Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 19 (13.5.1898)
- Date
- 1898-05-13
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 376 Vr. Nwür» WvltzrnsttzrM Nr. 19 Auszeichnung zu überschicken. Die G. O.-K. erhält demgemäß hierdurch den Befehl, zwei goldene Medaillen vom Allgemeinen Ehrenzeichen erster Elaste vormaliger Form mit dem gedachten Bande I. K. H. der Frau Prinzessin zuzustellen. Sollten dergleichen Medaillen nicht mehr vorhanden sein, da jetzt das Allgemeine Ehrenzeichen erster Elaste in Form eines silbernen Kreuzes ausgegeben wird, so müssen sogleich zweineue geprägt werden. Berlin 16. Januar 1816. Friedrich Wilhelm." Odessa. Hier fand kürzlich eine Conferenz in Angelegenheiten der Handelsschifffahrt statt. Bei dieser Gelegenheit beantragte ein gewisser Nagorsky, daß man eine Petition bei der Regierung einreichen solle, dieselbe möge den Juden verbieten, die Marineschulen zu besuchen, und möge sie auch nicht mehr als Capitäne von See- oder Flußschiffen zulassen. Obwohl der Antragsteller ein weitläufiges Material beigebracht hatte, um die Gefährlichkeit der Juden nachzuweisen, wenn sie den Seemannsberus überschwemmen würden, wurde der Antrag rundweg abgelehnt. — Der Minister des Innern hat aus der jüdischen Fleischtaxe 18.000 Rubel dem Stadtrath von Berditscheff leihweise bewilligt, sowie aus demselben Fond 4699 Rubel ausnahmsweise einmal für einen jüdischen Zweck, nämlich für die Reparaturen der Synagoge von Jalta. London. Am 1. Mai fand die Monatsversammlung der Anglo Jewish Association statt, in der wieder einmal die Noth der persischen Juden zur Sprache kam. Aus Jspahan sind flehende Briese eingetroffen, in denen die dortigen armen Juden die Aufmerksamkeit ihrer englischen Brüder auf die Verfolgungen lenken möchten, denen sie noch immer ausgesetzt sind. Den Petenten mußte erwidert werden, daß man jetzt schon bestrebt sei, Alles zu thun, was man nur gegen die Verfolgungen thun könne, daß aber leider die Erfolge den aufgewendeten Mühen nicht entsprechen. Auch aus Jemen kommen schlechte Nachrichten, die Juden dieser arabischen Provinz sind von den Localbehörden argen Bedrückungen preisgegeben und leider läßt sich hier gar nichts machen, denn die türkischen Behörden die nur nominell die Provinz verwalten, sind ganz ohne Autorität im Lande, das in einem latenten Aufstande sich befindet. — Für je einen englischen Lehrer an den beiden Allianceschulen in Cairo und Alexandrien bewilligte die Versammlung 1000 Mk., sowie 400 Mark für die Schule in Bombay. Aus Teheran ist die Nachricht ein gegangen, daß dort die Schule eröffnet ist. Da der von der Alliance gesandte Lehrer noch nicht eingetroffen ist, so erhalten die circa 100 Knaben einstweilen Unterricht in Religion und Hebräisch. — Der jährliche Bericht des jüdischen Taubstummenheims ist erschienen. Gegenwärtig sind 33 Kinder, 18 Knaben, 15 Mädchen, in der Anstalt, doch soll dieselbe erheblich erweitert werden, so daß 54 ausgenommen werden können. Die durch die Vergrößerung entstehenden Kosten belaufen sich auf 220.000 Mark, wovon 100.000 Mark schon vorhanden sind,während 120.000 Mark durch einen Aufruf aufgebracht werden sollen. Südafrika. Das Pessachfest ist hier in allen Gemeinden in größerem Maße gefeiert worden, als in früheren Jahren, denn die südafrikanischen Gemeinden steigen von Tag zu Tag an Seelenzahl und Wohlhabenheit. In Pretoria waren mehr als 100 Beter in der provisorischen Synagoge zum Gottesdienste anwesend, so daß der Raum kaum ausreichte. Am 1. Juni wird übrigens die neue Synagoge eröffnet werden, die sicher das schönste aller jüdischen Gotteshäuser in Südafrika werden wird, und eine Zierde der Stadt Pretoria bilden soll, sogar elektrisches Licht wird der neue Tempel trotz der großen Kosten erhalten. — In Krügersdorp wurden die jüdischen Gefangenen während der Pestachfeiertage von der Arbeit im Gefängniß dispensirt, und mit Hilfe eines von den dortigen Juden gesammelten kleinen Fonds mit Matza und allem Uebrigen versehen. — In Johannesburg hatten die Andächtigen in d-m Synagogen, welche sämmtlich überfüllt waren, eine nicht geringe Ueberraschung, da beide Rabbiner über den Zionismus sprachen und zum Schluß des Gottesdienstes gleichmäßig in allen Gotteshäusern eine Volksversammlung für denselben Tag angekündigt