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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-05-13 · 19 (13.5.1898) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
19 (13.5.1898)
Date
1898-05-13
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 374 Vr. VLoch's Wochrnkltzrifi Nr. 19 archen, durch das einträchtige Zusammenwirken aller ihrer Bewohner „jene fortschrittliche Entwicklung nehme", welche ihrer würdig ist." Hierauf wurde die Ceremvnie der Schlußsteinlegung vvrgenommcn, an der sich sämmtliche Ehrengäste betheiligten. Der Präsident des Tempelbauvereines Karl Seli g m a n n hielt hierauf die Ansprache, in der er darauf hinwies, daß der Jubiläums-Tempel in Favoriten der erste kirchliche Bau in Oesterreich sei, der im Jubiläumsjahre seiner Bestimmung übergeben werde, und All denen, die zu dessen Ausführung beigetragen haben, den Dank der Gemeinde abstattete. Die beim Allerheiligsten angebrachte Botivtafel mit der Widmung: „Erbaut zum Andenken an das j 50jährige Regierungsjubiläum Sr. Majestät Franz Josef I. — begonnen Anno 1895 — vollendet 1898" wurde hierauf enthüllt und durch Schriftführer Dr. Triesch die patriotische Bedeutung der Feier in einer Gedenkrede gewürdigt. Der Redner schloß mit einem dreimaligen Hoch auf den Kaiser, in das die Versammlung begeistert einstimmte, worauf die Volkshymne abgesnngen wurde. An der Ceremvnie des Hammerschlages betheiligten sich alle vorgenannten Festgäste, sowie auch Architekt Gärtner und Baumeister Z i m m e r m a n n, die Schöpfer des stylvollen Gotteshauses. Ein Chor schloß den würdigen kirchlichen Act ab. Die behördlichen Vertreter besichtigten eingehend das Innere des Tempels und sprachen wiederholt dem Erbauer Architekten Gärtner ihre Anerkennung aus. Am Abend desselben Tages fand ein vom Obmann Herrn Seligmann veranstaltetes Festmahl im Restaurant Tonello statt, an welchem das gefammte Tempelbau-Comite, die Vorstände und Ausschüsse des Tempelvereines, die Vorstandsmitglieder des israelitischen Humanitätsvereines, die Erbauer des Tempels und die derzeitigen Functionäre des Tempels theilnahmen. Bei dieser Gelegenheit wurde dem verdienstvollen Obmanne Herrn Seligmann eine von sämmtlichen Mitgliedern des Tempelvereines Unterzeichnete Dankadresse, sowie auch ein auf seinen und seiner Frau Namen lautender Stiftungsbrief überreicht. Den Fond zu dieser Stiftung brachten die Mitglieder unter sich selbst auf. Wien. (Vortragsabend Glücksmann-Sonnenthal.) Der im kleinen Musikvereinssaale von der Gesellschaft für Sammlung und Conservirung von Kunst- und historischen. Denkmälern des Judenthums veranstaltete Abend nahm einen glänzenden Verlauf. Trotz der vorgerückten Saifon hatte sich ein zahlreiches distinguirtes Publicum eingefunden, das andächtig den herrlichen Dichtungen von S. A. Weiß lauschte, deren Schönheit durch die Kunst des erlesenen Interpreten zu sieghafter Geltung kam. Man fühlte es ordentlich, mit welcher Liebe und Begeisterung unser verehrter Meister S o n n e n t h al sich der Lectüre dieser schönen Gerichte hingab; in der ihm eigenen berzanmuthenden Weise schmeichelte er Lied um Lied in die Herzen seiner Zuhörer hinein, die begreiflicherweise mit ihren Beifallsbezeugungen nicht kargten. Auch an prächtigen Blumenspenden fehlte es ihm nicht. Nicht minder wirksam erwies sich die freisinnige, gehaltvolle Conference, die dem Vortrage vorausging. Der bekannte Schriftsteller Heinrich Glücksmann, der zuerst auf diese bemerkenswerthe literarische Erscheinung hingewiesen, entwarf in beredter eindringeuder Weise ein lebensvolles Bild des unglücklichen Dichters, den inan durch die Knnst des Vortragenden förmlich vor sich zu sehen glaubte. Wie gebannt lauschte das Publicum, zum Schluß durch stürmischen Beifall dankend. Herr Baurath Stiaßny hat sich ein wahres Verdienst durch die Veranstaltung dieses gelungenen Abends geschaffen. Anwesend waren unter Anderen: Herrenhausmitglied Baron Leitender ger, das Präsidium der Cultusgemeinde, kais. Rath Klinger, Gemeinderath Dr. Stern und Landesschulrath Dr. Gustav K o h n mit mehreren Vorstandsmitgliedern, die Präsidenten der türkischisraelitischen Gemeinde R u s s o und A d u t t, der englische Botschaftscaplan Reverend William H. Hechler, Oberst Alex, v. Eis, Prof. Dr. Adam Politzer, die Universitätsdocenten Dr. S. E h r m a n n und Dr. Adolf H e r z f e l d, Gemeinderath Baurath Theodor von Goldschmidt, Oberfinanzrath Dr. Rappaport. Regierungsrath Dr. B. Frankl, der Vorsteher der Armenanstalt Josef Jelinek, Maler Kaufmann, der Secretär des Baron Rothschild Emil Horner, die Hofschauspielerin Frau Wilbrandt- Baudius, die Frau des