Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 12 (25.3.1898)
- Date
- 1898-03-25
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 234 Wr. MWM'» MothrnUtzrM Nr. 18 im Ostend unzweifelhaft besser geworden, da die Arbeiter mehr Arbeit gehabt hätten, als in früheren Jahren. Offenbar seien auch die neuen Einwanderer kapitalskräftiger als bisher. Leider sind die Einnahmen des Board sehr stark zurückgegangen, von 21.082 Pfd. auf 18.581, also eine Mindereinnahme von rund 2500 Pfd. gleich 62.000 Mr. Infolge dessen schließt der Jahresbericht trotz der verminderten Ausgaben mit einem Deficit von 12.626 Pfd. gleich 26.000 Mk. Vermischtes. Wien. Sonntag den 27. März 1898, 10 Uhr Vormittags, findet im Sitzungssaale der Culiusgemeinde I. Seitenstettengaffe, 2. Stock eine öffentliche Sitzung des Cultusvorstandes mit folgender Tagesordnung statt: 1. Freiherrlich von Rothschild'sche Künstler-Stiftung anläßlich des 50jährigen Regierungs- Jubiläums Sr. Majestät des Kaisers. 2. Allgemeiner österreichischisraelitischer Bund. 3. Subventionen. 4. Verschiedene Angelegenheiten. Wien. (O e st e rr ei ch i s ch-J sraelitische Union.) Samstag den 26. März d. I. halb 8 Uhr Abends findet im Restaurant Khuner I., Schottenring 19, eine Plenarversammlung dieses Vereines statt. Tagesordnung: 1. Vortrag Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners Dr. Adolf S ch m i e d l: „Das Jahr 1848 im Lichte der Kulturgeschichte". 2. Vortrag des Herrn Gemeinderathes Dr. Alfred Stern: „Rückerinnerungen an die Märztage des Jahres 1848." 3. Mittheilungen des Vorstandes. 4. Anträge und Interpellationen. — Der Eintritt in die Versammlung ist nur den Mitgliedern des Vereines und den von diesen eingeführten Gästen gestattet. Wien. Der Verein zur Hebung der Gewerbe hält Samstag den 2. April, Abends halb 8 Uhr, in I. Robitschek's Restauration, Stadt. Wipplingerstraße, die diesjährige Generalversammlung ab. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Cassabericht. 3. Antrag des Herrn Ad. Lichtblau, Redacteur und Vorsteher des 4. und 5. Bezirkes. 4. Allgemeine Anträge und Discuffionen. Damen und Gäste willkommen. Wien. (Trauung.) Sonntag den 27. d. M. findet die Trauung des Fräulein Hedwig Elias, Tochter des Herrn Dr. H. Elias, Obmann und Vorstandsmitgliedes des Tempelvereines im HL Bezirke, mit Herrn Don. Kleinberger, Vertreter ausländischer Exportfirmen in Wien, im Tempel der Seitenfiettengasse statt. Wien. (Trauung.) Am 2-2. d. AI. Mittags um 12 Uhr, fand im israelitischen Tempel in der Seitenstettengasse die Trauung des Hof- und Gerichtsadvocaten Dr. Gustav Bloch mit Fräulein Tbedy Bauer, Tochter des Directors des Wiener Bankvereines, Börserathes Moriz Bauer, statt. Das Gotteshaus war dicht gefüllt. Unter den Hochzeitsgästen sah man die Geheimen Räthe Grafen Adolf Dnbsky und den Gouverneur der bosnisch-herzegowinischen Landesbank Herrn v. Jansekowitsch, Grafen Louis Apponyi, Grafen Castell-Rüdenhausen, Graf Prokesch-Osten, den serbischen Generalconsul Hofrath Ritter von Hahn, den spanischen Generalconsul Herrn v. Biedermann, Generaldirector der Länderbank Herrn Palmer, den Präsidenten der Ungarischen Commercialbank und Reichstagsabgeordneten Leo