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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-04-01 · 13 (1.4.1898) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
13 (1.4.1898)
Date
1898-04-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 282 Vr. »Lvch's Wvttzenschrifl Nr. 13 dem verdienstvolle» Referenten Dr. Steiner, endlich auch dem Vorstand der Teschner Gemeinde. Herrn Ph. Glässinger, wird uater lebhaftem Beifall der wärmste Dank ausgesprochen. Die budgetirte Subvention per 300 fl. für den Talmud- Thora-Berein der westlichen Bezirke wird auf fl. 450 erhöht. — Sieben würdigen und dürftigen jüdischen Zöglingen verschiedener Lehrerinnenbildungs-Anstalten werden Handstipendien von zusammen 100 fl. bewilligt. — Dem Ansuchen der Cultusgemeinde Krems wird Folge gegeben und eine Sabvention von 200 fl. pro 1898 gegen dem bewilligt, daß der dortige Gemeinderabbiner «n den Festen und an gewissen Sabbathen für die jüdischen Sträflinge in Stein Exhorten abhält und am Ende des Jahres Über die Zahl der beerdigten jüdischen Sträflinge anher berichtet werde. Ueber das mündliche Referat des Herrn Dr. G r ü nf e l d wegen Erhöhung der Taxe für Pfleglinge I. Elaste im israelitischen Gemeindespitale entspinnt sich eine lebhafte längere Debatte. Allgemein wird von öen Rednern der Standpunkt anerkannt, daß eine mäßige Erhöhung platzgreifen solle, nachdem einerseits die Gemeinde ohnedies einen immensen Zuschuß gewähren müsse — derselbe ist für dieses Jahr mit fast 55.000 fl. präliminirt — weil die armen Patienten unentgeltlich verpflegt werden, andererseits wohl- HÄbeWe oder reiche Glaubensgenoffen das israelitische Spital mz twfttti aufsuchen, falls sie auf die rituelle Kost reflectiren. Bei der Abstimmung wird die Erhöhung der für die l. Classe von 5 fl. auf 6 fl. genehmigt, welche a b 1. A p r i l i n K r a f t tritt. Dem Bethausverein in der Brigittenau wird die angesuchte Erhöhung der pro 1898 budgetirten Subvention von 400 fl. auf 500 fl. bewilligt. Dem Anträge des Bethausvorstandes gemäß wird beschloffen, daß bei Hochzeiten I. und ll. Classe die Ceremonie des „Bedeckens “ im Tempel stattfinde und Sammlungen für arme jüdische, insbesondere verwaiste Braute durch Damen der Hochzettsgesellschaft erfolgen sollen. Hinsichtlich der Anregung der niederösterreichischen Statthalter ei, Studienstiftungen unter dem jährlichen Bettag von 300 fl. zusammenzulegen, um würdigen Studirenden soviel zukommen zu lassen, daß sie davon existiren können, wird nach längerer Debatte der Beschluß gesicht, nachdem eine genaue Durchsicht der Stiftsbriefe ergeben hat, daß von den leider nicht zahlreichen Studienstiftungen fast ßede andere Bedingungen vorschreibt (Bevorzugung Verwandter, Waisen, besondere Präsentation rc.), sei der Statthalterei bekanntzugeben, daß die Gemeinde im Allgemeinen eine Cumulirung nicht, vornehmen könne, jedoch nach Möglichkeit der Anregung Rücksicht angedeihcn lassen werde. Wie«. (Synagogen bauverein für Wieden und Margarethen i n W i e n.) Am 28. März fand in Jellinetts Saallocalitäten am Margarethenplatz die zweite ordentliche Generalversammlung, des Vereines statt, an der nebst den Mitgliedern eine Abordnung des Tempelbaüvereines im II. Bezirk, mit Herrn Eltbogen ander Spitze, theilnahm. Von Seite des geladenen Vorstandes der israelitischen Cultusgemeinde war Niemand erschienen, der anwesende