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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-05-27 · 21 (27.5.1898) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
21 (27.5.1898)
Date
1898-05-27
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 21 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 417 vom Humanitätsverein „Bue-Brith Moravia" in Brünn 40 fl.; vom Humanitätsverein „Bne-Brith A u st r i a" in Bielitz 10 fl. Nachdem die Mittel hiezu bereits vorhanden sind, wird allgenrein der Wunsch laut, daß mit dem Neubau eventuell Adaptirung eines neuen Stiftungshauses ohne Verzug vorgegangen werde, denn das derzeitige Siechenhaus erweist sich als gänzlich unzulänglich, da dasselbe nach keiner Richtung hygienischen Anforderungen entspricht. Nikolsbnrg. Der hiesige israelitische Frauenverein „Nächstenliebe" veranstaltet am 5. Juni d. I. ein „Kaiser- Jubiläums - Huldigungsfest", verbunden mit Vorträgen und einem Tanzkränzchen, für welches ein rühriges Damencomits unter Leitung der verdienstvollen Frau Präsidentin Johanna K o h n umfassende Vorbereitungen trifft. Das Fest- Arrangement liegt in den bewährten Händen des Herrn G. Drab, Präsidenten des Vereins der „Wiener Weihnachtswohlthäter". Für die Vorträge ist die Mitwirkung von zwei Herren und zwei Damen aus Nikolsburg, ferner von Herrn und Frau B a u m a n n aus Wien, Herrn und Frau Schmidt, Mitglied des f. t Hofburgtheaters und des Damen-Jmitators Herrn Krenn in Aussicht genommen. Dem Festcomit« gehören auch der Bürgermeister Herr N. Frankfurter undPolizeicommissär Herr Adolf K o h n an. Wir sind überzeugt, daß auch aus Wien dem Verein aus diesem Anlaffe namhafte Beiträge zu dessen Humanitären Zwecken zu fließen werden. Lissa t. P. Gestern wurde hier das sünfundzwauzigiährige Jubiläum unseres Rabbiners Herrn Dr. Bäck als. Ortsschulinspector der hiesigen jüdischen Schule gefeiert. Der Schulvorstand, sowie die Lehrer und Schüler der Anstalt ließen den Tag nicht vorübergehen, ohne dem verdienten Jubilar ihre Glückwünsche auszusprechen. Unter den zahlreichen Widmungen befand sich auch ein Silberkranz. Zu den Gratulanten gehörte auch der Kreisschulinspector, Herr Superintendent Linke. Eine ähnliche Beglückwünschung fand in der Behausung des Herrn Hauptlehrers Herbst statt, welcher am gestrigen Tage 25 Jahre als Lehrer an der hiesigen israelitischen Schule gewirkt hat. Möge es beiden Herren vergönnt sein, noch recht lange in ihren Aemtern weiter wirken zu können. Teplitz-Schönau. Der bekannte Componist D. Kahane ließ kürzlich in Baden bei Wien durch die Curcapelle Carl Komzak viele seiner Compositionen für Streichorchester aufführen, so erzielte er am Anfang des Monats Mai mit dem Stück Ferienheim-Galopp einen großen Erfolg. Auch in Teplitz- Schöuau, wo er gegenwärtig weilt, executirt die Militärcapelle des 18. Infanterie-Regiments Franz Salvator Stücke von ihm, und zwar die allerneuesten „Kinder-Gavotte", „Amerikanischer Tanz", „Meraner Dirndl" und „Radfahrer-Walzer". Das hiesige Badepublicum spendet dem begabten Tondichter reichlichen Beifall. Lemberg. Am 29. d. M findet die Trauung von Fräul. Dora Stäuber, Tochter des Herrn Ch. Stäuber, mit Herrn Oswald Rappaport, Chef der Firma Rappaport und Erber in Lemberg, statt. Gurahumora. (Trauung.) Mittwoch den 1. Juni d. I. findet hierorts die Trauung des Fräuleins R e g i n e Mittelmann, Tochter des Herrn Moriz Mittelmann, Mitglied des k. k. Bezirksschulrathes in Gurahumora, mit Herrn Emil Kahn statt. Jarostan. (Trauerf all.) Am 3. Mai d. I. starb hier Frau Hendel L a n g b a n k im Alter von 71 Jahren eines sanften Todes. Die Verewigte war die Witwe des berühmten hebräischen Dichters und Schriftstellers Alexander Langbank, welcher zu den hervorragendsten Vertretern neuhebräischer Poesie zählt und der auf einen Kreis bedeutender Männer seiner Zeit anregend, fördernd und bestimmend eingewirkt hat. Die Gattin brachte allen seinen idealen Bestrebungen tiefstes Verständniß entgegen und es erfüllte sie mit gerechtem mütterlichem Stolze, wenn sie die edlen Traditionen des Gemals in den Söhnen fortleben sah. Einer derselben ist der bekannte Director der Rückversicherungsgesellschaft North America Herr Benedict A. Langbank, Vorstandsmitglied des Politischen Bolksvereines in Wien, welchem.aus dem traurigen Anlasse Beileidskundgebungen aus den besten Kreisen von Nah und Fern zugegangen sind. Rzeszow. 