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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-04-15 · 15 (15.4.1898) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
15 (15.4.1898)
Date
1898-04-15
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 15 Sette 293 Vr Bloch'» MochenlchrltL hingegen dursten sie weiterverbleiben und diese Begünstigung hatten sie nur der Verwendung Eschkeles' und Aquir's zu verdanken. Ein besonderes Verdienst hatte sich Berusch Eschkeles durch seine großartige Stiftung, die er in seinem vier Tage vor seinem Tode errichteten Testamente aus einenl Theile seines Nachlasses begründet, erworben. Diese Stiftung, die später von seinem Sohne, dem Freiherrn Bernhard Eschkeles, bedeutend erhöht wurde, ist eine der größten und segensreichsten Stiftungen, die die mährischen Gemeinden besitzen. (Schluß folgt.) Correspond einen. Wien. Gegenüber dem Berichte in Nummer 13 unseres Blattes über einzelne Aeußerungen, welche in der Generalversammlung des Synagogen-Bauvereines für Wieden und Margarethen gefallen sind, erfahren wir, daß die Einladung zur Generalversammlung dem israelitischen Cultnsvorstand Montag Mittags zuging, so daß es nicht mehr möglich war, ein Vorstandsmitglied für die an demselben Abend stattfindende Generalversammlung zu delegiren. Ueberdies war das gedruckte Formular, welches als Einladung wohl gelten sollte, mit einer Bemerkung versehen, mit welcher Herr Adolf Lichtblau sein Ausbleiben von der anberaumten Sitzung der Schätzungscommission, dessen Mitglied Herr Lichtblau ist, unter Hinweis auf obige Generalversammlung entschuldigte, so daß einige Vorstandsmitglieder die Drucksorte lediglich als die Entschuldigung für das Ausbleiben von der Sitzung der Schätzungscommisiion angesehen haben, nicht aber als Einladung zur Generalversammlung. Wien. (Baron Albert Rothschild in der israelitischen Volksküche.) Im nächsten Jahre wird es ein Vierteljahrhlindert sein, daß die IL Leopoldstädter Volksküche nach israelitischem Ritus durch die werkthätige Initiative einiger Männer und Frauen ins Leben gerufen wurde. Es tvar die erste Volksküche nach israelitischem Ritus, nicht nur ausschließlich für Juden berechnet, doch bestimmt, armen Juden Gelegenheit zu geben, nach jüdischem Ritus zu essen. Dank guter Verwaltung und eifriger Förderung war es möglich, vor nun 15 Jahren die bisher in Miethlocalen untergebrachte Küche iu ein eigens dafür gebautes Haus unterzubringen. Es war dies die erste Volksküche überhaupt, welcher ein eigenes Haus gewidmet war. Die stete Steigernrig des Bedarfes jedoch ließ auch diese umfangreichen Räume bald als zu klein erscheinen. Anläßlich des Kaiserjubiläums wurde der Ankauf eines Nachbargrundes und ein Erweiterungsbau beschlossen, welcher die Küche um die Hälfte ihres bisherigen Bestandes vergrößerte. Dieser so erweiterte Bau wurde in den jüngsten Tagen vollendet und eröffnet. Trotzdem die Küche wegen des Baues mehrere Wochen den Betrieb einstellen mußte und trotzdem die Wiedereröffnung gar nicht öffentlich angekündigt wurde, ist der Zuspruch von Armen ohne Unterschied der Confession so stark, daß auch diese nun bedeutend vergrößerten Räume täglich während der mittäglichen und abendlichen Speisestunden überfüllt sind. Am ersten Pessachtage während der Mittagsspeisezeit wurde die Küche von einem ihrer Stifter, dem Herrn Albert Freiherrn v. Rothschild besichtigt. Derselbe wurde vom Präsidium und dem Vorstande empfangen, durch die Räume geleitet und demselben von der verdienstvollen nud unermüdlichen Frau Präsidentin Anica Benvenisti alle Einrichtungen erklärt. Herr Baron v. R o t h s ch i l d, der in Begleitung seines ältesten Sohnes Baron A l p h o n s, sowie seines Secretärs Herrn Horner erschienen war, zeigte das lebhafteste Interesse, besichtigte das Gebäude und die Küchcneinrichtung genau und in allen Theilen, ließ sich die Manipulationen und die Massenausspeisung genau erklären und drückte seine lebhafte Befriedigung über die segensreiche Einrichtung aus. Es ist nicht zu zweifeln, daß diese so vergrößerte Küche, welche einem innersten Bedürfnisse entspricht, ebenso wie bisher prosperiren wird, und es wäre nur zu wünschen, daß der Verein in der Lage wäre, noch an anderen verkehrsreichen Punkten Wiens solche Küchen entstehen zu lasse». Wien. („Lehrmädchenhort.") Der Vorstand des seit ll/4 Jahren bestehenden Leopoldstädter Fraueu-Wohlthätigkeits-Vereins in Wien, II., Stefaniestraße 2, welcher trotz des kurzen Bestandes schon einen Betrag von ungefähr 4000 fl. an Wöchnerinnen, Witwen und Waisen sowohl durch momentane, wie-durch regelmäßige Monatsunterstützungen verausgabte, hat iit seiner letzten Sitzung über Antrag der Präsidentin einstimmig den Beschluß gefaßt, anläßlich des Regierungs-Jubiläums unseres Kaisers dem Plenum in einer