlke" gegeben haben. (D Soeben erschien: .-y— Die Ethik des Judenthums «4kdargestellt von Pros. Dr. M. Lajarnr. (XXV u. 469 S.) A) Ausgabe auf Luxuspapier - ...... Mk 6.— -- fl. 3.50 B) „ „ feinem, holzfreiein Druckpapier „ 3.— „ 1,75 Frankfurt a. Bl I. Kauffmann, Verlag. •••••••••••••••••••••••••••••••••«•••«• Lehranstalt für Schnittzeichnen und Meidermachen. In meiner seit 25 Jahren bestehenden Unterrichtsanstalt für Schnittzeichnen und K l e i d e r m a ch e n werden Schülerinnen nach neuester und leicht faßlicher Methode gegen mäßiges Honorar unterrichtet. Schülerinnen aus der Provinz finden daselbst streng rituelle, billige Pension. Therese Pfeiffer, Wien, H/1, Rothe Sterngasse 25, U. Stock. Rosalia Mialz’sohe Witwen-Stifiung. Bei der hiesigen israelitischen Caltnsgemeinde werden die jährlichen Zinsen der obigen Stiftung an vier arme Witwen jüdischer Religion zur Vertheilnng gelangen. Die Bewerberinnen haben ihre diesfälligen mit dem Nachweise ihrer Armuth und des Witwenstandes versehenen Gesuche bis 31. Oetober 1898 im Einreichungs-Protokolle der israelitischen Cultusgemeinde (I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock) während der Amtsstnnden von 9—12 Uhr zu überreichen. Gesuehsblanqaette sind während der angegebenen Amtsstunden im Einreiehungsprotokolle unentgeltlich zu beheben. Wien, am 31. Oetober 1898.

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