Walzerkönigs Johann Strauß sammt Tochter, der Director des Archivs der Stadt Wien Dr. U h l i r z u. A. m. Der Bortrag, sowie die zur Verlesung gelangten Gedichte erscheinen im Jahrbuche der Gesellschaft. Budapest. (Trauerfeier.) Für weiland Frau David v. Bischitz veranstaltete die Pester israelitische Religionsgemeinde im Cultustempel in der Tabakgasse eine erhebende Trauerfeier. Der Tempel war aus diesem Anlässe mit einem distinguirten Publicum dicht gefüllt. Unter den Anwesenden bemerkte man: den Vorstand der Pester israelitischen Religionsgemeinde : Präsident Sigmund K o h n e r, Vicepräsident Samuel Deutsch, die Vorsteher Martin Schweiger, Ludwig Baumgarten, Ludwig Adler, Paul T e n c e r, Max G r ü n b a u m, den Abgeordneten Moriz M e z e i, den Beamtenkörper der Gemeinde mit dem Generalsecretär Dr. Ignaz Goldziher und dem Secretär Dr. Ludwig S t e ig e r an der Spitze; der „Rothe Kreuz"-Verein war vertreten durch Johann Latinovits, FML. B6la v. G h Y c z y, die Damen Witwe Karl H e r i ch, Witwe Sigmund K a rl o v ß k y und Kanzleidirector Johann A r g a y; den Armen- Kindergartenverein vertrat eine unter Führung des Präsidenten Dr. Alexander Groß erschienene und aus den Vicepräsidenten Dr. Gabriel Daniel, Paul Schlesinger, Frau Gustav Beksics und Frau Hermann Schönfeld, sowie den Ausfchußmitgliedern Joseph Böhm und Frau Jzfö H a v a s bestehende Deputation; ferner waren vertreten: der Pester israelitische Frauenverein durch die Präsidentin Frau Marie Herzl, der „Weiße Kreuz "-Verein, der „Maria Dorothea "-Verein, der Landesverein der ungarischen Hausfrauen, der ,,Charitas"- Verein, die Pester Chewra-Kadischa, der Baron Moriz Hirsch- Verein, der „Zwn"-Verein, die israelitische Landes-Lehrerpräparandie, der „Jö sriv"-Verein, das Rabbiner-Seminar, der „Concordia"-Verein, die Volksküche des V. Bezirkes rc. Die Feier begann mit der Absingung eines ergreifenden Chorals durch den Obercantor Lazarus und den Tempelchor. Dann bestieg Oberrabbiner Dr. Samuel K o h n die schwarz drapirte Kanzel und hielt eine die Verewigte würdigende Trauerrede. Frau Johanna Bischitz, sagte Dr. Kohn, war eine Frau, die mit der einen Hand ihre häuslichen Pflichten erfüllte und mit der anderen in erfolgreicher Weise gegen das menschliche Elend rang. Sie verdient, für lange, lange Zeit als ein leuchtendes Musterbild der weiblichen Tugend zu gelten. Sie verdient aber auch, daß all' die mächtigen wohlthätigen Institutionen/ die^ sie ins Leben gerufen, erhalten bleiben und zur Blüthe gelangen. Möge gesegnet sein das Andenken der Johanna Bischitz noch von den späten Nachkommen! Oberrabbiner Dr. Kohn sprach dann das Gebet für das Seelenheil der Todten. H. Lemberg, 8. Mai. Unter Vorsitz des Präsidenten Herrn Jacob Stroh und Schriftführers Herrn Julius Hochfeld wurde am 6. d. M. die XXlll. General-Versammlung der I. jüdischen Volksküche abgehalten. Aus dem vom Vorsitzenden ertheilten Rechenschaftsberichte ist ersichtlich, daß in diesem Jahre an 31.664- Personen ohne Unterschied der Confession circa 32.000 Portionen Mittagskost verabreicht wurden. Wie sehr diese Anstalt — besonders in diesem Nothjahre — wo alle Brodfrüchte immens gestiegen — nützlich, beweisen die vom Gemeinderathe subventionirten 300 fl., von der Sparkasse 200 fl., vom israel. Cultusvorstande 100 fl., vom Landes-Ansfchusse, der von der Gräfin Niezalatowski hinterlassene Fond für die jüdische Volksküche mit jährlichen Zinsen 200 fl. Mit Dank an den Präsidenten Jacob Stroh, Administrator Elias und Frau Fanni Stroh wurde dem Ausschüsse das Absolutorium ertheilt. In den neuen Ausschuß wurden die Herren Jacob Stroh, Salomon Buber, Dr. Wilhelm Holzer, Julius Hochfeld, M. S. Goldbaum, David Maschler, Leon Rosenfeld, Jacob B. Dosche, Elias Stroh, Dr. Max Sokal, Elias I. Berger, Jacob B. Rubinstein, zum Präsidenten Herr Jacob Stroh, zum Vicepräsidenten Salomon Buber und zum Schriftführer Herr- Julius Hochfeld gewählt. Aus Anlaß des Kaiserjubiläums wurden gemäß denJntentionen unseres allergnädigsten Kaisers im August Gratisbespeisungen an verschämte Arme ohne Unterschied der Confession zu vertheilen einstimmig beschlossen. Zufolge der herrschenden Noth unter den Armen, wegen der enormen Theuerung, hat der israelitische Cultusrath beschlossen, diesem Uebel einigermaßen abzuhelfen und billige Victualien zu vertheilen. Jungbunzlau, 4. Mai. Das hiesigk czechisch-antisemitische Hetzblatt „Jizeran" strotzt in jeder Nummer von Verleumdungen und Lügen über Juden, schimpft über die Deutschen und belegt dieselben mit den ärgsten Namen, dennoch finden sich genug

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