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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-03-18 · 11 (18.3.1898) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
11 (18.3.1898)
Date
1898-03-18
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 11 Dr Vlorh's WmhrnPtzrM Seite 215 Schnabel, Kaufleute Albert W e i n r e b und Heinrich Groß, Advocat Dr. Ludwig P o l l a k, Kaufmann A. M. B u b e r, Advocat Dr. Leopold Mondschein und Kaufmann Salomon Bock. Da auch Freudenthal zu der hiesigen Cultusgemeinde gehört, wurden von dort die Herren Holzhändler Max B e r l und Brauereibesitzer Nathan Hamburger gewählt. In den verstärkten Ausschuß wählte man aus Jägerndors die Herren: Liqueurfabrikant Leo W e st r e i ch, die Kaufleute Alois Raubitschek, Karl Drucker, Israel Böhm, Ludwig Scheuer, Moriz S ch a f r a n e k, Gustav R e i tl e r, Max B e r l und Liqueurfabrikant Emil T u g e n d h a t. Aus Freudenthal wurden die Herren Advocat Dr. Max Frisch und Kaufmann David Goldberger gewühlt. Triest. 5. März. Der „Corriere Jsraelitico" veröffentlicht ein G u t a ch t e n des bekannten Hygienikers Montegazza über das Schächten, welches nach ausführlicher Begründung zu folgendem Schlußresultat kommt: „Weit entfernt, daß man etwa die jüdische Schlachtmethode verbieten sollte, muß man vielmehr alle Christen zu veranlassen suchen, dieselbe allgemein anzunehmen, wie dies mit gutem Grunde seitens vieler christlicher Schächter bereits geschehen ist." Krakau. (Richtigstellung.) In unserem Blatte vom 11. März ist in der Correspondenz aus Krakau irrthümlich der Name „Fatter" angegeben, der richtig Falter heißen sollte. Herr Josei Falter ist Handelskammerrath und Mitglied des Landeseisenbahnrathes. Jassy. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. N i e m i r ow i c z hielt Sonntag einen Vortrag über „Mordechai und Esther" in der Lesehalle. Er kam auch auf unsere modernen Mordechais zu sprechen — Dr. Lippe, Gebrüder Schwarzfeld — und stellte sie als Muster unerschrockener Vorkämpfer für Israels Ehre und Lehre hin. Mit kaum endenwollendeni Beifallsjubel wurde jedoch der Passus der ausgezeichneten Rede ausgenommen, welcher Dr. I. S. Bloch feierte als den tapfersten und gelehrtesten Wortführer des Judenthums, der sich immer selbstlos, nur der Sache dienend, in die Bresche gestellt hat. M. Jsraelowizi. Brüx. Am 27. März, 11 Uhr Vormittags, findet im hiesigen israelitischen Tempel die Trauung von Frl. Jda Langer, Tochter des Herrn Julius Langer, mit Herrn Dr. Emil G r ü n f e l d, Advocaten aus Saaz, statt. Berlin. Der „Reichsanzeiger" theilt mit, daß Senat und ordentliche Mitglieder der Kunstakademie das diesjährige Michael Beer-Stipendium dem Wiener Maler David Moses, genannt Mosch znerkannt haben. Das Stipendium beträgt 2250 Mark und verpflichtet zu einjähriger Studienreise nach Italien. Es wird statutengemäß nach ausgeschriebener Coucurrenz nur jüdischen Künstlern ertheilt. — David Mose hat in der letzten Jahresansstellung im Künstlerhause mit einem Triptychon „Der Student" viel Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. Spätes Glück. Erzählung von Regina Reißer. (Fortsetzung.) Aber war es für ihn, den Priester in Israel, so hoch er das Mädchen hielt, dem sein Herz in tiefer glühender Liebe sich zuneigte, so vorurtheilsfrei er selbst auch dachte, dennoch nicht eine absolute Unmöglichkeit, eine einstige Theatersängerin zu heiraten? Mit allen Fasern seines Herzens hing er an seinem Berufe; sollte dieser nun die Schranke bilden, welche sich trennend zwischen ihm und der Geliebten aufthürmte? Sollte er durchaus vernrtheilt sein, sein Leben lang an den höchsten Gütern, die einem Manne auf Erden außer einem selbstgewählten Berufe erstrebens- und begehrenswerth dünken, darben zu müssen? Sollte der Besitz eines liebenden und geliebten Weibes, des einstigen Familienglückes, ihm durchaus versagt bleiben? Selbst wenn er von Corneliens Liebe überzeugt war, er durfte sie dennoch nicht bestimmen, ihre so glänzende Laufbahn ihm, ihrer Liebe zu opfern! Obgleich sie sich für den Moment dem Concertgesange auch zugeueigt hatte, ein Mädchenherz ist unberechenbar; konnte nicht jeden Tag, jede Stunde der Wunsch wieder in ihr rege werden, zur Bühne zurückzukehren? Der Weg stand ihr ja jeder Zeit wieder offen. Wer bürgte ihm, daß sie nie Reue empfinden würde, die Welt des Glanzes, in der sie gefeiert und bewundert worden war, verlassen zu haben? Würde sie alle die ihr dargebrachten Huldigungen auch missen können, würde