Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 34 (26.8.1898)
- Date
- 1898-08-26
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 34 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 633 Vermilchles. Wien. Fräulein Riva A d u t t, Tochter des Borstehers der türkisch-israelitischen Gemeinde zu Wien Herrn Licco L. Adutt, hat sich mit Herrn Dr. Theodor Neuschloß, Advocat in Budapest, Sohn des Herrn Adolf Neuschloß, verlobt. Wien. Seitens des israelitischen ^Bethausvereines im IX. Bezirk wird anläßlich der hohen Feiertage im IX. Bezirk, Sechsschimmelgasse 16, ein provisorisches Bethauslocal errichtet. Die Sitze werden vom 1. bis 12. September bei Herrn Leop. Hendl, IX., Währingerstraße 52, von da bis 16. September im Bethauslocale selbst von 5 bis halb 8 Uhr Abends, vermiethet. Wien. Die „Extrapost" schreibt: Das Organ des Pater Diettrich, das Montagsblatt „Echo", ist selig in dem Herrn entschlafen. Es war ein Hetzblatt niederträchtiger Sorte und lebte von den Unterstützungen, die Pater Diettrich bei Allen, die ihm in den Weg kamen, zusammenschnorrte. Es ist schade um dieses Blatt, ein besseres Jllustrationsfactum der heutigen Verhältnisse in Wien wird sich nicht mehr finden. Waidhofen a. d. Thaya, 21. August. Heute wurde hier in Gegenwart des Erzherzogs Rainer und des Statthalters Grafen Kielmansegg in feierlichster Weise das Kaiserdenkmal enthüllt. Namens der hiesigen israelitischen Cnltusgemeinde legte der Vorsteher Herr Josef Pollak einen prachtvollen Kranz am Denkmal nieder. Vor der Enthüllung hatte sich die Gemeinde im Tempel zu einem Gottesdienste eingefnnden, wobei Herr Rabbiner Dr. K a h a n die Festrede hielt. Budapest. (Ein Geschenk Professor Holub's.) Die israelitische Realschule in Waag-Neustadtl erhielt dieser Tage von dem Afrikareisenden Dr. Emil Holub eine werthvolle Sammlung zum Geschenke, die lehrreiche geographischnaturhistorische Objecte aus Afrika, Asien und Südamerika enthält. Wotitz. (A u s z e i ch n u n g.) Dem Oberlehrer Herrn Marens Neumann, Leiter der hiesigen zweiclassigen deutschen israelitischen Volksschule mit dem Rechte der Oeffentlichkeit zu W o t i tz, wurde vonl Bezirksschulrat!) mittels Decretes vonl 1. August 1898, Z. 2157 für das sehr ersprießliche Wirken in Erziehung und Unterricht die belobende Anerkennung ausgesprochen. Kremsier. Bor kurzer Zeit organisirten sich die jüdischen Hochschüler Kremsiers zu einer „Tischgesellschaft jüdischer Hochschüler Kremsiers", welche wissenschaftlichen und geselligen Zwecken dienen soll. Zum Obmann wurde Herr med. cand. Siegfried Fischl gewählt; zum Obmannstellvertreter Herr stud. ing. R i e s e n f e l d. Den Ausschuß bilden die Herren stud. ing. Massarzik, stud. jur. Schwarz, stud. med. Frankl. Olmütz. (T raun n g.) Am 3V. d. M. findet in Baden bei Wien die Trauung des Herrn Ludwig B r i e ß, Sohn des Kammer- und Commercialrathes Herrn Wilhelm B r i e ß, mit Frl. Therese Schreiber statt. Das Brautpaar entstammt hochgeachteten Familien. In unserer Gemeinde wird dem Familienfeste mit größten Sympathien begegnet, da sich der Brautvater allgemeiner Beliebtheit erfreut. Protznitz. (Jubiläums -Medaillen für vierzig Jahre D i e n st z e i t.) Zu den Wenig en, denen es gegönnt sein wird, die von Sr. Majestät dem Kaiser anläßlich dessen fünfzigjährigen Jubiläums gestiftete Medaille für „vierzigjährige treue Dienste" zu empfangen, zählt Herr k. k. Triangulirungsdirector Abraham B r o ch in Wien, ein gebürtiger Proßnitzer, Sohn weiland des Gemeindejuristen und Vorbeters Herrn Elkan Broch. Herr k. k. Triangulirungsdirector Broch hat eine zweiundvierzigjährige, rühmliche Beamtenlaufbahn zurückgelegt und es in der Beamtenhierarchie bis in die VI. Rangsclasse gebracht. Die technischen Arbeiten zur jüngsten Gruudsteuerregulirung sind nahezu sein ausschließliches Werk. Weiters Herr Fabriksdirector Alois B l ü m e l, ein Schwager des Wiener Cantors Schüller, welcher über vierzig Jahre bei der Kleider-Confectionsfirma M. & I. Mandl in Proßnitz eine ersprießliche Thätigkeit entfaltet und sich durch Pflichttreue und aufopferungsvoller Hingebung die Zufriedenheit seiner Chefs und durch wohlwollende Behandlung des Fabrikspersonales die Sympathien des letzteren verdientermaßen erworben hat. Prag. In Luk wurde der allgemein geachtete Rabbiner I. Baum unter zahlreicher