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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-08-26 · 34 (26.8.1898) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
34 (26.8.1898)
Date
1898-08-26
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 628 * Dr. Vloch's Wochenschrift Nr. 34 alten, gemüthlichen Gast zur rechten Zeit zu verabschieden. Den Uebergang von den traditionellen Singweisen des Frühgottesdienstes zu dem „Ausheben" bildet aber nicht sofort ein ganz neues Element der Chorgesang, nein, er schafft für den „Ln komocho" wiederum Gemeindegesang, mit dem Cantor abwechselnd, in freier Composition. Dieser Gemeindegesang nimmt sich aber als ettvas Anderes aus, als wie jene rm Charakter des Volksliedes gehaltenen kurzen Sätze, die in manchen Synagogen als Gemeindegesang eingeführt sind. Die Steigerung des Textes von „Adonoj melech" wird schon äußerlich musikalisch vorbereitet, indem der im Dreivierteltact begonnene Satz zu einem viertheiligen wird und auf „adonoj jimloch" die melodische Steigerung sinngemäß voll entwickelt, ebenso sinngemäß sich bald darauf in Our auflöst. Erst diese Form des Gemeindegesanges erfüllt den beabsichtigten hohen Zweck, indem eine leichtfaßliche Melodie wohl geboten wird, aber eine Melodie, welche mit der Heiligkeit des Ortes ganz im Einklang steht. Waj hi binssoa und l’cho adonoh sind Chöre, die in Fülle und Kraft an die besten Chöre Sulzer's und Lewandowski's erinnern. Dem Inhalte der Worte „w’jofuzu ojwecho" u. s. w. im Unisono eine starre Form geben, die Begleitung dagegen figuriren, das kann nur ein Componist, der für poetische Stimmung über den reichhaltigsten Ausdruck gebietet. Es ist ein Triumph unserer neuen musikalischen Richtung, daß man die musikalische Form der poetischen Idee unterordnet. Auch Kirschner ist viel zu viel ein moderner Musiker, um contrapunktische Künste um ihrer selbst willen zur Schau zu stellen, die wohl auf dem Papiere i m p o n i r e n würden, aber klanglich keinen Gewinn bedeuten. Die musikalische Technik beherrschen wie Kirschner, und diese zu Gebote stehenden Ausdrucksmittel durch Reichthum der Empfindung und religiöse Weihe zu idealem Werthe erheben, das vermag nur ein künstlerisch Auserwählter, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, sein reiches musikalisches Talent zu Gottes Preis und Ehre zu weihen. „T’hillos l’el eljon", diesen Namen hat Emanuel Kirschner seinem Werke gegeben und er rechtfertigt ihn auf jeder Seite. Correspondenzen. Wie«. (Der Geburtstag des Kaisers.) Ueber den Festgottesdienst der Wiener Israelitischen Cultusgemeinde schreibt die halbamtliche „Wiener Abendpost" : „Besonders feierlich war der im israelitischen Tempel in der Seiten st ettengasse abgehaltene Festgottesdienst. Die prächtig erleuchtete Synagoge war bis auf das letzte Plätzchen von Andächttgen gefüllt. Unter Anderen waren zu bemerken: der Vicepräses der Cultusgemeinde, Landesschulrath Dr. Kohn, mit den Vorstandsmitgliedern Baurath Th. Ritter von Goldschmidt und Docenten Dr. Grünf e l d, die Bethausvorsteher S t i a ß n h und S. A. Wasservogl, die Gemeinderäthe Tagleicht und Zifferer, Bezirksausschuß W a l d st e i n, der Vorsteher der Armenanstalt Jelinek, sämmtliche Beamte der Cultusgemeinde, die Vorstände aller hiesigen israelitischen Vereine rc. ObercantorGoldstein intonirte unter Assistenz des verstärtten Chorpersonals einen Festpsalm, nach dessen Beendigung Oberrabbiner Dr. G ü d e m a n n das Kaisergebet verrichtete. Zum Schluffe der erhebenden Feier wurde vor der geöffneten Bundeslade die Volkshymne angestimmt, welche alle Anwesenden mitsangen." — Auch im Tempel des IX. Stadtbezirkes fand ein Festgottesdienst statt. Das hell erleuchtete Gotteshaus war von zahlreichen Andächtigen gefüllt. Nachdem der Chor einen Festpsalm vorttug, wurde die Bundeslade geöffnet und Herr Rabbiner Dr. Gelb haus schilderte in pattiotischen Worten die Bedeutung des Festes, indem er die leuchtenden Herrschertugenden des Monarchen feierte. Wien. Anläßlich des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers hat am 18. d. um halb 6 Uhr Abends in der Synagoge des Vereines „Beth Israel" II., Leopoldsgasse Nr. 29, unter zahlreicher Betheiligung ein feierlicher Gottesdienst stattgefunden, der unter der Leitung des Herrn Obercantors M. Schorr mit dem gesammten Chor sich besonders weihevoll gestaltete. Der Obmann des Vereines, Herr S. Meisels, recitirte das Gebet für den Monarchen bei offener Bundeslade, im Beisein der Herren Vorsteher, die eigens zu diesen! Gottesdienste aus ihren Sommerfrischen erschienen waren. Hierauf folgte in erhebender Feierlichkeit die Absingung der Volkshymne, welche auch die Schlußfeier bildete. Der Kranken - Unterstützungs - Talmud - Thora- und Bethaus-Berein „Oseh Tow", Wien, veranstaltete am 