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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-09-30 · 39 (30.9.1898) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
39 (30.9.1898)
Date
1898-09-30
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Sette 714 Dr. DIoch'r Wochenschrift Nr. 39 hielt eine vom Herzen gehende Trauerrede, von der alle Anwesenden tief gerührt waren. Mit einem Gebete für Se. Majestät den Kaiser schloß die solenne Feier. Pohrlitz. Dienstag den 20. d. M., 4 Uhr Nachmittags, veranstaltete der Cultusvorstand einen feierlichen Trauergottesdienst. Demselben wohnten die Bürgermeister der beiden hiesigen Stadtgemeinden mit den Gemeindevertretern, die hier domicilirenden Staats- und Bahnbeamten und Reserveofsiciere, die Lehrkörper der hiesigen Schulen, der Gendarmerie-Posten- Commandant, die Beamten der gräflich Herberstein'fchen Zuckerfabrik, die Genossenschaft der hiesigen Handwerker, eine Deputation des hierortigen Veteranen-Bereines rc. nebst einem zahlreichen Publicum an. Die ergreifende Rede Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners Josua Weiß machte auf alle Anwesende» einen tiefen Eindruck. Wischa«. Aus Anlaß des Hinscheidens der Kaiserin Elisabeth fand im hierortigen Tempel Montag den 19. d. M. um 4 Uhr Nachmittags ein feierlicher Trauergottesdienst statt. Anwesend waren der Gesammtvorstand unter Führung des Cultusvorstehers Herrn Sigmund H o f m a n n, Deputationen der Bezirkshauptmannschaft, des Bezirksgerichtes, des Hauptsteueramtes, der Bürgermeister mit den Gemeinderäthen und eine Abordnung der Wischauer Feuerwehr. Auch die Schuljugend war bei diesem Trauergottesdienste vollzählig versammelt. Nachdem das Seelenlicht angezündet worden war, wurden die Trauergebete vom hierortigen Cantor eingeleitet. Hierauf hielt Se. Ehrwürden Herr Bezirksrabbiner Eisler die Trauerrede, welche auf alle Anwesenden einen tiefergreifenden Eindruck machte. Mit den Seelengebeteu für die Kaiserin und mit den Gebeten für das Wohl des Kaisers und des ganzen Kaiserhauses schloß diese Trauerfeier. Wr. Hotzeuplotz. Aus Anlaß des Ablebens unserer Kaiserin fand am 16. d. M. eine außerordentliche Sitzung des hierortigen israelitischen Cultusausschusses statt, in welcher die vom Cuttusvorsteher Herrn Adolf Lichtwitz. gehaltene Eröffnungsrede von den Anwesenden stehend angehört und der tiefsten Trauer ob des tragischen Lebensabschlusses Ihrer Majestät Ausdruck gegeben wurde. Hierauf fand in der Synagoge ein feierlicher Trauergottesdienst statt, in welchem unser Rabbiner Herr Moses Rudolfer der verblichenen Kaiserin einen ergreifenden Nachruf hielt und für ihr Seelenheil Gebete verrichtete. Kopreiuitz, 22. September. Heute Vormittags veranstaltete die hiesige israelitische Cultusgemeinde für die Kaiserin einen feierlichen Trauergottesdienst. Es fanden sich ein: Der Herr k. Commiffär S ch m i t mit sämmtlichen Beamten des Stadtmagistrates, der neugewählte Gemeinderath, sämmtliche Herren des Bezirksvorstandes, des Bezirksgerichtes, der städtische Lehrkörper, die freiwillige Feuerwehr, der städtische Frauenverein mit seiner Präsidentin Frau von Scerbak, der israelitische Frauenverein mit seiner Präsidentin Frau Dr. Eisenstein und viele Andere. Nach einem von Herrn Obercantor Hofmann vorgettagenen und vom gut geschulten Tempelchor exact ausgeführten Trauerchoral, hielt Herr Bezirksrabbiner S. Hessel die Trauerrede. Bei offener Bundeslade verrichtete daun der Herr Rabbiner das Seelengebet für weiland Ihre Majestät und flehte um Trost zu Gott für den unermeßlichen Schmerz unseres theueren, vielgeliebten Monarchen. Noch unter dem Eindrücke dieser weihevollen Andacht versammelte sich der Gemeindevorstand zu einer Sitzung und beschloß, für Ihre Majestät durch 30 Tage das Seelenlicht im Tempel brennen zu lassen, alljährlich am Sterbetage das Kadischgebet vom Rabbiner verrichten zu lastenjmö ferner den Herrn Obergespan zu bitten, das tiefempfundene Schmerzgefühl der Gemeinde über das Hinscheiden der unvergeßlichen Landesmutter an Allerhöchster Stelle in geeigneter Weise auszudrücken. Prag, 19. September. Am Rüsttage des Rosch Haschonofestes fand um 11 Uhr Vormittags der von der hiesigen Gemeiuderepräseutanz veranstaltete Trauergottesdienst für unsere allgeliebte, allbetrauerte, ewig unvergeßliche Landesmutter. Kaiserin Elisabeth, statt. In der schwarzdecorirten, mit hohen Palmen geschmückten Klaussynagoge hatte sich eine große Zahl geladener Gäste und andere Andächtige versammelt. In Vertretung des Statthalters war Hofrath Wolf, der Polizeibehörde der Bezirksleiter, des Stadtverordneten-Collegiums Landtagsabgeordneter Dr. Zalud, des Magisttates der älteste Rath und