Lanczy, Reichsrathsabgeordneten Dr. Rapaport, den Bicepräsidenten der Advocatenkammer Dr. Ritter v. Feistmantel, Philipp Ritter v. Haas, David Ritter v. Gutmann, Dr. Ludwig Ritter v. Gutmann, die Sectionsrathe Dr. Guido Freiherrn von Clauer und Dr. Kuranda, Oberfinanzrath Klo boucek, die Commercialräthe Gerhardus und Schenker, Ministerialsecretär Dr. Scheuer, Obercommissär Stukart, die Bankdirectoren Herz, Mauthner, Rechnitzer, Rosenthal, Jolly, Ellbogen, Schuschy, Stegermayer, Popper und Fischer, Bicepräsidenten Dr. Reif, den Bicepräsidenten der „Adria" Alexander Ritter v. Lederer, den Vicepräsidenten des Bankvereines Ritter v. Schenk, den Generaldirector der „Adria" Herrn Emil Kuranda, den Director der Ungarischen Jndustriebank Posch, Chefredacteur Wilhelm Singer, Schriftsteller Julius Bauer und Wilhelm Ziehrer, Ortsschulrath Heit, die Hof- und Gerichtsadvocaten Doctor Brauneis und Dr. Neuda, Frau Jenny v. Glaser mft Tochter 2c. Die Trauung leitete ein Ehoral ein, den Obercantor Singer, begleitet vom Tempelchorpersonale, sang. Hieraufvollzog Oberrabbiner Doctor Güdemann die Trauung. Wie«. Fräulein Rosa Stein. Tochter des Hof- und Gerichts - Advocaten und Cultusvorstandes, Herrn Dr. Adolf Stern, hat sich mit dem Hof- und Gerichts-Advocaten Dr. Emil Wolf verbvbt Herr Heinrich Berger, der seit 50 Jahren als Gründer und Präses des Talmud-Thorauns zahlreicher humanitärer Vereine eine außerordentlich verdienstliche Thätigkeit entwickelt, ist vor einigen Tagen wegen seines hohen Alters von diesem Ehrenposten zurückgetreten. Der Talmud-Thora-Verein des Schönlaternbethaus-Vereines hat dem vortrefflichen und allgemein verehrten Manne bei dieser Gelegenheit ein glänzend ausgestattetes, mit vielen Unterschriften versehenes Ehren-Diplom überreicht und werden diesem Beispiele noch andere Vereine, die Herr H. Berger gründete, folgen. Am 2. April d. I. feiert der Obercantor der israelitischen Cultusgemeinde Herr Josef G o l d st e i n das Jubiläum seiner vierzigjährigen Amtsthätigkeit. Herr Professor Georg I e l l i n e k, ein Sohn des unvergeßlichen Dr. Adolf I e l l i n e k, derzeit Professor an der Universität zu Heidelberg, hielt über Einladung der juristischen Gesellschaft in unserer Stadt einen Vortrag: „Das Recht der Minoritäten". In ausführlicher hochinteressanter Weise behandelte der gelehrte Redner dieses Thema und fand bei dem zahlreich anwesenden, aus den ersten Kreisen der Residenz bestehenden Publicum großen Beifall. Wien. (Vierzigjähriges Amtsjubiläum.) Der Cantor und Religionslehrer am Fünfhauser Tempel der Wiener israelitischen Cultusgemeinde, Herr Leopold Stern, feiert am ersten Pessach-Tage dieses Jahres das Jubiläum seiner vierzigjährigen amtlichen Wirksamkeit in dieser Gemeinde. Der verdiente Mann, der schon an der Wiege der Fünfhauser Cultusgemeinde gestanden ist und an deren Entwicklung lebhaften Antheil hat, war vom Jahre 1859 bis 1868, als sich die damalige Fünfhauser Filiale der Wiener Gemeinde zur selbstständigen „Israelitischen Cultusgemeinde im politischen Bezirke Sechshaus" constituirte, der leitende religiöse Functionär der Filiale. Er genoß die Freundschaft I. M. M a n ritz e i m e r's, der ihn oft durch sein