Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 10 (11.3.1898)
- Date
- 1898-03-11
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 10 Vr Vloch's VochrnPhrM Seite 195 verehelichen Cultusgemeinde Wien ein Dankschreiben und im Namen des Tempelvorstandes des XVI. Bezirkes eine Adresse. Herr B. T r u k a überreichte im Namen der Chewra-Kadischa des XVI. und XVII. Bezirkes eine schön ausgestattete Adresse. Herr A. Hohenberg beglückwünschte den Jubilar im Namen des Vereines der „Kindersreunde im XVI. und XVII. Bezirk und Herr Samuel Epstein überreichte im Namen des Vereines „Gemiles Chesed" eine Adresse. Tief gerührt dankte der Jubilar allen Gratulanten. St.... r. Wr.-Neustadt. Am 6. d. M. hielt die hiesige Chewra- Kadischa ihre Generalversammlung ab. Die hiebei vorgenommeue Neuwahl des Ausschusses ergab folgendes Resultat: Herr Wilhelm Wolf, Dr. Keßler, Wilhelm Danzig, Moritz Turner, Adolf Mayer; als Ersatzmänner: Herr Wilhelm Bunzlau und Aron Weiß. Nach Erledigung der Tagesordnung vereinigte eine geschmackvoll arrangirte und gemüthliche Chewra Sudeh die Gemeindemitglieder. An zündenden Ansprachen und witzreichen Toasten fehlte es nicht und verdienen diesbezüglich die Reden des Vorstandes der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde Herrn Ignaz Schischa und die des hiesigen Rabbiners Herrn Benjamin Weiß hervorgehoben zu werden. Um die Bereitung der Speisen und Bewirthung der Gäste haben sich ganz besonders die Damen Frau Dr. Spitzkopf, Frau Dr. Keßler, Frau Turner, Fran Schischa und Fräulein Rosalie Mayer verdient gemacht. Holleschau, 8. März. Bei der am 2. März vorgenommenen Wahl des Gemeindevorstandes der Israeliten-Stadtgemeinde Holleschau wurden Herr Salomo» Z w i l l i n g e r zum Bürgermeister, Herr Ignatz Baumgarten zum ersten und Herr Bernhard Ehrlich zum zweiten Gemeinderathe gewählt. Diese Wahl wurde sowohl von der jüdischen als christlichen Bevölkerung beifällig ausgenommen und auf Antrag christlicher Bürger wurden den Neugewählien Ovationen mit Musik unter Hoch- und Slavarufen dargebracht. Erbenschitz. (Spende.) Frau Johanna Brauner in Brünn, die großmüthige Protectorin des hiesigen Frauenvereines, hat schon vor drei Jahren Silbergeräthe für eine Thorarolle hieher gespendet. Mn hat die hochherzige Frau, erfreut durch die Geburt einer Enkelin, ein prachtvolles Thoramäntelchen und eine in Gold reich verzierte Decke für den Tisch unseres Gotteshauses gewidmet. Herr Rabbiner Dr. H a n d l hat am letztvergangenen Sabbath diese Weihegeschenke, ihrer Bestimmung zugeführt und bei der Thora den Segen Gottes für die edle Frau und ihre Familie erfleht. Am Schluß seiner Predigt über Esther und ihre Glaubenstreue sprach der Herr Rabbiner im Namen der Gemeinde der Spenderin für die kostbaren, heiligen Geräthe den innigsten Dank aus. Brody. Unsere Gemeinde hat einen schweren und herben Verlust zu verzeichnen. Herr David Leib Lewin, ein allgenlein geachtetes und geschätztes Mitglied der hiesigen Gemeinde, hat anl 28. v. M. nach langem und schwerem Leiden das Zeitliche gesegnet. Für den ausgezeichneten Ruf, den derselbe sich in Folge seines frommen, biederen und reellen Charakters in fast allen Kreisen der hiesigen jüdischen Bevölkerung erworben hat, war das am darauffolgenden Tage stattgefundene Leichenbegängniß ein glänzendes Zeugniß. An demselben betheiligten sich ein immenser Theil der Judenschaft Brodys, sowie alle den besseren Kreisen angehörigen Gemeindemitglieder, die das Scheiden dieses frommen und Gott ergebenen Mannes mit Wehmuth beklagen. An feiner Bahre widmeten demselben dessen Sohn, der Rabbiner Nathan Lewin aus Rohatyn, sowie der Enkel N. Aron Lewin tiefempfundene Worte des Abschiedes, die einen mächtigen Eindruck auf die zahlreichen Anwesenden machten. Er ruhe in Frieden, die Erde sei ihm leicht! Gr.-Meseritsch. Wie alljährlich fand auch Heuer die Feier des 7. Adar unter äußerst zahlreicher Betheiliguug im Gemeindehause statt. Es hatten sich hiezu eingesunden: die Chewra-Kadischa, die Cultusgemeindevertretung, die Vorstände sämmtlicher Institute, der Lehrkörper, die Gemeindefunctionäre und viele Honoratioren. Herr Rabbiner Dr. Weiner hielt eine wirkungsvolle Rede, gedachte hiebei mehrerer in diesem Jahre verstorbener Koryphäen jüdischer Wissenschaft, worauf Obercantor Steiner ein Seelenheilgebet für die in diesem Jahre verstorbenen Gemeindemitglieder verrichtete. Hieran schloß sich ein Festmahl, bei welchem Toaste auf die Chewra-Kadischa, insbesondere auf ihren langjährigen, verdienstvollen Obmann, Herrn Jacob Fuchs, ausgebracht wurden. Sodann ergriff Obercantor Steiner das Wort, um in wirkungsvoller Rede den Präses Herrn Jacob G. Müller, der nun 25 Jahre an der Spitze der Gemeinde steht und sowohl als Cultusvorsteher, wie auch als Vorstand anderer humaner Institutionen, als Mitglied der Stadtgemeindevertretuug . und des k. k. Bezirksschulrathes vielfache Verdienste sich erworben hat, zu feiern. Die Ansprache fand außerordentlichen Beifall und die Versammlung bereitete dem Präsidenten eine große Ovation. Ung.