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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-05-06 · 18 (6.5.1898) · page 19

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
18 (6.5.1898)
Date
1898-05-06
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Rr. 18 Vr. Bwch's WochrnlchrM Seite 363 Jedermann erkennen muß, daß Du der Herr, der hochgeborene Herr Baron, und er der Diener ist. — Daß dies-ein so kluger Kopf wie Du nicht einsieht, ist mir unbegreiflich! — und dann, Dir liest man ja den Adel aus den Zügen, ans der ganzen Haltung! — und was feine Jugend anbelangt, ist man ja mit siebenundzwanzig Jahren kein Kind mehr, und wenn er nur Dein hochfreiherrlich von Pellwald'scher Oberamtmann und Justiziar ist, so genügt das schon, allen Deinen Uuterthanen einen heilsamen Respect einzuflößen." (Fortsetzung folgt.) Literatur. Dr. G. Wolf's Geschichte Israels für die israelitische Jugend, Nach dem Tode des Verfassers herarksgegeben und verbessert von Dr. H. Pollak, Religionslehrer an Mittelschulen. Wie bei dem bereits verbesserten 2. Bande dieses weit verbreiteten Werkes ist es dem Verfasser auch bei dem erst später erschienenen 1. Bande vollkommen gelungen, denselben zeitgemäß umzugestalten und gründlich zn verbessern. Jene Stellen, welche in der alten Auflage wohl schwungvoll, aber dem kindlichen Geiste nicht angemessen geschrieben waren, sind nun in leicht verständlicher Sprache wiedergegeben. Begebenheiten und Daten von besonderer Wichtigkeit sind durch gesperrten Druck hervorgehoben, Unnöthiges wurde weggelassen und eine ganze Reihe hebräischer Anmerkungen, welche dem Buche beigcgeben wurden, werden von den Schülern freudig begrüßt werden. Mit Erlaß des k. k. Ministeriums für Cultus und Unterricht ist dasselbe zum Gebrauche beim Religionsunterrichte an Volks-, Bürger- und unteren Mittelschulen als zulässig erklärt worden. Druck und Ausstattung entsprechen vollkommen der bestbekannten Firma Alfred Holder. Das Werk sei hiemit allen Religionslehrern wärmstens empfohlen. Adolf F i s ch e r. Briefkasten. Abonnent in Leipa in Böhmen. Wenn der Raseur Anton Kundinger auf die Inden schimpft, obgleich er sein Gewerbe bei einem jüdischen Hausherrn ausübt und zumeist von jüdischer Kundschaft lebt, so mögen unsere Glaubensgenossen in Leipa sich . einen liebenswürdigeren Bartkünstler aussuchen. Es wird deren in Leipa gewiß auch geben. D. W. Der Vicepräsident des dänischen Reichstags (Folkething), Hermann T r i e r, ist I u d e. Er ist kürzlich auch zum Präsidenten des Bürgerschaftscollegiums von Kopenhagen gewählt worden. E. W. in Hardheim. Auch der chinesische Aberglaube verbreitet die Fabel, das C h r i st e n t h u m schreibe seinen Anhängern vor, kleine Kinder zu kochen und O el aus ihnen zu pressen, weil es d es letztere n zu rel igi ösen H an dlungeu bedürfe. Also eine Blutbeschuldigung gegen die Christen! Wien III. Eine neugierige Leserin. Sie fragen uns, ob der im „Deutschen Volksblatt" erscheinende Roman „Ein Ehrenmann" die Selbstbiographie des berühmten Abschriftstellers und Ehrenobligationärs enthalte? Wir bedauern, ihn nicht gelesen zu haben — oder nein! Wir bedauern doch lieber nicht! Dafür beantworten wir, was Sie nicht fragen, nämlich die Leitartikel-Ueberschrift vom 30. vorigen Monates: „Wann wird endlich mit dem Schwindel an unseren Produktenbörsen gründlich aufgeräumt werden?" — kurz und bündig wie folgt: „Bis nicht mehr unberufene, unlautere Elemente, die genug vor eigenen Thüren zu kehren hätten, sich um öffentliche Angelegenheiten bekümmern und die politische Atmosphäre durch ihre Gegenwart verpesten werden!" Wien. Dr. Mrd. Rud. Sch-k. Wir lehnen Ihren polemischen Aufsatz gegen den famosen Dringlichkeitsantrag des Abgeordneten Schlesinger dankend ab. Die Arbeit ist wohl für ein medicinisches Fachblatt geeigneter. Unseren Lesern genügt es vollkommen, den Schluß der Schlesinger'schen Weisheit zu vernehmen: „Mögen aber insbesonders die Professoren der Medicin gegen diesen nur auf Aberglauben (!) gestützten Wahn (sie) der Schutzpockenimpfung, der mit Recht ein Schandfleck (!!) der Medicin nnseres Jahrhunderts ist, auftreten und den Antrag auf das Freudigste begrüßen, der da lautet: Das hohe Haus wolle beschließen, die k. k. Regierung wird aufgefordert: a) in allen im Reichsrathe vertretenen Königreichen und Ländern die Schutzpockenimpfung, als eine sehr gefährliche ärztliche Praxis, zu verbieten; b) für eine bessere öffentliche Gesundheitspflege, namentlich durch Errichtung zahlreicher und billiger Volksbäder im ganzen Reiche zu sorgen und e) dahin zu wirken, daß beim Militär gleichfalls die Impfung unterlassen werde." Es sollte uns gar nicht wundern, wenn demnächst ein Antrag auf Abschaffung sämmtlicher — Blitzableiter eingebracht würde. Das ist Alles voriges Jahrhundert. Rückwärts