besonderes Lob auszeichnete. Anläßlich der Vereinigung der vorortlichen Cultusgemeinden mit Wien schrieb Stern die „G e s ch i ch t e der israelitischen Cultusgemeinde im Bezirke Sechshaus" — ein der Form mid dem Inhalte nach sorgfältig gearbeitetes, werthvolles Buch, in dem der Verfasser Einiges von seiner umfassenden hebräischen und modernen Bildung niederlegen konnte. Dem Jubilar, der heute in vollster geistiger und körperlicher Frische vor dem Altar und in der Schule wirkt, werden seitens verschiedener Körperschaften mannigfache Ehrungen bereitet, die von der großen Achtung und herzlichen Liebe zeigen werden, die ihm die Mitglieder seiner Gemeinde als Menschen und Beamten entgegenbringen. Wien. (Verein zur Hebung der Gewerbe.) Samstag den 19. d. M., Abends 8 Uhr versammelte sich der Gesammtvorstand dieses Vereines, die Vorstandsmitglieder sammt deren Frauen in Festtoilettc im Restaurant Hernfeld, um im engsten und intimsten Kreise die silberne Hochzeit ihres Verein sp r ä s i d e n t e n und Gründers des Vereines Herrn S. B r o d durch ein Banket zu feiern. Gegen halb 9 Uhr erschien der Präsident und dessen Familie in dem herrlich, geschmückten Saale und war dessen Empfang ein herzlicher und feierlicher. Den Moment, in welchem die aufrichtigen und ungeheuchelten Glückwünsche jedes Einzelnen der an 50 Theilnehmern zählenden Festversammlung zum Ausdrucke gebracht wurden, wird wohl jeder Anwesende nicht so leicht vergessen. Mit einem Segensspruche des anwesenden ehemaligen Reichsrathsabgeordueten Dr. Bloch begann das Fest. Nach dem zweiten Gange erhob sich der Vicepräsident des Vereines, Fabrikant Herr L. Guttmann, zu einer weihevollen Ansprache, in welcher er die Glückwünsche des Gesammtvorstandes dem Jubilar und dessen Familie darbrachte. Sodann überreichte er demselben in einer kostbaren Enveloppe eine künstlerisch ausgeführte Adresse aus dem Atelier der Firma Buchwald und Comp., in welcher die Verdienste des Jubilars um den gesammten Gewerbestand in geistvoller Weise geschildert sind. Sodann hielt Herr Vicepräses, Hoflieferant Hermann Beck, eine mit Beifall aufgenommene Rede über die Beliebtheit des Vereines und über die Erfolge seiner Bestrebungen. Mit ganz besonderem Enthusiasmus wurden die mit geistreichen Apergus geschmückten Reden des bekannten Vereiusförderers Herrn Cultusvorstehers und Architekten Max Fleischer, sowie die Ausführungen des Herrn Dr. Bloch ausgenommen. Es sprachen ferner die Vorstandsmitglieder: Herr S. Friedm a u n, die Hoflieferanten Adolf B e ck und Josef Rosenthal, Herr Architekt Friedrich Schön, Fabrikant Herr S. Steiner, Sigmund Mayer, Max Makler 2c. Und nun erhob sich der Präsident, mit Acclamation begrüßt und dankte auf's Tiefste gerührt im Namen seiner Familie für die ihm gewordene spontane Auszeichnung und entwarf in der ihm eigenen geistreichen Weise in großen Zügen ein Bild über die Ziele des Vereines. Auf das fernere Gedeihen desselben, auf die musterhafte Einigkeit dessen Vorstandes leerte er sein Glas. Freudig gestimmt wurde die Versammlung durch die in'eleganter Form vorgebrachten Glückwünsche der Frau Präsidentin Amalie Beck und der Frau Bertha Makler im Namen des Frauenvereines des VIII.