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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-03-18 · 11 (18.3.1898) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
11 (18.3.1898)
Date
1898-03-18
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 214 Vr. SMi’i MmhrnVchrM Nr. 11 verlesen, aus dem hervorgeht, daß die Juden in Lar in Persien wieder böse Tage haben. Der gefürchtete Hetzer Leppid Abdul Huffein, der auf Requisition des englischen Gesandten aus dieser Stocht ausgewiesen war, ist wieder dorthin zurückgekehrt und wiegelt die Bevölkerung von Neuem gegen die Juden auf. Auf erneutes Einschreiten der englischeu Gesandtschaft hat der Großvezier nun den Gouverneur von Schiras beauftragt, den Unruhestifter zu entfernen und ihn in das Gefängniß zu setzen. Für die Nolhleidenden in Marokko sind wieder 2000 Mark abgesandt, neu bewilligt wurde für die Schulen in Adrianopel 400 Mark, in Aulin 600 Mark, in Constantinopel 4000 Mark, in Tetuan 560 Mark. Sehr guten Bericht erstattete Mr. Benedict, Oberinspector der Allianceschulen, beziehungsweise über die Fortschritte der Evelina Rothschild Mädchenschule in Jerusalem. Der Präsident gedachte mit warmen Worten des Verlustes, den die Anglo Jewish Association durch den Tod von Sylvester Samuel erlitten, und des Ablebens von Goldschmidt, des Präsidenten der Alliance. Endlich theilte der Secretär noch mit, daß Frau Baronin Hirsch 4000, der Präsident Claude Montefiore und Mr. Nathan Montefiore je 2000 Mark der Anglo Jewish Affociation geschenkt haben. Rom. Ein jüdischer Officier Lamaja David ist einer der letzten Italiener, der für Auszeichnungen auf den afrikanischen Schlachtfeldern eine Belohnung erhalten. Bei einem Gefecht, welches kurz vor der Uebergabe Kaffalas dort zwischen den Italienern und den Derwischen stattfand, verrichtete der junge Unterlieutenant Wunder der Tapferkeit, wofür er jetzt vom König eine silberne Medaille erhielt. Das königliche Decret preist bei dieser Verleihung die Tapferkeit und Geschicklichkeit des jungen David. — In diesen Tagen starb in Venedig ein Veteran der Revolutionskämpfe vom Jahre 1848. Sylvio Olper war ein Verwandter des Oberrabbiners Olper, der 1848 von der Kanzel seiner Synagoge aus die jüdischen Jünglinge aufforderte, bei der Befreiung des Vaterlandes zu helfen. Rotterdam. Bei uns herrschen noch freundschaftliche Gefühle zwischen Juden und Nichtjuden, die jetzt leider so selten geworden sind. Kürzlich erhielt der Präsident der jüdischen Gemeinde in Delst, Herr M. Cappel, von einem gewissen I. C. van Marken, einem Christen, einen prachtvollen Vorhang vor der Lade zugesandt. Derselbe schrieb ihm, auf einer Reise in Egypten habe er das kostbare Stück Stoff erstanden und er schenke es der jüdischen Gemeinde nicht nur aus persönlicher Werthschätzung der jüdischen Religion, sondern auch: „um Zeuguiß abzulegen von dem Geiste der Toleranz, der alle Bürger in Holland beseelt, wo die unselige Schule des Antisemitismus glücklicherweise noch nicht hat Wurzel fassen können". Vermischtes. Wien. (Trauung.) Dienstag am 22. d. M. fand im israelitischen Tempel, I., Seitenstettengasse 4, die Trauung des Frl. Thedy Bauer, Tochter des Herrn Direktor Moriz Bauer, mit dem Herrn Hof- und Gerichtsadvocaten Dr. Gustav Bloch statt. Wien. Ein vielverheißendes, zu den schönsten Hoffnungen berechtigendes Menschenleben wurde in der Blüthe seiner Jahre am 7. d. M. zur ewigen Ruhe gebettet. Herr Philipp Dankowitz. Beamter der Allgemeinen Depositenbank und Hörer der Rechte an der hiesigen Universität, der älteste Sohn des ehemaligen fürstlich-bulgarischen Großrabbiners Dr. S. Dankowitz, verschied nach kurzem, aber schwerem Leiden, nach einer erfolglosen Operation im 20. Lebensjahre. An seiner Bahre trauerten nicht nur die tiefgebeugten Eltern und Geschwister, deren Stolz und Freude er war, sondern auch zahlreiche Freunde, Collegen und Bekannte, denn der Heimgegangene war ein ebenso treuer Sohn und Bruder, wie ein guter Freund und College gewesen und erfreute sich trotz seiner Jugend, wegen seiner seltenen Herzens- und Geistesgaben, seines ehrenhaften, aufrichtigen Wesens, einer großen Beliebtheit und Werthschätzung seitens seiner Vorgesetzten, sowie Aller, die ihn kannten. Friede seiner Asche! B. Wie«. (Jubiläum des Obercantors Goldst e i n.) Am 2. April d. I. werden es bekanntlich 40 Jahre, seit Herr Obercantor Josef Gold stein in seiner gegenwärtigen hervorragenden Stellung wirkt. In welch' herrlicher und erhebender Weise dieser gottbegnadete Sänger durch seinen künstlerischen