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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-09-30 · 39 (30.9.1898) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
39 (30.9.1898)
Date
1898-09-30
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 718 Vr. Vloch's Wochenschrift Nr. 39 Vermischtes. Wie«. Donnerstag den 6. October 1898, 5 Uhr- Abends. findet eine öffentliche Plenar-Sitzung des Vorstandes der israelischen Cultusgemeinde, I., Seitenstettengaffe 4. II. Stock, mit folgender Tagesordnung statt: i. Prästdialbericht; 2. Wahl des Obmannes der I. (Bethaus-) Sectio»; 3. Auslosung der nach § 6 des Statutes zum Austritt kommenden Vorstandsmitglieder; 4. Berichte des Vertreter- Collegiums; 5. Berichte der Schul-Section; 6. Bericht der Finanz-Section über die Buch- und Cassen-Revision. Wie«. (Spende.) Als Ergebniß einer Sammlung unter den Ausschußmitgliedern des Jüdisch-literarischen Vereines in Troppau find uns für die geplünderten galizischen Juden 10 fl. zugekommen. Wien. (Kinderheim.) Wie wir erfahren, ist soeben ein Verein m der Bildung begriffen, welcher die regste Antheilnahme verdient und der werkthätigen Förderung seitens unserer Glaubensgenossen empfohlen zu werden verdient. Der Verein führt den Namen „K i n d e r h e i m" und damit ist auch schon sein Wirkungskreis gekennzeichnet; es ist ein Verein zur Gründung und Erhaltung von Heimstätten für verkrüppelte, schwache und reconvalescente Kinder jüdischer Confession und hat seinen Sitz in Wien. Der Verein beabsichtigt, Heimstätten für verkrüppelte, schwache und reconvalescente Kinder jüdischer Confession zu gründen und zu erhalten und den bezeichneten Kindern behufs Erlangung oder Kräftigung ihrer Gesundheit dauernd oder vorübergehend Unterkunft und eine entsprechende Pflege und Erziehung zu geben. Der Verein wird zu diesem Zweck solche Heimstätten käuflich erwerben oder in Miethe nehmen und veröüppelte, schwache und reconvalescente Kinder jüdischer Consessiou in denselben unter ärztlicher Behandlung und entsprechender Beaufsichtigung verpflegen. Der Mitgliedsbeitrag ist auf mindestens 2 fl. jährlich festgesetzt. Durch einen einmaligen Beitrag von mindestens fl. 500 wird man Stifter, durch einen einmaligen Beitrag von mindestens fl. 100 Gründer des Bereutes. Proponent des Vereines ist Herr I. L e v i n, I., Marc Aurelstraße 3, an welchen Beitrittserklärungen zu richten sind. Die constituirende Versammlung wird demnächst stattfinden. Es bedarf wohl keines näheren Nachweises, um darzuthun, wie dringend die Fürsorge für arme kranke Judenkinder noththut. In einer Zeit, in welcher die antisemitische Strömung die armen Juden von interconfessionellen Wohlthätigkeitsanstalten mindestens theilweise ausschließt, tritt an die besser situirten Juden die unabweisbare Pflicht heran, sich ihrer armen Glaubensgenossen umso thatkrästiger anzuuehmen, und wo könnte auf dem Gebiete reiner Menschlichkeit eine schönere Aufgabe zu erfüllen sein, als indem man kranker: Kindern Pflege und Erholung angedeihen läßt. Wir hoffen, daß dieser Appell nicht ungehört bleibe, sondern dem Vereine „Kinderheim" eine stattliche Anzahl von Stiftern, Gründern und Mitgliedern zuführen wird — saluti et solatio aegrorum. Wien. . (Leopold st ädter Frauen-Wohlthätigkeits-Berein.) Das Vereinslocal befindet sich seit 1. September 1898 in den Räumen des am 19. November 1898 zu eröffnenden Lehrmädchenhorts in Wien, II., Rembrandtstraße Nr. 6, und sind alle Gesuche an obige Adresse einzusenden. Wie«. In der Jugendhalle der Jubilaums-Ausstellung, Abtheilung „Humanitäre Vereine", hat unter anderen Vereinen auch der „Rudolfsbund" seine Exposition. Kern zweiter Verein bietet ein so anschauliches Bild seiner humanitären Thätigkeit wie dieser Verein. Hier sieht man das eifrige Wirken aus Originalbelegen seit Entstehen des Vereines im Jahre 1889. Band an Band reihen sich die Bekleidungsbogen nach Jahren geordnet, ein kleines Bändchen bilden die Bekleidungsbogen pro 1689, einen dicken Band die des Jahres 1897. Wenn man in diese Bücher einen Blick wirst, enthüllt sich einem ein Stuck socialen Elends, welches in Jedem den Willen wachrust, hier helfend mitzuwirken, dem Vereine die Möglichkeit zu bieten, seiner Pflicht ebenso unverdrossen wie bisher weiter Genüge zu leisten. In wenigen Worten liest man auf vielen Bogen die kurze Bemerkung: „Petent muß mangels nöthiger Mittel abgewiesen werden." Wie viele Thränen,wie viel Roth hätte durch kleine Spenden hier noch gelindert werden können. Mit Schaudern muß man daran denken, daß sogar auf humanitärem Gebiete die Confession eine Rolle spielt. Eine arme Witwe mit 8 unmündigen Kindern erhielt keine Lehrmittel für dieselben, weil sie