Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 40 (7.10.1898)
- Date
- 1898-10-07
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 728 Dr. Vloch's Wochenschrift Nr. 40 Trauerkundgebungen für die Kaiserin. Wie«. Der Vorstand des Vereines zur Unterstützung jüdischer Kleingewerbetreibender in Wien hat in der Sitzung vom 21. September beschlossen, anläßlich des Ablebens der Kaiserin eine Trauerkundgebung an den Stufen des Allerhöchsten Thrones niederzulegen. — Der Vorstand des allgemeinen Krankenunterstützungsvereines „Nächstenliebe" hat an die kaiserliche Kabinetskanzlei folgende Eingabe gerichtet: „Der Vorstand des allgemeinen Krankenunterstützungsvereines „Nächstenliebe", II., Praterstrasse 50, gibt hiemit namens der Vereins- Mitglieder seinem tiefsten Schmerze Ausdruck über das große Weh, das unser erhabenes Kaiserhaus betroffen. Möge der himmlische Herrscher schützend und schirmend über das glorreiche Haupt unseres schwergeprüften, allgütigen Monarchen walten und die Tage seines Lebens bewahren vor Herzeleid und Kummer. Wir aber wollen in Dankbarkeit und Verehrung der in Gott ruhenden Landesmutter immerdar gedenken, und unser Gebet zum himmlischen Vater emporsenden, auf daß er beschütze und erhalte unseren allgeliebten Monarchen und beglücken möge das Vaterland, dem wir in Liebe und Treue ergeben sind. Hermann Ascher Philipp Weiner Schriftführer. Obmann." Horn. In unserem Bethause wurde am 17. September d. I. für weiland Ihre Majestät Kaiserin und Königin Elisabeth ein Trauergottesdienst abgehalten, bei dem die k. k. Bezirkshauptmannschaft vertreten war. Herr Rabbiner Nußbaum hielt eine feierliche, patriotische Trauerrede nebst Seelengedächtnißfeier. Zum Schlüsse folgte das Gebet für Se. Majestät und für das Herrscherhaus. Dem Herrn Rabbiner wurde allgemeine Anerkennung ausgedrückt. Miftelbach. Im hiesigen Tempel wurde am Versöhnungstage eine feierliche Trauerandacht abgehalten. Religionslehrer Herr Herzka gedachte in seiner patriotischen Ansprache der glänzenden Tugenden der hohen Verblichenen und betonte vorzüglich ihre Toleranz. Purgstall, 28. September. Aus Anlaß des Ablebens der Kaiserin veranstaltete der Vorstand der isralitischen Cultusgemeinde Amstetten am 19. d. M. einen solennen Trauergottesdienst. Unter den Anwesenden sah man auch den Herrn Commissär Baron Erb, welcher in Vertretung der Bezirkshauptmannschast erschienen war, sowie mehrere Staatsbeamte und viele Fremde. Herr Cantor Deutsch leitete die Feier mit einem erhebenden Trauerpsalm ein; hierauf hielt Herr Bezirksrabbiner Löwh eine ergreifende Trauerrede. Cultusvorsteher Herr Emanuel Schulz sandte im Namen der Gemeinde ein Huldigungstelegramm an den Kaiser ab. Olmütz. In der am 13. September l. I. aus Anlaß des Hinscheidens der Kaiserin stattgefundenen außerordentlichen Sitzung des Gesammt-Ausschuffes der hiesigen Cultusgemeinde hielt der Vorsitzende, Herr Eduard Hamburger, eine Trauerrede. Tesche«. Der Präses unserer Cultusgemeinde versammelte den Ausschuß zu einer Sitzung, deren ausschließliche Tagesordnung^ der Trauerkundgebung über den Tod der Kaiserin galt. Am Vorabende des Rosch-Haschono wurde ein feierlicher Trauergottesdienst veranstaltet, welchem die ganze Genreinde, die Spitzen sämmtlicher Behörden, des Stadtrathes, des Officiers-Corps, der erzherzoglichen Beamten, der Lehranstalten und vieler Corporatiouen beiwohnte. Herr Rabbiner Dr. Leimdörfer, hielt eine ergreifende Trauerrede. Herr Ober-Cantor Poborski executirte die Trauergesänge. Herr Bezirkshauptmann v. Dombrowsky dankte dem Präses und den Functionären für diese imposante Trauerkundgebung in gerührten Worten. Protznitz. Die hiesige israelitische Cultusgemeinde veranstaltete ebenfalls eine erhebende Trauerfeier für die Kaiserin. Rabbiner Dr. Goldschmid hielt eine ergreifende Trauerrede. Obercantor Bunimowitsch intonirte in weihevoller Weise einen Trauerchoral. Ein zahlreiches Publicum, darunter der Gesammtvorstand mit dem Bürgermeister wohnte der Feierlichkeit an, welche in der würdigsten Weise verlief. Ztvitta«. Vergangene Woche wurde seitens der israelitischen Cultusgemeindevorstehung eine außerordentliche Sitzung einberufen, in welcher Vorsteher Jos. Stern die aufrichtige Antheilnahme an dem jähen Trauerfalle des Kaiserhauses zum Ausdrucke brachte. Bei dem hieraus folgenden Trauergottesdienste hielt Dr. Felix Kauter eine Trauerrede. Kanitz, 30. September. In der hiesigen Cultusgemeinde fand am 19. September eine würdige Trauerfeier statt. Herr Rabbiner Dr. Flesch hielt eine tiefempfundene Trauerrede. M.