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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-07-08 · 27 (8.7.1898) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
27 (8.7.1898)
Date
1898-07-08
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 522 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 27 S. Königsberg, herausgegeben vom israelitischen Landeslehrer- Vereine in Böhmen, zur Einführung. Herr Adolf Ehrenfest hielt einzelne Proben, um zu zeigen, auf welche einfache und doch interessante Art auch das Hebräisch-Lesen methodisch betrieben werden kann. Die Herren Religionslehrer Eigner und Löw betheiligten sich sehr eifrig an den Debatten. Nach Beendigung der Tagesordnung dankte Se. Ehrwürden den beiden Referenten für ihre gelungenen Vorträge und schloß die Conferenz. Mähr.-Oftra«. (Neuwahlen des Cultusgemeindeausschusses) Nachdem die dreijährige Fnnctionsdauer des Cultusgemeindeausschusses abgelaufen erscheint, so wurde die Neuwahl von 30 Mitgliedern und 15 Ersatzmännern der Cultusgemeindevertretung ausgeschrieben. Dieselbe findet am 13. Juli für den HI. Wahlkörper und am 14. Juli für den II. und' I. Wahlkörper statt. Olmütz. Seitens des Vereines österreichischer Malzfabrikanten wurden in den Industrie- und Landwirthschaftsrath gewählt : Als Mitglied: Herr Wilhelm B r i e ß, Bicepräsident des Vereines. Als Ersatzmann: Herr Eduard Hamburger, Präsident des Vereines. Mähr.-Weißkirchen. Unter den Sommergästen unserer schönen Stadt fällt ein ehrwürdiger Greis auf. Es ist dies der Director und Professor an der Landesrabbinerschule zu Budapest, Rabbi Moses Bloch, der mit seinem Sohne, dem Prof. Dr. H. Bloch und dessen Familie zum Sommeraufenthalte hier weilt. — An der k. u. k. Militär-Oberrealschule werden die Zöglinge zufolge Erlasses des Reichs-Kriegsministeriums vor Schluß eines jeden Semesters aus der Religionslehre vor einer Commission geprüft, und wird die Religionsnote von dieser Prüfnngscommission bestimmt. Die commissionelle Religionsprüfung der Zöglinge mosaischer Confession fand am 24. v. M. unter Vorsitz eines Majors statt. Das Ergebniß der Religionsprüfung war ein sehr günstiges, indem 3 Zöglinge die Note „vorzüglich" und die Andern „sehr gut" erhielten. Die Zöglinge mosaischer Confession sind zumeist Söhne höherer jüdischer Officiere, einige darunter sind vom Adel. — Die Aufnahmsprüfung für das folgende Schuljahr am hiesigen k. k. Staatsobergymnasium findet am 15. und 16. Juli l. I. statt. Mit Rücksicht darauf, daß der 16. auf einen Sabbath fällt, wurde von Seiten der Direction der genannten Anstalt die Verfügung getroffen, daß die israelitischen Schüler schon am 15. die mündliche und schriftliche Prüfung absolviren, damit sie nicht am Sabbath zu schreiben brauchen. Auswärtige Schüler finden bei verläßlichen Familien Unterkunft und Verpflegung. Wiener Kinder, welche aus Gesundheitsrücksichten in hiesiger Stadt ihren Gymnasialstudien obliegen wollen, werden auch gegen Tausch bei jüdischen Familien ausgenommen. Anfragen sind an das Rabbinat zu richten. Kremfier. Der von dem hiesigen Rabbiner und Religionslehrer Herrn Dr. A. Frankl ins Leben gerufene israelitische Studenten-Unterstützungsverein hat im abgelaufenen Schuljahre eine rege Thätigkeit entwickelt. Nicht allein für Freitische, sondern auch für die Befteiung vom Schulgelde zu Gunsten unbemittelter Schüler wurde reichlich gesorgt, so daß der Wunsch erübrigt, das nächste Jahr unter denselben oder eventuell besseren Verhältnissen beschließen zu können. An alle Freunde und Gönner der studierenden Jugend, vornehmlich an ehemalige Schüler unserer Anstalten, ergeht die Bitte, der Verwaltung des Vereines in ihrem Bestreben zur materiellen Förderung und Unterstützung armer Schüler behilflich sein zu wollen. Leitmeritz. Nachdem Herr Harry Erzberg in dem abgelaufenen Probejahre als Cantor und Religionslehrer für die hiesige Cultusgemeinde sich vollkommen bewährte, hat der Vorstand in der am 17. April l. I. stattgefundenen verstärkten Ausschußsitzung beschlossen, Herrn Harry Erzberg als Cantor und Religionslehrer für dessen Lebensdauer in hiesiger Cultusgemeinde aufzunehmen. Sarajevo. (Grund steinlegung zum Tempelb a u.) Die Grundsteinlegung zum neuen Tempel der spaniolischisraelitischen Cultusgemeinde in B j e l i n a gestaltete sich zu einer schönen Feier in diesem Städtchen. Anläßlich derselben