wurde. Mehr als 400 Israeliten aus allen Schichten der Bevölkerung waren bei dieser Versammlung anwesend, in der alle Sprecher von dem Vorsitzenden Mr. Heymann Morris, dem Präsidenten der Johannesburger jüdischen Gemeinde, angefangen, gleichmäßig sich zu Gunsten der Colonisation Palästinas aussprachen. Auch die beiden Rabbiner Rev. Harris Jsaacs und D. Wasserzug unterstützten eine Resolution, welche besagt, daß die Juden von Südafrika, besonders von Johannesburg, mit den europäischen Gesellschaften in Verbindung treten sollten, um die Colonisation zu unterstützen. Die Resolution wurde einstimniig angenommen und ein Counts gewählt, um die weiteren Schritte zu leiten. Diesem gehören unter anderen die beiden Rabbiner und die Vorsteher der sämmtlichen jüdischen Gemeinden an. Vermischtes. Wien. (Israelitische Cultusgemeinde Wien.) Sonntag den 15. d. M., 10 Uhr Vormittags, findet eine öffentliche Sitzung des Vorstandes statt, auf deren Tagesordnung unter Anderm die Erledigung des Rechenschaftsberichtes für das abgelaufene Jahr 1897, ferner Referate der Schulsection über die Lehrbücherfrage für den israelitischen Religionsunterricht an Mittelschulen, sowie über Exhorten und Jugendgottesdienst stehen. Wien. Dienstag den 10. Mai fand im israelitischen Tempel, Seiteustettengasse, die Trauung des Herrn Dr. Gabor Nobel mit Frl. Melitta Elias. Tochter des allbekannten Hof- und Gerichtsadvocaten, statt. — Um 1 Uhr wurden im selben Gotteshause, Herr Ernst Hirsch, Sohn des Großindustriellen Moriz Hirsch, mit Fräulein Martha Lang und um 2Uhr Herr Otto Pollazek mit Fräulein Clara Löb, einer Nichte des General- Directors Ritter v. Taussig, getraut. Bei sämmtlichen Trauungen füllte ein ungemein distinguirtes Publicum aus allen Gesellschaftskreisen unserer Residenz das festlich geschmückte Gotteshaus. Die Trauungsacte nahmen Oberrabbiner Dr. Güdemann und Obercantor Singer vor. Wien. (T r a u u n g.) Sonntag den 22. Mai. 1898, 7S3 Uhr Nachmittags, findet im israelitischen Tempel, I., Seitenstettengasse, die Trauung von Fräulein Jda Südfeld, Tochter des Herrn Hermann Südfeld, mit Herrn Siegfried Reginald Wolf, Sohn des Herrn Josef Wolf statt. Wien. („Ferienheim".) Eine Spende der Felix-' dorfer Weberei und Appretur, welche dem Verein im letzten Jahre gemacht wurde, erscheint in Folge eines Uebersehens im jüngst erschienenen Jahresberichte nicht ausgewiesen und quittiren wir hiemit dankend den Empfang von 1 Stück Bettleinen und 2 Dutzend Taschentüchern. Wien. Dem Schriftsteller Johann L i ch t e n st a d t in Wien hat der König von Rumänien das Officiers kreuz des Ordens der rumänischen Krone verliehen. Wien. Im Stadttempel fand am vorletzten Sabbath die Confirmation des Sohnes des Herrn Lucian Brunner, Gemeinderathes der Stadt Wien, statt. Derselbe spendete bei dieser Gelegenheit 100 fl. für verschiedene Wohlthätigkeitsanstalten. Wien. Der Verein zur Unterstützung israelitischer Handwerker und Kleingewerbetreibender hält Montag, den 16. Mai 1898, präcise 7 Uhr Abends, im Sitzungsfaale der israelitischen Cultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, 2. Stock, seine IX. ordentliche Generalversammlung. Wien. Die Gattin des durch seine humanitäre Wirksamkeit rühmlichst bekannten,kaiserlichen Rathes Friedrich Pollak, Chefs der Firma D. R. Pollak u. Söhne, Vicepräsidenten des niederösterreichischen Gewerbevereins, Frau Caroline Pollak geb. Bunzl, eine durch ihren Wohlthätigkeitssinn bekannte Dame, ist am 3. d. M. gestorben. Wien. (EingegangeneSpenden z um Baue eines Tempels in derBrigittenau): Die Herren: Rudolf Kohn 3 fl.. Herman Eltbogen 10 fl., Ad. Sonnenfeld 2 fl., Kahlenhof 2 fl., Dr. Josef Kohn 10 fl., Langfelder 5 fl., Josef Steiner 10 fl., Heinrich Weiner 25 fl., Josef Haas 5 fl., Bauer 2 fl., Leop. Spiro 10 fl., B..Körner 2 fl., David Spitz 5 fl., Dr. Josef Kohn 5 fl., A. Schreiber 5 fl., Eduard Sachs 5 fl., bereits ausgewiesen 15.947 fl., Gesammteingang 16.053 fl. Wien. (Isidor Ritter v. Klar will.) Gestern uni halb 9 Uhr Abends ist in seinem Hause, Josefstadt, Tulpengasse 5, der in der Wiener Gesellschaft vielseitig bekannte und wegen seiner liebenswürdigen Charaktereigens a, asten sehr geschätzte Schriftsteller und Industrielle Isidor Ritter v. Klarwill im 56. Lebensjahre gestorben. Herr v. Klarwill war zu