Herr Architett Fleischer erwähnte ausdrücklich, kein Mandat zn besitzen und nur als Vereinsmitglied erschienen zu sein. - Präsident Herr Red acteur Adolf Lichtblau eröffnete die Versammlung und begrüßte die erschienenen Mitglieder und Gäste. Der Schriftführer Dr. Max Sttansky erstattete hierauf einen Bericht Wer die Thätigkeit des Vorstandes im abgelaufenen Jahre, gedachte insbesonders der unermüdlichen und eifrigen Thätigkeit des bisherigen ersten Vicepräsidenten Herrn Architekten Wilhelm Frankel, der in uneigennütziger Weise die kostbaren Pläne des zu erstehenden Gotteshauses angefertigt habe. Ferner wurde des verstorbenen Vereinsmttgliedes Herrn Bocher gedacht. Herr Präsident Lichtblau erstattete hierauf — nach Entgegennahme des Cassaberichtes durch Herrn Moriz Hacker — in ausführlicher Weise das Referat über die bisherige Action. Im Vorjahre war der Bericht ein erfteulicher, denn die rege Antheilnahme der Glaubensgenossen ließ unser Ziel in naher Zeit erreicht' sehend Bald aber thürmten sich uns große Hindernisse entgegen. Vor. Allem wADen wir nicht in der Lage, einen Bauplatz unter den 56 zur Auswahl vorliegenden zu finden, der, was Preis, passende Lage und Elgmmgwegen der baupolizeilichen Vorschriften anbelyngt,acceptabel gewesen Ware. Dieser Umstand bewirkte, daß die ganze Thätigkeit des von Herrn Frankl mustergiltig eingesetzten Agitationscomitäs lähmgelegt wurde, da alle Spender ihre Beiträge erst nach Fixirung des Bauplatzes zusagten. Ein Weites, noch schwerwiegenderes Hindemiß war, daß die enorme Erhöhung der Cultussteuer die Glaubensgenoffen von allen größeren Wohlthätigkeitsacten abwendig machte. Der Verein habe jetzt endlich einen paffenden Bauplatz in. Aussicht, der sich in jeder Weise für die Synagoge eignet. Die Tempelbauvereiue des II. Bezirkes und des XI. . Bezirkes haben am 28. Februar eine gemeinsame Eingabe mit uns an den Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde gemacht, in der wir ersuchen, die Gemeinde möge den Vereinen das Baucapital vorstrecken, die Vereine dagegen hätten für die Verzinsung und die Kosten der Cultuserhaltung aufzukommen. Die Gotteshäuser sollten Eigenthum der Gemeinde bleiben. Eine Erledigung hat dieses Gesuch noch nicht gefunden. Sollte der Vorstand der israelitischen Cultusgem-.inde weiterhin zeigen, daß er für die dringenden Bedürfnisse der Glaubensgenossen in den Vorstädten keine Vorsorge treffe, bliebe nichts anderes übrig, als den Verein aufzulösen und das schöne Project ad acta zu legen. Es entspann sich nun eine sehr interessante mitunter sehr erregte Debatte, in welcher sich alle Redner in scharfer Kritik über das Vorgehen des Cultusvorstandes ergingen. Herr Spitz stellte den Antrag, es möge eine Eingabe an die k. k. Statthalterei gemacht werden, in welcher auf die.Sanitätswidrigkeit unseres bestehenden Bethauses hingewiesen und gebeten werde, die Cultusgemeinde zu verhalten, den ihr im Paragraph 3 der Statuten obliegenden Pflichten nachzukommen. Der Antrag wurde dann zurückgezogen, ebenso eine geharnischte von Herrn Kaiser beantragte Resolution und einigte sich die Versammlung, nachdem noch die Herren Architekt Zerkowitz und Architett Fleischer gesprochen hatten, eine große Versammlung abzuhalten, derselben die Resolution zur Beschlußfassung vorzulegen und ebenso Massenpetitionen an die israelitische Cultusgemeinde vorzubereiten. Auf