21. Mai. Am 9. Mai l. I. verschied in Rzeszow eines plötzlichen Todes Arthur Allerhand, ein Sohn des verstorbenen Hirsch Allerhand, eines Schwagers des Lemderger Ober-Rabbiners Sch melk es. Der Verstorbene widmete sich nach Absolvirung des Gymnasiums, der Haudelsakademie und der Hochschule für Bodenkultur dem Militärstande und diente als activer Officier beim 15. Jufanterie-Regimente. Später wählte er den Beamtenbernf und war durch 8 Jahre Beamter bei der Czernowitzer, später bei der Staatsbahn. Wegen untergrabener Gesundheit zog er sich vom Dienste zurück und gründete nach erlangter Concesiion eine Pfandleihanstalt in Rzeszow. Als Kaufmann war er eine Zierde seines Standes und sowohl wegen seiner Intelligenz und fachmännischen Kenntnisse, wie nicht minder wegen seiner Hochanständigkeit und Freigebigkeit allgemein verehrt. Obwohl nicht älter als 37 Jahre, wurde er zum fachmännischen Laienrichter beim hiesigen k. k. Kreisgerichte ernannt. Er stand auf dem Wege, die höchsten Ehrenstellen, die die Bürgerschaft zu vergeben hat, zu erlangen, als ihn der Tod der Mitwelt entriß. Der Verstorbene blieb, was in unserer Zeit hervorgehoben werden muß, ein guter und frommer Jude. Nach dem Tode seines Vaters sah man ihn täglich in der Synagoge, wo er das Kadisch-Gebet verrichtete; auch fehlte er niemals trotz seines kranken Zustandes bei dem Feiertagsgottesdienste. Für die armen Juden hatte er ein warmes Herz. Er war auch deshalb bei Allen beliebt, und Jung und Alt, Christ und Jud, Orthodox und Fortschrittlich, gaben ihm das letzte Geleite. Budapest, 15. Mai. In die hiesige Chewra-Kadischa sind, wie in der letzten Generalversammlung mitgetheilt wurde, 1439 neue Mitglieder ausgenommen worden, welche an Eintrittsgebühren 116.000 Kronen entrichteten. Leipzig, 13. Mai. An Stelle des verstorbenen Herrn A. Werthauer ist Herr D. Magnus zum Vorsitzenden des Vorstandes unserer Gemeinde gewählt worden. Berlin. Soeben ist Nummer 5 der Mittheilungen aus dem „Verband der Vereine für jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland" erschienen. Das Heft enthält diesmal nur den Bericht über den Berbandstag, sowie die Begrüßungsreden der Herren Rechtsanwalt Dr. Fuchs, Rabbiner Dr. Maybaum, Syndicus Dr. Minden und die Festrede des Herrn Rabbiner Dr. Frank aus Cöln. Wir brauchen wohl nicht erst hervorzuheben, daß die Lectüre dieser Reden eine sehr interessante ist. Der Verband zählt jetzt bereits 84 Vereine seit unseren letzten Mittheilungen. Die Vereine in Schweinfurt, Meckenheim bei Cöln, Trier, Witkowo und Wesel sind neu begründet und der Verein Rogasen wieder ins Leben gerufen worden. Berlin» 6. Mai. Der Hilfslehrer an der Friedrich Werderschen Realschule Herr Dr. S. Sänger ist zum Oberlehrer an derselbeu Anstalt ernannt worden. Der Botaniker Herr Dr. O. W a r b u r g hat das Prädicat „Professor" erhalten. Herrn Juftizrath Siegmund L o e w y ist der Rothe Adler-Orden IV. Classe, Herrn Commercienrath Emil I a k o b zu Berlin das Ritterkreuz des königlich griechischen Erlöser-Ordens, Herrn Commercienrath Hugo Landau das Commandenrkreuz des königlich serbischen Takowa- Ordens verliehen worden. Der Regierungsrath a. D. Dr. E r n st M a g n u s hat den Kronenorden III. Classe, der Commercienrath Edmund Helfft den Kronenorden IV. Classe erhalten. — Der Kaufmann H ar twi g G o l d s ch m i d t hat wegen seiner Verdienste um die vorjährige Ausstellung in Stockholm vom König von Schweden den Wasa-Orden erhalten. Feuilleton. Der neue Oberamtmann. Erzählung aus dem dritten Viertel des XVIII. Jahrhunderts von S. Kohn» Verfasser von „Gabriel". (Fortsetzung.) Drittes Capitel. Nachdem der Jude gegangen, war eine unangenehme Pause eingetreten. Der Pfarrer war der Erste, der sie unterbrach. „Ich bedaure die armen Leute auftichtig", sprach er, „und wenn es in meiner Macht stünde, ihnen zu helfen, würde ich es von Herzen gerne thun, ich spreche ungern über ein bestehendes Gesetz ein abfälliges Urtheil aus, aber jenes, das in Mähren nur dem erstgebornen Juden zu heiraten gestattet, ist — sehr hart."

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