Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 37 (16.9.1898)
- Date
- 1898-09-16
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 676 Dr. Bloch's Wochenfchrist Nr. 37 Statistik Wer die Juden in Wien. Von Dr. Arnold Ascher. Fortsetzung. Ueber die Verhältnisse der israelitischen Cultusgemeiude seien auch an dieser Stelle die das Jahr 1896 betreffenden Daten angeführt; in diesem Jahre wurde das neue Statut der Wiener israelitischen Cultusgemeiude, welches den gesetzlichen Verordnungen vom 21. März 1890, R.-G.-Vl. Nr. 57 und dessen Durchführungsverordnung vom 4. December 1891, L.-G.-Bl. Nr. 63, Rechnung trägt, vom Cultusministerium genehmigt. Die türkisch-israelitische Gemeinde besteht selbständig weiter. Die Einnahmen der Cultusgemeinde im Jahre 1896 beliefen sich auf fl. 535.423 25, darunter an Cultusbeiträgen fl. 190.823 von 13.974 Steuerträgern. Unter den Cultusausgaben im Betrage von fl. 574.602 65 sind Subventionen an 13 Bethausvereine im Gesammtbetrage von fl. 4450 und Widmungen an 2 Bethausvereine im Gesammtbetrage von fl. 3500 enthalten. Im Jahre 1896 waren für den Religionsunterricht an den allgemeinen Volks- und Bürgerschulen 69 Religionslehrer thätig und betrugen die Ausgaben fl. 52.208 67, wozu der Bezirksschulfond fl. 20.801'50 beitrug. Die israelitisch - theologische Lehranstalt erhielt von der Cultusgemeiude eine Jahressubvention von fl. 4000. Die sehr sorgfältig ausgeführten Tabellen über die erfolgten Confeffionsänderungen ergeben, daß aus dem Judenthume ausgetreten sind: 1892 148 männl. 166 1893 233 u 172 1894 217 172 1895 212 198 1896 229 214 Zum Judenthume übertraten: 1892 20 männl. 50 1893 33 69 1893 33 59 1895 22 54 1896 28 „ 45 Von letzteren waren ledig 17 männliche 39 weibliche Personen verheiratet 7 verwitwet 3 geschieden 1 über 14—20 Jahre alt 3 „ 20-30 „ „ 14 u 30 40 „ „ 4 - 40-50 „ „ 3 - 50-60 „ „ 1 „ 60-70 „ „ 1 - 70-80 .. „ 2 5 1 6 26 7 5 Von den 443 Personen, welche aus dem Judenthum austraten, erklärten ihren Uebertritt zur römisch-katholischen Kirche 275 (127 männliche, 148 weibliche), zur evangelisch-augsburgischen Kirche 66 Personen (32 männliche, 34 weibliche), zur evangelisch-helvetischen Kirche 13 Personen (8 männliche, 5 weibliche), zur griechisch-orientalischen Kirche 2 Personen, confessionslos erklärten sich 85 Personen (61 männliche, 24 weibliche), zur griechisch-katholischen Kirche 2 Männer, zur altkatholischen Kirche 2 Männer, 1 Frau. Bon den 76 Personen, welche zum Judenthume übertraten, gehörten vorher an der römisch-katholischen Kirche 21 männliche 35 weibliche * griechisch-oriental. „ 1 „ - * katholischen „ 1 — „ evangel.-augsburg. „ 4 7 u u helvet. „ 2 „ 2 „ In der Gruppe XIV. „Bildungswesen" finden wir die Angabe, daß an der k. k. Universität 1892 1875, 1893 1738, 1894 1705, 1895 1606, 1896 1530 jüdische Studenten jnscribirt waren. Die Anzahl der israelitischen Studirenden an der k. k. technischen Hochschule hat dagegen zugenommen-, es waren 1891/92 223, 1892/93 247, 1893,94 263, 1894/95 311, 1895/96 353, und 1896/97 414. Schwankend ist die Zahl der israelitischen Studirenden an der k. k. Hochschule für Bodencultur, zu derselben Zeit betrug ihre Anzahl 14, 12, 14, 11, 9 und 6 unter 309. An der k. k. Akademie der bildenden Künste studirten im Jahre 1892 19, 1893 26, 1894 26, 1895 22, 1896 18 Israeliten. Ueber die israelitisch-theologische