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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-09-30 · 39 (30.9.1898) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
39 (30.9.1898)
Date
1898-09-30
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 39 Dr. Vloch's Wochrnfchrifi Sette 715 ein besonderer Trauergottesdienst statt, welchem nebst dem Vorstande der israelitischen Cultusgemeinde und der Chewra- Kadischa auch der auf Urlaub hier weilende k. k. Landesgerichtsrath Herr David Höfner aus Korneuburg beiwohnte. Herr Rabbiner Beer verrichtete bei geöffneter Bundeslade das Seelengebet für Ihre Majestät die Kaiserin Elisabeth. Falkena» a. d. Eger, 20. September. Die heutige Trauerfeier im hiesigen israelitischen Tempel für weiland Ihre Majestät die Kaiserin gestaltete sich zu einer imposanten Trauerkundgebung. Zu der Trauerfeier hatten sich eingefunden die Herren: Bezirkshauptmann Schmid, Bezirksrichter Beckert, Gerichtssecretär Fischer, Bezirksadjunet Schack, Bezirksarzt Dr. Kohn, Bürgermeister Krümling, Schulinspector Nagel, Schuldirectoren Schuster und Gröschl, die Repräsentanz der israelischen Cultusgemeinde, sowie viele Andächtige aller Confessionen. Die Rede des Rabbiners Dr. S. Feuerstein und die Vorträge des Cantors Lischmann Kurzweil, machten tiefen Eindruck. Mittwoch den 14. d. M. begab sich die Repräsentanz der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde zum Herrn k. k. Bezirkshauptmann Schmid und ersuchte denselben, die Kundgebung der Loyalität und des innigsten Beileids der gesammten hiesigen Cultusgemeinde an die Stufen des Allerhöchsten Thrones gelangen zu lassen. Goltsch - Jenikau, 25. September. In der hiesigen Cultusgemeinde fand am 1. Rosch Haschonotage eine Trauerfeier statt, bei welcher der Herr Rabbiner Dr. Thieberger dem Schmerz über den großen Verlust, der unser Kaiserhaus betroffen, Ausdruck verlieh. Am 24. d. M. veranstaltete die Leitung der hiesigen israelitischen Volksschule ebenfalls eine 4 Trauerfeier. Herr Dr. Thieberger entwarf ein dem Fassungsvermögen der Schüler entsprechendes Lebensbild der allgeliebten Kaiserin. Krakau. Die hiesige israelitische Cultusgemeinde veranstaltete sowohl in der alten Synagoge wie auch im Tempel feierliche Trauergottesdienste. In der alten Synagoge hielt Rabbiner CH. L. Horowitz eine Trauerrede. Rabbiner Horowitz leitete seine Rede mit dem tragischen Vorfälle in einem jüdischen Fürstenhause (Talmud Moed Katan 25) ein. Zborüw. Am 23. d. M. veranstaltete die hiesige Cultusgemeinde eine Trauerandacht. Unter den nichtjüdischen Gästen bemerkte man den Bürgermeister saimnt Municipialbeamten, die Bezirksgerichtsbehörden, Steueramtspersonal und viele andere Honoratioren unserer Stadt. Ortsrabbiner Herr David K l e i n h ä n d l e r hielt eine ergreifende deutsche Trauerrede. Rozmatow. Montag den 19. d. M. fand in der hiesigen schwarz drapirten Synagoge ein solenner Trauergottesdienst unter Anordnung des Cultusvorstehers Herrn Meyer Taue und des Synagogen-Verwalters Herrn Juda Rechtschaffen statt. Landesgerichtsrath Sabatowsky mit allen Gerichtsbeamten, sowie auch die Repräsentanten aller hiesigen Behörden wohnten der Feier bei. Der Rabbiner Jsak Hersch Hemerling' hielt zuerst eine Rede in hebräischer Sprache, und dann ergriff Herr Wilhelm David in deutscher Sprache das Wort. In rührenden Worten hielt er der verblichenen Kaiserin eine tiefempfundene Nachrede. Stanislau, 20. September. Anläßlich des Ablebens der Kaiserin fand hier heute in der großen Synagoge eine erhebende Trauerfeier statt, der ein zahlreiches Publicum und die Repräsentanten aller hiesigen Militär- und Civilbehörden beiwohnten. Nach den vom Chor vorgetragenen Trauergesängen hielt Herr Alexander Wittels die Gedächtnißrede, die erneu tiefen Eindruck auf alle Anwesenden hervorrief. Rohatyn, 23. September. In der hiesigen Synagoge fand am 17. d. M. für weiland Ihre Majestät die Kaiserin eine vom Cultusvorstande veranstaltete Todtenfeier statt. Nebst den Vertretungen der politischen und der Cultusgemeinde erschienen auch der k. k. Bezirkshauptmann, der Bürgermeister und viele Militärs. Herr Rabbiner Nathan Lew in hielt eine ergreifende Rede, welche auf die andächtige Versammlung tiefen Eindruck machte und Alle zu Thränen rührte. Csakathurn. Am 20. d. M. wurde im hiesigen Tempel ein Trauergottesdienst für weiland Ihre Majestät abgehalten. Es waren erschienen: Die Spitzen der Behörden aller öffentlichen Aemter und Vereine, sowie die Lehrkörper sämmtlicher Schulen mit der erwachsenen Schuljugend und das Officiercorps der hiesigen