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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-04-15 · 15 (15.4.1898) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
15 (15.4.1898)
Date
1898-04-15
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 294 Br. Bwch's MvchenIchrM Nr. 15 daß das Vcreinsrecht, diese größte Errungenschaft eines fortschrittlichen Culturstaates, der allerhöchsten Gnade unseres Landesvaters zu danken sei. Ueber seine Aufforderung stimmten alle Anwesenden mit Begeisterung in ein dreifaches Hoch auf Se. Majestät, den Landesfürsten ein. Nachdem Schulrath Hinterwaldner in eingehender Weise über das Vcreinspräliminare referirte, wurden in den Vorstand gewählt, beziehungsweise wiedergewählt: Emma Knoll-Schauenstein, Landesschulinspector Dr. Karl Rieger, Pfarr-Cooperator P. August Haubner, Bräuhausbesitzer Moriz von Kuffner, Gemeinderath Dr. Emcrich Klotzberg, Bezirksvorstand Josef Schwanzar und Oberlehrer Ignaz Weber (Begründer des „ersten österreichischen Taubstummen- Exteruats). Bierzigjahriges Amtsjubiläum. Das Jubiläum der vierzigjährigen Amtswirksamkeit des emeritirten Obercantors und Lehrers au: Fünfhaüser Tempel der Wiener israelitischen Cultusgemeinde, Herrn Leopold Ster n, wurde am 7. d. M. in überaus erhebender Weise gefeiert. Als der Jubilar das mit Blumen reichgeschmückte Gotteshaus betrat, wurde er mit einem Festpsalm begrüßt, den der Chor unter Leitung des Obercantors Jurberger anstimmte. Den Höhepunkt der Feier bildete die Festrede des Predigers Dr. Jonathan Wolf; der ausgezeichnete Redner gedachte in formvollendeter Weise der Verdienste des Jubilars als Funktionär und Schulmann und spendete auch hetzen schriftstellerischer Thätigkeit reiche Anerkennung. Nach dem Festgottcsdienste empfing der Jubilar zahlreiche Deputationen. Als Vertreter des Vorstandes der Wiener Cultusgemeinde waren die Herren Vicepräsident Landesschulrath Dr. Gustav K o h n, die kaiserlichen Räthe Friedrich Vogel und Wilhelm P o l l a k, sowie die Herren Architekt Max Fleischer, Hoflieferant Gottlieb T a u s s i g, Tr. M. Spitzer und S. R o s n e r erschienen. Landesschulrath Dr. Kohn überreichte dem Jubilar mit einer ehrenden Ansprache die Adresse und das werlhvolle Ehrengeschenk des Cultusvorstandes. Desgleichen überreichten die Herren: Obmann S. Steiner namens der Fünfhaüser Gemeinde, Director Hecht, Schulinspector Dr. Leopold Langfelder namens der Lehrer und die Herren Dr. I. Wolf, Tr. Sigmund Bars und S. Schw arz namens der Wohlthätigkeitsvcreine Ehrenmitgliedsdiplome und Geschenke. Mit der Ucberrcichung von Adressen der Administrationsbeamten der Wiener Cultusgemeinde und der Lehrervereine des ö st e r r e i ch i s chungarischen C a n t o r e n v e r e i n e s, dessen Vicepräsident der Jubilar ist, und der Blumenspenden der Schülerdeputationen endete die schöne Feier. Wie«. lJnstallatio n.) Am 6. d. fand die Installation des jüngst ernannten Oberlehrers an der städtischen Knabenschule in der Sperlgassc Herrn Emil Fuchs statt. Nachdem Herr k. k. Schulrath I. M. Hinterwaldner den Herrn Oberlehrer mit warmen Worten begrüßt hatte, apostrophirte er den bisherigen Provisor der Anstalt Herrn S. I. Pollak mit folgenden Worten: „Sie haben unter den schwierigsten Verhältnissen