Lehranstalt finden wir folgende Daten: Das Lehrpersonale bestand aus 4 Professoren und 3 Docenten. Die Zahl der Hörer betrug 46, darunter 1 außerordentlicher, 3 von ihnen waren aus Niederösterreich, 5 aus Böhmen, 5 aus Mähren, 26 aus Galizien, 5 aus Ungarn, 2 aus dem Auslande. In der Vorbereitungsschule waren davon 10 Schüler. Im Ganzen waren sonach jüdische Hochschüler 2004, in Procenten 23‘7°/0 gegen 25-4% im Vorjahre. Ueber den Besuch israelitischer Kinder in den Mittelschulen gibt nachstehende Tabelle Auskunft: Es besuchten von Gymnasien: das akademische Gymnasium „ Franz Josefs- „ „ Gymnasium zu den Schotten das Staatsgymnasium Gymnasium der Theresian. Akad. Staats gymnasium im I. Bezirke 177 121 18 Privatuntergymnasium k. k. Staatsgymnasium Communalgymnasium im II. Bezirke 335 „ III. „ 73 „ IV. „ 6 „ IV. 35 VI. „ 134 „ VIII. „ 82 „ XIII. „ 40 „ IX. „ 309 „ XII. „ 48 „ XVII. 41 „ XIX. „ 79 I. Bezirke 178 I. „ 17 II. 190 II. 248 III. 92 III. ' // 18 IV. 47 V. v 15 VI. 70 VII. 60 VH. 43 XV. 6 XVIII. „ 44 Zusammen 1498 Kinder mosaischen Glaubens gegen 1405, 1256, 1276 und 1483 in den Vorjahren. Das seither verstaatlichte RealgymnasiumimU. Bezirk e besuchten 296 Schüler gegen 337, 470, 450 und 325 in den Vorjahren. Realschulen besuchten 1028 jüdische Kinder gegen 999 im Vorjahre, und zwar die k. k. Staats-Realschule im Privat-Unterrealschule „ k.!. Staats-Oberrealschule „ k. k. Staats-Unterrealschule „ k. k. Staats-Oberrealschule „ Privat-Unterrealschule „ Communal-Oberrealschule „ k. k. Staats-Unterrealschule „ Communal-Oberrealschule „ k. k. Staats-Oberrealschule „ Privat-Unterrealschule „ k. k. Staats-Oberrealschule „ „ * , XV11I. ., Den percentuell größten Antheil nehmen dre jüdischen Schüler, respective Schülerinnen unter den Besucherinnen der höheren Mädchenschule ein; das Jahrbuch führt an, daß unter den 1346 Mädchen, welche solche Institute besuchten, 596 jüdischen Glaubens waren; es besuchten hievon das Mädchengymnasium des Vereines für erweiterte Frauenbildung 38 Mädchen, das Lyceum Jeiteles 131, Liste 8, Luithlen 38, den Wiener Frauen- Erwerbverein 130, die Fortbildungskurse Gunesch 12, Hanausek 2, Paulus 1, Verein für höhere Töchterschulen im II. Bezirke 63, Szanto 6, Mädchenunterstützungsverein 26, der evangelischen Gemeinden 47, Petritsch 1. Langer 6, Schulverein für Beamtentöchter 80 und Winterberg 3; Verein für die Mädchenfortbildnngsschule im XIX. Gemeindebezirke 4; auffallend ist nur der Rückgang bei dem Schulverein für Beamtentöchter, in welchem sich im Vorjahre 124 jüdische Mädchen befanden. Ueber das städtische Pädagogium finden wir keine Daten; bei den Lehrer- und Lehrerinnen-Bildungsanstalten sind nachstehende Ziffern angeführt: es besuchten letztere 24, davon die Privatbildungsanstalt für Kindergärtnerinnen 9 Mädchen, 2 die Lehrerinnenbildungsanstalt des k. k. Civilmädchenpensionates. Das Conservatorium für Musik und darstellende Kunst der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien besuchten 242 jüdische Schüler und Schülerinnen. Die Anzahl der jüdischen Schüler an den Lehranstalten des k. k. technologischen Gewerbemuseums betrug 112. Ueberdies besuchten 198 mosaische Knaben fachlichgewerbliche Fortbildungsschulen, 280 besuchten allgemeine gewerbliche Fortbildungsschulen für Lehrlinge und Gehilfen, 237 für Mädchen und 306 jüdische Knaben und Mädchen besuchten