Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-03-04 · 9 (4.3.1898) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
9 (4.3.1898)
Date
1898-03-04
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3020846-3021223-3021233--07623-3031960
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Sk. 9 Vr Vloch's MvrkrnfchrM Seite 175 Wien. (Die H a u si r e r beim H a n d e l s m i n i st e r.) Unter Führung des Commercialrathes Zucker hat gestern eine Deputation des Hausirer-Rechtsschutzvereines bei dem Handelsminister v. Koerber Audienz genommen, um Beschwerde zu führen über die Uebelstände und Chicanen, welchen der Hausirerstand beim Erlangen des Visums ausgesetzt ist. Der Minister empfing die Deputation sehr freundlich, ließ sich die Leiden der Hausirer vom Präsidenten detaillirt schildern und entließ die Deputation mit dem Versprechen. Abhilfe zu schaffen. Sodann begab sich die Deputation zum Sectionschef v. T h a a. Wien. (Todesfall.) Am 27. v. M. wurde unter zahlreicher Betheiligung ein hoffnungsvoller junger Mann, Herr stud. med. Jaques Brody, im 22. Lebensjahre zu Grabe getragen. Der Verblichene, ein Sohn des allgemein geachteten Herrn Wilhelm Brody, Getreidehändler, II., Malzgasse, war der Stolz und die Hoffnung seiner Eltern und berechtigte zu den schönsten Erwartungen. Das Mitgefühl für die tiefgebeugte Familie gab sich in zahlreichen Beweisen innigster Theilnahme kund. P . . . Wien. Das Bethaus des Talmud Thora-Vereines II., Malzgasse 16, hat wohl noch niemals eine so große Anzahl Andächtiger in seinen Räumen vereinigt, als Sonntag am 27. Februar d. I. anläßlich der für den verewigten Rabbiner I. B. Kohn s. A. abgehaltenen Trauerfeier. Lange vor der für den Beginn angesetzten Stunde war das geräumige Bethaus bis auf den letzten Winkel mit Andächtigen gefüllt, und immer noch neue Schaaren, Deputationen mehrerer Bethäuser, welche leider nicht mehr gebührend untergebracht werden konnten, da die Menge sich bereits im Vorraum staute, strömten herbei. Nach denr Mincha-Gebet bestieg Herr Rabbiner Kramer die schwarzdrapirte Kanzel. Herr Rabbiner Kramer, dessen Vorträge im Beth Hamidrasch Talmud Thora sich außerordentlicher Beliebtheit erfreuen, hat diesmal seinen guten Ruf glänzend bestätigt. Dieser Hesped war die Verbindung einer Derascha alten Schlages und einer modernen Predigt. Leider läßt sich der Inhalt dieser glänzenden oratorischen Leistung in dem Rahmen eines Berichtes nicht skizziren; aber es darf wohl gesagt werden, daß der Eindruck auf die Hörerschaft ein überwältigender war. Der Bethausvorstand hat sich selbst geehrt, indem er dem Andenken seines verewigten Rabbiners eine so schöne Ehrung veranstaltete. Wien. (Humanitärer Verein I. Wiener Wohlthät.er.) Der humanitäre Verein I. Wiener Wohlthäter veranstaltete Sonntag den 20. d. M. seine III. ordentliche Generalversammlung. In den Vorstand wurden folgende Herren gewählt: Gottlieb D r a b, Präsident; Jacob Ziegler, l. Vice-Präsident; Michael Färber, II. Vice-Präsident; Alois Lucka, Jacob Tabak, Schriftführer; Edmund Leitersdorfer, Adolf Lazanski, Cassiere; Nathan Politzer, Cassaverwahrer; Moriz Werner, Carl Mondschein, Revisoren;- Simon Fränkel, Jacob Bloch, Philipp Braun, Ausschüsse. Hierauf hielt der neugewählte Präsident Herr Gottlieb D r a b eine kurze Ansprache, indem er betonte, das philanthropische Wirken der edlen Frau Baronin Clara v. Hirsch Gereuth, welche die Generalversammlung wie auch das verdienstvolle Mitglied Frau Rosa Werner zum Ehrenmitglieds, des Vereines ernannte. Gleichzeitig beschloß die Generalversammlung Montag den 7. März l. I. zu Ehren des Purimfestes ein Vereinskränzchen zu veranstalten. (Entree 50 kr.) Wien. Der bekannte akademische Bildhauer Isidor Pfeiffer hat vor kurzer Zeit vom Stadtrathe von Barcelona die ihm ehrende Einladung zur Betheiligung an der dort stattfindenden, am 23. April d. I. zu eröffnenden vierten allgemeinenAusstellung für schöneKünste" erhalten. In Anbetracht, daß derselbe anläßlich seiner erfolgreichen Betheiligung an der ersten Kunstausstellung in Barcelona im Jahre 1881 vom Municipium dieser Stadt mit der Verleihung eines Ehrendiplomes und durch den Ankauf eines von ihm ausgestellten Studienkopfes für das städtische Museum ausgezeichnet wurde, ist ihm jetzt eine neue Ehrung zu Theil geworden, indem ihm das Recht eingeräumt wurde, ohne sich erst einer Ausstellungs-Jury unterwerfen zu müssen, aus stellen zu können und seine etwa auszustellenden Objecte auf Kosten der Stadt Barcelona hin und retour senden zu können. Herr Bildhauer