18. d. in seinem Bethauslocale III., Obere Weißgärberstraße 6—8, einen Festgottesdienst, bei welchem Herr Obmann Jsak Schwarz die Festrede hielt. Wien. (Das K a i s e r f e st i m „Ferienheim" zu R o s s i tz.) Am 18. August herrschte in dem herrlich gelegenen Schlosse Rossitz bei Brünn, welches die hochedle Frau Baronin Clara de Hirsch-Gereuth jährlich dem Wiener Vereine „Ferienheim", der es sich zur Aufgabe gestellt hat, armen, schwachen Kindern, den Aermsten der Armen, über die Ferialzeit gesunde Luft und kräftige, nahrhafte Kost zur Stärkung ihres Geistes und Körpers zu bieten, zur Benützung überlassen hat, vom frühen Morgen an reges Schaffen und Treiben. Der prachtvolle Schloßpork wurde durch Aufstellung der mit Kränzen und Blumen geschmückten Bilder unseres Kaiserpaares feierlich decorirt, und präcise 7 Uhr traten 71 muntere, frische Wiener Kinder unter der Leitung dreier Herren freudestrahlend in ihrer vom Vereine bestellten, reinlichen Adjustirung zum Gebete an. Hierauf nahmen sie das Frühstück ein, und bald danach erschienen aus Nah und Fern liebe Gäste, denen die Wiener Colonisten des „Ferienheim" seit jeher Lieblinge sind. Nach den üblichen Begrüßungen durch die daselbst weilende Vice-Präsidentin des Mädchen-Comitss, Fräulein Caroline Schneider, die Lehrer und Knaben nahm die eigentliche Feier ihren Anfang. Herr Commandant Med. Wantuch hob nach den stramm und präcise ausgeführten Exercirübungen der Knaben die Bedeutung dieses hohen Tages für alle Völker Oesterreichs hervor, und funkelnden Auges falteten die Kleinen ihre Händchen zum aufrichtigen, aus kindlich dankbaren Herzen kommenden Gebete für unser Kaiserpaar und dessen hohes Haus. An die inbrünstigen Gebete für Kaiser und Vaterland schlossen sich auch solche für die hochgeborne Frau Baronin Hirsch, den löblichen Vorstand und alle Gönner des Vereines an. Nach den wirkungsvollen Worten des Herrn Commandanten producirten sich die Knaben im Gesänge, vorzüglich in patriotischen Liedern, welche Herr Springer leitete. Die rührende Feier fand ihr Ende in der Absingung der Volkshymne, die alle Gäste stehend und entblößten Hauptes mitsangen. Hierauf wurden die Colonisten, nachdem sie längere Zeit hindurch Zerstreuung in Jugendspielen gefunden hatten, nach einem kurzen Tischgebete zum Mittagessen geführt, welches ihnen infolge der Schmackhaftigkeit und Reichhaltigkeit wohl mundete. Die Anwesenden sprachen sich äußerst lobend über das Gesehene aus und verließen, sichtlich ergriffen von dem humanen Wirken des Vereines und den Leistungen der trefflich organisirten unter der freiwilligen Leitung des genannten Fräulein Schneider stehenden Colonie, befriedigt das Schloß. Zum Andenken an diese würdige Feier erhielten die Bravsten die Festausgabe „Thautropfen", eine Spende vom Verfasser Herrn Moses Pick. * * Das Geburtsfest des Kaisers wurde in allen jüdischen Gemeinden der Monarchie durch feierliche Gottesdienste begangen, und es ist erfreulich zu constatieren, daß in zahlreichen Gemeinden die Spitzen der k. k. Behörden und die Honoratioren der christlichen Bevölkerung dem jüdischen Gottesdienste beiwohnten. So schreibt man uns unter Anderem aus A u st e r l i tz: „Das friedliche Zusammenleben unserer Bevölkerung, welches weder konfessionellen noch nationalen Zwiespalt kennt, zeigte sich bei unserem Festgottesdienste am 18. August. Sämmtliche Beamte der Gerichts und Steuerbehörden, sowie die Functionäre der Gemeinde wohnten dem Gottesdienste an und die czechischen Veteranen und Feuerwehren erschienen corporativ." Zu dem Festgottesdienste in W a l l.-M e s e r i t s ch kamen zahlreiche Curgäste aus R o z n a u unter Führung des Curarztes Dr. S k r e i n k a. Sämmtliche Honoratioren der Stadt und Vertreter der umliegenden Ortschaften waren anwesend. Die Festpredigt hielt Herr Dr. Rabinowits. Aus Cr. Kreuz wird uns geschrieben: Anläßlich des Geburtstags des Kaisers fand in unserem herrlichen Tempel ein feierlicher Gottesdienst statt, dem die politischen Behörden, die Gerichtsbeamten, die Lehrer der Forstakademie und der Magistrat beiwohnten. Herr Bezirksrabbiner Dr. Engel hielt eine schwungvolle Festrede, in welcher er hervorhob, daß das Anerkennen einer Obrigkeit, eines Monarchen, ein Grundgebot des jüdischen Glaubens sei. Unter den Anwesenden erschien unter Anderen Bezirksvorstand Ritter v. T r a s k y in prachtvoller Magnatenttacht. Den gesanglichen Theil der Feier leitete Obercantor Buchsbaum unter Mitwirkung eines Damencorps. In Proßnitz waren die Spitzen der Militärs, der Behörden, die Vereine im israelitischen Tempel anwesend, Herr Dr. Goldschmidt hielt die begeisterte Ansprache. Nikolsburg. Im hiesigen Tempel fand eine erhebende Feier anläßlich des Geburtstages des Kaisers statt. Nach dem

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