Antrag des Herrn Zerkowitz wird dein Vereinsvorstande, insbesondere dem verdienstvollen Präsidenten Herrn Lichtblau, der mit Hintansetzung jeglicher Mühe und Arbeit, mit seltener Opferfrcudigkeit und Ausnützung seiner weitreichenden einflußreichen Verbindungen für die Ziele des Vereins arbeitete, den Dank der Mitgliedschaft durch Erheben von den Sitzen ausgedrückt. Zum ersten Vicepräsidenten wurde an Stelle des Herrn Architekten Frankel Herr Adolf Hofmann, zum zweiten Vicepräsidenten Herr Franz Frankl und zum Obmann des Actionscomitäs Herr Kelsen gewählt. Zum Schluffe hielt Herr Dr. Richard Rapoport eine von idealer Begeisterung für jüdisches Volksthum durchwehte Rede, welche die Versammlung für die Ideen des neugegründeten jüdischen Volksvereins begeisterte. Der reiche Beifall bewies dem Redner, daß er allen Anwesenden aus dem Herzen gesprochen hatte. Der Vorsitzende dantte hierauf dem Vorstande, dem Actionscomits, dem Herrn Dr. Bloch, welcher die Spalten seines vielgelesenen Blattes den guten Zwecken stets gerne öffnete und schloß hierauf die bewegte Versammlung. Wien. (O e st e r r e i ch i s ch - Israelitische U n i o n.) Samstag den 26. d. M. hielt dieser Verein in Khuner's Restaurant eine Plenarversammlung ab. Der Saal war zum Erdrücken voll. Unter den erschienenen Gästen bemerkte man die Vicepräsidenten der israelitischen Cultusgemeinde Herrn Dr. Alfred Stern und Landesschulrath Dr. Gustav K o li n, die Cultusvorsteher Dr. Grünfeld, Architekt Fleischer, Baurath S t i a ß n y, den Vorsteher der Chewra-Kadischa Emil Horner u. A. Se...Ehrwürden Herr Rabbiner. Dr. Adolf Schmied! hielt feinen angekündigten Vortrag über : "„Das Jahr 1848 im Lichte der-Culturgeschichte". Die mit seltener Eloquenzvorgebrachten Ausführungen des geistvollen Redners ernteten stürmischen Beifall seitens der Versammlung, und als der greise Rabbiner seinen Vortrag schloß, wurde er von allen- Seiten bejubelt und beglückwünscht. Wir bringen den ausführlichen Vortrag in unserer nächsten Nummer. Nach dem Vorttage machte der Vorsitzende der Versammlung kaiserlicher Rath A n n i n g e r einige Mittheilungen aus dem Schooße des Vorstandes. Dieselben riefen eine lebhafte Debatte hervor, an welcher sich die Herren: Rabbiner S o r, Salomon Beer, Fleischer, Hollitscher, Dr. Bloch, Sigmund Mayer, Schwarz und Gemeinderath Dr. St e r n hetheiligten. Die Versammlung währte bis Mitternacht. Wien. (Verzeichnißder aufdasinNr. 8 unseres Blattes veröffentlichten Telegrammes aus Jerusalem eingelaufenen Spenden.): S. Heit als Jahresbeitrag 5 fl., Leopold und Richard Straffer 1 fl., Goldmann und Salatsch 1 fl., Dr. Julius Baumgatten 2 fl., Bethausverein Untere Viaductgaffe 10 fl., Frau Dr. Hirsch als Jahresbeittag 5 fl., Louis Großmann 10 fl, Dr. Paul Mittler 1 fl, S. Wölfler 10 fl, Max Quittner 5 fl, Stefan Qmttner 2 fl, F. Freund und Comp. 5 fl, Frederique Schiff'3 fl, Carl'Auspitz 50 fl, Heinrich Berger 50 fl, Bankhaus Rothschild 1000'Fr. ----- 475 fl 50 fr., L. Hildesheimer 100 fl, D. Kohn 5 fl, Rebekka Mauthner 50 fl, H. Feiglstock 2 fl,' Simon Fleischer 2 fl, Heinrich Bamberger 1 fl, Dr. Jerome Stern 3 fl., Moriz Waizner 5 fl, Dr. Gustav Kohn 5 fl, Moriz Antscherl 3 fl, Markus Feßler, Mißlitz 1 fl, I. Feitler, an-Spende 5fl, an Jahresbeittag 5 fl., Leon Abrahamer 1 fl, Carl Bamberger 5. ,

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