fertig! Brünn. „Kurt 312". Wir können doch mcht von allen „Verganismen" Notiz nehmen. Wo kämen wir da hin. Um Ihnen jedoch gefällig zu sein, erwähnen wir diesmal, daß unter der Spitzmarke „Wieder einer" im Abendblatt des „D. V." vom 2v. April von dem „wohlverdienten Schicksal" eines socialdemokratischen Journalisten die Rede ist. Ter Mann hat „a u f r e i z e n d e" Artikel geschrieben - das „Deutsche Volksblatt" niemals. Es weiß sich rein von Schuld und wirft getrost den ersten Stein. Sind Sie jetzt zufrieden mit uns? . Lemberg. Josef R—l. I. Die Angelegenheit des großen Wiener Stadtfinanzgenies, des wohledlen Herrn Gemeinde- und Stadtrathes P u r s ch t, befindet sich noch nicht in demjenigen Stadium, das eine abschließende Kritik zuließe. Wenn sich auch nur die Hälfte bewahrheitet von dem, was über diese Angelegenheit verlautbart wurde, so hat der Held der Affaire eine sehr traurige Figur dabei gespielt. 2. Es ist geradezu erstaunlich, über welches Maß von Scham- und Sittenlosigkeit, von einpörender Gefühlsrohheit manche Leute verfügen, die Moral und Tugend immer im Munde führen. Doch wäre nichts ungerechter, als den Werth der christlichen Ethik nach der Moral dieser kläglichen Sorte beurtheilen zu wollen. Und das hat in Wien Reinheit und Sitte gepachtet! Friedensfreund in Agram. Die „Ostdeutsche Rundschau" erhebt gegen die Freiin Bertha von Suttner und die „jüdisch-demokratische Presse" ganz ernsthafte Vorwürfe, daß sie gerade jetzt verstummt seien, wo Spanien und Nordamerika sich so heftig befehden. Die Juden uiüsfen eben immer herhalten, aber wie sie gerade in diese Sache hineingeschleppt werden, das ist eigentlich doch gar zu albern! „Amerikanischer Abonnent". Sie sind schlecht informirt. Se. Heiligkeit Papst Leo^XIII. hat in seiner Weisheit und Voraussicht, nach Anhörung -Lr. Eminenz des Eardinal-Staatssecretärs Rampolla, den für die spanischen Truppen allerdings erbetenen Segen verweigert und sich darauf beschränkt, die Königin Christine allein zu segnen. Verein „Beth Israel" Kolomea. Die erwähnten Personen haben nie der jüdischen Eonfession angehört. . Notizen. Wien. (Gisela-Verein zur Ausstattung heiratsfähiger Mädchen.) Die 1897er Bilanz dieses ausschließlich die Versicherung von Aussteuer-Capitalien cultivirenden Institutes weist in jeder Beziehung die erfreulichsten Fortschritte aus. Der Gisela-Verein, welcher erst 17 Jahre besteht, hat in dieser kurzen Frist gar viele alte Gesellschaften überflügelt. Die Neuproduction des Jahres 1897 umfaßte 18.345 Polizzen mit fl. 10,745.671 Versicherungscapital. Nach Abzug sämmtlicher Erlöschungen durch Fälligkeit, Tod der versicherten Kinder, Reduction und unterbliebene Prämienzahlung resultirte eine Steigerung des Versicherungsbestandes von 72.443 Polizzen mit fl. 46,458.297 auf 81.834 Polizzen mit fl. 51,815.911 Versicherungscapital. Die Prämieneinnahme bezifferte sich 1897 aut fl. 2,524.600 gegen fl. 2,300.000 pro 1896. An Zinsen flössen fl. 371.088, an Gebühren fl. 44.816 ein. Dem Prämienreservefond wurden fl. 2,131.000 zugeführt und für Fälligkeiten und sonstige Versicherungsverbindlichkeiten Gulden 311.000 verausgabt. Die Activen des Vereines belaufen sich auf fl. 11,161.000 und sind zum weitaus größten Theile in pupillarsicheren Werthpapieren angelegt. Eine graphische Darstellung der wichtigsten Geschäftsziffern, welche der Bilanz angeheftet ist, zeigt den bedeutsamen Aufschwung des Gisela- Vereines im Decennium 1888 bis 1897. Die Prämieneinnahme stieg in dieser Frist von fl. 394.000 auf fl. 2,524.000, der Reservefond von fl. 924.000 auf fl. 10,796.000 also fast um 10 Milionen Gulden, der Bersicherungsbestand von 8°03 auf 51'82 Millionen Gulden, also um fast 44 Millionen Gulden. Diese Ziffern bedürfen keines weiteren Commentars, sie sprechen für sich. Der 1897er Gewinn per fl. 124.000 gestattet die Bertheilung einer 6percentigen Dividende an die bezugsberechtigten Versicherten, sowie die ansehnliche Dotirung verschiedener Sicherheits- und humanitärer Foude. Hier sei insbesondere des Fondes zur Ausstattung armer Mädchen gedacht, aus welchem vorwiegend ehemalige Versicherte des Vereines, deren Väter verarmten, betheilt werden. Dieser Fond hat im Berichtsjahre 72 bedürftigen Bräuten die Eheschließung ermöglicht. So vereinigt der Gisela-Verein eine erfolgreiche volkswirthschaftliche, mit einer segenstiftenden Humanitären Wirksamkeit und steht eine derart construirte Einrichtung, wie sie der Gisela-Verein bietet einzig da. „Allianz", Lebens- und Renrenverficherungs- ActiengeseMchaft in Wien. Unter Vorsitz des Präsidenten Herrn Öthon Baron Bourgoing fand am 29. v. M. die siebente ordentliche Generalversammlung dieser Allstalt statt. Es waren 20 Actiouäre anwesend, welche 1774 Actien deponirt hatten. —

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