Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 10 (11.3.1898)
- Date
- 1898-03-11
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 194 Vr. Vwch « MoehrnMrM Nr. 10 Wien. (Der Bethaus-Be rein in d e r B ritz i t t e n a u) ist in seiner erfreulichen fortschreitenden Entwicklung wieder nm einen Schritt vorwärts gekommen. Der Vorstand hat in seiner am 3. d. M. stattgefundenen Sitzung beschlossen, den früheren Bezirksrabbiner in Alt-Aussee, Herrn Dr. Bernhard Templer nach einem mit allseitigem Beifall aufgenommenen Probevortrag als Vereinsprediger anzustellen. Herr Dr. Templer hat sich auch durch wissenschaftliche Arbeiten, „Die Unsterblichkeitslehre bei den jüdischen Philosophen des Mittelalters" einen geachteten Namen erworben. Wien. Der Israelitische Humanitäts- Verein für den zehnten Gemeindebezirk Wiens (22. Jahrgang) veranstaltet wie alljährlich einen Wohlthätigkeitsball, dessen Reinerträgniß den Humanitären Bestrebungen des Vereines zugeführt werden soll. An den bekannten Wohlthätigkeitssinn unserer Glaubensgenossen appellirend, bittet der Vorstand mit Rücksicht auf die thatsächlich große Nothlage der in diesem Bezirke zahlreich wohnenden armen Familien, dem Unternehmen eine Unterstützung gütigst zukommen zu lasten. Wir zeichnen mit vorzüglichster Hochachtung Für das Ball-Comite: Für die Bereinsleitung; E. F r i e d m a n n, D. W e i s, X., Keplerplatz 9. X., Wielandgasse 16. Wien. Der Kranken-Unterstützungs-Verein „Liwias Chen" hielt am 27. Februar l. I. die Generalversammlung unter Vorsitz des Obmannes Herrn L. Gold ab. In Vertretung der Wiener Cultusgemeinde erschien Herr Dr. Alfred Berger. Nach Verlesung des Jahresberichtes und Berichterstattung der Revisoren wurde der Vereinsleitung das Absolutorium ertheilt und über Antrag des Herrn Josias Goldschmidt beschlossen, aus Anlaß des 50jährrgen Regierungs- Jubiläums Sr. Majestät des Kaisers einen Festgottesdienst zu veranstalten. In die Vereinsleitung wurden gewählt die Herren: Josias Goldschmidt, Salomon Trieger, David Kolieb, Jacob März, Leopold Gold, Leo Schnürer, Leopold Klausner, Anton Löw, Isidor Körner, Eisig Tortschiner, M. Scharnier und Marcus Westfried; als Ersatz: Osias Bottwin, B. Kohlbaner, S. L. Drexler und S. Pius; als Revisoren: E. Bienenwald und D. Korkes. 1 Wien. (Verein jüdischer Mädchen „H ad as s ah".) Im Vereine jüdischer Mädchen „Hadassah" hat am 20. v. M. Herr Stud. Med. Ludwig Rieß seine eigenen Novellen und Gedichte gelesen. Dieselben bekunden reiche Begabung und vor Allem tief religiöses, echt jüdisches Gefühl; die aufmerksame Zuhörerschaft spendete denn auch reichen und wohlverdienten Beifall. Das am 24. v. M. im Hotel Continental stattgehabte Kränzchen desselben Vereins, dem höchst gelungene Vorträge vorangingen, nahm den gemüthlichsten und animirtesten Verlauf. Eröffnet wurde der Abend durch eine herzliche Begrüßung der Präsidentin Fräulein Bertha Schulmann, die einige wenige und kräftige Worte an das Publicum richtete. Darauf folgte ein schöner Prolog, verfaßt und gesprochen von der Vicepräsidentin Fräulein Caroline Lederer. Fräulein Rosa Hochmann zauberte aus ihrem Instrumente Töne hervor, wie man