Ende April stattfindenden Festversammlung die Gründung eines Lehrmädchenhortes in Vorschlag zu bringen, in welchem Mädchen mittelloser Eltern, insbesondere Waisenmädchen nach beendigter Schulpflicht während der Dauer ihrer Lehrzeit unentgeltlich Wohnung und Verpflegung, sowie nach Maßgabe vorhandener Mittel auch Kleider und Wäsche erhalten sollen. Durch diese Gründung dürste einem schon lange gefühlten dringenden Bedürfnisse abgeholfen werden, umsomehr als durch die Anhaltung der Mädchen unter der Leitung einer gewissenhaften und bewährten Hausmutter diese auch in allen häuslichen Verrichtungen unterwiesen werden sollen. In einer solchen bisher am Continente noch nicht bestehenden Anstalt soll auch für die weitere Ausbildung der Zöglinge zum Zwecke ihres besseren Fortkommens durch Errichtung von Sprach- und Buchhaltungscursen, durch Anlage einer tteinen Bibliothek, sowie in erziehlicher Richtung Ersprießliches geleistet werden. Diese neue Bereinsschöpfung dürfte bei jedem Kenner der bisherigen Verhältnisse sicherlich Anklang finden. Zuschriften und eventuelle Zuwendung für diesen Hort, der am 18. August d. I. eröffnet werden soll, sind zu richten an das Präsidium des Leopoldstädter Frauen-Wohlthätigkeits-Vereins, Wien, ll., Stefaniestraße Nr. 2. Bom Ferienheim. Ein Mädchen-Comitö das schon im vorigen Jahre durch ein im Ronachersaale veranstaltetes, ebenso gelungenes, wie originelles Fest die Aufmerksamkeit der besten Gesellschaftskreise auf sich lenste, rüftet sich neuerdings zu einer Veranstaltung, die diesmal ganz besonders geeignet sein wird, lebhaftes Interesse bei Alt und Jung hervorzurufen. Geplant ist eine große Kindervorstellung, die den Charakter eines Kaiser-Jubiläumsfestes haberr wird und die am 24. April Nachmittags im großen Productionssaale des Etablissements Ronacher stattfinden soll. Kinder aus der Gesellschaft sind es, die die Kosten der Unterhaltung zu tragen bestimmt sind; in die Hände der lieben Kleinen, deren köstlicher Frohsinn, deren anmuthiges Schelmenlächeln und herzige Naivetät ja unwiderstehlich sind, ist die Aufgabe gelegt, das Publicum zu erheitern und zu erheben und in die vielen schaulustigen Augen das schöne Lächeln des Verständnisses und des Beifalls zu zaubern. Der Feuereifer der Kinder, die unter der ausgezeichneten Leitung der künstlerischen Beiräthe des Mädchen-Comites eifrig üben und vollständig bei der Sache sind, das emsige Schaffen des Mädchen-Comites, das weder Mühe noch Kosten scheut, seine Gäste durch gelungene Leistungen anzuregeu und zu unterhalten, der schöne Zweck dieses Wohlthätigkeitsfestes endlich, das armen, krüppelhasten Kindern eine geeignete Sommererholung schaffen soll — all das wird gewiß nicht verfehlen, in den weitesten Kreisen der Gesellschaft jenes warme Interesse zu erwecken, das der schönen Feier einen vollen gesellschaftlichen und materiellen Erfolg erringen soll. Das reichhaltige Programm wird — um nicht Alles zu verrathen — ein Kinderballet, heitere Schulscenen rc. bringen. Es liegt ein schöner Gedanke darin, daß es gerade Kinder sind, stöhliche Kinder, die für arme Kinder in die Oeffentlichkeit treten sollen und daß dieses Auftreten tust in das Jubiläum unseres Kaisers fällt, für den alle Kinderherzen gleich hoch, mit gleicher Innigkeit und Begeisterung schlagen. Darum dünkt uns, daß wir unseren Kaiser nicht würdiger feiern können, als durch einen Act der Wohlthätigkeit, zu dem wir hiemit Jung und Alt, Groß und Klein einladen! Wien. Unter dem Zeichen des Jubiläumsjahres der 50jährigen Regierung unseres allergeliebtesten Kaisers fand die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Unterstützungsvereines für mittellose Taubstumme am 31. März l. I. im Sitzungssaals des Bezirksausschusses IX., Währingerstraße 43, vor einem zahlreichen disttnguirten Auditorium statt, in welchem auch hervorragende Schulmänner der Residenz sich befanden. Unter Anderen waren anwesend: Regierungsrath und Polizei-Chefarzt Dr. Andreas Witlaczil, Landesschulinspector Dr. Karl Rieger, Emma Knoll von Schauenstein, Elsa Edle von Kuffner, Baronin du Mont de Beaufort-Barhagy, Garde-Major Hevin Ritter de Navarre, Abdullah-Bey Hammerschmidt, Bezirksvorstand Josef Schwanzar, Schulrath Professor I. M. Hinterwaldner, Bezirksschulinspector Dr. Franz Wiedenhofer, Bezirksschulinspector Dr. Vincenz Suchomel, Bezirksschulinspector Alois Fellner, Bezirksschulinspector August Hofer, Ortsschulrath S. Heit, Ortsschulräthe und Bezirksausschüsse fast sämmtlicher Bezirke Wiens und viele Schulmänner. Der Vorsitzende, Landesschulinspector Dr. Karl Rieger, wies in seinem Rechenschaftsberichte in schwungvoller Rede auf die glorreiche Regierungsthätigkeit unseres allergeliebtesten Kaisers hin und betonte schließlich,

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