Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 34 (26.8.1898)
- Date
- 1898-08-26
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 34 jpr. Vloch's Wochenschrift Seite 629 von einem Männerchore gesungenen Psalme hielt Dr. Feuchtw a n g eine von patriotischem Geiste durchwehte Rede. Der Feierlichkeit wohnten der hiesige Bezirkshauptmann und der Landesgerichtsrath, die Gemeindevertretung, der Ortsschulrath und der Lehrkörper, sowie ein zahlreiches Publicum bei. Aus K r e m s i e r wird uns berichtet: Anläßlich des 50jährigen Regierungs-Jubiliäums des Kaisers wurde dessen 68. Geburtstag von der israelitischen Cultusgemeinde in Kremsier besonders feierlich begangen. Schon am Vorabende desselben flatterten auf den Gemeindehäusern Fahnen und die Judengasscn erstrahlten in glänzender Beleuchtung. Am 18. August, 4 Uhr Nachmittags, wurde in dem festlich geschmückten Tempel ein Festgottesdienst abgehalten. Von den geladenen Gästen waren anwesend: der k. k. Bezirkshauptmann Herr Franz SedlaSek mit dem k. k. Bezirkssecretär Herrn Otto K i tz l e r, der Bürgermeister der Stadt Kremsier, Herr Dr. P i ö t e ck y, mit den Herren Gemeinderäthen H a r n a und Rakowitsch, der k. k. Öbersteuerinspector Herr U l e h l a, der k. k. Oberpostverwalter Herr P o k o r n y mit mehreren Herren Postbeamten, der k. k. Finanzcommissär Herr Wenzel und Andere. Das k. u. k. Militär Stations - Commando und das k. k. Landwehr- Commando waren durch viele Herren Officiere der hiesigen Garnison vertreten und die Mannschaft israelitischer Confession wurde zum Gottesdienste commandirt. Die deutschen und bömischen Mittelschulen hatten ihre Vertreter entsendet. Statt des Herrn Dr. Frankl-Grün, der an's Krankenlager gefesselt war, hielt Herr Dr. F r e i m a n aus Holleschau eine erhebende Festrede. Sehr wirkungsvoll gestalteten sich die Sologesänge des Herrn Obereantors R e i ch a r d t. Aus B i s e n z schreibt man uns: Zur Feier des Geburtstages unseres huldreichen Kaisers erschienen der k. k. Bezirkshauptmann aus Ung.-Hradisch, der Veteranenverein, die freiwillige Feuerwehr, der Lehrkörper mit der Schuljugend, sowie ein zahlreiches, distinguirtes Publicum. Nach dem einleitenden „Mah-towu" sang, unter der Leitung unseres bewährten Cantors I. Schult, der Tempelchor einen erhebenden Choral. Hierauf hielt unser allbeliebter Rabbiner Dr. Josef Hoff eine schwungvolle, von Patriotismus durchglühte Festrede, in der er den Monarchen als Fürsten der Gerechtigkeit, des Friedens und der allgemein menschlichen Liebe feierte. Aus Holleschau, wird uns geschrieben: Bei unserem Festgottesdienste erschienen an der Spitze der Beamten der k. k. Bezirkshauptmann Herr Zdenko W ach a. sowie dessen Schwiegervater Herr Hofrath v. S u l z b e ck. Den Glanzpunkt der gelungenen Feier bildete die gediegene Festrede, die Seiner Ehrw. Herr Rabbiner Dr. I. Freimann hielt. Aus Schasfau wird uns berichtet: Die in der hiesigen Jsraelitengemeinde befindliche Spar- und Vorschußcasse veranstaltete am 18. August d. I. eine solenne Feier. Der ganze Ort trug ein festliches Gepräge. Festreden hielten: Herr Rabbiner Adolf Diamant beim Gottesdienste, Oberlehrer S. Riesenfeld beim Fackelzuge am Ring vor dem Gemeindehause und Seminarist Herr Jakob Diamant am Marktplatz. Den gesanglichen Theil des Gottesdienstes besorgte Cantor Herr Leopold L ö w y. Nachod. Der Geburtstag Sr. Majestät wurde hier wie alljährlich festlich begangen. Im israelitischen Tempel hielt Rabbiner Dr. B r o d y die Festrede. B lat na, 18. August. Im Tempel der Cultusgemeinde fand ein feierlicher Gottesdienst statt. Rabbiner Beck hielt eine kurze Ansprache. Nach dem Kaisergebet sang die gesammte Schuljugend die Volkshymne. S t r a n L i tz. In der hiesigen israelitischen deutschen Privatvolksschule hielt der Schulaufseher und Cultusvorsteher Doctor Joseph Löwenstein an die versammelte Schuljugend anläßlich des Allerhöchsten Geburtstages eine patriotische Ansprache. In der Synagoge verrichtete Rabbiner L ö b l das Kaisergebet. Litten. Anläßlich des Geburtsfestes Sr. Majestät fand in der hiesigen Synagoge ein solenner Festgottesdienst statt. Die Ortsarmen wurden mit ahnsehnlichen Geldspenden bedacht. Neuern. Anläßlich des Geburtsfestes unseres Kaisers hielt Rabbiner Reiser im Tempel einen Festgottesdienst ab. Klagenfurt. Die israelitische Filial-Cultusgemeinde in Klagenfurt hielt am 18. d. Vormittags im Betlocal, Schüttgasse Nr. 17, anläßlich des Geburtstages des Kaisers einen Festgottesdienst ab. Aus Krakau wird uns berichtet: Aus Anlaß