Betheiligung der Bevölkerung zu Grabe getragen. Derselbe hinterläßt eine Witwe mit 9 unversorgten Kindern. Den ceremoniellen Theil der Leichenfeier vollzog M. H o f f e r, Religionslehrer aus Lnditz, die Trauerrede hielt Rabbiner Richnovsky aus Podersam. Oberlehrer Dax aus Thönischen widmete dem Dahingeschiedenen einen warmen Nachruf, welcher mit der Bitte au die Vertreter der Cultusgemeinde endete, die nun verwaiste Familie nicht zu verlassen. Seine Worte übten auf die Zuhörer einen mächtigen Eindruck. Am offenen Grabe versprach Herr Hermann Ullm ann, Vorsteher der Cultusgemeinde in Luk, im Sinne der Rede des Herrn Dax wirken zu wollen. Prag. Die in Goltsch-Jeuikau befindlichen Ferien-Colonisten erholen sich sichtlich unter Einwirkung der reinen, erfrischenden Landluft. Die blaffen Wangen der Knaben nehmen allmählich eine gesunde Farbe und Rundung an, und die Kinder sind voll froher Laune. Die sorgsame Pflege, deren sich die 18 Knaben bei dem Coloniehälter, Herrn S. Pick, erfreuen, trägt das ihre zur kräftigen Erholung der Kleinen bei. Besonderer Dank gebührt der Gemalin des Herrn Pick. Frau Amalie Pick, die sich der hilfsbedürftigen Colonisten besonders annimmt und reichlich dafür sorgt, daß der stetig zunehmenden Eßlust der ihr anvertrauten Kleinen Genüge gethan wird. Dem israelitischen Feriencolonievereine, der es sich zur schönen Aufgabe gemacht hat, armen schwächlichen Kindern die Gesundheit wiederzugeben, gebührt der innigste Dank. Krakau. (Todesfall.) Der Präsident der hiesigen Cultusgemeinde H. Dr. Leon Horowitz hat durch den Tod seines Bruders H. Max H o r o w i tz einen schmerzlichen Verlust erlitten. Aus diesem Aulaffe hat der Cultusvorstand in seiner letzten unter Vorsitz des Vicepräsidenten Hirsch Landau abgehaltenen Sitzung beschlossen, dem Präsidenten telegraphisch nach Ostende, wo er eben weilt, das Beileid des Vorstandes auszudrücken. Berlin. Bei der Universität Königsberg ist der Privatdocent für Arzneimittellehre und medicinische Chemie Dr. Rudolf Cohn zum Professor ernannt worden. Berlin. Auch bei der diesjährigen Preisvertheilung an der Universität sind jüdische Studenten, wie fast in jedem Jahre, mit Ehren ausgezeichnet worden. Den städtischen Preis, der von der medicinischen Facultät gestellt wurde, erhielt der cand. med. Arthur Fraenkel aus Neustadt in Schlesien, den historischen Preis der philosophischen Facultät cand. phil. Bruno Rappaport aus Nordhausen. Berlin. Das Jubiläum ihres zweihundertjährigen Bestehens als staatlich anerkannte Behörde kann die Berliner jüdische Gemeindeverwaltung im nächsten Monat begehen. Die erste Instruction und Bestätigung von jüdischen Gemeindeältesten datirt vom 24-. September 1698. Berlin. Herrn Geheim. Sanitätsrath Dr. Ad. Abraham ist der Rothe Adler-Orden IV. Claffe verliehen worden. Breslau. Herr Professor Dr. I. Freudenthal ist zum Decan der philosophischen Facultät der hiesigen Universität gewählt worden. Elbing. Herr L. Löwenstein ist zum unbesoldeten Magistrats-Mitglied ernannt worden. Stockholm. Der König hat Herrn H. G o l d s ch m i d t in Berlin das Ritterkreuz des Wasa-Ordens verliehen. Gnesen. (Jubiläum.) Wie wir erfahren, feiert der in jüdischen Gemeinde- und Cantorenkreisen wohlbekannte, beliebte und geachtete Cantor A. B l a u st e i n in Bromberg, Begründer und Herausgeber einer Fachzeitschrift für Cantoren und Begründer des Cantorenvereins, am 1. September d. I. sein 25jähriges Amtsjubiläum. Leipzig. Die hiesigen Tageszeitungen äußern sich in Worten ehrendsten Lobes über ein Gemälde „Moses", das Herr Kunstmaler I. Krupenie für das hiesige israelitische Kinderheim hergestellt hat. Das Original, das demnächst in größeren Städten zur Ausstellung gelangen und sicherlich, wie hier, berechtiges Aufsehen erregen wird, ist in Lichtdruck-Reproduction vervielfältigt worden, sodaß weitesten Kreisen die Möglichkeit geboten wird, dieses meisterhafte Kunstwerk als würdigsten Zimmerschmuck zu erwerben. Herr Krupenie ist in Slonim (Rußland) geboren, hat mit Auszeichnung die hiesige und die Müchener Akademie besucht und ist seit einer Reihe von Jahren hier ansässig, wo er sich durch seine künstlerischen Leistungen einen großen Kreis von Bewunderern und Freunden erworben hat. Bologna. Herr Aristo Mortara ist zum Vicepräsidenten des hiesigen Gerichtshofes ernannt worden.