Vortrag den Gottesdienst im Leopoldstädter Tempel zu gestalten wußte, wie Generationen Erbauung und Freude fanden an seiner wunderbaren, prachtvollen Stimme, das bedarf nicht erst besonderer Erwähnung. Auf Anregung eines Gemeindemitgliedes hat sich ein Comite gebildet, an dessen Spitze die Herren Reichsrathsabgeordneter Hofrath K a r e i s, Hof- und Gerichtsadvocat Dr. Josef W i n t e r n i tz u. m. A. stehen, welches eine Action einleiten will, um dem hochverdienten Obercantor an seinem Jubiläumstage namens der Gemeindemitglieder ein E h r e n g e s ch e n k zu überreichen. Alle Verehrer des wackeren Mannes werden sich gewiß gerne an dieser Ovation betheiligen. Wien. (Leopold Fried.) Am 14. d. M. verschied hier der langjährige Präsident des Krankennnd Witwen-Unterstützungsvereines „Chesed schel Eines", Herr Leopold Fried, nach kurzem Leiden im 68. Lebensjahre. In dem rastlos für das Wohl seiner Mitbürger thätigen Manne verliert nicht nur der genannte Verein, sondern die gesammte Wiener Judenschaft einen wahrhaften Wohlthäter. Mit glühendem Eifer nahm Leopold Fried an allen Bestrebungen theil, welche auf die Besserung der Lage seiner gedrückten Glaubensgenossen abzielten. Seine hervorragenden Verdienste hat die Stadt Wien in der liberalen Aera durch die Verleihung des Bürgerrechtes und durch feine Ernennung zum Armenrathe geehrt, in welcher Stellung er unendlich viel Gutes stiftete. Fried war auch Vorstand des Bethaus- Vereines am Volkert, ferner Vorstandsmitglied des Hausbesitzer- Vereines, Verwaltungsrath des Gisela-Vereines und der Ersten Militärdienst-Versicherungsanstalt, ferner Ehrenmitglied vieler anderer humanitärer Vereine. Wien-Ottakring. Aus Anlaß des Sterbetages des seligen, in Gott ruhenden Herrn Ignaz Edlen von Kuffner findet Freitag den 25. März d. I. um 4 Uhr Nachmittags im Gemeindetempel Ottakring, Hubergaffe 8, eine solenne Jahrzeitsfeier statt, wobei Se. Ehrwürden Herren Dr. Julius Mayer Bach, Wien, die Gedächtnißrede halten wird. Wien. (Todesfall.) Vorigen Donnerstag fand hier vom Trauerhause, II., Obere Donaustraße 28, aus das Leichenbegängniß des Herrn Moriz P reis statt, der im hohenAlter von 78 Jahren einem langen Leiden erlag. Der Verblichene, ein ehrenhafter, biederer Charakter und zugleich ein Mann von Geist und Intelligenz, war bereits in seiner Jugend als scharfsinniger Talmudist geschätzt. Die große Betheilignng an den Leichenbegängnisse — demselben wohnten unter Andern Vertreter der Cultusge mein de, der Vorstand des israelitischen Bethausvereines „Beth Hakmethet", dem der Verblichene durch Decennien angehört hatte, der Vorstand des Vereines „G o m e l C h e s e d" rc. rc. bei — bewies, welch großer Achtung der Verstorbene sich in weiten Kreisen erfreute. Der Familie des Herrn Moriz Preis, der ein Schwiegersohn des durch seine Gelehrsamkeit berühmten Rechnitzer Rabbiners Rabbi Gabriel Kohn war, sind aus diesem so traurigen Anlasse zahlreiche schriftliche und telegraphische Condolenzen zugekommen. Wien. (Commercialräthe.) Unter den vom Handelsminister ernannten Commercialräthen befinden sich die Herren: Eduard D o c t o r, Moriz Engel von Janosi, David F a n t o, Siegmund Neustadt!, Leopold P o l l a k, Leopold Saborsky, Johann Schulhof, Leopold Simon, Emil Singer, Vicor Stern, Philipp S ti ed r y, Ludwig Stroß und .Hans W a l d e k. Wien. Am 10. d. M. fand im Saale Ehrbar vor sehr distinguirtem Publicum ein Liederabend der Opern- und Coneertsängerin Frl. Grethe Modlinger statt. Die Concertgeberin entledigte sich ihrer keineswegs leichten Aufgabe mit bestem Erfolge uud hatte nach jeder Grsangspiece vielen Beifall. Zahlreiche Blumenspenden, darunter ein mächtiger Lorbeerkranz waren das äußere Zeichen der Anerkennung für den seltenen Genuß. Man hörte Lieder von Pergolese, Chopin, Brahms, Schubert, Bizet, Löwe und Schumann. Auch die übrigen Mitwirkenden Frl. Rosa Weid Horn (Violine) und Herr Alexander Neumann (Klavierbegleitung) sowie Herr Eugen Preiß, der durch verständnißvollen, declamatorisch vollendeten Vortrag eines von Dr. Heinrich Monat, dem Docenten für polnische Sprache am Wiener Rabbiner-Seminar, übersetzten, gedankentiefen Gedichtes Ujejski's eine Probe seines Talentes ablegte, haben wesentlichen Antheil an dem Gelingen des Abends. Jägerndorf. (Wahlen.) Die Cultusgemeinde hat jüngst die Wahlen in den Vorstand vorgenommen. Der neugewählte Ausschuß besteht aus den Herren: Liqueurfabrikant Julius P o l l a k, Kaufmann Julius Krämer, Advocat Dr. Adolf

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