die Leitung dieser Anstalt übernommen und trotzdem ausgezeichnete Erfolge erzielt. Wiederholt habe ich mich von der vorzüglichen Leitung, von der mustergiltigen Ordnung und von Ihrem taktvollen Vorgang in jeder Richtung überzeugt. Ich danke Ihnen herzlichst namens des Bezirksschulrathes. Ich werde stets Ihrer trefflichen Leistungen eingedenk bleiben." Herr K. Helbig, Obmann-Stellvertreter des Ortsschulrathes im II. Bezirk, beglückwünschte sonach Herrn Oberlehrer Fuchs namens der Ortsschulbehörde. Herzliche Worte der Anerkennung sprach der Redner Herrn Pollak für seine bisherige fast dreijährige exacte Leitung der Anstalt aus, die er durch sein humanes, zielbewußtes taktvolles Amtiren nach Innen und Außen zu heben verstand. Nachdem auch Herr Oberlehrer Fuchs Herrn Pollak seinen Dank in den wärmsten Worten ausgedrückt hatte, schloß die intime einfache Feier. Diese ebenso gerechte als aufrichtige Würdigung für die wahrhaft anerkennenswerthen Leistungen des provisorischen chulleiters Herrn S. I. Pollak fand beim gesammten Lehrkörper rückhaltlose Zustimmung und machte allseits den besten Eindruck. Wie«. (Israelitische Cultusgemeinde Floridsdorf.) Dienstag erstattete der abtretende Ausschuß in Herrn Jöchlinger's Gartensalon seinen Rechenschafts- und Tätigkeitsbericht. Herr Präses Dr. König begrüßte die Anwesenden und bespricht die Thätigkeit des Vorstandes während der letzten drei Jahre in ausführlicher Weise. Während der Periode des abtrctenden Ausschusses sei der Tempel in würdiger Weise adaptirt und renovirt worden, ebenso wurde in befriedigender Weise die Neuanstellung eines Rabbiners vorgenommen, welcher in der kurzen Zeit seines Hierseins die Werthschätzung und Liebe Aller erworben habe, auch in der Anstellung eines Cantors sei eine gute Wahl getroffen worden. Herr Dr. König bespricht sodann den Bau eines Gemeindehauses, welcher eine dringende Notwendigkeit sei und für die Gemeinde keine Vermehrung der Kosten bedeute. Dabei wird mit diesem anläßlich des Regierungs-Jubiläums Sr. Majestät zu errichtenden Administrationsgebäude die Anlage eines rituellen Bades im modernen Style verbunden sein. Redner dankt sodann den Obmännern der Section für die musterhafte Führung ihres Ressorts und ertheilte dem Vorstande der Schulsection Herrn Dr. L ö w y das Wort. Der Referent theilte mit, daß im Sprengel der Cultusgemeinde Floridsdorf an 17 Volks-, 6 Bürger- und 1 Mittelschule der Religionsunterricht öffentlich ertheilt wird." Die Schülerzahl betrage 375. An allen Schulen wird nach einem einheitlichen Lehrplane mit gleichen Lehrmitteln gelehrt. Die Schulen wurden regelmäßig inspicirt und von Zeit zu Zeit Lehrerconfereuzen abgehalten. Auch die Einführung des Jugend-Gottesdienstes habe sich bewährt und erfreue sich starker Frequenz. Die neneinge. führte Predigt beim Gottesdienste Freitag Abend erweist sich ebenfalls als sehr zweckmäßig. Redner schließt mit der Hoffnung, daß auch in Zukunft die competenten Factoren bestrebt sein werden, auf die sittliche, moralische und religiöse Erziehung der Kinder ihr Augenmerk zu richten. Hierauf referirt Herr Emanuel G r ü n w a l d namens der Finanzsection. Der Bedarf des Budgets beläuft sich auf . . fl. 8378 hievon abzüglich feststehende Einnahmen . . . . . „ 2300 