es von ihr schon kennt, Fräulein Clara Neumann, Fräulein Mizzi Spieler, Herr Eugen Lamberti, Alle thaten ihre Schuldigkeit. Es wurde dann mit größtem Eifer und voller Hingebung bis 5 Uhr Morgens getanzt und alle Theile kamen dabei auf ihre Rechnung. Wien. Mit ungewöhnlichem Jntereffe hatte sich das Wiener Publicum am 2. März im Theater an der Wien eingefunden, um eine neue Schöpfung des Meisters Ignaz Brüll zu hören; seit dem ungewöhnlichen Erfolge seiner Oper „Goldenes Kreuz", ist ja Brüll's Name unter die Meister eingereiht und der Erfolg, der ihm als Tondichter, wie nicht minder als Meister am Clavier blühte, ist ihm auch nun in reichem Maße zu Theil geworden. Es kann dem Theater an der Wien nur zur Ehre gereichen, das ausgezeichnete Werk, dessen Text von Victor Lson geschickt entworfen wurde, so vorzüglich zur Aufführung gebrächt zu haben. Die Darstellung war eine vorzügliche. Mit Auszeichnung sind die Herren Streitmann, Josephi, Pohl zu nennen, welche in ihren Rollen Außerordentliches leisteten, nicht minder das treffliche Frl. Stein und Herr Walter, welcher neben schöner Baritonstimme sehr viel Spieltalent besitzt. Die Aufnahme der Oper „Der Husar" war eine außerordentlich warme und sie dürste bald den Weg über andere Bühnen nehmen. Sz. Wien. (Kränzchen des „Israelitischen Bethaus-Vereins Brigittenau.) Dienstag den 8. d. M. fand im Ballsaale des Hotels ,,B a y e r i s ch e r H o f" ein Elite- Kränzchen statt, dessen Reinerträgniß dem Brigittenauer Tempelbaufond zufließen wird. Nach dem starken Besuche, den das Fest aufwies, zu schließen, muß dieser Fond wohl eine bedeutende Kräftigung erfahren, so daß die im Schooße des Vereines bestehende Absicht, das Brigittenauer Gotteshaus anläßlich des Kaiserjubiläums wenigstens durch die Grundsteinlegung zu jnauguriren, durch den gewiß ebenso günstigen Cassencrfolg des Ballabends der Verwirklichung näher gerück ist. Eröffnet wurde der Tanz durch folgende Paare. Emmy Weinstein — Berthold Kaiser, Irma Karpfen (aus Krems) — Sigmund Planer, Gisa Pollatschek — Geza Schwarz, Hilda Pollak — Dr. Heinrich Grün, Irma Schwarz — Dr. Julius Neufeld, Bertha Schwarz — Alois Donnebaum, Sarolta Koncz — Isidor Renner, Martha Reich — Ferdinand Schwarz, Eugenie Sueß — Heinrich Hager, Sofie Kurz — Richard Karpfen, Laura Glogau — Theodor Fuchs, Irene Goldsand — Fritz Karpfen. Unter den Anwesenden bemerkte man den Abgeordneten für den II. Bezirk, Hofrath Josef K a r e i s, das Vorstandsmitglied der israelitischen Cultusgemeinde, Baurath Wilhelm S t i a ß n y, die Bezirksausschüsse M. E l t b o g e n, die Architekten Modern und Gärtner, Rabbiner Dr. Templer u. v. A. Gemeinderath Stern und Landesschulrath Dr. G. K o h n hatten ihr Fernbleiben brieflich entschuldigt. Um das Gelingen des Festes haben sich besonders verdient gemacht: der Vereinsvorstand Herr Hermann Eltbogen, die Spitzen des Ballcomitäs D. S p i tz, D. Pollatschek, Dr. Max Weißenst e i n, Herrn. Weiner und die Junge-HerrencomitLmitglieder Berthold Kaiser, Geza Schwarz, Sigmund Planer, Dr. Heinrich Grün und Richard Karpfen, sowie sämmtliche Herren vom Vorstande und die Damen vom Brigittenauer Frauen-Wohlthätigkeits- Verein. Alle können auf den errungenen Erfolg stolz sein. Wien. (S p e n d e n.) Zur Linderung der Noth des Schutzbefohlenen des Herrn Lederer in Theussing: Von Paul Mittler, Wien fl. 1.