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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-02-25 · 8 (25.2.1898) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
8 (25.2.1898)
Date
1898-02-25
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 166 Dr. Vwch » Mochenfchrifi. Nr. 8 Titus Annius: Bar Kochba! Rufus: Mir unbekannt. Drei sind's. Akiba ist Die Phantasie, Vernunft Theradion, Was kann Bar Kochba, jener Dritte sein? Schad' für die Zeit. ... Da mögen sie herein Eintreten — nicht auf einmal alle Drei, Der Ordnung nach, wie Du sie mir genannt. Das hindert aber nicht, daß Du indeß Des Kaisers Weisung gleich vollführst; und da Ich hier — rhetorisch — mich mit ihnen spiel', Sollst Du's vollzieh'n! Biet' auf hiezu das Heer, Bedeckt hievon laß pflügen heil'ge Statt', Wo einst der Tempel Salomoni's stand, Dort leg' den Grund zu einer neuen Stadt, Wie der Befehl gebeut. — Nun geh' und thu's! Du hast mich doch verstanden? Titus Annius: Ja, ich geh' Und was und wie ich kann, werd' ich's vollzieh'n. . . . (geht ab.) Rufus: Ein zähes, widerspänstig hartes Volk! Mir scheint, daß Rom es doch nur unterschätzt, Doch Rom kann Alles sich erlauben schier Und ist sich dessen wohl bewußt, verfolgt Auch seinen Weg. — Was ich vollführen muß Und Roma will, das soll geschehen jetzt. Akiba hier! Und Gottes Friede! (Ben Akiba tritt ein.) Ben Akiba: Heil Dir o Feldherr Rom's Rufus: Akiba, sei gegrüßt! Nicht anders leider kann ich grüßen. Dich, Wie sonst Dein Alter, Wissen und Dein Ruhm Dies wohl erfordern würde, denn, Akiba, Du steigst auf einen hohen steilen Steg Und von der Höhe sichrer ist Dein Fall! Rom rührt sich nicht, das glaube mir, es hat, Obschon es einer hung'rigen Wölfin gleicht, Doch Füße eisenfest und Deinem Gott, Den Tafeln Sinai's wird es widersteh'n; Dies merk' Dir wohl, Du weiser Greis, hinfür! Ben Akiba: Daß alt ich bin, das hast Du recht gesagt, Ob weise auch, das weiß allein der Herr; Ich will jedoch das Beste für mein Volk. — Rufus: Vielleicht durch Aufruhr? Ben Akiba: Nicht mein' ich's, Herr! Was nennst Du Aufruhr? Laß mich das erörtern — Denn Rom ist groß, das wissen alle wir, Die nur Ameisen sind. — Rufus: Und wolltet doch Gar Löwen sein! Und glaube Rabbi mir. Daß auch die Weisheit ihre Grenzen hat; Gelehrt bist Du und alt, um desto eher Begreifen solltest Du fruchtlosen Streit. Die Macht hat Rom, i h r aber Sclaven seid! Ben Akiba: Dies Wort nicht sollte Deinem Mund entflieh'n. Wer feinen Bruder höhnend Sclaven schilt, Ist Sclave selbst des eig'nen Uebermuths. Rufus: Rom hat nicht nöthig solchen Wortspiels jetzt, Macht haben wir — und Ihr seid Sclaven nur! Ben Akib a: Zwar groß ist Rom — das hast Du wahr gesagt! — Auf der Wagschale menschlicher Geschicke, Doch wir sind größer auf der Wage Gottes, Das kannst Du nicht begreifen, da Du Heide bist! Daß mehr wir sind, dies thut schon kund, daß wir Der Welt geschenkt den einig e i n z ' g e n Gott. Rufus: Und doch behilft die Welt sich mit den Göttern, Das, was Du sagst, ist leeres Wortspiel nur, Gelehrter Rabbi. Recht ist dort, wo Macht. Laß hören, wo war Euer Gott als einst Zuerst der Römer drang in Euer Land, Als Titus in des Tempels Räume warf Der Feuerfackel Brand? Und unsre Götter, Die Ihr verhöhnet und begreifet nicht, Die Euch Gebilde sind verbrannten Hirns, Die haben doch Jehova's Macht besiegt. — Erfolg entscheidet doch. Heut seid Ihr todt. Ben Akiba: Nicht ganz so Herr, wie es den Anschein hat. Rufus: Was wollt Ihr noch? — in Staub zertreten und zerknirscht? Ben Akiba: Was jedes Menschen heilig Recht, Den Gottes Sonn' bescheint! Wir wollen leben! Rufus: Wer hindert Euch daran? Ihr könnt doch leben, Wie's Euch beliebt. Gehorsam aber müßt Ihr uns'rem Willen sein, ergeben uns, Nichts Andres forden wir von Euch! Ben Akiba: Ja so, Begeben sich o Herr, das heißt gehorchen;. Sich seines Gotts entäußern, Land's und Sprach . . . Rufus: Gott, Land und Sprach' — das ist nur leerer Schall, Da Du Gelehrter kennst die ganze Welt, Wie kannst Du ketten G ei st an leeres Wort? Der Geist nur siegt und heut ist's Roma's Geist, Nicht jener kleinlich enge Judengeist, Der eifert um Sion und Gatizim, Die Welt beherrscht heut Roma und ihr Geist, Ihr aber seid nur eine kleine Secte, Dem Siegeswagen in die Speichen fallend, Der Euch zermalmt — der hat schon Andere Zermalmt und wird es noch, darum heißt er Rom. Ben Akiba: So klein ist unser Geist, o Herr doch nicht, Wie Du ihn siehst von Roma's Zinnen aus, Die einst erbeben machten Hannibal. Ihr habet Scipionen, Cäsaren, Augusten, Ehre ihnen sei und Ruhm! — Jedoch des Geistes Wage — Herr, verzeih', Emporschnellt nicht zu Unfern Ungunsten. Ein kleines Volk sind wir und stets gehetzt. Und einer kleinen Insel gleich hat uns Vom Anbeginn der Ewige gesetzt - In fremdes Meer. Und ewig tobt der Kampf Um uns, wir sind ein wild gehetztes Reh, Das Nimmersatte Jäger stets bedräu'n. Wir wollen nichts als leben nur und sein, Entwickeln uns im Rahmen jenes Rechts, Mit dem wohl jeder Mensch geboren ist. An Stärke seid ihr größer, ich gesteh's, Doch wir an Geist. Rufus: Die Stärke ist auch Geist! Wie käme sie denn, weiser Ben Akiba, In Muskel ohne Geist? Und haben wir ' Die Welt erobert, Euch auf diesem Zug Begegnet trotzend unsrem Siegeslauf, So fegen wir Euch nieder, denn Ihr seid Ein fremder Keil in unsrem Organismus, Der muß heraus! Das ist doch klar, o, Weiser! Ben Akiba: Nicht ganz! Warum hält' sonst erwecket uns, Und auf den Kampfplatz uns gestellt der Geist, Der Unbekannte, den wir nennen Gott? Rufus: Nicht uns're Sache, nur seine ist's, o, Freund! Ben Akiba: Erkennst Du ihn nun an, Du Feldherr Rom's, So ist er selbst von Roma anerkannt,

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