des kaiserlichen Geburtstages fand hier ein feierlicher Gottesdienst in der alten Synagoge statt, an dem der Cultusvorstand unter Führung des Bicepräsidenten der Cultusgemeinde Gemeinderath H. Hirsch-Landau, theilnahm. Die Festrede, die tiefen Eindruck auf die Zuhörer übte, hielt Rabbiner-Stellvertreter H. Chaim L. Horowitz. Aus Horodenka wird uns geschrieben: Dem Festgottesdienste aus Anlaß des Geburtstages des Kaisers wohnten sämmtliche Beamten der Bezirkshauptmannschaft, des Bezirksgerichtes und des Steueramtes bei. Dr. Oscar K a n a f a s und der Bezirksmatrikenführer Salomon Kalmus hielten Festreden, und zwar erfierer in polnischer und letzterer in deutscher Sprache. Herr Kalmus sagte unter Anderem: „Für uns Inden ist der Geburtstag und das Jubiläumsjahr^unseres geliebten Kaisers ein besonderer Festtag, denn mit der Thronbesteigung des Kaisers ist Licht und Freiheit für die Juden geschaffen worden; wir Juden erhielten die gleichen Rechte und Freiheiten dieses großen Reiches. Der Vertreter der Bezirkshauptmannschaft Herr Bezirkscommissär L e w i ck i sprach für diese patriotische Kundgebung den Dank der Behörde aus. Aus B u k o v a r schreibt man uns: Anläßlich des Geburtsfestes unseres Königs konnte man mit aufrichtiger Freude die Wahrnehmung machen, daß die Gleichstellung unserer Glaubensgemeinschaft in unserer Comitatsstadt zum Ausdrucke kommt. Zn unserem feierlichen Gottesdienste erschienen alle Aemter, Behörden, Schulen, Vereine und Corporationen corporativ unter Führung ihrer Chefs. Obercantor Schwarz trug die Festgesänge in erhebender Weise vor. Hierauf hielt Herr Oberrabbiner Dr. Diamant eine schwungvolle croatische Festrede. Wien. (D r. T h e o d o r L i e b e n.) Dienstag, den 23. d. M. fand im Secretariat der israelitischen Cultusgemeinde, I. , Seiteustettengasse 4, eine ebenso intime als herzliche und erhebende Feier statt, welche Zeugniß ablegte, für die Verehrung, welcher sich der Gefeierte, I. Secretür Herr Dr. Theodor Lieben erfreut, und für den Geist der Eintracht, der unter den Verwaltuugsbeamten der Wiener israelitischen Cultusgemeinde herrscht. Nach mehrmonatlicher schwerer Krankheit trat an dem oberwähnten Tage Herr Dr. Theodor Lieben wieder seinen Dienst an. Der Eingang zu seinem Bureau war mit Blattpflanzen, Taunenreisig und einem elektrisch beleuchteten Transparente „Willkommen" geschmückt, das Bureau und der Schreibtisch mit Palmen und Rosen decorirt. Von beit Herren Secretär-Stellvertreter Dr. Adler und Amtsvorstand Wiener geleitet, betrat Herr Dr. Lieben sein Bureau, in welchem sich vorher alle Berwaltungsbeamten versammelt hatten. Hierauf ergriff Herr Dr. Adle r zu nachfolgender tiefempfundener Rede das Wort: „Hochgeehrter Herr Doctor! Nicht viel mehr als ein Halbjahr ist vergangen', seitdem wir hier versammelt waren, um Sie anläßlich Ihres 25iährig.'tt Amtsjubiläums zu begrüßen und zn beglückwünschen. Dem frohen Festtage, welcher Zeuge war der überaus großen Liebe und Verehrung, welcher Sie sich mit vollem Rechte in unserer Gemeinde allenthalben erfreuen dürfen, folgten trübe Wochen. Mit angstvoller Spannung lauschten wir der Nachrichten von Ihrem Krankenlager und Jeder von uns hat in dieser trüben Zeit für Ihr Wohl und für Ihre Wiedergenesung im Innersten seines Herzens gebetet. Und heute an dem Tage, an welchem Sie, hochgeehrter Herr Doctor, Ihre so heißgeliebte Wirkungsstätte wieder betreten, die durch so lange Zeit Ihrer treuen sorgsamen und zielbewußten Führung entrathen mußte, wollen wir der gütigen Vorsehung innigst danken, dafür, daß sie Sie Ihrer Familie, uns und der Gemeinde wiedergegeben hat. Im Namen und im Aufträge der Ihnen treu ergebenen Beamtenschaft dieses Hauses, nicht minder aber dem eigenen Herzensdrange folgend, erlaube ich nur, Sie, hochgeehrter Herr Secretär in diesen Räumen auf das Herzlichste willkommen zn heißen, und Sie und die Gemeinde anläßlich Ihrer Genesung aus ganzem Herzen zu beglückwünschen." Bei den markantesten Stellen, sowie am Schlüße der Rede ertönten lebhafte Bravorufe, worauf Herr Dr. Lieben in schlichter, herzlichster Weise dem Redner und der Beamtenschaft für die zum Ausdrucke gebrachten Sympathienbeweise dankte. Wien. (Woltergasse statt Es kelesgasse.) Der Stadtrath hat auf Antrag des Bezirksvorstehers des Bezirkes Hietzing beschlossen, die Bezeichnung Eskelesgasse in Woltergasse abzuändern. Es handelt sich dabei uni eine kleine Verbindungsgaffe zwischen der Trauttmansdorffgaffe und Wattmanngaffe. Gewiß wird Jedermann damit einverstanden sein, daß auf solche