der Secretär Dr. Stein, ferner alle Rabbiner und Prediger und die gesammte israelitische Gemeinderepräsentanz erschienen. Von sonstigen hervorragenden Persönlichkeiten bemerkte man Hofrath Zucker, Universitätsprofeffor Weil, den Obmann der böhmischen Landes-Judenschaft Dr. Lichtenstern u. A. Es herrschte eine lautlose Stille tiefster Rührung, als die ergreifende Feier begann. Dieselbe wurde durch einige hebräische Psalmverse eingeleitet, welche Obercantor G u t t m a n n und der Chor ungemein wirksam vortrugen. Die Trauerrede sprach Oberrabbiner Ehrenfeld, welche einen erschütternden Eindruck hervorrief. Den Schluß bildeten trefflich executirte Trauergesänge und das Kadisch - Gebet. Die erhebende Feier hinterließ bei allen Anwesenden den nachhaltigsten Eindruck. — 19. September. Heute um 5 Uhr Nachmittags fand im Carolinenthaler-, eine Stunde vorher im Weinberger Tempel in Anwesenheit der Spitzen der Behörden und ungemein starker Betheiligung aller Kreise der Bevölkerung der Trauergottesdienst für unsere Kaiserin statt. In ersterem hielt Rabbiner Dr. Hirsch die tieferschütternde Trauerrede, in letzterem war die Gedenkrede dem Rabbiner Stark, das hebräische Gebet dem Rabbiner Dr. Weiner übertragen worden. — 20. September. Im hiesigen Tempel fand heute Nachmittags, 5 Uhr, eine Trauerfeierlichkeit für die Kaiserin Elisabeth statt. Noch lange vor der zum Beginne bestimmten Frist hatte sich das Gotteshaus mit Besuchern gefüllt. Rechts neben dem Tabernakel hatten der Statthalterei-Vicepräsident D o r f l, der Polizeidirector I a n o t t a, die Statthalterei- Räthe, der Bezirksleiter, ihnen gegenüber die Rabbiner und Prediger, der heiligen Lade gegenüber die Mitglieder der Gemeind'erepräsentanz, die Vertreter der Militärbehörde, der Obmann der Landes-Judenschaft Dr. Lichtenstern, Landtags-Deputirter Dr. Zalud, ihre Sitze eingenommen. Nachdem Cantor M r s k y einen Psalm im Originaltext in ergreifender Weise vorgetragen, bestieg Tempelprediger Dr. Fischer die Kanzel und entwarf ein wahrhaft getreues Charakterbild der endlos tiefbetrauerten hohen Verewigten, schilderte den unersetzlichen Verlust den unser erhabener Monarch, das Kaiserhaus, der Staat und die Menschheit erlitten. Der Tod der edlen Märtyrerin ist ein gebieterischer Appell an die Menschheit, sowohl an den Staat, als an jeden Einzelnen, den Kampf gegen Jene aufzunehmen, deren Endzweck es ist, die Religion zu untergraben, die Moral zu vergiften, das Rechtsbewußtsein zu ertödten, alle Autorität zu vernichten, das Familienleben zu entweihen, die edelsten Gaben der Menschheit zu zerstören. Neuhaus. (Böhmen.) 24. September. Im hiesigen israelitischen Tempel, wurde am Abend des 22. d. M. zum Gedächtniß an die verblichene Kaiserin Elisabeth ein feierlicher Trauergottesdicnst abgehalten; um 6 Uhr versammelten sich in dem schwarz drapirten Gotteshause nebst fast allen Mitgliedern unserer Cultusgemeinde und deren Frauen im Trauergewande zahlreiche Würdenträger unserer Stadt. Erschienen waren: Der k. k. Bezirkshauptmann Herr Twrdy, der k. k. Landesgerichtsrath Herr Bubla, Herr Oberst Haas mit zahlreicher Deputation des k.u. k. 75. Infanterie-, sowie des hiesigen Landwehrregimentes, Herr k. k. Bezirksarzt Dr. Rybak, Herr Bürgermeister Dr. Naxera, Herr Stadtrath Holce, der k. k. Gymnasialdirector Herr Riha an der Spitze einer Professorendeputation, eine Deputation des k. k. priv. Scharfschützencorps und des k. k. Militärveteranenvereines. Der von dem Rabbiner- Herrn Horner und dem Cantor Herrn Fürnberg in weihevoller Art dargebrachte Trauergottesdienst übte auf alle Anwesenden tiefen Eindruck. Marienbad, 20. September. Die israelitische Cultusgemeinde in Marienbad veranstaltete heute Abends 6Uhr eine würdige Trauerfeier für weiland Ihre Majestät die Kaiserin Elisabeth. Das Gotteshaus war von einem zahlreichen Auditorium, zu dem auch noch anwesende Curgäste ein ziemliches Contingent stellten, gefüllt. Auf den vom Cantor mit Chor und Orgel eindrucksvoll vorgetragenen Psalm 16 folgte die Predigt, welcher Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Goldberger den Text (Klage!. 1, 12): „Schauet doch und sehet, ob irgend ein Schmerz sei, wie mein Schmerz, der mich getroffen hat" zw Grunde legte, und die in, ein Gebet für Kaiser und Reich ausklang. Königsberg a. d. Eg er. Anreihend an die am Rosch Haschonofeste gehaltene Festrede: „Die Jahresrückschau", gelegentlich welcher Se. Ehrwürden Herr Rabbiner I. Beer auch besonders die Herzensgüte und hohen Tugenden weiland Ihrer Majestät der Kaiserin Elisabeth mit lebhaften Worten schilderte, fand heute, den 21. September, im hiesigen Tempel

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