Somit fl. 6078 zur Steuerauftheilung. Die Posten der Einnahmen und Ausgaben seien in den veröffentlichten Rechnungsabschlüssen ersichtlich gemacht, und jeder, selbst auch der kleinste Betrag, durch Quittung, resp. Anweisung belegt. Größere Auslagen brachten die Adaptirungskosten des Tempels im Jahre 1896 mit fl. 1995 13, im Jahre 1897 mit fl. 1830 33, somit zusammen fl. 3825°46. Durch die Erweiterung des Tempels sind circa 150 Sitze mehr gewonnen worden, und brachten schon in dem letzten Jahre eine Mehreinnahme von circa fl. 400, was eine reichliche Amortisation der Adaptirungskosten bringt. Weiters sei zu bemerken, daß viele einzelne Budgelposten in ihrem Erfolge ganz andere Resultate Nachweisen, als ursprünglich in Anschlag gebracht wurde, so daß sich hiedurch eine Verschiebung des Gleichgewichtes ergeben hat. Doch sei diese Ver- - schiebung nicht zu Ungnnsten, sondern zu Gunsten der Finanzen der Gemeinde erfolgt, so daß mit Schluß des letzten Jahres sich ein Gebahruugsüberschuß von fl. 2601°57, abzüglich der noch zu entnehmenden fl. 800 Pensionsfond, somit fl. 1801'57 ergebe. Dieser Betrag sei in Allßenständen vorhanden, wovon allerdings mehrere hundert Gulden als uneinbringlich anzunehmen sind. Redner betont, daß der Modus der Steuer-Anftheilung einer gründlichen Reform bedürfe, wodurch die vielen, alljährlich einlaufeuden Reclamationen erspart blieben und ist der Ansicht, daß jeder einzelne Steuerzahler fatiren sollte. Die Steuercommission hätte diese Einbekenntnisse zu prüfen und hieraus die Vorschreibung zu bestimmen. Doch sei dies Sache der kommenden Verwaltung, auf diesem Gebiete das Geeignete vorzukehren. Schließlich bemerkt noch Redner, daß während der letzten drei Jahre 69 Trauungen, 38 Aufgebote, 18 Confirmationen und 34 Namenertheilungen stattgefunden haben. — Nach Beantwortung einiger Interpellationen durch Herrn Dr. König dankt Herr Jakob Glaser unter allgemeiner Zustimmung dem abtretenden Ausschüsse für die correcte Führung der Geschäfte, worauf -der Vorsitzende die Versammlung schloß. Die Wahlen in die Cultusgemeinde finden am 25. April statt. Budapest, 7. April. Zu Ehren des zum Geheimen Rathe ernannten Honvedhujaren-Rittmeisters Grafen Geza Andrassy fand gestern im Gentry-Casino ein Bankett statt, bei welchem Graf Andrassy einen viel bemerkten Toast sprach. Er sagte unter Anderem: Ich habe die allerhöchste Auszeichnung meiner treuen Thätigkeit als Staatsbürger zu danken, welche ich auch im Interesse des volkswirlhschaftlichen und gesellschaftlichen Wohlseins auf Grund der ewigen Wahrheiten der Gleichheit und Brüderlichkeit entfaltete. Jeder Magnat und Demokrat sei ein solcher Aristokrat wie ich es bin, im besten Sinne der griechischen Bedeutung des Wortes. Als Eisenfabrikant und als Seemann (Graf Göza Andrassy ist nämlich auch Commodore des k. und k. Nachtgeschwaders für Ungarn) kann ich in den wirthschaftlichen und gesellschaftlichen Stürmen, welche unser Vaterland umtosen, nur ausrufen: „Stellen wir uns Alle auf den Standpunkt der patriotischen Pflicht, stellen wir alle religiösen und gesellschaftlichen zersetzenden Kämpfe ein und besiegen wir mit vereinten Kräften unsere in- und ausländischen Feinde." Mich und meine

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