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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-04-29 · 17 (29.4.1898) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
17 (29.4.1898)
Date
1898-04-29
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 334 Nr. Vwch'O WochrnMrM Nr. 17 des Vereines „Kinderhort". Frau Dr. Frischauer, die Bezirksausschüsse K a u d e r s und W a l d st e i n, den Herausgeber dieses Blattes unseren warmen Freund Dr. Bloch, den Präsidenten des Vereines zur Hebung der Gewerbe Herrn S. B r o d, den Präsidenten des humanitären Vereines „Zwanglos" Herrn Ehrlich, Herrn Secretär B a r d a ch und Andere mehr. Es reicht wohl der mir freundlichst zur Verfügung gestellte Raum dieses Blattes nicht aus, denn sonst müßte ich die trefflichen und ausgezeichneten Reden detaillirt anführen, welche vornehmlich von der Präsidentin, Fr. kais. Rath K o h n, Herrn Dr. Bloch, dem Referenten Herrn Dr. Ascher, Herrn B r o d, Herrn Bezirksausschuß K a u d e r s und Anderen gehalten wurden. Die Bedenken, welche Herr Ehrlich äußerte, wurden zerstreut und gelangte schließlich der Antrag des Vorstandes wegen Gründung und Errichtung des Lehrmädchen-Hortes zur e i n st i m m i g e n Annahme. Hierauf referirte Schreiber dieser Zeilen, über die nöthigen Statutenänderungen, welche gleichfalls einstimmig zum Beschlüsse erhoben wurden. Entsprechend dem feierlichen Anlasse erfolgte nun eine großartige, allen Anwesenden unvergeßlich bleibende Ovation für unseren allverehrten Kaiser. Beirath Dr. Wintern i tz leitete in schwungvollen Worten diese Ovation ein, welche in einem begeisterten dreimaligen Hoch auf Se. Majestät ausklang. Die Gründung unseres Lehrmädchen-Hortes steht im Zeichen des Regierungsjubiläums unseres aügeliebten Monarchen. Möge sich auch hier der allerhöchste Wahlspruch bethätigen „Viribus unitiL", mit vereinigten Kräften wollen wir an dem Ausbaue der Humanitären Institution arbeiten; die jungen Wesen, die hiedurch vor dem Untergange gerettet wurden, werden gewiß dereinst Jene segnen, welche bei der Gründung des Hortes mitgewickt, die ihnen behilflich waren, einen ehrlichen anständigen Erwerb zu finden. Wir wollen hoffen und wünschen, daß sich auch edle Wohlthäter finden werden, die uns behilflich sein werden, das begonnene schöne Werk zum Wohle der Mitmenschen immer größer zu gestalten. Prof. Richard Singer. Wien. Sonntag den 10. April d. I. fand die Generalversammlung der „Chewra-Kadischa" Fünfhaus unter zahlreicher Betheiligung der Mitglieder statt. Vom Vorstände der Cultusgemeinde war kaiserlicher Rath Herr Wilhelm Pollak anwesend. Präses-Stellvertreter Herr Heinrich Neufeld begrüßte die Versammlung. Dieselbe zeigt aus dem Rechenschaftsberichte, daß der Verein den Mitgliedern das Krankengeld, die Leichenkostenbeisteuer und andere Beneficien nicht nur pflichtgemäß gewährt, sondern daß auch circa 700 fl. an arme „Nichtmitglieder" sowie Medicamente um 368 fl. 82 kr. gleichfalls an „Nichtmitglieder" des Bezirkes verausgabt wurden. Hierauf forderte der anwesende kaiserliche Rath Herr Wilhelm Pollak die Versammlung mit beredten Worten auf, sich der guten Sache anzunehmen und repräsentationsfähige Männer zu wählen, insbesonders für unsere Armen in den Vereinsbezirken zu wirken, und verspricht, daß er selbst Alles aufbieten werde, um den wirklich Bedürftigen hilfreich beizustehen. Der Vorsitzende dankte dem Redner für dessen vom wahren jüdischen Herzen kommende Worte. Bei der Wahl wurden die Herren Dr. S. Bars, A. Stern, B. Weinreb und M. Haas fast einstimmig gewählt. Bei der folgenden Constituirung der Vereinsleitung wurde Herr Dr. Bars als Präses, Herr Heinrich Neufeld als Präses-Stellvertreter, Herr Ignaz Zwicker als Cassier, Herr B. Weinreb als Schriftführer, die Herren A. Schick, M. Haas, A. Schwarz und A. Stern als Controlore, die Herren Gabriel Stern, M. Weiß, I. Duschinsky und M. Blödy als Ausschüsse gewählt. Wien. (Zweites Verzeichniß der auf Grund des inNr. 8 unseres Blattes veröffentlichten Telegrammes aus Jerusalem eingelaufenen Spend e n.) Synagogenverein Beth-Jsrael 20 fl., I. Eisler als Jahresbeitrag 2 fl., Israelitische Cultusgemeinde Göding 5 fl., Josef Sucharipa als Jahresbeitrag 5 fl., Cultusgemeinde Kolin 5 fl., L. Mandl, Röhrenbach 1 fl., Gesammelt bei der Hochzeit Jda Schnürmacher 4 fl., Sigmund Mandl 10 fl., Jekutiel, Prag 20 fl., I. F. K. 5 fl., W. Farkas, Czinkola 3 fl., Ignaz Rosenzweig und L. Rosenberg 2 fl., Bernhard Krieger in Mähr.