Pfeifer, der, wie in diesen Blättern seinerzeit gemeldet, vor einigen Jahren im Aufträge des Fürsten Camillo Starhemberg eine drei Meter hohe Hubertus-Statue für dessen Jagdschloß Hubertenhof zur größten Zufriedenheit Sr. Durchlaucht angefertigt, arbeitet jetzt an der Modellirung zweier überlebensgroßen Figuren, die „Hygiea" und den „Hephästus" darstellend, die au dem im Neubau begriffenen Hause des Hof-Bandagen-Fabrikanten I. Odelga im Frühjahre zur Aufstellung gelangen werden. An der Ausstellung in Barcelona wird sich Herr Pfeiffer mit einer genial entworfenen und künstlerisch ausgeführten Skizze zu einer Brunnengruppe und zweier anderer Figuren betheiligen. Der talentirte jüdische Künstler, dem sonderbarer Weise nicht die genügende Förderung seitens unserer jüdischen Finanzkreise zu Theil geworden, wird wenigstens im Auslande gewürdigt. H. Floridsdorf. Dienstag den 8. März 1898 findet im Saale Bartsch, Angererstraße 18 ein Wohlthätigkeitskränzchen, veranstaltet vom I sr ael i tis ch e n Fr a u e n-W ohlthätigkeitsverein Floridsdorf, statt. Beginn 8 Uhr. Soirßetoilette. Die Ballmusik wird besorgt vom k. u. k. Infanterie- Regiment Alexander Ritter v. Hold Nr. 61. Im Restaurationssaale Concert. Entree per Person 1 fl. 50 kr. Im Vorverkauf 1 fl. 20 kr. Karten sind zu haben bei den Herren: Emanuel Grünwald, Ignatz Wodicka, Cafe Spann, Restauration Guth, Wien, Stefaniestraße, und bei den Comitemitgliedern. Bade«. Am 7. Adar hielt Se. Ehrwürden Herr B ezirksrabbiner W. Reich eine Denkrede auf den selig entschlafenen R a b b i n e r I o s e f B. K o h n der Wien er S ch i f f s ch u l e. Er schilderte tiefbewegt dessen Gottesfurcht und hohe Gelehrsamkeit, die ihn der höchsten Würden im Judenthum werth gemacht hätten. Wahrhafte Trauer erfüllte die Versammlung, der man ansah, daß die Worte des Redners sie ttef ergriffen hatte, daß sie den schweren Verlust des frommen, früh entrissenen Gelehrten in seiner ganzen Tragweite zu ermessen vermag. Gloggnitz. Die vacant gewesene Stelle eines Cantors und Schächters ist seit 1. Jänner besetzt. Obwohl die Mitgliederzahl der hiesigen Gemeinde nur eine geringe ist, haben sie dennoch kein Opfer gescheut, für diesen Posten einen würdigen Mann zu finden, und es ist ihnen gelungen, unter vielen Bewerbern, in Herrn Bernhard Horn, bis jetzt Cantor in Dombovar, eine glückliche Wahl zu treffen^ Herr Horn, der über eine angenehme, gut geschulte Tenorstimme verfügt, versteht es, seine Zuhörer zu wahrer Andacht hinzureißen und so den Gottesdienst erhebend zu gestalten. N e u m a n n. Neu-Oetting, 28. Februar. Unser Cantor und Religionslehrer Herr Moriz Kurzweil, der sich hier der allgemeinen Beliebtheit erfteut, wurde von der altehrwürdigen Cultusgemeinde Goltsch-Jenikau nach einem am jüngsten Sabbath mit großem Verfalle abgehaltenen Vortrage per Acclamation zum Cantor und Lehrer ernannt. Galgoez. (Todesfall.) Frau Sophie Eisler, geborene Seßler, welche vorletzten Sonntag im 78. Lebensjahre plötzlich verschied, wurde unter imposanter Betheiligung zu Grabe getragen. Durch ihren Wohlthätigkeitsfinn und seltene weibliche Tugenden, ein wahres Muster des traditionellen jüdischen Escheth Chajil. Die Trauerredner, Herr Rabbiner Josef Rosenfeld und die beiden Söhne der Verstorbenen, die Herren Fabrikanten Edmund und Anton Eisler, hielten tiefergreifende Ansprachen. Die Verblichene, Witwe nach dem in Rabbinenkreisen hochgeachteten Daniel Eisler, hinterläßt fünf Söhne und vier Töchter. Zahlreiche Enkel und Urenkel umstanden die Bahre. Der hiesige hochgeachtete Director der Creditanstalt. Herr M. L. Eisler, betrauert in der Dahingeschiedenen seine Mutter. A. G.n. Budapest, 21. Februar. Wie hiesige Blätter melden, wurde der Professor vom Rabbiner-Seminar, Dr. David K a u f f m a n n, der sich auch als Schriftsteller einen Namen gemacht hat, zum Rabbiner in Berlin ernannt. — Die hiesige Cultusgemeinde schreibt soeben einen Concurs aus, behufs Einreichung von Plänen für den Bau eines monumentalen Tempels im V. Bezirke hier. Die Cultusgemeinde will für diesen Bau zwei Millionen Gulden verausgaben. Bozen. Am 12. v. M. starb in Klagenfurt plötzlich ein Reisender aus Wien, Herr Emanuel Streit, Vertreter der Firma Victor Schmidt & Söhne. So traurig dieser Fall war, so angenehm berührte mich, sowie viele anwesende Reisende, das taktvolle und erhebende Vorgehen des Vorstandes der Chewra-Kadischa in Klagenfurt, Herrn Max S t ö ß l, der in würdevoller, pietätvoller Weise die Anordnungen der Ueberführung

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.