sie dieselben nicht schmerzlich entbehren und sich fortan nur an seiner grenzenlosen Liebe genügen lassen? Er glaubte alle die ihr peinigenden Zweifel beschwichtigen zu können, er sagte sich, wenn Cornelie ihn wahrhaft liebe, dann würde sie ihm auch freudig und gerne ihre glänzende Zukunft als Sängerin opfern; noch war die Stunde der Erklärung gegen die heimlich so heiß Geliebte nicht gekommen, aber er mußte für dieselbe gerüstet sein; es war seine Pflicht, ihr alle seine Bedenken klar zu machen, es war seine Pflicht, ihr die fast unüberbrückbar scheinende Kluft, die ihn, den Priester, von ihr, der Sängerin, schied, vor Augen zu führen! Und seine Gemeinde? Obgleich er in allen Schichten geliebt und verehrt wurde, eine ehemalige Bühnensängerin als Gattin an seiner Seite zu sehen, würde nur Mißbilligung Hervorrufen. War Cornelie auch das denkbar liebreizendste, sanfteste, bescheidenste Mädchen, welches sich Aller Herzen im Sturme erobern würde, das Borurtheil gegen Sängerinnen, Schauspielerinnen wurzelte zu fest in der großen Menge, ließ sich nicht verscheuchen; der Priester durfte, konnte keine Sängerin heiraten! War aber Corneliens Liebe groß und stark genug, ihm angehören zu wollen, dann schien auch ihm kein Preis zu hoch, ihren Besitz zu erringen! So eng er mit seinem Berufe verwachsen war, so schweren Herzens er denselben auch verlassen würde, „Liebe für Liebe, Opfer um Opfer"; Cornelien „Sein" nennen zu dürfen, würde tausendfach das Opfer auswiegen, das er damit brächte! Seine Seele lechzte nach Glück und Liebe an ihrer Seite! Wie Sturmesbrausen über eine friedliche Landschaft hinweht, hatte diese Fluth der ihn erfüllenden Gedanken, Empfindungen, Erwägungen und Entschlüsse Dr. Seeseld aus seinem, sonst so harmonschen Gleichmaße gebracht; eine nagende Unruhe bemächtigte sich seiner, er verlor sein frisches Aussehen, der Schlaf floh ihn, seine Stimmung wurde immer gedrückter, er war ernst und wortkarg geworden; allmählich mußte es, so sehr er sich auch zu beherrschen suchte, den Freunden auffallen. Und Cornelie? Sie hatte vor Jahren in P. durch Frau Bergheim erfahren, daß Dr. Seefeld kurze Zeit mit einer schönen, geistvollen und reichen Erbin verheiratet war, seine Ehe jedoch so unglücklich gewesen sei, daß er wohl niemals zu einer zweiten schreiten würde. Ihre Gedanken hatten zuweilen bei dem ernsten jungen Priester geweilt, welcher sie an dem unvergeßlichen Abende so freundlich beachtet, ihr fromme, warm empfundene Segenswünsche mit auf ihren Lebensweg gegeben hatte. Als er ihr nun nach Jahren hier in dem großen Weltbade so unvermuthet wieder begegnete, war sie hochersreut und zog seine ernstere gediegenere Unterhaltung bei Weitem der heiteren seines Freundes vor. Oft fragte sie sich, was Dr. Seefeld's Ehe wohl so unglücklich gestaltet haben mochte, da seine Frau die hervorragendsten Eigenschaften des Weibes, einen Mann zu beglücken, beseffen hatte, Jugend und Schönheit gepaart mit Geist und Reichthum; sie konnte sich dieses Räthsel nicht lösen und den Professor zu befragen, hielt sie die ihr angeborene Schüchternheit, welche ihr noch immer eigen war, zurück. Seit kurzer Zeit bemerkte sie mit Beftemden, daß Dr. Seefeld den ihr gegenüber ihm bisher eigenen Ton eines väterlichen Freundes verloren zu haben schien, was früher nie der Fall war, es entstanden große Pausen in ihrer Unterhaltung, befangen und einsilbig schritt er oft an ihrer Seite. Aber auch in ihr war eine Veränderung vorgegangen, von welcher sie sich vorerst noch nicht Rechenschaft zu geben vermochte; ein ihr selbst noch unerklärliches, bisher fremd gebliebenes Gefühl hatte sich ihrer bemächtigt: „Und sprich, wie kommt die Liebe, Sie kommt und sie ist da!" War das die Liebe? Cornelie empfand anfangs nur unklar, wie in dumpfer Betäubung, bald aber immer deutlicher, daß dieser Mann ihr ganzes Denken beherrsche, daß sie ihm Alles opfern könne, den Glanz, der sie umgebe», die Triumphe, die sie gefeiert, durste sie ihm, der in seiner ersten Ehe weder Glück noch Stern gefunden, leben, ihn lieben, ihm den Himmel auf Erden bereiten als sein Weib! Halb stolz, halb demüthig sagte sie sich mit glückseligem Lächeln, Dr. Seefeld liebe sie, und nur dies könne ihn in so kurzer Spanne Zeit ihr gegenüber so gewaltig verändert haben? Auch Frau Winter's mütterlich liebevollem Blicke war es nicht entgangen, daß sich hier ein Liebesroman entwickelte; sie beobachtete freudig diese junge knospende Liebe; Dr. Seefeld war

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