—; Alf. Gintz, Fabriksdir., Reichenau a. d. Knezna fl. 2.—; Sim. Brunner, Obersekrschan fl. 2.—; Berthold Schwitzer, Wien fl. 5.—; Carl Grün, Wien fl. 5.—; Karl 1898 fl. 1.—; Alois Löwy, k. k. Postmeister, Pürglitz fl. 5.—; Irma und Ella Löwy, Bürgerschülerinnen aus Flöhau fl. —.50; Leop. Gottlreb, Grulich fl. 2.—; Weil, k. k. Postmeister, Miskowitz fl. 2.—; Dr. Treulich, k. k. Oberstabsarzt, Wien fl. 2.—; Chewra-Kadischa und jüd. Armencasse „Zdokeh" in Tachau je fl. 1.—, fl. 2.—; Adolf Singer, RiLan fl. 5.—; I. L. F., Wien, IX. fl. 1.—; S. Fuchs in Gmünd 2 Mark-fl. 1.17, zusammen fl. 36.67. Wien. (Spende n.) Für die kranken Israeliten des heil. Landes sind uns 15 fl., für die Gemeinde der Aschkenasim in Hebron 5 fl. mit der Unterschrift Jekuthiel aus Prag zugekommen. Für die Armen des heiligen Landes 2 fl. von Jg. Rosenzweig in Lipto- Rosenberg. Floridsdorf. Der Israelitische Frauen-Wohlthätigkeitsverein veranstaltete am 9. d. M. sein diesjähriges Ballfest im Saale Bartsch, welches gleich seinen Vorgängern einen glänzenden Verlauf nahm und dem Humanitären Zwecke des Vereines einen ansehnlichen Betrag zuführte. Besonders erfreulich war der zahlreiche Besuch auswärtiger Gäste; so hatten Wien, Stockerau, Gänserndorf, Aspern rc. eine Anzahl reizender Tänzerinnen entsendet, welche sich mit dem einheimischen Damenflor zu einem schönen Kranze weiblicher Anmuth vereinigten. Um die Steigung des Erträgnisses hatte sich auch diesmal Frl. Therese Schnabl besonders verdient gemacht. Den Vorstandsdamen Henriette Grünwald, Redlich, O. K ö n i g, Wald, Winkler, Dr. S ch r ö t t e r, sowie dem Jungen-Herren-Comite gebührt volle Anerkennung. Wien-Ottakring. Vergangenen Montag wurde im Tempel der Cultusgemeinde in der Hubergasse, wie alljährlich, eine Seelengedächtnißfeier abgehalten. Der verdienstvolle Präses Herr Trnka sorgte auch diesmal im Einvernehmen mit dem Vorstande dafür, daß die ernste Feier besonders würdig und erhebend sei. Herrn Cantor Schlesinger assistirte einen Theil des tüchtig geschulten Chores des Stadttempels und wurde der gesangliche Theil musterhaft durchgeführt. Die Trauerrede hielt Herr Rabbiner Dr. Reich aus Margarethen. Es war ein veritabler Hesped im Geiste der Alten. Derselbe galt zumeist dem seligen Rabbiner Ehrwürden Dr. Moriz Deutsch. Die Feier machte einen erhebenden Eindruck. Wien. (Ottakring.) Samstag den 5. März 1898 feierte das älteste Tempelvorstandsmitglied von Ottakring Herr Leopold K o h n seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlässe war der Gemeindetempel in Ottakring festlich beleuchtet. In der Nähe des Sitzes des Jubilars war eine vom I. Cantor M. Schlesinger mit hebräischen Lettern geschriebene, höchst gelungene Widmungstafel angebracht, auf welcher die Verdienste des Jubilars verzeichnet waren. Nach stattgefundenem Gottesdienste beglückwünschte der Cultusvorsteher Herr Dr. S. R o s n e r in warmen Worten den Jubilar, überreichte demselben im Namen der choch-