-Budwitz. Anläßlich des Ablebens unserer vielgeliebten Kaiserin fand am vergangenen Sonntag im hiesigen Betlocale, welches zu diesem Zwecke schwarz decorirt war, ein Trauergottesdienst statt, wobei unser Cantor und Religionslehrer Herr Adolf Kohn die Trauerrede hielt und auch ein Trauerchoral von den jungen Damen und Herren der hiesigen Gemeinde in exacter Weise gesungen wurde. Gablonz, 24. September. Die Mitglieder der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde versammelten sich heute in der Synagoge, um ihrer Trauer für die dahingeschiedene Monarchin Ausdruck zu verleihen. Es waren die Spitzen der Behörden, sowie diejenigen mehrerer Vereine und Körperschaften geladen, und haben Alle der Einladung Folge geleistet. Herr Bürgermeister P o s s e l t, dessen Sympathieen für unsere Gemeinde hinreichend bekannt sind, war am Erscheinen verhindert und ließ sich auch entschuldigen. Herr Rabbiner Dr. B a n e t h schilderte in ergreifender Rede die ausgezeichneten Herzenseigenschaften der verklärten Kaiserin, gedachte ihrer selbstlosen Gattenliebe, ihrer nur im Stillen geübten Wohlthätigkeit. Einen bemerkenswerthen Passus der Predigt bildete die Andeutung auf die gegenwärtigen socialen Mißstände und Verschiedenheiten, die andächtigen Zuhörer gleichsam fragend, ob wir gesitteten Menschen uns angesichts solcher schaudererregenden Vorkommnisse wirklich von jeder Verantwortlichkeit freisprechen dürfen? Haben wir thatsächlich, wie es die heilige Schrift vorschreibt, den Satz: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst" bethätigt und unseren Kindern eingeschärft? Wie ist es denn möglich, daß Menschen aufwachsen, deren Ziele jeder menschlichen Vernunft Hohn sprechen, daß Menschen zu Bestien herabsinken, wie dieser ruchlose Mörder! Ein schwacher Trost ist uns geblieben, es war ein Fremder, der die That beging und die Schande, einen Vaterlandsbruder als Meuchelmörder der Kaiserin zu sehen, ist uns erspart geblieben. — Die nun folgende Seelenandacht war ergreifend. Nach Absingung des Mendelsohn'schen Chorals: „Es ist bestimmt in Gottes Rath" unter Mitwirkung unseres Cantors Herrn Geiringer wurde vor geöffneter Lade ein Gebet verrichtet. Turnau. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde zu Turnau veranstaltete am Vorabende des Versöhnungstages einen Trauergottesdienst, bei welchem der Rabbiner Herr Dr. I. F o l k m a n n eine tiefempfundene Trauerrede hielt. Nameszto. Im hiesigen Namesztoer Gemeindebezirke wurden in Trsztena am 20. und in Nameszto am 21. September in den Synagogen Trauergottesdieuste abgehalten. In beiden Synagogen hielt Se. Ehrw. Herr Rabbiner B. Duschinsky Reden, die auf alle Anwesenden, worunter sich alle Behörden und Honoratioren befanden, tiefen Eindruck machten. Przemysl, 27. September. Am Versöhnungstage fand im hiesigen Tempel ein Trauergottesdienst für die Kaiserin statt. Ein zahlreiches Publicum füllte das Gotteshaus. Die Spitzen der Behörden waren erschienen, u. A. Gerichtspräsident Hosrath R. v. Splawski, Bezirkshauptmann Lanikiewicz, Oberpostverwalter Kaspar und Vicebürgermeister Dr. D o l i n s k i. Die Trauerrede hielt Rabbinatscandidat Herr Dr. Moses S ch o r r. Gologuri. Am 27. v. M. fand in den hiesigen Synagogen eine solenne Trauerandacht statt, an der der größere Theil der Cultusgemeinde, der Finanzwach-Commissär. der Gendarmerie- Wachtmeister, der Postmeister, der Stadtarzt, das Gemeindeamt u. A. m. theilnahmen. Rabbiner L. M i s ch e l hielt eine hebräische und deutsche Trauerrede. Radautz. Am 19. September wurde in der hiesigen großen Synagoge eine Trauerfeierlichkeit abgehalten. Herr Oberrabbiner Kunstadt hielt eine ergreifende, in Form und Inhalt gleich ausgezeichnete Trauerrede. Lipto-Ujvar, 27. September. Am 22. d. M. fand in der Synagoge der israelitischen Cultusgemeinde zu Lipto-Szt. Miklos bei großer Theilnahme ein feierlicher Trauergottesdienst statt. Viele Honoratioren waren erschienen, darunter Obergespan, kön. Rath von Kürty, Herr erster kön. ungar. Schulinspector, kön. Rath A. d. Kiszet, ferner die Comitats- und Steuerbeamten, die ganze Repräsentanz der israelitischen Gemeinde, an der Spitze die Herren erster Präses Dr. N. Schlesinger und Vicepräses I. Ullmann, der Schulvorstand I. Kohn und die Doctoren W. und A. Kux rc.