angeblich wohlhabend ist, beim recherchiren wurde gefunden, daß diese Witwe äußerst bedürftig war und die Lehrmittel nur aus dem Grunde, weil sie Jüdin ist, nicht erhielt. Der Verein unterstützte sie durch Bekleidung von 3 Kindern. Das Vereinsbureau befindet sich beim Obmannc, Herrn Josef Pollak (Firma Pollak und Neuron), Armenrath und Waisenvater, II., Ferdinandstraße 30, wo alle gewünschten Auskünfte bereitwilligst ertheilt werden. Wien. (I u b i l ä u nt.) Herr Emil Fuchs, Oberlehrer an der städtischen Knabenschule, II., Sperlgasse 2, feiert am 2. October das seltene Fest seiner vierzigjährigen Lehramtsthätigkeit. Seit 25 Jahren ist der Jubilar als Lehrer, respective Oberlehrer, im Dienste der Wiener Commune thätig. Wie wir hören, werden dem Jubilar sowohl in Lehrerkreisen, wie auch seitens zahlreicher Verehrer, Freunde und ehemaliger Schüler besondere Überraschungen vorbereitet. Wien. (Silberne Hochzeit.) Am 28. d. M. feiert ein langjähriges Mitglied unserer Cultusgemeinde, der Wiener Bürger und Hausbesitzer Herr Jonas F r ä n k l mit seiner Gattin Bertha, geborene M a n n a b e r g, das Fest der silbernen Hochzeit. Das Jubelpaar betreibt bekanntlich ein Geflügelgeschäft in der Glockengasse, das sich durch die rastlose Thätigkeit und den unermüdlichen Fleiß der Inhaber des größten Kundenkreises im In- und im Auslande erfreut. Herr und Frau Frankl sind allgemein geachtet und geschätzt wegen ihres Wohlthätigkeitssinnes und ihrer Frömmigkeit. Wien. (E i n e I u b i l ä u m s g a b e.) Im Vorjahre erschien ein treffliches Werkchen für die Hand unserer Schuljugend: „Materialien zum Religionsunterrichte" von Josef P l o h n. Nun liegt uns von demselben Verfasser ein umfangreichcres Werk für die Hand des Lehrers vor. „Materialien zum biblischen Geschichtsunterrichte" von Josef Plohn, Wien 1898, Verlag von I. Kauffmann, Frankfurt a. M. Wurde schon das erstere Werkchen seines interessanten, belehrenden und geistreichen Inhalts wegen von Lehrern und Schülern freundlichst ausgenommen, so dürfte das zweite Werk ein willkommener Behelf für den jungen Religionslehrer werden. Der Verfasser hat seine Erfahrungen, die er als Lehrer auf diesem Gebiete während eines halben Jahrhunderts gesammelt, in einfacher, schlichter und prunkloser Weise niedergeschrieben. Bescheiden, wie der Verfasser selbst, gibt er seine Erfahrungen zu Papier. Gerade diese einfache, prunklose Belehrung muthet den Leser an. Der junge Lehrer findet darin Belehrung und bereichert sein Wissen mit den Erfahrungen eines alten, tüchtigen Pädagogen ohne erst unter der demüthigen Empfindung zu leiden, der Verfasser beabsichtige in protziger, wenn auch nicht neuer Art den großen Pädagogen zu spielen und sein unfehlbares Licht leuchten zu lasiert, das einzig und allein der Born aller Weisheit bilden müsse. Kurz und bündig, einfach und doch geistreich, praktisch und doch nicht veraltet, spricht das Werk znm Leser und wird demnach eine willkommene Unterrichtsquelle für den jungen Lehrer, aber auch ein geschätztes Nachschlagwerk für den alten, praktischen Lehrer bleiben. So Verdienstvolles Herr Josef Plohn mit der Herausgabe beider Werkchen geschaffen, wir beglückwünschen ihn umsomehr und herzlichst, als es uns ja bekannt ist, daß Herr Plohn in wenigen Tagen sein fünfzigjähriges Lehrer-Jubiläum und gleichzeitig sein siebzigstes Geburtsfest begeht. So still, als es der Wunsch des Jubilars war, darf dieses seltene Fest nicht vorübergehen und nun umsoweniger, als der Jubilar auch als Schriftsteller hervorgetreten. Schon rüsten sich College», Freunde, Schüler^ dieses seltene Fest in würdiger Weise zu begehen. Wir werden selbstverständlich hierüber seinerzeit berichten. Sch. Wien. (Ein Mahnruf an Eltern.) Es ist eine stehende Klage der Aerzte und Pädagogen, daß bei dem modernen Erziehungssystem und Unterrichtsplan die geistige Ausbildung der Jugend vielfach auf Kosten der körperlicher! Entwicklung erfolgt. Pflicht der Eltern ist es deshalb, dafür zu sorgen, daß ihre Kinder zum Kampf ums Dasein nicht nur geistig, sondern auch körperlich gewappnet werden. Die Leistungen der orthopädischen Anstalt des D r. Roth in der W e i hburggasse4 auf dem Gebiete der physischen Erziehung sind seit einem Jahrzehnt bestens bekannt, und wir können diese Musteranstalt allen Eltern, die um das körperliche Wohl ihrer Kinder besorgt sind, auch am Beginne dieses Schuljahres wärmstens empfehlen. > Wien. (Ferienheim.) Montag den 12. d. M. kamen 71 Kinder unter der Leitung dreier Herren aus dem schönen Schlosse Rosiitz, welches Frau Baronin Hirsch-Gereuth zur Verfügung gestellt hatte, am Wiener Staatsbahnhofe an, wurden von der

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