-Brod. Vor mehr als Jahresfrist hat unser ehrwürdiger Herr Rabbiner Dr. M. Jung die Gründung eines „Gemiles-Cassodim"-Vereines zur Unterstützung der ärmeren Mitglieder unserer Cultusgemeinde durch zinsenfreies Darlehen angeregt, dessen Statuten vor 2 Wochen von der hohen k. k. mähr. Statthalterei genehmigt wurden. Der § 2 lautet: Der Zweck des Vereines ist die Unterstützung hilfsbedürftiger, in Ung.-Brod und Umgebung ansässiger Glaubensgenossen, die sich einem Handwerke, Gewerbe oder Kleinhandel widmen. Die Unterstützung geschieht durch rückzahlbare Darlehen von 5 fl. bis 250 fl. ö. W. Die Darlehen werden in 50 gleichen, wöchentlichen Raten abgezahlt und sind zinsenfrei. Erwähnenswerth ist noch § 16, nach welchem der Verein „Wohlthätigkeits-Antheilscheine" herausgibt, die gegen viermonatliche Kündigung rückzahlbar sind. Die am 27. v. M. stattgefundene erste Generalversammlung behufs Wahl des Vorstandes ergab folgendes Resultat: gewählt wurden die Herren: Elkan Poppenstein, Obmann; Bezirksschulrath Leopold Singer, Obmann-Stellvertreter; Ignaz Spiegler, Cassier, und Leopold Reiß, Schriftführer. Möge der Verein zum Wohle der Armen recht viele Gönner finden. Krakau. Hier ist ein Strike der in großer Noth lebenden jüdischen Talles-Arbeiter ausgebrochen, welche Lohnerhöhung und Abschaffung der sanitätswidrigen Zustände in ihren Arbeitsstätten verlangen. Die socialistische Arbeiterpartei unterstützt die Arbeiter nach Kräften. Prag, 1. März. Bei der unter dem Vorsitze des Obmannes Herrn Dr. Ludwig Bendiner stattgefundenen, zahlreich besuchten außerordentlichen Generalversammlung des Vereines für geregelten Gottesdienst wurde über Antrag des Verwaltungs- Ausschusses einhellig beschlossen, die vacante Predigerstelle dem Herrn Dr. Julius Fischer, derzeit Rabbiner und Prediger in Raab, zu verleihen. Groß Becskerek In unserer Syuagoge wurde am 1. d. M. anläßlich der Feier unserer Chewra-Kadischa für die gewesenen Rabbiner Salomo I. Brill (Budapest), Josef W e i s s e (Wag-Neustadtl), Aron Roth (Siklos), ein feierlicher Trauergottesdienst abgehalten. Budapest, 21. Februar. In der glänzend beleuchteten Hofburg fand am 19. v. M. ein Ball bei Hofe statt. Ueber 1500 Einladungen sind versandt worden und über 1000 Personen sind erschienen als Gäste Sr. Majestät. Von jüdischen Persönlichkeiten waren anwesend: Leo Lanczy, Präsident der Handelskammer, die Reichstagsabgeordneten Dr. Aranyi, Arthur Egyedi, Dr. Rosenberg, Dr. Visontai, Berthold Weiß, Theodor Wolfner; die Consulen: Dr. Brüll, Dr. Molnar, Josef Frankl und Arthur Altschul. — Erzherzog Ludwig Victor, der Protector-Stellvertreter des ungarländischen Vereines vom „Rothen Kreuz", empfing am 19. v. M. in der Königl. Hofburg die Machlup'schen Testamentsvollstrecker, die Herren: Dr. Weinmann. Dr. Szekely und Heinrich Rosenfeld, in längerer Privataudienz. — Se. Majestät hat Dr. Jakob Mann in Szegedin den Titel eines Königl. Rathes verliehen. — Konstantin Schuster, Bischof von Waitzen, hat 40.000 Gulden zum wohlthätigen Zweck ohne Unterschied der Confession gespendet. Malaczka. Dieser Tage starb hier nach kurzem Leiden in hohem Alter die edle und gottesfürchtige Frau Cäcilia Spitzer, Gattin des vor Jahresfrist Heimgegangenen Wohlthüters der Malaczkaer Gemeinde Herrn Simon Spitzer s. A. Das Leichenbegängniß gestalte sich zu einer imposanten Trauerkundgebung. Es fanden sich zu demselben zahlreiche Trauergäste auch aus der Ferne ein, darunter Herr Baürath Stiaßny aus Wien. Der Sarg wurde vom Trauerhause in den Tempel, den die Verblichene erbaut, geleitet, woselbst Herr Rabbiner Dr. Lewin in einer schwungvollen Rede der Verdienste der Verblichenen gedachte. Nach Absingung eines Trauerchorales durch den Malaczkaer Tempelchor, geleitet vom Herrn Cantor Rosenstein, wurde der Sarg auf den Leichenwagen gehoben und unter Voranschreitung der Malaczkaer freiwilligen Feuerwehr auf den Friedhof geführt, woselbst Herr Rabbiner Lewin aus Jllava der Verklärten in ergreifender Weise einen warmen Nachruf widmete. Nachher wurde der Sarg in der Familiengruft beigesetzt.