-Ostrau 3 fl., D. I. Kohn, Budweis 5 fl., Cultusgemeinde Horn 18 fl. 32 kr., S. H. 1 fl., Moritz Hahn 2 fl., A. Rubin 1 fl., Jakob Moor 5 fl., Carl Waldmann 5 fl., Julius Pollak 2 fl.. Ad. Adler 2 fl., M. und D. Mayer 2 fl., Dr. Max Neumann 2 fl., A. 2 fl., Moritz Huber, Damboritz 5 fl., durch Ehrwürden Rabbiner Reich, Baden 16 fl., Wilhelm For 1 fl.. A. Adler 5 fl., Anselm Marcus 50 Francs -- 23 fl. 85 kr. Summa: 183 fl. 17 kr. Wir bitten, weitere Spenden wie Zusicherungen von Jahresbeiträgen an den mitunterzeichneten L. Hildesheimer, III., Marokkanergaffe 16, gefälligst einsenden zu wollen. Hochachtungsvoll für das Comite: Oberrabbiner Dr. M. Güdemann, H. Berger, L. Hildesheimer, D. K o h n. Aus Krakau wird uns geschrieben: Vor wenigen Tagen fand vor dem hiesigen Landesals Preßgerichte die Einspruchsverhandlung des P. Matthäus Jez gegen die von der k. k. Staatsanwaltschaft verfügte Confiscation der zweiten Auflage seiner Hetzschrift: »Tajemnice Zydowie« „Die Geheimnisse der Juden" statt. Die „Oesterreichische Wochenschrift" hat zuerst auf diese blutrünstige Hetzschrift und deren Zusammenhang mit den Wieliczkaer Excessen aufmerksam gemacht, und man geht kaum fehl, wenn man die Schilderungen der „Oesterreichischen Wochenschrift" über die aufreizenden Wirkungen jenes Pamphletes als den ersten Anstoß zum Einschreiten der Staatsbehörden bezeichnet. Allerdings erfolgte die Beschlagnahme erst, nachdem die erste Auflage in einer Anzahl von 5000 Exemplaren vergriffen war und auch bei der zweiten Auflage verstrichen von der Einreichung des Pflichtexemplares bis zur Confiscation neun Tage, so daß auch von dieser ein großer Theil noch unters Volk gelangte. Ueber diese auffälligen Thatsachen ging der Vorsitzende der Verhandlung ebenso mit Stillschweigen hinweg wie über den merkwürdigen Umstand, daß die Broschüre »Tajemnice Zydowie« confiscirte Stellen aus einem Rohling'schen Buche enthielt, daher nicht nur das objective Verfahren begründet war, sondern der Verfasser auch subjectiv wegen Uebertretung des § 24 Pr.-G. zu verfolgen wäre. Warum ist diese Verfolgung unterblieben und warum klagt der Herr Staatsanwalt den Pater Jez und mehrere seiner Collegen, die das Pamphlet in den Schulen verbreiteten, nicht auch wegen unbefugter Colportage an? Versuche es doch ein armer Arbeiter, eine socialdemokratische Agitationsschrift nur leihweise einem Genossen zu übergeben, er wird sofort wegen unbefugter Col- . portage verdonnert. Wie kommt es, daß dem Herrn Katecheten nicht mit dem gleichen Maße zugemessen wird wie dem Arbeiter? Herr Pater Matthäus Jez vertrat den Einspruch persönlich und er berief sich in seinem Plaidoyer mit großer Emphase auf die Autorität der Herren Rohling, Merun o w i tz und D e ck e r t. Keine Taube ist so sanft als der Herr Katechet des St. Annagymnasiums. Seine Hetzschrift stachelt Seite für Seite zu Raub und Brand, zu Mord und Todtschlag gegen die Juden auf, er selbst aber überflvß von Worten christlicher Liebe und Milde. Und sanft und freundlich ging auch der Herr Staatsanwalt mit ihm um. Nur daß der Vertreter der Staatsgewalt nicht förmlich um Entschuldigung bat, das Gesetz in Anwendung gebracht zu haben. Der Einspruch wurde verworfen und die Confiscation bestätigt. Der Effect ist ein sehr bescheidener, da ja Tausende vou Exemplaren bereits unter der galizischen Bevölkerung circuliren. Gestatten Sie, daß ich dieser Feststellung noch eine sehr ernste Bemerkung beifüge. Nachdem die erste Auflage unbeanstandet erschienen war, vergingen Wochen, ehe die Judenschaft sich dagegen zu rühren begann, und selbst dann wendete man sich nicht an die Gerichte, sondern an die politischen Behörden. Miletin. Der Fabrikant Herr Samuel Frankenbusch aus Miletin speiste den 25. April im Hotel Lamm zu Königgrätz in Gesellschaft zweier christlicher Freunde zu Mittag. Im Speisesaal ist ein Luftreinigungsapparat angebracht, welcher die Aufmerksamkeit eines Gastes auf sich lenkte. Derselbe ftug den Kellnerburschen, zu welchem Behufs diese Vorrichtung im Saale angebracht ist, worauf der Kellner antwortete, daß dieser Apparat dazu diene, um die Luft von dem jüdischen Gestank zu reinigen, (aby vysel ten zidovtky smrad ven.) Es ist NUN eine Frage, ob die jüdischen Reisenden und Gäste weiter dieses Local besuchen sollen, damit die Luft durch sie nicht verunreinigt werde. Lemberg, 20. April. Gestern fand die Constituirung des neugewählten Cnltusrathes statt, des ersten nach dem Jnslebentreten des neuen Statutes, welches dieser Körperschaft einen namhaft erweiterten Wirkungskreis einräumt. Der bisherige Präsident, Herr Samuel Edler von Horowitz, erklärte von Borneherein mit aller Entschiedenheit, aus Gesundheitsrücksichten eine Wiederwahl nicht mehr anzunehmen. Die trotzdem erfolgte Wähl des Genannten in den Vorstand und zum Präsidenten gibt Zeugniß ab für den hohen Grad der Wertschätzung^

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