Garnison. Herr Cantor Balogh recitirte den 49. Psalm, dann hielt Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Schwarz eine tiefergreifende Rede Über den Text: Schuwas meszosz libenu, nehepach l’ewel mecholenu. Erwähnt sei noch, daß die Gemeinde für das in Budapest zu errichtende Elisabeth-Denkmal 100 fl. spendete, der israelitische Frauenverein und die Chewra-Kadischa je 500 fl. stifteten, deren Zinsen jährlich am Sterbetage der hohen Frau an Arme vertheilt werden sollen. Raab. Der Raab- und Raab-Szigeter israelitische Frauenvereins-Ausschuß hielt am 19. September unter dem Präsidium der Frau Johanna Herzl-Reppich eine das herrliche Andenken unserer heißgeliebten und angebeteten Königin verewigende Sitzung. Bei dieser festlichen Gelegenheit wurden auf Antrag der Frau Präsidentin folgende Punkte einstimmig angenommen: 1. Der Frauenverein gibt seinem Schmerze über das Ableben der weil. Königin Elisabeth protokollarischen Ausdruck. 2. An ihrem Namenstage bekleidet der Frauenverein jedes Jahr ein israelitisches und ein christliches Mädchen. 3. Zur Errichtung ihres Denkmals trägt der Verein aus eigener Caffe 60 Kronen bei. Endlich wurde beschlossen, daß sich dem Beispiele aller anderen Frauenvereine unseres Vaterlandes in Betreff der Creirung eines „Königin Elisabeth-Fonds" nach Aufruf der Witwe Frau Gräfin Alexander Teleky auch unser Verein bereitwilligst anschließen wird. Belovar, 20. September. Um der tiefen Trauer über den Tod der Kaiserin-Königin Ausdruck zu geben, trat der Gemeindevorstand zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, in welcher beschlossen wurde, im Tempel durch 30 Tage ein Seelenlicht zu zünden und jeden 10. September durch den Rabbiner ein Seelengebet verrichten zu lassen. Gestern wurde im Tempel ein Trauergottesdienst abgehalten, welchem der Obergespan Dr. Milutin von Kukuljevic, das Officierscorps des hier garnisonirenden Infanterie-Regiments Nr. 16 und sämmtliche Behörden beiwohnten. Nach den Gesangsvorträgen des Cantors Herrn M. F a u st sprach Bezirksrabbiner S. D. Tauber die Trauerpredigt. Die ergreifenden Worte des Predigers machten auf die im Gotteshause Versammelten einen mächtigen Eindruck. Nach dem Trauergottesdienste dankte der Obergespan dem Cultusvorstande Herrn I. F l e i s ch m a n u für die erhebende Trauerseier. Aufruf! Unter dem gegenwärtigen antisemitischen Regime leiden am empfindlichsten die jüdischen Unterlehrer, welche trotz zahlreicher Dieustjahre und einer sehr guten Onalification nicht avanciren, d. h. in eine höhere Gehaltsstufe vorrücken können, und zwar aus dem einzigen Grunde, weil sie mosaischer C o n f e s s i o n sind. So müssen viele brave, verheiratete Unterlehrer, welche eine Frau und Kinder zu erhalten haben, bei einem monatlichen Gehalte von 49 sl. — sage 49 fl.! — am Hungertuche nagen. Wir richten daher einen warmen Appell an alle jene jüdischen Eltern, welche gesonnen sind, ihren Kindern einen Privatunterricht ertheilen zu lassen, bei der Wahl eines Lehrers in erster Linie ihre Anfmerksamkeit auf die präterirten jüdischen Communal-Unterlehrer zu lenken. Die Nedaction ist gerne bereit, tüchtige Lehrer unentgeltlich zu empfehlen. Correspondemen. Wien. (I ü d i s ch e r C h r i st e n h a ß.) Am 22. September Nachmittags hat sich auf der Nußdorferstraße eine aufregende Scene abgespielt. Gegen 1 Uhr fuhr von der Alserbachstraße eine elegante, mit zwei Pferden bespannte Equipage daher. An der Ecke der Nußdorferstraße begegnete der Wagen einem Train der elektrischen Tramway. Die Pferde scheuten plötzlich und rasten, nachdem der Kutscher vom Bocke geschleudert worden war, durch die Nußdorferstraße, in welcher gegenwärtig Gasrohrlegungen vorgenommen werden. Bei einem Schutthaufen spielte eine Schaar Kinder, auf welche die scheuen Pferde direct losrannten. Der Passanten, welche die den Kindern drohende Gefahr bemerkten, bemächtigte sich eine coloffale Aufregung. Man rief den Kindern zu, so rasch als möglich ihren Spielplatz zu verlassen, doch die Kleinen hörten die Warnung nicht. Erst als die scheuen Pferde in unmittelbare Nähe gekommen waren, stoben die Kinder auseinander, mehrere von ihnen liefen jedoch den Pferden gerade entgegen, andere blieben vor Schrecken wie gelähmt mitten in der Straße stehen. Ein Unglück schien unabwendbar. Keiner von den Passanten, welche Zeugen dieser Scene waren, wagte es, mit eigener Gefahr an die Rettung der Kinder zu schreiten. Da, im letzten Augenblick, sah man plötzlich einen Mann, der sich durch die auf dem Trottoir stehende

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