versammelte sich auf dem mit Flaggen und Reisigguirlanden geschmückten Bauplatz ein großer Theil der Bevölkerung Bjelinas ohne Unterschied der Confession, die Feuerwehr en parade und die spaniolische Gemeinde corporativ. Es erschienen ferner Bezirksvorsteher Baron P i t t n e r mit der Beamtenschaft und zahlreiche Officiere der Garnison. Bor der Ceremonie der Grundsteinlegung hielt Gemeindepräses Abraham D. L e v y in der Landessprache eine schwungvolle Anrede, worin er betonte, daß das Gotteshaus zur Feier d e s 50j ä h r i g e n Regier u n g s j ub i l ä u m s Sr. k. u. k. apost. Majestät errichtet werde, was durch eine marmorne Votivtafel an der Frontseite zum ewigen Andenken ersichtlich gemacht werden soll. Die Rede schloß mit einem dreimaligen, enthusiastisch acclamirten Zivio! auf Se. Majestät. Hierauf dankte der Redner den Festgästen für ihr Erscheinen und richtete an den Bezirksvorsteher die Bitte, die Ceremonie der Grundsteinlegung vorzunehmen, was Baron P i t t n e r unter herzlichen Wünschen für das Wohlergehen und Gedeihen der Gemeinde that. An Se. Majestät wurde folgende Huldigungsdepesche abgesandt: „Die israelitische Cultusgemeinde in Bjelina feiert heute die Grundsteinlegung des neuen Tempels. Die Gnade Gottes läßt uns die Erinnerung zu, das Regierungs-Jubiläum Eurer Majestät in dieser blühenden Weise unseren Nachkommen zu übergeben, denen wir durch diesen monumentalen Bau die Bethätigung des gütigen Schutzes Eurer Majestät für die Unterthanen israelitischen Glaubens mit unvergänglicher Dankbarkeit überliefern. In huldigender Verehrung und tiefer homagialer Ergebenheit vor Eurer Majestät uns beugend, legen wir den ersten Stein zum Bau dieses Gotteshauses, und eine Gedenktafel, an dieser Stätte prangend, wird verkünden, daß in diesem Jahre alle Völker unter dem milden Scepter Eurer Majestät vie fünfzigste Jahres Wiederkehr Eurer Majestät glorreichen Regierung jubelnd feiern. Die Vertreter dieser Gemeinde wagen es, mit demüthiger Ehrfurcht dieses Geschehniß vor die Stufen des erhabenen Thrones Eurer Majestät zu bringen, während sie zu Gott dem Allmächtigen ein glühendes Gebet senden um Erhaltung des kostbaren majestätischen Waltens unseres weisen und gütigen Herrschers bis zur äußersten Grenze der irdischen Möglichkeit und um Segnung der kaiserlichen Familie, des ganzen Kaiserhauses!" Die Huldigungsdepesche war von dem Präses Abraham D. L e v y und dem Vicepräses Haim A l k a l a y unterzeichnet. Berlin, 26. Juni. Herr Dr. Fritz Arnheim ist zum correspondirenden Mitglied der Stockholmer „Königlichen Akademie für schöne Literatur, Geschichte und Alterthumskunde" ernannt und mit den Insignien des Ritterkreuzes des schwedischen Nordstern-Ordens ausgezeichnet worden. Breslau, 24. Juni. Den Herren Professoren Dr. Badt und Dr. H a r c z y k. Oberlehrer am hiesigen Johannes-Gymnasium, ist der Titel eines Rathes IV. Classe verliehen worden. Altona, 24. Juni. Zur Enthüllung des Denkmals Kaiser Wilhelms I., welche im Beisein Sr. Majestät des Kaisers stattfand, ist, wie die Geistlichen anderer Confessionen, auch Herr Oberrabbiner Dr. L e r n e r mit einer Einladung beehrt worden. Hagen, 25. Juni. Einer der Führer und eifrigsten Agitatoren der hiesigen Antisemiten, der Verwaltungsbeamte St., ist wegen Sittlichkeitsverbrechens undUnters ch l a g u n g verhaftet worden. Erlangen. Der Bibliothekar mit dem Titel Oberbibliothekar an der Universität Erlangen Dr. Markus Zucker wurde zum Oberbibliothekar mit dem Range eines ordentlichen Universitätsprofeffors, der Secretär mit dem Titel Bibliothekar an dieser Bibliothek, Philipp Stein, zum Bibliothekar befördert. Der neue Oberamtmann. Erzählung aus dem dritten Mertel des XVIII. Jahrhunderts von S. Kohn, V e r f a ss e r v o n „G a b r i e l". (Fortsetzung.) „Herr von Bollwitz!" fuhr der Kaiser fort, und jener trat vor. „Ich habe nur wenige Worte mit Ihnen gesprochen; aber Sie gefallen mir. Ich habe mit Jacob Lerpnik eine längere Fußtour unternommen und ich habe von diesem über die hiesigen Verhältnisse Aufschlüsse erhalten. Sie essen bei Ihrem Vetter das Gnadenbrod und sind zu einer demüthigenden Unthätigkeit verurtheilt; das Paßt weder für Sie noch für mich; für Sie nicht, weil Sie ein junger Mann ftitb, der sich nicht dem Nichtsthun, dem Müßiggänge ergeben darf; für mrch nicht, well ich

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